Hi aus Wien: 2x Pneu, danach OP (mit Vorerkrankung)

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minamoi
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Hi aus Wien: 2x Pneu, danach OP (mit Vorerkrankung)

Beitragvon minamoi » Freitag 13. Oktober 2017, 21:12

Hallo allerseits,

hab das Forum hier bereits stundenlang durchforstet und dachte jetzt werd ich hier auch mal schreiben. Ich komme aus Wien und mein Freund hatte im letzten Monat zwei Pneus und wurde heute operiert. Es gibt kein vergleichbares "österreichisches" Forum. Die Beiträge über eure Erfahrungen haben uns aber sehr geholfen zu verstehen was eigentlich gerade passiert :) Und vielleicht gibt es ja noch mehr Mitleser aus Österreich, für die der Beitrag hilfreich sein könnte.

Unser Fall:

Mein Freund (29J, 197cm, 66kg - also sehr groß und dünn) hatte Ende September einen Spontan-Pneumothorax. Wir sind in die Notfallambulanz ins AKH Wien wo ihm sofort eine Tru-Close-Drainage gelegt wurde. Nachdem sie ihm noch in der gleichen Nacht nach hause schicken wollten, haben wir darauf bestanden dass er stationär aufgenommen wird (er hatte auch Schmerzen und schlechten Kreislauf). Ich wundere mich bis heute dass sie ihn tatsächlich in der Nacht entlassen wollten :roll: . Wichtiges Detail dazu ist noch, dass mein Freund seit seiner Geburt eine Lungenkrankheit hat (Bronchopulmonale Dysplasie) und etwa nur noch 2/3 Lungenfunktion hat, was wir den Ärzten natürlich auch gesagt haben. Die Röntgen der nächsten Tage haben gut ausgesehen, aber nachdem sie die Tru-Close-Drainage entfernt hatten, war am nächsten Tag wieder ein Pneu am Röntgen sichtbar. Deshalb haben sie ihm eine fixe Drainage gelegt (Bülau-Drainage wenn ich mich recht erinnere). Die daraufolgenden Röntgen haben wieder gut ausgesehen, und nach 10 Tage Krankenhaus wurde er entlassen.

Vier Tage danach hat er wieder schlechter Luft bekommen -also wieder ins AKH. Es wurde wieder ein Pneu (ca 7cm, rechts) diagnostiziert. Diesmal haben sie ihm sofort eine Bülau-Drainage gelegt und gemeint dass eine OP wohl notwendig ist. Die OP fand heute statt. Zuerst war eine VATS-OP geplant, doch aufgrund der Vorerkrankung haben sie sich dann doch entschieden seitlich unter der Achsel einen größeren Schnitt zu machen (wegen besserer Sicht wurde gesagt). Lt. Arzt wurde eine partielle Pleurektomie gemacht, jedoch nichts vom Lungengewebe weggeschnitten.

Meine Frage bezieht sich eher auf die Nachversorgung die jetzt notwendig ist. Um ehrlich zu sein, sind unsere Erfahrungen mit dem AKH bis jetzt nicht wirklich toll. Die Arzt-Patienten-Kommunikation ist wirklich schlecht. Beim ersten Krankenhausaufenthalt lag mein Freund auf der Gastro-Abteilung (Thoraxchirurgie war nicht frei) und die ersten 5 Tage bekamen wir keinen Thoraxchirurgen zu Gesicht, obwohl wir danach verlangt hatten. Erst als wir mehr Druck gemacht haben, wurden wir richtig aufgeklärt.
Beim jetzigen Aufenthalt liegt er immerhin auf der Pulmologie (Thoraxchirurgie ist anscheinend immer voll), aber die OP wurde immer wieder kurzfristig verschoben. Er musste drei Tage hintereinander bis 16:00 komplett nüchtern bleiben, um die OP dann erst auf den nächsten Tag zu verschieben :/ Mir ist schon klar, dass akutere Fälle vorgereiht werden. Aber unser aller Nerven lagen schon ziemlich blank, v.a. natürlich die meines Freundes. Und die ganze Ungewissheit hat ihn psychisch wohl mehr zu schaffen gemacht als die OP selbst.

