Mantelpneumothorax - wie verhalten?

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Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Sonntag 21. Dezember 2014, 20:57

Hallo,

ich bin 19 Jahre Alt und bei mir wurde vor ein Paar Tagen Pneumothorax festgestellt. Als ich im Krankenhaus war wurde eine CT gemacht und mir wurde danach gesagt, dass es nicht so groß sein soll. Und da ich keine Atemnot habe und eine Operation nicht nötig sei - wurde ich nachhause geschickt und soll in 1-2 Wochen wieder zum Röntgen hin.

Seit dem fühle ich mich ständig unwohl, denn mir wurde zwar gesagt, wenn es Probleme gibt soll ich hin gehen; nur wie stark sollten denn die Symptome sein um wieder ins KH zu müssen? Manchmal habe ich Husten (ein wenig "bellender Husten" so wie ich im Internet gelesen habe) und schmerzen habe ich wenn ich länger stehe bzw. rumlaufe und beim Einatmen. Außerdem denke ich, dass ich manchmal (circa vlt 3 mal am Tag) das Gefühl habe für etwa 1 Stunde als würde ich schlechter atmen - leichte Kurzatmung. Für die Schmerzen habe ich zwar etwas bekommen, aber noch garnicht eingenommen..

Ich möchte eigentlich nicht ins Krankenhaus und erst garnicht(!) operiert werden oder ähnliches. Ich weiß auch nicht genau warum ich das hier überhaupt poste - wahrscheinlich aus Verzweiflung.

Ich würde gerne Meinungen von euch hören - ich hoffe es sind auch gute "Nachrichten" dabei..

MfG

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon eve » Sonntag 21. Dezember 2014, 21:47

Hallo d4rk

Wie gross ist denn "nicht so gross"?

Als Erstes: wenn es wirklich schlimmer wird, sofort zum Röntgen. Auch kleine Pneus können Spannungspneus verursachen und die sind tödlich, wenn sie nicht behandelt werden.

2. Spiel nicht den Helden mit den Medikamenten. Wenn du Schmerzen hast, atmest du automatisch flacher und schlechter, bekommst weniger Sauerstoff und dann kann auch Kurzatmung einsetzen. Die Medikamente sind dazu da, dass genau das nicht passiert. Weniger Kurzatmung und Schmerzen tun auch der Seele besser und du kannst dich dann auch etwas besser ablenken, so dass du nicht mehr den ganzen Tag an deinen Pneu denkst.

3. Was wir eigentlich wollen, spielt leider bei so Sachen wie Pneu oder auch anderen Krankheiten keine grosse Rolle mehr. Unser Körper hat gezeigt, dass er eine Schwäche hat und auf die müssen wir wohl oder übel eingehen. Auch wenn das momentan nicht wirklich wie ein Trost klingt, denk an die guten Seiten: in den meisten Fällen ist das Problem "Pneu" nach einer Operation weg vom Tisch und ausser Flaschentauchen kannst du danach wieder alles machen wie früher. Andere Krankheiten haben dieses Privileg nicht.

4. last but not least. Schreib weiter hier im Forum. Es sind viele Leute hier, die genau, aus erster Hand, wissen, was du momentan durchmachst und dir helfen können :)

lg
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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Sonntag 21. Dezember 2014, 22:35

Hallo eve,

danke für deine Antwort. Ich habe gemeint die Schmerzmedikamente haben keinen Vorteil außer die Schmerzen zu lindern, danke für die Information dass es nicht so ist.

Ob es schlimmer wird weiß ich nicht, denn im Krankenhaus lag ich den ganzen Tag ja nur rum und habe nicht viel gespürt da ich mich da sicher gefühlt habe, und deswegen "abgeschalten" habe.

Das mit Operationen is bei mir so eine Sache. Versteh das bitte nicht falsch; nur wäre es mir lieber einfach sofort tot zu sein wenn der Ernstfall eintritt, als mich operieren zu lassen. Warum ich so große Angst vor solchen Sachen habe weiß ich nicht genau - manchmal fühle ich mich stark und denke ich schaff das locker; aber wenn dann doch was ernster wird traue ich mich nichts mehr.

Vielen Dank für deine Antwort - es hat mir sehr geholfen.


