Pneu aus München

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Jug
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Pneu aus München

Beitragvon Jug » Donnerstag 3. November 2016, 02:15

Hallo Zusammen,

ich bin 28 Jahre, männlich 180cm groß und wiege 72 kg. Habe vor ca. 2 Jahren mit dem rauchen aufgehört und mache relativ viel Sport. Nun zu meiner Geschichte:

Am 01. Juli diesen Jahres wollte ich mit meinem Fahrrad nach Hause fahren. Ich kam von einem Kumpel, wir hatten was gegessen und uns unterhalten. Es war alles gut. Während dem Fahrrad fahren ging es dann los. Ich bemerkte ein leichtes Stechen in der Brust. Im Laufe von ein paar Minuten wurde dieses Stechen immer schlimmer, intensiver und großflächiger. Ich musste stoppen, da ich so nicht weiterfahren konnte. Ich hatte Schmerzen und große Atemnot. Mein erster Verdacht als Laie war: Herzprobleme. Ich machte mir große Sorgen und dachte ich muss den Notarzt holen. Irgendwie habe ich mich dann doch noch nach Hause gequält (zu Fuß) und legte mich erstmal für ein paar Minuten hin. Die Schmerzen verschwanden- doch man merkte, dass irgendwas nicht stimmt. Ich bin dann am selben Tag noch in die Sprechstunde meines Hausarztes und erklärte ihm was passiert war und teilte ihm auch meinen Verdacht mit (Herz). Dies schloss er aus, hörte meine Lunge ab und kam zu folgendem Ergebnis. Entweder ich habe mir einen Nerv eingeklemmt oder es ist Luft in meinem Brustkorb. Er schickte mich in die Radiologie mit dem Vermerk- ich solle dies unbedingt noch heute erledigen. Da es schon spät war, ging ich erst am nächsten Tag in die Radio und lies mich durchchecken (Röntgen). Der Verdacht bestätigte sich. Spontaner Pneu Linke Seite mit bereits auftretendem Erguss. Mir wurde klar gemacht ich muss ins Krankenhaus.

Ich war natürlich alles andere als begeistert- aber mir blieb ja nichts anderes übrig. Also Tasche gepackt, Freunde und Freundin informiert und ab in die Notaufnahme. Dort wurde dann nochmal der Befund aus der Radio gecheckt und mir wurde mitgeteilt, dass eine Drainage gelegt werden muss, da der Pneu mittlwerweile 1/4 meiner Lunge absacken lies. Das Legen der Drainage war zwar unangenehm aber aushaltbar. Ich wurde dann auf Station verlegt.

Am nächsten Tag hatte ich dann gleich ein Gespräch mit dem Stationsarzt, der mir gleich zur OP riet. Er sagte, sie seien beim Thema Pneu mittlerweile relativ aggressiv wenn es um die OP geht, da die Rückfallquote doch sehr hoch sei (ohne OP). Nach kurzer Überlegung beschloss ich dann, in den sauren Apfel zu beißen und mich operieren zu lassen, bevor ich dann ein paar Wochen später wieder einfahren darf. 2 Tage später wurde ich dann operiert.

Die OP verlief gut und komplikationslos. Nur die Narkose habe ich überhaupt nicht vertragen. Ich habe nur noch abgekotzt- konnte nichts mehr essen und habe tierisch abgenommen (ca. 4-5 Kilo innerhalb von einer Woche). Die Drainage wurde erst 1,5 Wochen nach der OP gezogen, da zuerst überhaupt kein Erguss abgepumpt wurde und sich dann rausstellte, dass die Naht am Schlauch zu fest gezogen wurde. Die Naht wurde dann nach 3 Tagen gelockert und es floss aus mir heraus ;). Naja gut nach 2 Wochen wurde ich dann entlassen- total geschwächt aber soweit wieder gesund.


