Jemals ein Ende??

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-chambers-
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Jemals ein Ende??

Beitragvon -chambers- » Mittwoch 22. Dezember 2010, 15:50

Hallo an euch alle,

ich liege zur Zeit im Krankenhaus und habe morgen meine 3te OP in 4 Wochen an der Lunge.
Es ist mein 4ter Pneu auf der linken Seite und vor 4 Wochen wurde eine Spitzenresektion und eine Pleurodese im oberen Bereich gemacht.
Hat wohl nicht so ganz geklappt. Eine Woche später war ich wieder da und die haben die komplette Lunge verklebt. Dann kam am nächsten Tag der Arzt ins Zimmer und sah, dass die Drainage immer noch Luft zog.
Sein Kommentar: "Fuck."

Jetzt wollen die morgen den Brustkorb richtg öffnen und schauen, wo das Loch ist.
Hat einer von euch schon Erfahrungen mir so einer OP? Hatte einer von euch schon eine PDA?
Hört das jemals auf? Ich habe ehrlich gesagt große Angst, dass die nach der OP zu mir kommen und sagen ich bräucht bald eine neue Lunge. Nach der Spitzenresekrion hat der Pathologe gesagt, dass meine Lunge wohl von Geburt an sehr kaputt wäre. Ich habe auch Asthma.

Ich habe das alles langsam wirklich satt.

lieben Gruß
Chris

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JP
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon JP » Mittwoch 22. Dezember 2010, 16:29

Das klingt krass.
Erstmal gute Besserung!
eine offene OP hatte ich auch noch nicht, allerdings ist meine linke Seite auch nach verkleben nocheinmal zusammengefallen - ziehmlich unangenehme sache. bei mir lag es daran, dass beim dem verkleben auch nur die Spitze entfernt wurde, es aber noch 8 weitere blässchen gab, dieauf der gesamten linken Lungenhälfte verteilt werden.
ich bin für die zweite Verklebung (wo ein jahr zwischen lag), in ein "Spezial"krankenhausgefahren, nicht bei uns ins "Dorf-Krankenhaus", was für mich eine sehr gute entscheidung war.
seitdem(auch erst 11 Monate her) Pneufrei und ziehmlich beschwerdefrei.

Als ich Krankenhaus lag, habe ich mehrere Person mit nur einer Lungenhälfte kennengelernt und auch ausserhalb im Krankenhaus. Es schränkt zwar einen sicherlich ein, aber sie können denke ich dennoch ein normales Leben führen.
Die eingriffe sind aber ja auch nicht neu.

Für deine OP wünsche ich dir von Herzen guten Erfolg und baldige Genesung!

LG JP

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eve
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon eve » Donnerstag 23. Dezember 2010, 17:26

Hallo Chris

Wenn du dies liest, hast du das pda schon kennengelernt; ich hoffe, die Dosis ist auf genügend eingestellt, damit du keine Schmerzen hast.

Manchmal ist es gut, dass wir die Zukunft nicht kennen...dementsprechend wird dir auch niemand sagen können, ob dies für dich je eine Ende haben wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass es klappen wird, ist allerdings ziemlich hoch.

Ist deine ganze Lunge betroffen oder nur die 1 Seite?

Dass du das satt hast, ist mehr als nur verständlich...ich halte dir auf jeden Fall die Daumen, dass das 3. Mal dir jetzt auch Glück bringt!
lg
eve

ela65
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon ela65 » Samstag 25. Dezember 2010, 21:29

Hallo, Chris,

ich erzähle dir mal eben, wie es unserem Sohn ergangen ist. Er ist 16 Jahre alt, hat gerade die Zusage fuer eine Lehrstelle im nächsten Jahr erhalten.