Edit: Beim Röntgen haben die Ärzte gemeint gehabt dass es nur ein Spitzenpneumothorax wäre circa 2mm groß hieß es glaube ich. Nach dem CT wurde herausgestellt dass es sich um Mantelpneumothorax handelt, wie groß weiß ich nicht.

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Montag 22. Dezember 2014, 21:02

Wenn die Symptome zunehmen, heißt es dass der Pneu schlimmer wird oder könnte das auch normal sein?

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon eve » Montag 22. Dezember 2014, 22:28

Nein, das heisst es nicht unbedingt, aber es heisst sicher, dass man sich mehr Sorgen macht :) Wenn jemand mehr als 1 Pneu gehabt hat, bekommt man mit der Zeit eine Art Routine, wo man selber auch genauer weiss, ob der Pneu jetzt wirklich schlimmer geworden ist. Aber diese Art Erfahrung wünsche ich dir nicht.

Hast du evtl. einen Hausarzt/eine Hausärztin, zu dem/der du normalerweise gehst und dem/der du vertraust? Wenn ja, würde ich das mal mit dem Arzt besprechen. Hausärzte wissen oft mehr, als man ihnen zutraut und sie kennen ihre Patienten besser als Krankenhäuser.

Mit dem gesagt, da du ja weisst, dass du einen Mantelpneu hast, wird dich jede Notfallstation sofort zum Röntgen lassen und wenn du das Gefühl hast, es sei schlimmer, geh und lass röntgen. Denk dran, wenn du ein so schlechtes Gefühl bez. Krankenhäuser und Operationen hast: es kann dich niemand zwingen, im Krankenhaus zu bleiben und die Operation ist beinahe immer (Spannungspneus, bei denen Lebensgefahr besteht, ausgenommen) eine sog. Wahloperation, also freiwillig.

lg
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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Dienstag 23. Dezember 2014, 23:06

Gibt es einige Anzeichend darauf, dass man kurz vor einem Lungenflügelkollaps steht? Würde mich mal interessieren.

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon eve » Mittwoch 24. Dezember 2014, 00:45

Meiner Erfahrung nach nein, gibt es nicht. Mind. bei einem einseitigen Kollaps nicht. Ich hatte einen totalen Lungenkollaps und ausser ein bisschen Hüsteln und Luftnot beim Laufen merkte ich nicht viel; beim liegen hatte ich Probleme, auf der kollabierten Seite zu liegen; das provozierte Husten und ein bisschen Schmerzen beim tief atmen. Ich wäre nicht mal ins Krankenhaus gegangen, wenn mir ein Freund nicht gedroht hätte, er lasse mich per Ambulanz holen, wenn ich nicht selber gehe. Als wir dann dort waren, fand man beim Röntgen raus, dass die Lunge 100% zusammengefallen war.

Die andere Seite war nie ganz kollabiert, tat aber im Vergleich viel mehr weh. Da nahm ich die ganze Zeit, bis ich endlich freiwillig ins Krankenhaus ging, Schmerzmittel und hatte immer noch Problem mit Atmen und Schmerzen.
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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Donnerstag 25. Dezember 2014, 17:19

Schon mal was davon gehört, dass man das gleiche zweimal hat? Also gleichzeitig? Meine Symptome sind besser geworden nur habe ich nun auf der anderen Seite an der selben Stelle sozusagen auch nen stechenden Schmerz. Zwar nicht stark - nur kommt mir das bissl komisch vor.

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon eve » Donnerstag 25. Dezember 2014, 18:25

Schau dich hier im Forum ein bisschen um. Ja, es ist möglich, aber dann auch ein medizinischer Notfall. Ist deine Angst vor Krankenhäusern wirklich so gross, dass du lieber stirbst als noch einmal zum Röntgen gehst?

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Donnerstag 25. Dezember 2014, 18:38

Vor einem Röntgen habe ich natürlich keine Angst :) Einen Termin habe ich ja schon, der ist in 4 Tagen. Glaube nicht, dass bis dahin was passiert. Falls es nicht auszuhalten ist, werde ich natürlich vorher schon hingehen.