Mein Werdegang seitdem:

Ich erholte mich relativ schnell und mir ging es bald wieder gut. Ich konnte wieder essen, nahm wieder zu, die Narbe verheilte relativ gut und mittlerweile geht es mir wieder richtig gut. Seit Anfang Oktober mache ich wieder Sport habe sonst auch keine Beschwerde mehr. Das einzige was ich noch merke ist die Taubheit um die Narbe herum. Die Nerven heilen nur sehr langsam ab und ich habe noch einige taube Stellen an und um der Narbe. Allen Leuten, denen sowas passiert kann ich nur raten gleich die OP zu machen. Natürlich ist es nicht der bequemste Weg aber somit steht man auf der "sichereren Seite" und man erholt sich in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder. Leute, kopf hoch, es wird wieder :)

kiki
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Re: Pneu aus München

Beitragvon kiki » Freitag 4. November 2016, 08:56

Guten Morgen,

Schön, dass es dir gut geht!
Es ist aber schwierig, das zu verallgemeinern. Wenn es mir zB nur nach der OP schlecht gegangen wäre, würde ich das auch sagen, aber hier gibt es etliche, die wirklich Komplikationen hatten...
Lg

Jug
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Re: Pneu aus München

Beitragvon Jug » Sonntag 6. November 2016, 08:13

Hallo kiki,

ich will nicht verallgemeinern, ich weiß dass es auch zu Komplikationen kommen kann gerade bei der OP. Ich bin halt der Meinung, dass die OP in den meisten Fällen helfen kann, einen "Rückfall" zu verhindern. Da nach dem zweiten Pneu sowieso operiert wird, kann man es auch "freiwillig" beim ersten Mal machen. Das ist alles was ich sagen wollte :)

Lg

Natsu
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Re: Pneu aus München

Beitragvon Natsu » Sonntag 6. November 2016, 13:50

Schön, dass es bei dir schon wieder bergauf geht und du so schnell wieder positiv denken kannst! (: Und gut, dass auch dein Arzt geistesgegenwärtig war. Hier liest man ja manchmal Horrorstories über Hausärzte die nichtmal annähernd auf diese Idee kamen... :D

Nur eine Frage: "die Narbe"? Hast du nur eine oder war das eine Tippfehler? Die meisten von uns haben ja nach der "normalen" VATS usw. 3 kleine Narben, deswegen wundert mich das nur und ich frag mich was für eine Art OP das bei dir gewesen ist.
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Re: Pneu aus München

Beitragvon Jug » Sonntag 6. November 2016, 19:33

Hallo Natsu,

ja, ich fand es von meinem Hausarzt auch sehr gut, dass das gleich seine Überlegung war. Ich hatte bei ihm ja dann die Nachsorge wegen der Narbe und man sah ihm an, dass es seinem Ego gut getan hat ;) hehe. Und ich war ihm auch sehr dankbar, dass er diesen Verdacht geäußert hat- anstatt mich nach Hause zuschicken von wegen eingeklemmter Nerv das wird wieder.^^ Hört man auch anders, da hast du leider recht.

Nun zur Narbe. Gut, dass du das ansprichst. Du liest richtig. Ich habe mich erst nach meinem Krankenhausaufenthalt mit dem Thema Pneumothorax beschäftigt und mir fiel es auch gleich auf, dass 1. im Normalfall 3 Einschnitte gemacht werden und i.d.R auch mehrere Drainagen benutzt werden (korrigiere mich wenn ich da falsch liege). Habe eben nochmal in den OP Bericht geschaut dort steht folgendes:

"Operation: 1. Explorative Thoraskoskopie links 2. Thorakoskopische Pleurektomie links 3. Thoraxdrainagen- Anlage links

Gemäß Studienprotokoll erfolgte in der Operation am 04.07.2016 eine partielle thorakoskopische Pleurektomie ohne zusätzliche atypische Spitzenresektion."

Also es fand bei mir keine Spitzenresektion statt. Im Nachhinein habe ich mich auch gewundert, dass ich nur einen Einschnitt hatte. Es wurde also praktisch vom Drainageneingang aus operiert, und die post OP Drainage wurde dort auch wieder eingesetzt.

Die Wunde wurde geklebt und genäht. Bedeutet der Großteil wurde geklebt nuir am rechten Ende der Narbe war noch ein Faden, der von meinem Hausarzt gezogen wurde.

