Angst bis Horror

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war-noch-nie-krank
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Angst bis Horror

Beitragvon war-noch-nie-krank » Freitag 6. Januar 2017, 13:50

61 J., m, noch nie ernsthaft krank gewesen.

Dann vor 1 Monat CRP 275, Pneumonie mit Emphysem,
Lebensgefahr.

Drainage gelegt. NIE WIEDER. Ich dachte, die bringen mich um,
Krankenhaus in St. Petersburg / Russland. Bin deutscher Rentner
und wohne seit einer Weile hier.

Jetzt soll der untere rechte Lungenlappen operativ entfernt
werden, aber dazu muss man ja paar Rippen brechen?

Kennt sich da jemand aus?

Ueberlege ernsthaft, nach Dland zu fahren und das als
Notfall behandeln zu lassen.

Die liebe deutsche Krankenkasse hat mich aus der Krankenversicherung
der Rentner rausgeschmissen, weil ich ausserhalb des "Europaeischen
Wirtschaftsraums" wohne.

Weiss jemand, was das kostet? Bisschen Erspartes habe ich.

lg aus St. Petersburg,

Paul

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Re: Angst bis Horror

Beitragvon 190elover » Samstag 7. Januar 2017, 12:45

Hallo Paul,

das klingt nicht schön, was dir passiert ist. Ich kann dir da nur von meinem persönlichen Standpunkt berichten, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, sowas in Deutschland machen zu lassen, in einer der Lungenfachkliniken. Persönlich kann ich die Klinik in Großhansdorf neben Hamburg empfehlen. Ich bin der Meinung, dass solch ein Krankentransport möglich ist, aber gerade wenn deine Krankenkasse deine Mitgliedschaft gekündigt hat, und du keine Auslandskrankenversicherunt hast, das ziemlich teuer werden kann. Aus diversen Erinnerungne aus Berichten schätze ich, dass das weit mehr als 10-20tausend Euro kosten kann, will mich aber auf keine Zahl festlegen. Ich bin der Meinung, dass auch der ADAC (lacht mich aus, wenn es was anderes war/ist) sowas angeboten hat, vielleicht mal dort anrufen und die Lage schildern, oftmals sind Versicherungen und solche Dienste laut meiner Erfahrung relativ kulant und versichern dich Rückwirkend, sodass die eigene Zuzahlung geringer ausfällt.

Wünsche dir jedenfalls schon mal eine gute Besserung.

Viele Grüße
190elover
X X X

Natsu
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Re: Angst bis Horror

Beitragvon Natsu » Samstag 7. Januar 2017, 15:38

Hey,
ich kenn mich mit deinem Krankheitsbild auch nicht wirklich aus, habe aber gelesen dass die Lungenlappenentfernung unter bestimmten Voraussetzungen auch minimal invasiv durchgeführt werden kann... also von Rippenbrüchen und solchen Horrorgeschichten habe ich nichts gelesen... aber das ist nur was ich online gefunden habe dazu.
Ich hab leider keine Ahnung davon, wie gut die medizinische Versorgung in St. Petersburg ist.. aber grundsätzlich ist Deutschland da sicher keine schlechte Wahl. Von den Kosten habe ich garkeine Vorstellung... ich weiß nur, dass es schon ein Desaster war als ich zuletzt in Deutschland zum Arzt musste und danach im Krankenhaus landete.. (bin deutsche Staatsbürgerin aber in Österreich wohnhaft und versichert)... ich musste schriftlich bestätigen nicht für die Behandlung eingereist zu sein usw. usf. Aber ich denke wenn du es eh privat zahlen würdest kannst du dich ja mal bei einer Privatklinik in Deutschland informieren, dann sollte es auch keine Probleme gebe, wenn alles vorab geklärt ist und die können dir wohl auch die Kosten genauer sagen.
Alles Gute!
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Re: Angst bis Horror

Beitragvon war-noch-nie-krank » Montag 9. Januar 2017, 18:57

@190elover

Vielen Dank fuer deine Antwort!

Grosshansdorf funke ich morgen an, mal sehen. Dass der ADAC mich nachtraeglich
versichert bei schon bestehender Krankheit, kann ich mir beim besten Willen nicht
vorstellen, was wuerde denen denn deren Rueckversicherer sagen.........

Es ist ein Riesenproblem mit all den Arzt- und Krankenhausberichten, die ich alle
gesammelt habe und die mir kein Mensch auch nur annaehernd uebersetzen kann.

Naja, ist in Dland auch nicht viel anders mit Arztbriefen, versteht der Laie ja auch
kaum.

Ich habe lange Jahre als Direktor im KH gearbeitet und schon eine Dilettantenausbildung
in medizinischer Hinsicht.


Arztbriefe, CT usw. kann ich einigermassen lesen, aber die Russen eben nicht auf Russisch...........

lg,

Paul

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Re: Angst bis Horror

Beitragvon war-noch-nie-krank » Montag 9. Januar 2017, 19:08

@natsu

Danke fuer deine rasche Antwort!

Nur, was unser Mitforist oben geschrieben hat, uebersteigt leider meine finanziellen
Moeglichkeiten als Rentner aka zahlen als Privatpatient..........weit fuenfstellig, das
kann ich nicht aufbringen.

Auch ich habe gelesen von VATS. Die Rippen extra zu brechen, um an den unteren rechten
Lungenlappen heranzukommen, wird laut Literatur schon lange nicht mehr gemacht.

Ob das auch russische Chirurgen wissen? Habe gewaltige Zweifel hieran.

Jedenfalls wurde heute ein neues CT gemacht vom Thorax, bin mal gespannt,
ob ich das mit c&p einigermassen uebersetzt bekomme.

