EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Das Forum für Deine persönlichen Erfahrungsberichte.
Nisch
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 10
Registriert: Samstag 18. August 2012, 22:58

EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon Nisch » Sonntag 19. August 2012, 00:19

Hi Ihr Lieben,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Vllt erstmal zu mir. Ich bin 24, 174cm. 60kg, (Ex)- Raucherin, treibe regelmäßig Sport (Fitness)

Am Samstag vor 4 Wochen (14.07.2012), war ich tagsüber unterwegs, kam nach Hause, lege mich auf meine Couch und hatte das Gefühl ein Messer in meiner Brust zu haben. Linksseitig starke Schmerzen, stechend, dachte sofort ans Herz. Habe mich dann selbst beruhigt, weil ich mir einredete, dass es bestimmt nur "harmlose" Bauchschmerzen seien.
Schlussfolgerung: Ich habe nichts unternommen, die Schmerzen wurden nach 1-2 Tagen bedeutend besser.

Am Donnerstag, den 19.07.12,also 5 Tage später, war ich- wie an den anderen 4 Tagen zuvor, im Fitness Studio und hab -dank meines Urlaubes- mal wieder Gas gegeben....3 Std Kraft und Ausdauertraining.
Nach Hause, duschen....pam: Feierabend. Ähnlicher Schmerz wie 5 Tage zuvor, nur 10 mal schlimmer. Ich habe mich erstmal hingesetzt und (versucht) tief einzuatmen. Vergeblich. Beruhigen, ablenken, vergeblich. Da der Schmerz zwischenzeitlich bis in den linken Arm ausgetrahlt hat, habe ich mich dazu durchgerungen den Notarzt zu rufen. Himmel- ich dachte ich hab nen Herzinfarkt.

Notarzt kam, EKG, blabla, Standardkram- sicherheitshalber ins KH.
Im KH angekommen, Röntgenbild machen lassen, gewartet gewartet gewartet und dann....kam die Ärztin. Diagnose: Spontanpneumothorax linksseitig, Spitze, 4 cm.
(!!!) geplante Therapie: Drainage, 5-7 Tage

Muss dazusagen, ich hatte keine Ahnung was das zu bedeuten hat. Hab das noch nie gehört und hab mich nach ein paar Tränen damit abgefunden, dass ich wohl erstmal nicht ausm KH kann. Großkotzig und unwissend wie ich war, dachte ich tatsächlich die Hütte nach ein paar Tage wieder vollständig verlassen zu können.

Das Legen der Drainage wurde ziemlich schnell veranlasst unter Verabreichung von Propofol und div Schmerzmitteln, AUA
Aufs Zimmer, psychisch stark angeknackst, da mein 2 wöchiger Urlaub gerade erst begonnen hat und für mich quasi schon wieder vorbei war. Wenn ich gewusst hätte was da noch kommt....

Die Tage vergingen, Sog blieb von Do- Mo an. Montags (23.07.) Röntgenbild, positiv.Ergo: Sog aus bis Di.
Am Dienstag sollte die Drainage gezogen werden wenn alles so aussieht wie am Montag. Pustekuchen, es sah zwar alles so aus wie am Montag, jedoch hat dann wohl ein Arzt bemerkt dass da noch minimal Luft zu sehen sei, die da wohl nicht hingehört. Also: Sog wieder an bis Mittwoch, Mittwoch wurde dann festgestellt dass sich nix verbessert hat. Ich wollte mittlerweile schon eine OP haben. (hab mich zwischenzeitlich sehr sehr intensiv im netz mit dem Thema und den verschiedenen Therapiemöglichkeiten beschäftigt). OP wurde abgelehnt, stattdessen blieb der Sog BIS SONNTAG an. Sonntag (zur Erinnerung: bereits 10 Tage nach Einlieferung) wurde ein Röbild gemacht, Entscheidung: Sog aus ab Montag bis Dienstag. Die Luft die nach wie vor zu sehen war, wurde akzeptiert. "Vielleicht schaffts die Lunge ja auch so". Also wurde am Dienstag, den 31.07. der Schlauch gezogen. Mal davon abgesehen, dass ich es ziemlich hart finde, dass sowas aufm Zimmer gemacht wird, war das Schlauch ziehen, ganz schön mies- aber immerhin machbar.