Desweiteren habe ich ja geschrieben, dass ich in den ersten 3 Tagen post OP nicht einen ml Ausfluss in meinem Drainagenbehälter hatte. Das lag an der zu festen Annaht. Nachdem die dann gelockert wurde entleerten sich innerhalb einer Nacht 700 ml. Das wurde auch extra in Bericht geschrieben. Denke, da haben die Ärzte ein wenig Mist gebaut.

Noch kurz meine Einschätzung zum Ablauf nach der OP:

Wie ich schon gesagt habe, habe ich die Narkose bzw. den Schmerzkatheter der mir übrigens direkt in die OP Wunde gelegt wurde (Rückenmark hat bei mir nicht geklappt- vor der OP versuchte die Anästhesitin fast ne halbe Stunde lang den Katheter zu legen- hat nicht funktioniert) überhaupt nicht vertraen und mir ging es sehr schlecht.

Ich hatte Übelkeit, keinen Appetit und das ungewöhnlichste war, dass mein Blutdruck in die Höhe schoss. Bei jeder Messung hatte ich ungewöhnlich hohen Blutdruck- hatte dann nach 2 Tagen auch ein permanentes Hämmern in meinem Kopf". Die Antwort der Ärzte waren Beta Blocker. Nach der Einnahme dieser Hämmer kam dann der nächste Tiefpunkt. Habe auch diese Hämmer nicht vertragen und musste nun mit dem Rollstuhl zum Röntgen gefahren werden, weil ich auf gut deutsch gesagt so benebelt und drauf war, dass ich nicht mehr als ein paar Meter gehen konnte. Ich lebe generell sehr gesund, versuche mich so natürlich wie möglich zu ernähren und anscheinend war mein Körper diese ganze Chemie nicht gewohnt. Ich hab echt heftig auf den ganzen Mist reagiert. Ging es euch auch so? § Tage post OP war ehrlich gesagt mein wohl eher kleiner PNeu bzw. die Drainage mein geringstes Problem. Die Medikamente waren eingentlich so für mich das Schlimmste. Nachdem ich auf die Beta Blocker so heftig reagiert hatte, hat man dann den Katheter entfernt und es ging wieder bergauf. Kleiner Zusatz. Die Ärzte haben schon diskutiert bei der Visite, ob sie mir solche Hämmer geben sollen. Ich mein ich bin 28 und sollte eigentlich mit Beta Blockern nichts zu tun haben. Man hat sich dann aber dafür entschieden, da mein Blutdruck wirklich gefährlich hoch war. Vielleicht gibt es hier ja jemanden, der auch so heftig auf Medikamente reagiert hat und im Nachhinein damit größere Probleme hatte als wie mit dem eigentlichen Pneu.

Lg

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Re: Pneu aus München

Beitragvon kiki » Sonntag 6. November 2016, 22:15

Auf opiate und Morphine reagieren viele mit Übelkeit. Ich vertrage das auch gar nicht.
Blutdruckprobleme sind nach einer OP nicht ungewöhnlich und oft Nebenwirkungen der Medikamente

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Re: Pneu aus München

Beitragvon Jug » Montag 7. November 2016, 08:53

Hallo kiki,

okay, also meine Ärzte sagten das ist nicht normal und haben das so hingestellt, als wäre das voll die große Sache......naja

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Re: Pneu aus München

Beitragvon Natsu » Montag 7. November 2016, 18:32

Danke für die Ausführungen, jetzt kenn ich mich ein bisschen mehr aus. :)

Warst du in einem "normalen" Krankenhaus? Also keines mit eigener Thoraxchirurgie? Darf ich fragen wie groß die Narbe ist und wo sie liegt? Mich würde nur interessieren, ob diese Art der OP aus bestimmten Gründen gewählt wurde oder ob die das dort immer so machen...

Hast du denn Opiate/Morphine bekommen? Manchmal krieg ich hier das Gefühl, dass ich die die Einzige bin, bei der nach der OP daran gespart wurde und ich betteln musste... aber ja daher kann Übelkeit kommen.. allerdings auch von "normalen" Schmerzmitteln, davon haben sie mir nach der OP so viele gegeben, dass mir nurnoch übel war. Narkose usw. hatte ich gut vertragen.

