Gonzos Story

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Gonzo
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Gonzos Story

Beitragvon Gonzo » Sonntag 27. Juli 2003, 09:35

Ich will hier auch mal meine Geschichte erzählen.
Zumal ich das Gefühl habe, dass sie im allgemeinen nicht ganz in das Schema passt, was bisher berichtet worden ist.

Erstmal zu meiner Person:
Ich bin 30 Jahre alt und männlich. Seit ca. 18 Jahren rauche ich (ca. 10-15 Zigaretten täglich). Meine Körpergröße beträgt knappe 1,80m und ich wiege ca. 80-84 kg. Ich treibe nicht viel Sport und meine Ernährung würde ich eher als mangelhaft beschreiben.
Seit ca. 2-3 Jahre habe ich Probleme im Rücken (dreifacher Bandscheibenvorfall und 2 verschobene Halswirbel nach einem Autounfall). Zudem habe ich wohl eine schlechte Körperhaltung durch meinen Bürojob.

Anmerkung:
Vor meinem Pneumothorax hatte ich weder Probleme mit der Lunge oder ähnliches. Auch habe ich kurz zuvor keine anstrengenden Tätigkeiten oder so etwas ausgeübt. Es war ein stink normaler Tag, wie so viele andere.

Nun zu meiner Geschichte:
Vor ca. 1 ½ Wochen war ich auf einer Feier. Ich stand so am Tresen, als ich plötzlich einen Schmerz... nein es war eher ein Druckgefühl, so als wenn eine Bronchitis in Anmarsch wäre, in der Brust verspürte. Ich dachte mir nichts dabei, trank und rauchte weiter und ging dann irgendwann heim. Als ich dann daheim war, hatte ich richtige Schmerzen. Aber nicht nur in der Brust, sondern besonders im Rücken. Die Nacht war grauenhaft, aber eigentlich mehr wegen den Rückenschmerzen. Die Brustschmerzen waren eher sekundär.

Am nächsten Tag ging ich zum Doc und ließ mir eine Spritze und Medikamente gegen die Rückenschmerzen geben. Die waren auch am nächsten Tag weg. Nur der Brustschmerz blieb, der aber auch nicht stark war. Mir fiel nur eine gewisse Kurzatmigkeit auf. Aus reiner Vorahnung bin ich nochmals zum Doc und der hat dann einen Spontanpneumothorax diagnostiziert. Die linke Lungenseite war komplett kollabiert. Also ging's sofort ins Krankenhaus.

Im Krankenhaus haben sie sofort eine Drainage gelegt. Ich sage euch, das waren höllische Schmerzen!!! Allerdings war der Eingriff erfolgreich. Die Lunge hatte sich schon ziemlich wieder aufgebaut. Anschließend ging's auf die Wachstation (so 'ne Vorstufe zur Intensiv).
Den ersten Tag habe ich dort wegen der vielen Medikamente etwas verdusselt. Auch war ein Atmen ohne Sauerstoffzufuhr nicht lange einwandfrei möglich. Aber abends konnte ich schon wieder aufstehen und aufs Klo usw. gehen.
Am zweiten Tag ging's mir schon wesentlich besser. Ich hatte nur noch Schmerzen an der Drainagenwunde. Auf die Sauerstoffzufuhr konnte ich verzichten. Mittlerweile machte ich auch schon Spaziergänge auf dem Stationsgang.
Am dritten Tag war ich kaum zu halten. Die harten Medikamente wurden abgesetzt. Die Atemgymnastik klappte hervorragend. Ich durfte sogar schon die Station für Spaziergänge verlassen. Kurz, bis auf den scheiß Schlauch in der Brust ging's mir prima.
Am vierten Tag hatte sich meine Lunge (fast) vollständig regeneriert. Daher wurde ich auf eine normale Station verlegt.
Am fünften Tag wurde dann auf mein Drängen endlich die Drainage gezogen. Es hat mich sehr überrascht wie schmerzhaft das Ding eingeführt wird und wie schmerzfrei es wieder rausging. Jetzt fühlte ich mich bombig, da ich jetzt endlich komplett schmerzfrei war. Ab und zu ein kleines Ziepen vom Pflaster auf der Wunde, aber sonst alles bestens.
Am sechsten Tag habe ich mich dann selbst entlassen.
Mittlerweile bin ich den zweiten Tag daheim und eigentlich ist alles gut. Ich lebe genauso, wie zuvor. Ich rauche auch wieder.

Allerdings, seit ich diese Forum entdeckt habe, geht's mir nicht mehr so gut. Jetzt habe ich es etwas mit der Angst bekommen. Diese vielen Hiobsbotschaften, die es hier zu lesen gibt, schlagen mir sehr aufs Gemüt. Zumal ich hier das erste mal genauer informiert werde, was da eigentlich mit mir passiert ist und was jetzt noch passieren kann. Die Ärzte im Krankenhaus haben mir das nie so erklärt, wenn sie überhaupt etwas erklärt haben.
Auch habe ich langsam Zweifel, ob es so eine gute Idee war, dass ich mich selbst entlassen habe, da der eine oder andere erst drei bis vier Tagen nach Drainagenentfernung einen Rückfall erlitten hat. Ich hoffe und bete, dass ich einfach mal Glück habe. Außerdem gehe ich morgen zur Nachuntersuchung sowieso wieder zum Arzt. Aber diesmal kann ich mich gezielt informieren, dank diesem Forum!!!

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Beitragvon soulscape » Dienstag 29. Juli 2003, 02:55

also es muss nicht immer so schlimm verlaufen. ich hatte 2 Pneus und jetzt seit knapp 2 jahren keinen mehr. Allerdings wurde ich operiert mit Entfernung der Lungenblaeschen an der Aussenseite der Lunge usw.
3 Tage nach der OP konnte ich das Krankenhaus verlassen, also hast du dich sicher nicht zu frueh entlassen. :lol:

Fire
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Beitragvon Fire » Mittwoch 6. August 2003, 19:34

Ich denke auch man kann sich eigentlich nicht zu früh entlassen, sobald die Drainage raus ist und man eine minimale Wartezeit hinter sich hat kann man gehen. Hier sind die Regelungen aber auch wieder von Krankenhaus zu Krankenhaus verschieden. Die kürzeste Zeit die mir bekannt ist ist 1h nach dem ziehen der Drainage bis hin zu 24 h Wartezeit nach dem ziehen.

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Beitragvon alex » Donnerstag 7. August 2003, 00:19

Bei mir blieb die Drainage beim letzten mal 6Tage nach der OP drin. Die vorrigen Male wurd ich am nächsten Tag entlassen... demletzt erst 2Tage später. Am Tag der Entlassung wurd kein Röntgenbild gemacht, ich wurd nur abgehört und gefragt wie es mir geht. Auf die Frage, wieso sie mich noch einen tag da behalten wollten da dies ja eigentlich völlig sinnlos ist, meinten die Ärzte, ich wäre zu unberechenbar, lieber nochmal ein Tag zur Kontrolle, naja zu der Zeit war im Krankenhaus die Belegung auch nicht sehr gut... :roll:


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