Am 27. April diesen Jahres hatte er seinen 1. Pneu auf der rechten Seite. Er wurde konservativ behandelt, ist auch gut abgeheilt. Dann hatten wir bis zum 10. September Ruhe. Es folgte der 2. Pneu, diesmal war es ein Spannungspneu. Er musste eine Drainage bekommen und nach 2 Tagen wurde er dann operiert. Wahrscheinlich das uebliche mit Entfernung eines Stueckes Rippenfell und ein Stueck der Lunge, dort wo ja die Blasen sind. Nach dem Ziehen der Drainage wieder ein Pneu rechts, weil er so duenn ist und groß, haben uns die Ärzte erklärt, kann das schon mal passieren. Beim Ziehen der neu gelegten Drainage haben sie ihm dann eine luftdichte Folie aufgeklebt, und es hat geklappt. Dann war er wieder zu Hause. Und alle paar Tage bis 2 Wochen wollte er wieder ins KH fahren zum Röntgen, weil er immer Beschwerden hatte. Meistens rechts, mal links. Diese Zeit war fuer ihn auch sehr, sehr angstvoll, immer war der Gedanke da, ein neuer Pneu kommt. Jetzt war es am 20. Dezember wieder soweit: Diesmal starke Schmerzen auf der linken Seite, erst unter dem Schulerblatt, dann mit Ausstrahlung in den Brustkorb nach vorne und zur Seite. Ich habe ihn diesmal gar nicht erst versucht zu beruhigen, sondern bin direkt mit ihm in unser Dorf-Krankenhaus. Dort Röntgen, und tatsächlich, es war ein neuer - erster - Pneu auf der linken Seite. Wir haben dann beschlossen, nach Köln Merheim ins Krankenhaus zu fahren. Dort waren wir auch bei der 1. OP. Das ist ja eine bekannte Lungenfachklinik. Dort bekam er dann in der Nacht vor der angesetzten OP einen erneute Pneu auf der rechten Seite, so dass jetzt beide Seiten gleichzeitig operiert worden sind. Rechts bekam er die Drainage, dort soll dann noch mehrmals ein Antibiotika und ein Mittel zum Verkleben der Lunge eingespritzt werden. Links erfolgte wie auf der rechten Seite auch die gleiche OP mit Resektion des Rippenfells und eines Stueckes der Lunge. Jetzt liegt unser armer Sohn im KH an Weihnachten mit 2 Drainagen und muss das alles aushalten mit seinen 16 Jahren.

Auch wir stellen uns die Frage: wie oft noch? Muss er einfach damit leben? Wie können wir ihm das beibringen, dass es einfach so ist. Die letzten Monate sind bei uns gezeichnet von viel Angst und Hilflosigkeit, weil wir als Eltern einfach nicht mehr wissen, wie wir ihn noch richtig unterstuetzen können. Denn die Sicherheit, die wir ja eigentlich hatten, dass mit einer OP das Risiko eines Rezidivs so gut wie ausgeschlossen ist, wurde uns ja ratzfatz genommen.

Deine Geschichte ist auch zum Haareraufen. Es ist einfach sehr schlimm, in so kurzer Zeit so oft operiert zu werden. Bist du denn auch so ein schlanker, großer Typ? Unser Sohn wiegt bei 183 cm 60 kg. Und wie alt bist du denn? Eigentlich bekommt man nur hier in diesem tollen Forum viele nuetzliche Infos, die man sonst auch nicht unbedingt von den Ärzten bekommt. Denn das ganze scheint ja wirklich noch ziemlich unerforscht zu sein. Unser Arzt hat zu uns bei der Visite gesagt, da kann man mal sehen, dass wir einfach noch nicht genug wissen ueber diese Erkrankung, ueber das wie und warum, und wie man das so behandelt, dass es auch Erfolg bringt. Was ist denn deine urspruengliche Erkrankung an der Lunge, weil du ja geschrieben hast, dass du anscheindend von Geburt an eine kaputte Lunge hast.

Ich denke durch den Austausch unserer verschiedenen Krankengeschichten/-verläufe können wir uns gegenseitig auch helfen.

Ich hoffe, dass du deine OP gut ueberstanden hast, ja das damit auch eigentlich die ganze Geschichte fuer dich mal ein Ende hat. Wenn du dann magst irgendwann, wäre es schön wenn du berichten könntest, was dabei gemacht worden bist und wie du das ganze ueberstanden hast.

Ich wuensche dir von ganzem Herzen gute Besserung, und dass du bald wieder auf die Beine kommst.