Mit dem Blutdruck Thema und den Beta Blockern kenn ich mich leider garnicht nicht aus..
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Re: Pneu aus München

Beitragvon eve » Montag 7. November 2016, 18:53

Früher dachte man, Schmerzen sind nicht so schlimm und so bekam man nach einer OP kaum Schmerzmittel. Ich mag mich an eine (damals, vor ca 30 Jahren, eher schwerere) Operation erinnern. Als ich aufwachte, bekam ich gerade mal ein paar (ich glaube Treupel oder so) Pillen und ein paar Stunden später wurde ich auf die Toilette begleitet "weil man es so macht, auch wenn man gar nicht muss und vor Schmerzen auch gar nicht kann". Am Abend bekam ich dann nochmals ein paar Pillen und das wars für die ganzen 2 Wochen, die ich bleiben musste. Zum Glück hat die Einstellung geändert, aber ich habe Aerzte getroffen, die auch heute noch so denken.

Ich bekam nach der 1. Pleurodese ein PCA, mit dem ich mir selber Schmerzmittel geben konnte. Im Gegensatz zu Jug reagierte ich aber nicht mit Bluthochdruck, sondern mit einem extremen Blutdruckabfall, so dass ich am Schluss beinahe gestorben wäre. Da hiess es danach allerdings auch, keine Schmerzmittel mehr, bis der Blutdruck normal ist...nach so ca. 1/2 Tag konnte ich endlich die Pflegerin überzeugen, dass ich immer einen tiefen Blutdruck habe und der nicht mehr steigen wird, auch wenn wir noch 1 Woche warten.

Alles immer individuell.
lg
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Re: Pneu aus München

Beitragvon Natsu » Montag 7. November 2016, 21:58

Hm okay, Schmerzmittel selbst zu dosieren ist vielleicht auch nicht das optimale, also zumindest ohne Kontrolle etc. Also da hätte ich vermutlich auch selbst nicht so ein gutes Gefühl bei gehabt. Andererseits war es bei mir ja so, dass ich den Pflegern immer wieder gesagt habe, dass ich nach allen Schmerzmitteln, die sie mir gegeben haben immernoch starke Schmerzen hab und die mir dann einfach noch ne Tablette und noch ne Tablette gegeben haben, anstatt mal auf eine andere Art Schmerzmittel umzusteigen. Was mir dann am Ende geholfen hat (Opioide) hab ich nach langem betteln durch den Physiotherapeuten bekommen damit ich endlich mal tief einatmen oder abhusten oder irgendwas konnte. Die Frage die ich mir momentan halt auch stelle ist, inwiefern die Schmerzen meiner Genesung geschadet haben... weil die teilweise Pleurektomie bei mir ja nicht mal 1/2 Jahr gehalten hat.. falls sie jemals gehalten hat. :/ Aber das ist nur Spekulation meinerseits...

Aber ja wie du sagst, das ist alles immer individuell bzw. auch immer vom Krankenhaus / den Ärzten abhängig. Da entscheidet ja jeder anders.
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Re: Pneu aus München

Beitragvon Jug » Dienstag 8. November 2016, 16:21

@ Natsu

Ich war im Klinikum Großhadern in München- recht bekanntes Krankenhaus- weiß nicht ob dir das was sagt. Mit Thoraxchirugie. So wie ich das verstanden habe, wurde von meiner Lunge nichts weggeschnitten, da die Lungenoberfläche keine Bläschen etc. aufwies. Vielleicht deswegen nur ein Einschnitt...Meine Narbe liegt links seitlich etwa auf Höhe der Brustwarze zwischen 2 Rippen und ist ca 2,5 cm groß. Also alles nicht so wild bei mir zum Glück.

