Der doppelte Spontanpneu

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syper
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Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon syper » Donnerstag 10. August 2017, 16:54

Hallo zusammen,

ich wollte euch kurz an meiner Geschichte teilhaben lassen. Falls ihr Anmerkungen habt, immer her damit. Mir würde es viel bedeuten, wenn sich Leute zu Wort melden, die das ganze Prozedere (vllt auch schon länger) hinter sich haben.

Es fing an auf einem Rückflug aus dem Urlaub. Stechender Schmerz in der Brust und Schulter, dieses komische blubbernde Gefühl - Vor allem strahlte es aber in meinen Rücken aus, von daher ging ich von einem eingeklemmnten Nerv o.ä. aus. Man will ja nicht gleich vom schlimmsten ausgehen. Nach mehreren Tagen ohne Besserung bin ich dann zum Arzt.
Nach relativ kurzem Abhören ging es zum Röntgen und von da direkt in die Notaufnahme. Ich dachte immer noch, wird schon nicht so schlimm sein - Nachdem es dann hieß, ich bliebe definitiv da und es bestünde sogar Lebensgefahr wurde es mir langsam bewusst. Pneumothorax hab ich dann in der Zwischenzeit erstmal gegooglet. Meiner war wohl etwas über 4 cm und die haben alle schief geschaut, dass ich mir soviel Zeit damit gelassen habe.

Mir wurde unter örtlicher Betäubung eine Drainage gelegt. Selten war ich so nervös. Die Nacht danach war ziemlich Horror, konnte mich kaum bewegen, habe ordentlich Schmerzmittel bekommen. Danach ging es aber stetig aufwärts, nach 5 Tagen konnte ich das Krankenhaus verlassen, nahm auch ab da keine Schmerzmittel mehr. CT und Röntgen waren gut, alles wiederhergestellt.

4 Wochen später: Die Fäden waren inzwischen ca. eine Woche raus, die Wunde war zu, ich fühlte mich wieder fast wie vorher. Insgesamt hat mich das ganz schön mitgenommen.

Dann der Schock: Ich saß auf der Couch und merkte wieder das gleiche Gefühl: Schmerzen in Brust und Schulter und vor allem dieses Blubbern. Ich konnte und wollte es nicht glauben - Vor allem da ich vorher jedes kleinste Gefühl sofort mit Angst verbunden hatte. Am nächsten Tag Röntgen lassen - tatsächlich ein erneuter Spontanpneu :(

Erneut gab es die Drainage zur Sofortentlastung, dann 2 Tage später die Operation an der Lungenspitze + Aufrauung des Rippenfells. Die Nacht danach war jeweils nicht toll, um es vorsichtig auszudrücken. Mein Körper hatte kaum Zeit die zweite Drainage zu verarbeiten und dann noch die OP.

Ich bin jetzt 3 Tage aus dem Krankenhaus raus und versuch das erstmal alles zu verarbeiten. Vor allem hoffe ich, dass ich mit dem Thema nie wieder was zu tun haben werde. Ich versuche jetzt erstmal meinen Körper und Geist wiederaufzubauen. Vor allem meine Schulter und mein Rücken bereiten mir gerade nicht nur sprichwörtlich Kopfschmerzen. Kennt das jemand? Mein Oberarm ist auf der betroffenen Seite etwas taub und tut tierisch weh. Lt. verschiedener Ärzte halbwegs normal, da die in der OP wohl nicht zimperlich damit umgehen und den Arm strecken um die Rippen zu spreitzen. Mein Nacken und oberer Rücken fühlen sich an, als hätte ich mehrere Nächte auf Beton geschlafen, kann mich kaum Bücken. Ich hatte es ja auch schon beim ersten Pneu, dass die Schmerzen viel auf Rücken und Schulter ausstrahlten - Ich hoffe, dass ist bei mir einigermaßen normal. Die Schmerzen in der Brust halten sich bisher tatsächlich in Grenzen, es zwickt halt ab und zu. Dieses komisch taube Gefühl in der Brust wird mich wohl noch etwas begleiten.

Teilt mir gerne mit, wie es bei euch war!

Gruß!

kiki
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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon kiki » Donnerstag 10. August 2017, 19:39

Hallo, so ein Mist aber auch.

Ich hatte diese OP bereits 3x und ja, es ist ziemlich normal was du beschreibst.
Nimm weiterhin die verordneten Schmerzmittel und lass dir Physio verschreiben. Osteopathie hat mir auch sehr geholfen. Ansonsten: die Zeit heilt die Wunden, das ist hier wirklich so. Alles Gute!

Natsu
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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon Natsu » Freitag 11. August 2017, 21:36

Huhu..
schön dass du hier bist und schade, dass du das auch erleben musstest...

Ich hatte bisher auch Drainage und kurze Zeit später die OP und die zweite wird wohl unvermeidbar sein.. aber nimm dir an uns erstmal kein Beispiel. :D Bei den allermeisten ist es mit einer OP tatsächlich getan und das Thema irgendwann erledigt, sobald v.a. die Psyche sich erholt hat.