Schlauch war draußen, ich war frei. Dachte ich.
Hab gleich panisch angefangen Atemübungen zu machen, weil ich natürlich wollte, dass meine Lunge nun endlich hält. So ganz ohne Drainage durch die Rippen, und ganz ohne Kasten, ging ich nach draußen um mir Wasser zu holen. Bei den Docs vorbei, wurde ich direkt an den Monitor zitiert, um mir den Befund vom aktuellen Röbild anzuschauen. Tadaaa, Lunge erneut zusammengefallen, diesmal noch mehr als anfangs, dazu kommt, dass es sich diesmal auch noch um einen Spannungspneu handelte.

Also: Zack runter in die Ambulanz, mal wieder zugebombt mit Schmerz und Beruhigungsmitteln, wurde die 2te Drainage gelegt. (Ganze 2STd nachdem die erste gezogen wurde). Dummerweise hat der liebe Onkel Doc das Ding ziemlich mies gelegt, sodass ich so unendliche Schmerzen hatte, wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben hatte. Statt mir zu helfen, haben mich diese besch******** Schwestern einfach liegen lassen, niemand hat geholfen. Ich bekam immer weniger Luft, musste dann noch zum röntgen, wieder hat mich keiner beachtet (Das wird im Übrigen noch ein Nachspiel fürs KH haben).

Zurück aufm Zimmer bekam ich nochmal mehr Schmerzmittel und mir wurde versichert, dass das normal sei und ich ja am darauffolgenden Tag (Mi) sowieso operiert werde.
Der Tag ging vorüber, meine Nerven lagen blank wie nie und der mittlerweile lang ersehnte OP Tag begann.
Leider musste ich nach der morgendlichen Visite der Docs feststellen, dass ich so unendliche Schmerzen hatte, die ich keineswegs aushalten kann. Im Ernst, sowas hatte ich noch nie. HÖLLE
Zuerst sollte ich wieder nur Schmerzmittel bekommen, dann wurde auf mein ständiges Verlangen nun doch endlich ein Arzt gerufen. Der hat mich abgehört und sofort nach unten in die Ambulanz geschoben.
Danke Jungs, endlich glaubt mir jemand.
Mir wurde geholfen, die Drainage wurde 2 Std vor der OP nochmal ein Stück zurückgezogen (Himmel- Danke!!!!)

Benebelt gings in die OP....
Ich bin erwacht und hab gedacht, dass ich direkt in der Hölle gelandet bin, Schmerzen ohne Ende, plötzlich 2 Drainagen durch die Rippen, bewegungsunfähigkeit des linken Armes und starke Schmerzen am Rücken, Taubheitsgefühl der linken Brust und der linken Seite des Bauches. Ole
Vom psychischen Zustand will ich gar nicht erst anfangen.
(OP gut verlaufen, Entfernung von Lungenbläschen, 4 cm Lunge weg, Verklebung, alles top. ÜBRIGENS: während der OP wurde festgestellt, dass ich am unteren Teil der Lunge vorher schon mal einen Pneu gehabt haben muss der offensichtlich selbst verheilte. Wir erinnern uns, das war wohl der Schmerz von besagtem Samstag, den ich als Bauchschmerz abgetan hatte)