So sehr ich auch suche, ich finde NICHTS ausser Lungenkrebs, wo gleich ein Drittel der
Lunge herausgeschnitten werden muesste, und Krebs habe ich nicht.

Vielleicht habe ich nur nach dem Falschen gesucht, who knows.

lg,

Paul

Natsu
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Re: Angst bis Horror

Beitragvon Natsu » Montag 9. Januar 2017, 20:00

Hm ich versteh deine Bedenken wirklich. Und ja, grade Arztbriefe etc. zu übersetzen.. ist ja schon in der Muttersprache schwer... Und ob ein Übersetzer einem mit den ganzen Fachbegriffen groß weiterhelfen könnte ist auch fragwürdig...

Also Gründe für die Entfernung eines Lungenlappens hab ich mehrere gefunden, nicht nur Lungenkrebs..
Zitat von medfuehrer.de:
Zum Einsatz kommt eine Lobektomie unter anderem bei der Behandlung von Lungenkrebs, chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), einem Lungenemphysem, einem Lungenabszess sowie gutartigen Lungentumoren.

Also da wäre das Emphysem auch genannt...

Vielleicht käme nicht eine Versicherung in Frage (da bin ich nämlich deiner Meinung und glaube nicht, dass das nach Erkrankung noch jemand einfach so machen würde) sondern mal einfach so eine Anfrage an z.B. den ADAC (glaube dass man dort auch Leistungen erhalten kann ohne Mitglied zu sein, muss sie nur gesondert bezahlen) für einen Krankentransport um die Kosten einschätzen zu können.
Käme ansonsten noch ein anderes - vielleicht näher gelegenes - Land in Frage, wo du mehr Vertrauen in die Medizin hättest? Wobei das mit der Kommunikation natürlich auch nicht leichter wird, da wäre Deutschland wohl optimaler...

Ich drücke jedenfalls die Daumen und halt uns auf dem Laufenden, wenn du etwas genaueres weißt auch zwecks der Kosten.
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Re: Angst bis Horror

Beitragvon war-noch-nie-krank » Montag 9. Januar 2017, 20:17

@natsu

Um den Krankentransport geht es weniger:

Zur Zeit darf ich nicht fliegen.

Bleibt Zug von St. Petersburg mit Umsteigen in Warschau.

Es ist in der Tat zum Haareausraufen allmaehlich - heute wurde das
neueste Lungen-CT gemacht mit totalem Stress 19 km hin und 19 km
zurueck mit Taxi.

Privatklinik versprach, mir Ergebnis an meine E-Mail zu schicken,
aber das System ist dort tot. Kann also nicht copy & paste verwenden......

Habe jetzt naechsten privat zu bezahlenden Arzt fuer morgen angefordert,
um mir das CT-Ergebnis Wort fuer Wort zu uebersetzen.

Wieder 450.- futsch fuer CT und Uebersetzung. Lange halte ich das nicht
mehr durch, ganz offen gesagt. Nervlich nicht und finanziell auch nicht.

Sorry wenn ich euch mit meinen Privatproblemen auf die Nerven falle.

lg,

Paul

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eve
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Re: Angst bis Horror

Beitragvon eve » Dienstag 10. Januar 2017, 11:20

Hallo Paul

Willkommen beim Club, bei dem niemand sein möchte. :) Auch mit Emphysem ist ein Pneu immer noch ein Pneu :)

Soweit ich mich erinnere, kostete meine 1. Pleurodese so ca. CHF 35000. Das war eine VATS (minimal invasiv), die schieflief und notfallmässig erweitert werden musste. Aber das war 1997. Ich mag mich auch noch erinnern, dass das Unispital Privatpatienten vom Ausland aufnahm und, wie ein anderes Spital, in dem ich war, von so Patienten CHF 25000 Vorauszahlung einforderte, bevor sie überhaupt aufgenommen wurden.

Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, werden heute die ganz grossen Lungenoperationen (mit Rippen brechen, usw.) vermieden. Schon 1997, als man bei meiner OP erweitern musste, wurden die Rippen nur gespreizt und nichts gebrochen. Soweit ich mich erinnere, gilt ein Patient mit Emphysem als Folge von COPD auch als Risikopatient, da die Operation als Folge einer schweren Lungenschädigung gemacht werden muss und sie nicht, wie bei Spontanpneupatienten, eigentlich gesund ist.

Es gibt ein deutschsprachiges Forum für schwerere Lungenerkrankungen, wo du evtl. genauere Informationen finden kannst. Dort gibt es auch ein Unterforum über rechtliche Fragen. Hier sind die Leute generell froh, wenn alles vorüber ist und sie nie mehr mit dem Thema Pneu konfrontiert werden müssen; dort hingegen sind die Leute, bei denen es nicht mehr vorbeigeht und die sich deshalb auch mit rechtlichen Fragen auseinandersetzen müssen.

Was deine ärztlichen Berichte angeht...die sind ja normalerweise mehr lateinisch als anderes. Von daher könntest du die Begriffe hier reinschreiben und wir könnten probieren, das auf Deutsch zu übersetzen.

lg
eve

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Re: Angst bis Horror

Beitragvon Fina » Freitag 20. Januar 2017, 10:36

Um an den unteren Lappen dran zu kommen, das geht nur in einer offenen OP.
Ich weiß den Zugang aber nicht, wie das gemacht wird.
Mit der endoskopischen OP kann man nur den oberen Lappen festkleben, was in der Regel immer auch zuerst gemacht wird, ich habe auch Emphysem.
Das reicht in der Regel, Risiko besteht für erneuten Pneu im unteren Lungenbereich bei 8%.
Erst wenn das nicht hält, wird unten geklebt.
Mir wurden in allen drei Abschnitten Lungengewebe auch entfernt.

So haben die Ärzte mir das erklärt.


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