Also ich kann nicht behaupten, dass an Medikamenten gespart wird. Es war eher zu viel des Guten. Man muss sich vorstellen, dass ich über 2 Wochen lang jeden Tag 6 Paracetamol zu mir nehmen sollte!! Dazu noch Magentabletten, die Betablocker, Novalgin und halt das Zeug was im Schmerzkatheter noch drin war. Wie du schon sagst, man wird mit Schmerztabletten förmlich zugesch....;) Ich habe auch heftig diskutiert sowohl mit Ärzten als auch mit den Schwestern. War da ziemlich ungemütlich- habe gesagt ich nehme die 6 Paracetamol auf keinen Fall und Novalgin nur wenn es unbedingt sein muss (meistens am Abend vor dem schlafen mal 12 Tropfen). Bin damit gut ausgekommen- und hatte wenn ich ehrlich bin nur in der ersten Nacht nach der OP wirkliche Schmerzen. Danach so gut wie keine mehr. Man kann es je nach Bedarf anpassen aber wenn man gar nichts nehmen möchte kommt von den Seiten der Schwestern dann doch ein "ja sie wissen ja eh alles besser" ;). Bin relativ vorsichtig mit Schmerzmitteln.


Nein ich habe keine Morphine bekommen. Die Beta Blocker haben mich jetzt auch nicht high gemacht oder sowas- vielleicht habe ich mich da falsch ausgedrückt es war eher unangenehmer Schwindel und ich habe alles irgendwie komisch wahrgenommen. Wenn du TV schaust, und der Empfang ist nicht gut und es flimmert dauernd.....so hab ich alles wahrgenommen...

Habe mir mal deine Geschichte durchgelesen und gesehen, dass du einen Rezidiv hattest. Also ich weiß nicht ob die starken Schmerzen ein Zeichen dafür sein können, dass bei der OP evtl. was falsch gemacht wurde und du leider einen Rückfall erleiden musstest. Die Ärzte sagten mir, dass die Schonfrist von 3 Monaten deswegen getroffen wurde, da in der Zeit ein hohes Rezidivrisiko besteht- danach so gut wie keines mehr (5%). Du hattest wohl nur Pech.

Ich habe mich auch gefragt, wie ich mit der Situation umgehe und gerade beim ersten Mal Sport machen hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Ich habe einfach die Einstellung, dass ich mich von diesem Vorfall nicht beeinflussen lasse. Das Leben muss weitergehen. Mein psychischer Knacks besteht eher in der Tatsache, dass der Pneu ohne erkennbare Ursache auftrat. Dieses machtlose bringt mich auch heute noch manchmal ins Grübeln.Keiner konnte mir sagen warum oder wieso außer "Ja das kommt gerade bei schlanken jungen Männern oft vor"...Mir wurde auch klar gemacht, dass es jetzt zwar nicht harmlos ist aber auch keine wirklich schlimme Sache.

Nach der OP ein Rezidiv zu bekommen ist natürlich mega beschissen auch wenns bei dir nicht operiert werden musste :/ Bist du denn regelmäßig unter ärztlicher Aufsicht beim Lungenfacharzt oder so?

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Re: Pneu aus München

Beitragvon kiki » Dienstag 8. November 2016, 17:33

Dass du nicht so starke Schmerzen hattest, war ziemliches Glück.
Ich wäre mit paracetamol nicht aus gekommen.

Die Schmerzen sind kein Indiz dafür dass was falsch gemacht wurde!
Ich hatte 5 Jahre Ruhe und dann ein rezidiv. Trotz OP. Und 5% (viele sagen auch 5-10%) sind eben 5-10 Leute von 100, also nicht 0.

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Re: Pneu aus München

Beitragvon Natsu » Dienstag 8. November 2016, 19:30

Verstehe, kenn das KH leider nicht aber dann werden die das in der Thoraxchirurgie sicher bewusst so entschieden haben. Und man hat an deiner Lunge wirklich garnichts gefunden? Bei mir war es ja so, dass schon gaaaanz kleine Zysten gefunden wurden, die ja z.B. selbst bei dem CT usw. nicht sichtbar waren...