Sonntags (05.08. 4 Tage nach OP) wurde die erste Drainage gezogen. Alles supi.
Am Montag, wurde der Sog abgestellt, ein Röbild gemacht, Flüssigkeit festgestellt, also Sog nochmal an bis eigentlich Donnerstag. Da aber am Dienstag (endlich- nach mehreren Hinweisen meinerseits) festgestellt wurde, dass kaum noch (< 10ml) Wundflüssigkeit abläuft, wurde die 2te Drainage der OP nun auch gezogen. Spätestens in diesem Moment musste ich den Begriff Schmerz, für mich neu definieren.
Am morgen wurde übrigens festgestellt, dass meine Entzündungswerte erhöht sind. (Nur wusste keiner warum)
Der Schlauch wurde gezogen, tadaaa, daher kamen die erhöhten Werte: MIT DEM SCHLAUCH IST JEDE MENGE (sorry) EITER AUS MEINEM KÖRPER GELAUFEN; DASS ICH DACHTE ICH MUSS AUSM FENSTER SPRINGEN.
Fakt: Ich hatte mehrere Entzündungen, 2 meiner insgesamt 3 Wunden der Drainageschläuche waren völlig entzündet.Um herauszufinden, wie stark die Entzündung war, musste ich am darauffolgenden Tag zum CT.
CT Befund: Scheiße, mehrere Abszesse an meiner Lunge. Ursache: Unbekannt.

Also, noch eine OP. Da war ich gerade mal alle Schläuche los und wusste, dass ich am nächsten Tag schon wieder 2 bekomme.Die Schmerzen, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte, waren mehr als unerträglich, die Vorstellung, dass nun schon wieder 2 Schläuche durch die Rippen kommen, hat meinem psychischen Zustand den letzten Rest gegeben. Dennoch hab ich mich dazu entschlossen noch einmal alles zu geben und endlich zu kämpfen. Immerhin war ich am OP Tag Nr2 bereits 3 Wochen im KH.
Mittlerweile wurde ich übrigens in ein Einzelzimmer verlegt und wurde vom Chefarzt operiert.

Die OP wurde durchgeführt, ich wurde wach, der Horror begann von vorne.
Lt Docs, befand sich nicht so viel Eiter an der Lunge wie befürchtet (immerhin) und die OP sei gut verlaufen. Herrliche Aussichten. Durch das EZ und die dadurch gewonnene Ruhe, fand ich glücklicherweise so viel Schlaf, dass es mir, trotz Drainagen, gelang jeden Tag eine Besserung zu verzeichnen.
Im Übrigen, wurde ich mit Schmerzpumpe und Antibiotika ausgestattet. (DANKE)

Am Montag, den 13.08. (4 Tage nach OP), wurde die erste Drainage gezogen. AUA. Aber machbar.
Am Dienstag, den 14.08., folgte die Zweite. Weg weg weg. Zum Glück.
Das Ganze erfolgte begleitend mit Röbild-Aufnahmen. Klar- what else.
Auf jeden Fall war ich dann am Mittwoch, den 15.08. aus medizinischer Sicht soweit, das KH endlich verlassen zu können.

Heute, 4 Wochen nach diesem ganzen Mist, habe ich 4 Wunden, 1 ist offen und muss von innen heraus selbst abheilen (entstanden durch die Entzündung), 1 ist zugenäht, weil hier entzündetes Gewebe entfernt werden musste, 2- die der letzten beiden Drainagen wurden nicht vernäht und heilen von selbst ab.

Nach 4 Wochen KH Aufenthalt,
insgesamt 5 Schläuchen durch die Rippen
gefühlten 20 liter Schmerzmittel intus und
4 Wunden die mich ein Leben lang an das Ganze erinnern werden, bin ich endlich zu Hause und beginne das Ganze zu verarbeiten. Zurück in die Normalität mit Ibu und Co.
Muss jeden tag zum Verbandswechsel und bemühe mich sehr nicht daran zu denken dass jeder Schmerz im Rücken wieder ein Pneu sein könnte.

Ich muss echt sagen, dass ich so etwas noch nie erlebt habe und mich diese 4 Wochen komplett fertig gemacht haben. Ein Riesen Glück war und ist, dass ich eine wundervolle Familie, einen tollen Freund und einen super Freundeskreis habe. Ohne deren Unterstützung, hätte ich das Ganze nur sehr sehr schwer überstanden. Ich vermisse meinen Job, meine Kollegen, ich will endlich Normalität haben und mein altes Leben zurück.