Ich vertraue deshalb nicht wirklich darauf dass er automatisch die beste Nachversorgung bekommt. Also worauf muss er jetzt achten? Ich habe hier gelesen, dass Pneu-Patienten nach einer OP oft Atemübungen (TRIFLO) machen mussten oder dass es eine Physiotherapie gab?! Wenn von Seiten des Krankenhauses nichts kommt, würde ich gerne wissen wonach man fragen bzw. was man "verlangen" kann.

Würde mich über Tipps freuen :)

Danke und lieben Gruß aus Wien,
Viviane

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Re: Hi aus Wien: 2x Pneu, danach OP (mit Vorerkrankung)

Beitragvon eve » Freitag 13. Oktober 2017, 21:43

Hallo Viviane

Freut mich, dass du uns gefunden hast, auch wenn eigentlich ja niemand hier dabei sein möchte :)

Es würde mich überraschen, wenn sie wirklich nichts an der Lunge weggenommen haben. Sie wussten ja schon, dass das Loch wieder aufgehen wird, da kommt es mir ein bisschen komisch vor, dass sie das nicht gleich weggeschnitten haben.

Die Atemübungen werden mit einem Spirometer (einem Inspirometer, um genau zu sein) gemacht. Ich hab auf die Schnelle keine deutschen Infos gefunden, aber bei WebMD gibt es gute Anleitung. Die Uebungen sind deshalb gut, weil es nach einem Eingriff bei der Lunge eigentlich immer zu Fehlatmung und Fehlhaltung kommt. Mit diesen Uebungen können die bekämpft, bzw. gelöst, werden. Da wir nach einer OP zur Flachatmung neigen, lernen wir mit dem Inspirometer wieder richtig und voll und kontrolliert einzuatmen.

Ich musste das Ding stündlich ein paarmal benutzen und das während so ca. 2 Wochen. Evtl. können ja andere erzählen, ob und wie sie es benutzen mussten.

Eines der Probleme bei Pneus und den Pleurodesen scheint zu sein, dass es keine allgemein gültigen Regeln zu geben scheint und jeder Arzt sagt und verschreibt, was ihm gerade so in den Sinn kommt :) Die einen finden, 2 Wochen schonen, die anderen denken, 6 Monate schonen sei genau das Richtige.Was ich weiss, ist, dass es so ca. 10 Tage gehen soll, bis die Verklebung hält, also soll er sicher in der Zeit und je nachdem wie es geht, auch länger, keine Kraftanstrengungen planen.

Physio? Die hilft beim Atmen weniger, ausser ihr kennt gute Therapeuten, die euch zeigen können, wie richtig mit dem Spirometer umgehen und auch, wie eine Fehlhaltung vermeiden. So Fehlhaltungen sind oft ein Grund für spätere Schmerzen, die dann aber Muskelschmerzen sind und mit den Pneus nichts mehr zu tun haben. Ich hatte in einer der Wunden eine Infektion und meine Physiotherapeutin hat das mit leichter Ultraschallbehandlung wegbekommen (auch wenn sie mir zuerst mal sagte, dass Ultraschall für sowas nicht wirklich geeignet sei :) ).

Die ersten paar Wochen sollte er nichts schweres tragen (alles, was man nach einer OP vermeiden sollte, gilt auch hier) und speziell soll er keine Luftballons aufblasen. Flaschentauchen ist ab jetzt verboten und Kontaktsport sollte er wenn möglich für immer, und wenn nicht, mind. für ein paar Monate aufgeben.

Sonst kommt mir nicht viel in den Sinn...die Uebungen sind wichtig; so eine Flachatmung ist lästiig und kann auf die Dauer zu noch mehr und anderen Problemen führen.

lg
eve


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