Hm ja mir wurde auch Paracetamol, Diclofenac, Novalgin alles quer durcheinander gegeben und nichts hat geholfen während die Drainage noch lag, wie gesagt mir wurde nur irgendwann übel davon. Die starken Schmerzen kamen durch den Drainageschlauch wurde mir bestätigt und kaum war der draußen waren meine Schmerzen zwar nicht gleich 0 aber im Verhältnis zu vorher wirklich gut erträglich...
Hatte ja vor der OP schonmal einen Pneu und eine kleine Drainage drin, da waren die Schmerzen auch so stark während der Zeit. Auch da hat mir niemand mehr als Novalgin gegeben...
Also ich denke du hattest wirklich Glück wenn deine Schmerzen so wenig waren. (:

Ja ich hatte wohl Pech. Mehrmals. (; Man hat ja als Frau generell schon eher Pech, wenn man einen Pneu kriegt.. dazu als Nichtraucher (also in der Jugend gelgentlich am Wochenende geraucht, muss zugegeben werden). Naja und dann dass es nach der OP nicht hält, wie kiki schon sagt, ist halt eine starke Minderheit wo das der Fall ist aber kommt eben leider vor... *seufz* Ein bisschen fühl ich mich schon gedisst vom Leben... :D Scherzchen.

Aber gut, dass du dich wieder an den Sport und das normale Leben rantraust. Die letzten Monate hab ich das auch ganz gut hingekriegt meine Ängste etwas zu überwinden und wieder normal zu leben, der Chirurg hat mir ja auch eigentlich vor der OP dann ein normales Leben wieder versprochen... ;) Und naja ein Weilchen lief es für mich ja dann auch schon ganz gut. Bin wieder mehr gereist, hab Physio und Yoga gemacht usw. und hab mich eigentlich endlich etwas entspannt.. deswegen konnte ich das nochmalige Rezidiv ja kaum glauben...
Bei meiner Lungenfachärztin war ich gestern.. die ist ratlos, weil sie selbst den Fall noch nicht gesehen hat, dass es nach der OP eben nicht hielt. Vor allem so kurz nach der OP, dass da wieder was passiert hat sie nicht verstanden, weil es ja an der Lunge eigentlich auch Auslöser für sowas geben muss, die bei der OP ja eigentlich entfernt wurden usw. Hat mich nun aber natürlich wieder an die Thoraxchirurgie überwiesen wo ich auch operiert wurde, damit die sich das ansehen und mich beraten können wie es weitergehen kann/soll. Da geh ich also morgen wiedermal hin. Bin auch momentan wieder krankgeschrieben weil ich mich noch schonen soll, nicht zu schwer heben etc. aber dieses ständige Gerenne zu Ärzten usw. nervt mich dieses Jahr schon immens. Ich war wegen den ganzen Pneus dieses Jahr schon 8 Wochen krankgeschrieben.. und jetzt wieder vorerst 2. Ist mir auch gegenüber meinen Kollegen und Arbeitgeber nicht wirklich angenehm....
Genug gejammert. ;)
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Re: Pneu aus München

Beitragvon kiki » Dienstag 8. November 2016, 20:05

Natsu, hast du denn aktuell Beschwerden?

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Re: Pneu aus München

Beitragvon Natsu » Dienstag 8. November 2016, 21:54

Aktuell eigentlich nicht. Nachdem sich alles dank Sauerstoff ja schnell wieder resorbiert hatte hatte ich danach auch, außer etwas Rückenschmerzen, keine Beschwerden mehr. Also v.a. kein Blubbern bzw. keine Schmerzen im Thorax. Das Schlimmste ist grad eigentlich nur mein Kopf der ja versucht hat drauf zu vertrauen, dass nach der OP alles hält, was ja nun leider zunichte ist.. :/
Möchte jetzt eigentlich nur mit den Chirurgen nochmal abklären wie sie meine Situation nun einschätzen bzw. ob die, die die OP ja durchgeführt haben irgendeine Idee haben woher das so schnell nun auch wieder kommen konnte und v.a. wie ich nun vorgehen soll beim nächsten Mal. Irgendwie komme ich mir momentan nämlich etwas so vor als würde ich nur drauf warten, dass es wieder losgeht.. was auch ziemlich dämlich ist.. :/
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