Humor und mein positives Denken sind endlich wieder ein Stück weit zurückgekehrt, aber noch lange nicht auf Normallevel. Am Di gehts nochmal ins KH zum checken, hoffentlich ist da alles gut. (wenn ihr möchtet, berichte ich gerne.)

Auch wenn das Alles echt hart war, hoffe ich und eigentlich bin ich mir auch sicher, dass das Leben wieder ein Höchstmaß an Normalität erreichen wird. Positiv denken, vorwärts gehts.

Übrigens, das Rauchen habe ich sowieso vor diesem ganzen Mist stark reduziert, seit Tag 1 der Einlieferung ins KH komplett aufgegeben. Man muss ja nix provozieren.

Ursache des Pneus lt Ärzte; nicht eindeutig. Bisschen ist vllt das Rauchen Schuld, bisschen der Sport, Schwachstelle der Lunge und jede Menge Pech.

unglaublich aber wahr, aber der EB ist gekürzt, könnte jeden Tag in Worte fassen, hab aber leider sowieso schon viiiiiel zu viel geschrieben (sorry)

Bin unendlich dankbar für dieses Forum, es hat mir während des KH Aufenthaltes viel geholfen und so möchte nun auch ich einen Teil dazubeitragen anderen "zu helfen" oder zu informieren, wie die Behandlung eines Pneu ablaufen kann.

Ich wünsche Euch allen, ob Pneu-Betroffen oder nicht, von Herzen alles alles Gute und hoffe sehr, dass wir so einen Kram niemals (mehr) durchstehen müssen.

Viele Grüße
nischa

PS:Falls mich jmd kontaktieren, sich austauschen möchte o.Ä, schickt mir einfach Eure Email Addy

ela65
Foren As
Foren As
Beiträge: 83
Registriert: Freitag 17. September 2010, 07:25

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon ela65 » Sonntag 19. August 2012, 09:23

Hallo und herzlich willkommen hier,
da hast du wirklich eine Menge mitgemacht. Ich wünsche dir, dass es das jetzt für dich gewesen ist und der ganze Mist nicht mehr wiederkommt.
Vor allem wünsche ich dir jetzt gute Besserung und freu mich, dass du so positiv bist. Das ist jetzt sehr wichtig und richtig. Da haben ja viele hier ein großes Problem mit. Weiter so, lass den Kopf nicht hängen und erhol dich gut.

Liebe Grüße
ela :lol:

Benutzeravatar
eve
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 1021
Registriert: Dienstag 1. Juli 2003, 00:00

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon eve » Sonntag 19. August 2012, 11:05

Hallo Nischa

Willkommen im Club, bei dem niemand sein will.

Ich hoffe für dich, dass der Spuk jetzt wirklich vorbei ist. Ja, ich weiss auch nicht, wo den Aerzten beigebracht wird, dass Drainagen legen und alles drumrum schmerzlos ist. Viele hier haben die Erfahrung gemacht, ich mag mich noch gut erinnern, wie mir einer mir voll im Ernst weismachen wollte, das sei schmerzlos, als ich mich weigerte, mich hinzulegen, da es so weh tat.

Die positive Einstellung hilft meiner Meinung nach enorm, ist aber anfangs oft sehr schwierig.

Lass uns wissen, was am Dienstag rauskommt.
lg
eve

chu neco
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 24
Registriert: Montag 7. November 2011, 10:16

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon chu neco » Montag 20. August 2012, 00:37

heya erstmal ^.^
ziemliches Martyrium was du da mit machen musstest. Ich hoffe du findest nun langsam in deinen normalen Alltag zurück, trotz Verbandswechsel beim Hausarzt und Kontrolluntersuchungen. Wie du schon selber sagst, sind Freunde und viel Ablenkung genau das richtige Mittel :D

Da ich selber Krankenpfleger bin und in einem großen Stadt.Krankenhaus arbeite, wollte ich gerne an dieser Stelle einmal zu dem Thema "Behandlungsmethoden" etwas los werden.