Aber ja ich war auch aus dem ersten Schock noch nicht wirklich raus, als es schon wieder losging. Ich hatte höllische Schmerzen mit den Drainagen jeweils und war dementsprechend danach auch verspannt. Ich würde auch Physio empfehlen.. allein um vielleicht auch Schonhaltung usw. wieder zu korrigieren.

Alles Gute!
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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon syper » Sonntag 13. August 2017, 19:08

Ihr hattet die OP (Lungenspitzenresektion + Lungenfellentzündung provozieren) mehr als 1x auf der gleichen Seite? Oh mein Gott... Ich habe gehofft und gedacht, dass man da nur einmal durch muss.

Ich habe halt echt Bedenken, dass der zweite so kurz nach dem ersten kam. Nicht, dass ich quasi gebrandmarkt bin und der nächste schon bald kommt.

Morgen gehts nochmal zum Doc. Bin mal gespannt - Beim letzten Mal hätte ich gefühlt morgen wieder arbeiten sollen. Kann ich gerade einfach noch nicht. Wie lange wart ihr denn so krankgeschrieben? Nach der 1. Aktion (Nur Drainage) waren es bei mir 1,5 Wochen und das fand ich im Nachhinein schon früh...

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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon Natsu » Sonntag 13. August 2017, 21:18

Neiiin beruhig dich mal. :) Bei wirklich den allermeistern Menschen mit diesem Problem ist das alles nach der einen OP erledigt. Nur die schließen dann auch damit ab und verschwinden aus dem Forum... was auch gut und richtig so ist.
Hängen bleiben dann nur Leute wie wir, die einfach riesiges Pech hatten/haben oder so...

Dass die ersten beiden relativ kurz nacheinander kommen ist keine Seltenheit. Die OP ist aber wirklich extrem effektiv, ganz egal in welchem Abstand oder sonstwas du die Pneus hattest. Es wird ja für gewöhnlich der Auslöser beseitigt und zusätzlich durch die Verklebung die Lunge nochmal gesichert. Also Kopf hoch!

Krank geschrieben war ich lange, ich hatte da sehr gute und verständnisvolle Ärzte in Wien letztes Jahr. Ich war nach Pneus jeweils 4-6 Wochen krankgeschrieben.. so lange wie mir die Schonzeit geraten wurde. Ich hätte auch früher einfach garnicht gekonnt, rein psychisch war ich einfach nicht so weit. Also schau, dass du deinem Arzt das auch klar machst, dass du noch Ruhe brauchst und dich einfach noch nicht fit fühlst. Ich merk gerade jetzt aktuell hier am Land, dass viele Allgemeinmediziner keine Ahnung davon haben.. und vielleicht ist der Eine oder Andere auch froh, wenn man ihm klar sagt wie man sich fühlt bzw. sich noch nicht bereit fühlt oder wie auch immer. Kommunizieren ist da wichtig.
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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon syper » Donnerstag 7. September 2017, 17:00

Mal ein kleines Update meinerseits:

Seit 1 Woche bin ich wieder am Arbeiten (war dann 4 Wochen krankgeschrieben), das klappt auch soweit ganz gut. Insgesamt versuche ich viel leichten Sport zu machen, vor allem Radfahren. Dabei merke ich zwar immer wieder den Rücken und zwischendrin auch mal ein Stechen von der Lunge, aber es scheint mir insgesamt gut zu tun...

Der Rücken ist weiterhin die größte Baustelle. Physio mache ich und hilft auch, aber ich bin so verspannt, dass ich derweil nur mit Wärmflasche am Abend über die Runden komme ... Ich hoffe, das gibt sich noch. Mehr als Physio, viele Übungen und leichten Sport kann ich irgendwie nicht tun...

Weiterhin habe ich, dass hatte ich hier im Forum auch schonmal gelesen, finde es aber nicht wieder, manchmal das Gefühl meinen Herzschlag am Brustbein stark zu spüren. Vor allem ist dies, wenn ich liege. Ich kann mir das irgendwie nicht wirklich erklären und es fühlt sich komisch an - Aktuell glaube ich am ehesten, dass es daran liegt, dass da noch eine leicht taube Stelle am Brustkorb in der Höhe ist, die dann ggf. übersensibel/ungewohnt ist. Auch die Narbe an der Seite: Da merke ich ein Rubbeln das harten Wundgewebes über die Rippen (ich bin halt echt schmal), wenn ich mich strecke.

Alles sehr ungewohnt, aber zumindest merkt man, dass es bergauf geht. Ich hoffe die weiteren Zipperlein legen sich alle nach und nach...

Wenn ihr Ähnliches kennt: Bin über jeden Leidensgenossen dankbar, das macht es irgendwie normaler und erträglicher...

syper
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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon syper » Montag 16. Oktober 2017, 09:40

Oh man liest sich das schön, was ich beim letzten Mal geschrieben habe. Inzwischen hatte ich Pneu Nr. 3, wieder links, wieder Drainage und wieder OP. Ich bin echt fertig mit den Nerven ... Ich hab keine Ahnung wie es weitergehen soll, habe Angst dass ich nie wieder gesund werde bei den kurzen Abständen.

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Re: Der doppelte Spontanpneu

Beitragvon kiki » Montag 16. Oktober 2017, 20:11

Oh je... das will man nicht lesen!
Was sagen die Ärzte denn, weshalb es wieder Passiert ist?


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