LG

ela

-chambers-
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon -chambers- » Dienstag 11. Januar 2011, 08:03

Hallo

ich bin jetzt nach einem Monat im Krankenhaus endlich wieder zu Hause.

@ ela
Also was da mit deinem Sohn vor sich geht ist auch ziemlich krass. Und ich dachte schon ich hätte es schlimm! Ich drücke euch die Daumen, dass es ihm bald besser geht!
Ich bin 180cm un wiege 65 kg, also auch groß und dünn.
Meine Ursprüngliche Krankheit an der Lunge ist Asthma.
Nun zu meinem Krankheitsverlauf.

Nach der Thorakotomie (links) fühlte ich mich total schlecht. Ich konnte trotz der PDA nicht richtig durchatmen und hatte heftige Schwitzanfälle. Ich habe jede Nacht mit einem Kühlakku geschlafen.
Dann am 27.12 hat man wieder ein Bild der Lunge gemacht.
Als dann die Ärtzin ins Zimmer kam, merkte ich sofort, dass was nicht stimmt. Der ganze Quatsch hatte sich jetzt auch noch entzündet und ich musste in der Nacht noch not operiert werden. Danach war ich zwei Tage auf der Intensivstation und wurde anfangs auch künstlich beatmet.
Als ich dann langsam wieder zu mir kam war ich echt platt. Aber ich hatte ein besseres Gefühl.
Zurück auf der normalen Station wurde mir dann mitgeteilt, dass ich eine Lungenentzündung hatte durch die Schonatmung die ich nach der ersten Thorakotomie entwickelt hatte. Also folgten viele viele Tabletten und jetzt wird es wohl langsam besser.
Die linke Seite spannt innerlich total und die linke Brust ist immer noch Taub. (Auch der Nippel, was sich ziemlich merkwürdig anfühlt)
In ca einer Woche geht es dann erst einmal in die Reha. Ich hoffe, dass es dann endlich vorbei ist.
Trotzdem habe ich bei jedem kleinen pieken im Körper Angst.

- Christopher

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alexander_k
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon alexander_k » Dienstag 11. Januar 2011, 15:10

Hi,

was soll man dem noch hinzufügen.

Wünsche dir jedenfalls alles erdenklich Gute. Erhol dich gut in der REHA.




Liebe Grüsse,
Alexander
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ela65
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon ela65 » Donnerstag 17. Februar 2011, 19:43

Hi, Christopher,

wie ist es dir denn in der Reha ergangen. Hat es dir was gebracht. Und vor allem geht es dir jetzt wieder besser? Bzw. bist du ueberhaupt schon wieder zu Hause? Auf jeden Fall hoffe ich, dass es dir mittlerweile doch besser geht und du jetzt Ruhe vor diesem blöden Sch.... hast.
Nico hat auch eine Reha bewilligt bekommen. Wir haben heute den Bescheid bekommen. Er selbst möchte nicht so gerne, er will nach den ganzen Wochen Krankenhaus (7 Wochen, mit 1 Woche Unterbrechung) nur zu Hause sein. Aber ich kann leider zu Hause nicht das leisten fuer ihn, was er jetzt braucht. Ich hoffe fuer dich und uns, dass endlich ein Ende in Sicht ist. Erhol dich noch gut.

Liebe Grueße

Ela

Laser
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon Laser » Donnerstag 17. Februar 2011, 20:46

Hallo Ela,

wie lange dauert so eine Reha?

Alles Gute für deinen Sohn.

Gruß

ela65
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Re: Jemals ein Ende??

Beitragvon ela65 » Freitag 18. Februar 2011, 13:00

Hallo, laser,

Nicos Reha dauert 3 Wochen, er kommt nach Eckenhagen. Dort wird er sich sicher erholen können von den ganzen OPs und der schlimmen Zeit. Normalerweise ist es wohl ziemlich schwierig eine Reha bewilligt zu bekommen, aber wenn ein Krankheitsverlauf so schwierig und langwierig ist wie bei dir oder auch Nico, stehen die Chancen wohl doch nicht so schlecht.

Alles Gute
ela


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