Das große Problem in Deutschland ist, dass die Krankenkassen die Erstversorgung bzw. die Behandlungsmethode für eine bestimmte Krankheit/Krankheitsbild bestimmen. Schon bei der Einlieferung in ein KH (selbst in der Notaufnahme) wird als erstes abgecheckt wo ein Patient versichert ist. Je nach dem was die Krankenkasse dann als Erstmaßnahme/Behandlungsmethode in diesem Fall vorgibt, wird durchgeführt. Ich weiß dies klingt unglaublich aber bei Kassenpatienten ist dies nun mal so. Das heißt für uns Versicherte: Sind sie z.B. bei der AOK versichert, gibt diese bei einem Spontanpneu vor, erst einmal mit einer Drainage mit Verweildauer von max. 2 Wochen zu verfahren sowie täglicher Röntgen-Kontrolle sollte er nicht lebensbedrohlich sein. Bei vielen Kassen werden sogar die zu verabreichenden Medikamente vorgeschrieben. Ein BArmer Patient bekommt eventuell eine andere Schmerztherapie wie jemand von der AOK. Es ist wirklich unglaublich wie Krankenhäuser und Ärzte in ihrer Handlungsweise durch dieses System, zum teil stark, eingeschränkt werden. Wirklich nur in lebensbedrohlichen Fällen wird dies außer Kraft gesetzt. Bei Krebspatienten ist dieses System wirklich perfiede. Da werden einem Patienten wichtige Behandlungen abgelehnt, weil die Kasse diese nicht in ihrem "Katalog" vorsieht, obwohl dadurch eventuell eine deutlich bessere Heilungschance bestünde. Schade das sich unsere Politik mit diesem Thema kaum beschäftigt. Als Patient merkt man dies meist nur nach einem Besuch beim Hausarzt, wenn man zur Apotheke geht und sich sein verordnetes Medikament abholt. Dort wird dann erst lange im Computer geforscht, von welcher Firma welches Medikament ausgegeben werden darf. Bei bestimmten Medikamenten kann es dann sein, das Kunde A von Kasse A nichts bezahlt, Kunde B von Kasse B jedoch ein haufen drauf zahlt, weil zwischen Hersteller und Kasse kein Vertrag besteht. Traurig traurig.

Was ich damit sagen will ist, dass oft nicht nur die Kliniken an schlechten Behandlungsmethoden Schuld tragen, sondern zum großen Teil eben auch die Kassen.

Noch kurz zur Betäubung bzw örtlichen Betäubung beim legen der Drainage. Es ist nahe zu unmöglich hierbei die Schmerzen zu vermeiden. Da eine Vollnarkose bei einem solchen Eingriff nicht vorgesehen ist (von den Kassen nicht bezahlt wird), wird (außer bei eventuell Privatversicherten) dies unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Da der Bereich zwischen den Rippen, Rippenfell, Pleura etc. ein extrem stark durchbluteter und mit Nerven durchzogener Bereich des Körpers ist, spürt man selbst bei einer hoch dosierten Betäubung meist STARKE Schmerzen. Liegt die Drainage dann auch noch so, dass sie an der Innenseite der Pleura reibt, ist es umso schmerzhafter. Die Schmerzen muss natürlich der Patient tragen. Wie stark diese sind kann meist kein Arzt oder Schwester wirklich beurteilen. Jeder Mensch empfindet Schmerz in einem anderen Maße. Hier ist es oft schwer für das Personal, trotz Aussage des Patienten, ab zu schätzen wie nun weiter Verfahren werden soll. Auch hier ist wieder die Vorgabe von Kassen im Bezug auf die Schmerzthrapie entscheidend.... Ein wirklich grässliches System was dort vorherscht aber naja......
Die Entzündungen die du durch vermutlich unsteriles arbeiten der Ärzte bzw. Pflegekräfte erlitten hast ist hingegen unentschuldbar.
Jedoch kann ich dir aus Erfahrung sagen, dass ein gerichtliches Vorgehen gegen Krankenhäusr meist nicht sehr positiv für den Kläger ausgeht. Am Ende hat man zu 99% nur einen Haufen Kosten am Hals ohne eine wirklichen Erfolg erzielt zu haben. Sollte unsere Politik nicht in den nächsten Jahren etwas an diesen Tatsachen ändern, sehe ich in eine düstere Zukunft für unser Gesundheitssystem.