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon eve » Donnerstag 25. Dezember 2014, 20:32

Also gut, ich erzähl mal etwas mehr von mir :)

Als ich auf der 2. Seite den Pneu bekam, war ich gerade am Tel. mit jemandem und auf dem Sprung zum Zahnarzt. Da der nahe dem Krankenhaus war, in dem ich die 4 Jahre davor alle meine Operationen gehabt hatte, ging ich dann noch schnell dorthin, um ein Röntgen zu machen. Es war dann auch ein Pneu, ein ca. 8 cm grosser Mantelpneu. Ich sagte dann danke und ging nach Hause, nachdem ich einen Zettel unterschrieben hatte, dass ich dies auf eigene Verantwortung mache. Danach bekam ich täglich mehrere Telefone von allen Aerzten, die je mit mir zu tun gehabt hatten, die mich alle überzeugen wollten, ich solle doch direkt in den Notfall gehen und mich aufnehmen lassen. Ich weigerte mich aber, das zu machen, da ich in den paar Jahren vorher weit über 10 Operationen gehabt hatte und einfach keine mehr wollte. Nur schon beim Gedanken an nochmals eine OP wurde mir schlecht.

Was alle Aerzte aber auch noch sicherstellen wollten, war, dass ich die Gefahr eines Spannungspneus kenne. Bei einem Spannungspneu wird das Loch in der Lunge zum Ventil, wo nur noch Luft rausgeht, aber keine mehr reinkommt und unbehandelt ist sowas immer tödlich. Im schlimmsten Fall hat man noch knapp 1 Std zu leben, im besten Fall ein paar Tage. Bei einem schlimmen Spannungspneu, bei dem man nach einer Stunde oder so stirbt, fällt der Körper nach so ca 30-40 Min. in einen Schockzustand und danach kann man nichts mehr machen. Spannungspneus sind der Grund, warum Pneus als so ernst angesehen werden und ein unbehandelter Spannungspneu ist immer tödlich.

Die Gefahr eines Spannungspneus besteht bei jedem Pneu, ob klein oder gross und es kann zu jeder Zeit passieren. Darum werden die Leute normalerweise nicht nach Hause gelassen, sondern bleiben unter Beobachtung im Spital, bis der Pneu ganz ausgeheilt ist.

Ich ging nach 1 Woche wieder zum Röntgen, nur um rauszufinden, dass der Pneu 2cm oder so gewachsen war und so liess ich mich dann in den Notfall einweisen. Sogar nach 1 Woche war es für die Aerzte immer noch ein Notfall. 2 Tage später war ich operiert.
In dieser Woche wusste ich am Abend, wenn ich ins Bett ging, nie, ob ich am Morgen wieder aufwachen würde.

Also, wenn du das Gefühl hast, es werde schlimmer, lass röntgen. Sollte sich ein Spannungspneu entwickeln, hast du keine 4 Tage mehr Zeit, geduldig abzuwarten und ich würde jetzt mal annehmen, dass die Leute um dich auch nicht wissen, was sie machen müssen, wenn es wirklich passiert.

Nmm einen Pneu nicht auf die leichte Schulter; das kann tödlich enden.
lg
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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Donnerstag 25. Dezember 2014, 21:08

Oh mann... Gibt es denn nichts wie man einen Pneu vorbeugen kann. Also außer mit einer OP?

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon eve » Donnerstag 25. Dezember 2014, 21:15

Nicht rauchen solle helfen und nicht mal da ist die Fachwelt sich sicher, aber generell nein. Ausser beim catamenial Pneu weiss man ja oft nicht mal, was der Grund ist.

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon d4rk » Freitag 26. Dezember 2014, 17:22

Ich habe ja bald einen Termin in der Klinik. Auf dem Zettel steht es sei ein Stationärer Termin - also fürs Röntgen. Wo ist der Unterschied zwischen Stationär und Normal? Nur der Ort wo ich hingehen soll?

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Re: Mantelpneumothorax - wie verhalten?

Beitragvon mockauer » Samstag 27. Dezember 2014, 14:48

Also mein Guter ," stationär " heist ein paar Tage in der Klinik, "nur Röntgen "- wäre "ambulant" d.h. du darfst danach wieder nach Hause. Tschüß und mach dich nicht verrückt. Was muss das muss. 8-)


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