Ich wünsche dir alles alles Gute, viel Ablenkung und natürlich beste Gesundheit.

MFG
Neco :D

Laser
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 603
Registriert: Sonntag 25. Januar 2009, 18:30

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon Laser » Montag 20. August 2012, 13:15

Hallo Neco,

ein sehr interessanter Beitrag von dir. Das die Krankenkassen so viel Einfluss auf die Behandlungen hat habe ich bis jetzt nicht gewusst. Das es Verträge bezüglich der Medikamente zwischen Pharma-Unternehmen und Krankenkassen gibt das habe ich auch gewusst. Kommt öfters vor das die Ärztin ein Medikament verschreibt und man dann in der Apotheke zu hören bekommt: "Wir können Ihnen diesen Medikament nicht geben weil Ihre Krankenkasse da kein Vertrag abgeschlossen hat, wir können Ihnen aber ein anderen Medikament mit dem gleichen Wirkstoff geben weil damit hat Ihre Kasse ein Vertrag".

Aber das die Kassen bei Behandlungen wie z.B. beim Spontanpneu so viel Einfluss hat das habe ich nicht gewusst. Auch wenn der Arzt der Meinung ist das eine OP besser wäre (weil z.B. im CT zu sehen ist das der Patient große Blasen hat) darf er trotzdem nur eine Drainage legen weil das die Kasse so vorschreibt?
Gewisse Regeln und Kontrollen sind durchaus wichtig, aber es muss halt ein miteinander sein.

Viele Grüße

Benutzeravatar
eve
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 1021
Registriert: Dienstag 1. Juli 2003, 00:00

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon eve » Montag 20. August 2012, 14:59

Anfangs 2012 wurde hier in der Schweiz das Gesetz bez. KKs (KrankenKassen), Entschädigungen und vielem Anderem im "Gesundheitswesen" geändert. Zitat einer Kollegin von mir, die als Pflegerin arbeitet: "jetzt müssen wir, die erfahrenen Pfleger, dasitzen und die Berichte schreiben, da die Zahlung einer KK von einem richtig geschriebenen Bericht abhängt. Die tägliche Krankenpflege am Bett wird den Anfängern übertragen, da die keine Berichte schreiben können/dürfen."

lg
eve

Nisch
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 10
Registriert: Samstag 18. August 2012, 22:58

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon Nisch » Montag 20. August 2012, 16:15

Wow, das wusste ich auch nicht. Danke für die Info.
Da bekommt man ja richtig Angst. Furchtbar zu wissen, dass nicht individuell entschieden werden kann, was einem Patienten am besten helfen könnte. Werd mich hierzu echt mal mit meiner KV in Verbindung setzen.
Unfassbar...

Verklagen wollte ich das KH übrigens nicht, ich versuche mich ja zu schonen, nicht zusätzlich belasten...
;-)

War übrigens heute beim Hausarzt zum Verbandswechsel und Abhören der Lunge. Hab seit gestern schon wieder das Gefühl dass ich nochmal einen Pneu hatte. Im Liegen habe ich so gut wie keine Schmerzen, aber Stehen kann ich fast nicht länger als 10 min weil ich einen stechenden Schmerz beim atmen hab...
Furchtbar, dass man nur Gewissheit durch das Röntgenbild bekommen kann, ich drehe bald durch... Hab so eine Angst nochmal ins KH zu müssen :-(

Hattet ihr, nach euren Pneus, egal ob mit oder ohne OP, auch stechende, atemabhängige Schmerzen, die dann im Endeffekt doch "harmlos" waren?

Bin schon kurz davor mit gepackter Tasche morgen zur Kontrolluntersuchung zu fahren. Scheiss Panik...

Danke u viele liebe Grüße

Benutzeravatar
eve
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 1021
Registriert: Dienstag 1. Juli 2003, 00:00

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon eve » Montag 20. August 2012, 17:03

Wenn du das Gefühl hast, wieder einen Pneu zu haben, geh zum röntgen. Ein verpasster Spannungspneu kann das Leben kosten, ein Röntgen zuviel kostet heute nur noch etwas Geld und die Strahlenbelastung ist beinahe vernachlässigbar. Und wenn es ein falscher Alarm war und du dir evtl. etwas blöd vorkommst, ist es die Gewissheit wert...alles nur meine Meinung natürlich :D
lg
eve

Nisch
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 10
Registriert: Samstag 18. August 2012, 22:58

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon Nisch » Montag 20. August 2012, 17:25

Muss sowieso morgen früh hin, das beruhigt ja schon mal....

Die Angst nimmt's mir leider trotzdem nicht.... Warten, warten, warten, hoffen, nachdenken.... Iwann reichts :(

Benutzeravatar
eve
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 1021
Registriert: Dienstag 1. Juli 2003, 00:00

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon eve » Montag 20. August 2012, 18:40

Hallo neco

chu neco hat geschrieben:...Noch kurz zur Betäubung bzw örtlichen Betäubung beim legen der Drainage. Es ist nahe zu unmöglich hierbei die Schmerzen zu vermeiden. ...

Da bin ich nicht ganz einverstanden. Ich bekam einmal eine Drainage gelegt, die praktisch schmerzfrei war... Mir wurde danach erklärt, das habe mit der unterschiedlichen Einstellung der Aerzte in der Chirurgie, (möglichst schmerzfrei während eines Eingriffes) gegenüber der der Aerzte in der Medizin (Patienten übertreiben immer) zu tun. Ob das generell so stimmt, kann ich nicht sagen, aber meiner Erfahrung entspricht es.
lg
eve

Benutzeravatar
eve
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 1021
Registriert: Dienstag 1. Juli 2003, 00:00

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon eve » Montag 20. August 2012, 18:42

Nisch,

probier dich heute gut abzulenken und lass morgen morgen sein. Es kommt von ganz alleine. Viel einfacher gesagt als getan, ich weiss...
lg
eve

chu neco
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 24
Registriert: Montag 7. November 2011, 10:16

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon chu neco » Dienstag 21. August 2012, 01:39

@eve: Ja, das freut mich zu hören. Es ist immer gut wenn so ein Prozedere möglichst ohne große Schmerzen abläuft. Wie schon gesagt, empfindet jeder Patient die Schmerzen in einem anderen Maße. Deswegen gibt es in der Hinsicht auch kein Schema F was man anwenden kann. Der eine benötigt eine starke örtliche Betäubung + starker Schmerzmittel, der andere weniger. Und auch wie Du richtig sagst, kommt es auch immer auf den behandlenden Arzt selbst an.
Grundsätzlich ist das Drainage legen jedoch sehr Schmerzhaft (leider). Gerade der Schmerz von innen heraus wird oft als extrem beschrieben da ungewohnt.

@laser: Im Grunde ja. Jede Kasse hat einen sogenannten Katalog in dem bestimmte Behandlungsmethoden als Erstmaßnahme aufgeführt sind. Bei einem akuten oder lebensbedrohlichen Zustand wird dieser jedoch nicht berücksichtigt. Im Falle eines Pneumothorax kann es jedoch sein, genau wie du sagst, dass kleine Bullae (Blasen auf der Lunge) unbehandelt bleiben (ohne OP erstmal verbleiben), da von ihnen im derzeitigen Stadium keine akute Gefahr ausgeht. Ist aber wirklich nicht bei jeder Kasse so.
Spricht man die Kassen auf dieses Thema an, wird meist sogar verneint, dass es diese Kataloge in dieser Richtung überhaupt gibt. Ist wie bei der Preisabsprache zwischen den Ölkonzernen im Bezug auf den Benzinpreis. Offiziell gibt es dies ja nicht :D

@ Nisch: Ja, also ich hatte bestimmt bis zu 5 Monate nach dem Pneu mäßige bis starke Schmerzen auf der betroffenen Seite. Die Narbe auf der Lunge verursacht Schmerzen. Die Muskulatur der betroffenen Seite auch, resultierend durch lange Schonhaltung, Bettlägrigkeit etc. Wundheilungsschmerz kommt auch oft dazu, der böse ausstrahlen kann. Bin aber auch anfangs alle Nase lang zum Arzt gerannt, weil ich dachte es ist ein neuer Pneu. Drücke dir die Daumen, dass es bei dir nicht der Fall ist. ALLES ALLES GUTE!

MFG
Euer Neco

Nisch
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 10
Registriert: Samstag 18. August 2012, 22:58

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon Nisch » Mittwoch 22. August 2012, 20:06

Hallo Ihr Lieben,

Danke für Eure Mails.

Am Dienstag ist glücklicherweise alles gut gelaufen. Zuuuum Glück, puh.

Die Rückenschmerzen sind leider immer noch da, kann absolut noch nicht lange stehen :x

Hoffentlich wird das bald besser :-(

Viele liebe Grüße
Nisch

missysandra
Newbie
Newbie
Beiträge: 3
Registriert: Sonntag 26. August 2012, 20:35

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon missysandra » Sonntag 26. August 2012, 21:11

Hallo an alle,
ich heiße Sandra und hatte im Juli meine op.
Auch ich versuche wieder normal zu leben, ohne dieses Teufelchen :twisted: das in meinem Kopf sitzt, und mich bei jeden Stich in der Lunge Angst und Panik haben lässt.

Ich wünsche mir, und auch allen die auch so Angst und Panik haben das wir sie loswerden.

Bei mir wurde auf der linken Seite der Pneu operiert. Und eine Pleurodese gemacht. Seit dem habe ich ein ganz starkes ziehen und druck Gefühl innerlich unterhalb der Brust.
Ich kann mich immer noch nicht mit dem Oberkörper gerade machen weil das ziehen ganz stark ist.
Das ziehen und der Druck sind immer da egal ob stehen sitzen oder liegen.
Ich muß sagen es ist sehr unangenehm und schmerzt und eingeschränkt bin ich deshalb auch weil ich die linke Seite nicht so gut bewegen kann.
Nun wollte ich fragen was ist das ? Hatte das auch jemand von euch? Und wird das wieder normal.
Leider sind mache Schmerzen schwer zu beschreiben.
Aber ich hoffe das mir jemand eine Antwort geben kann.

Liebe Grüße an alle.

Und auf eine baldige Schmerzfreie Zeit.

Nisch
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 10
Registriert: Samstag 18. August 2012, 22:58

Re: EB- 2x Spontanpneu,1x Selbstheilung, 1x Höllentrip

Beitragvon Nisch » Montag 27. August 2012, 15:17

Hi Sandra,

Also nach dem was ich mittlerweile alles gelesen hab, sind Schmerzen jeglicher Art auf der betroffenen Seite, nach einer Pleurodese normal.
Du musst natürlich differenziern, sobald ein Stechen und Atemnot dazu kommt, ab zum Doc. Sicher ist sicher.

Meine beiden OP's sind jetzt fast 3 bzw 4Wochen her und ich hab immer noch Schmerzen, das Taubheitsgefuhl der gesamten linken Seite(ausser dem Arm) ist auch noch da...
Bei den Atemübung mit mediflo merke ich immer noch ein Drücken an den Stellen wo die schläuche "lagen".


Ich glaube, wir müssen der Sache jede Menge zeit geben, ohne Groß darüber nachzudenken...
Bin mir sicher dass wir unsrem
Körper Vertrauen können und uns gedanklich voll und ganz in den genesungs-Modus begeben können ;-)

Alles gute und liebe Grüße

Nisch


Zurück zu „Erfahrungsberichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast