Vorstellung: Daniel 28j.

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koerz
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Vorstellung: Daniel 28j.

Beitragvon koerz » Donnerstag 13. Dezember 2012, 02:21

Hi!

erstmal zu mir:
- 28j. 1,84m 62kg, Wohnort Hannover
- Vorerkrankung: Malformation im Rückenmarkskanal -> Sensibilitätsstörungen in den Beinen, Gleichgewichtsstörungen, muss mich ausserhalb der Wohnung mit Krücken fortbewegen, bin also quasi alles andere als Mobil.
- Rauche seit dem 14. Lebensjahr, Cannabis Konsum seit dem 19. Lebensjahr, seit ~6 Jahren täglich (ausser es ging mal nichts)
- keinerlei Sportliche aktivitäten, ausser Esports :)
- kein Alkoholkonsum
- seit ca einem 3/4 Jahr eine kleine Art von Tinitus, rausch/piepgeräusch abwechselnd, nicht immer, dazu Extrasystolen
__________________________________________

Ich hatte am Dienstag den 4.12.2012 meinen 1. Spontanpneu. also vor etwas mehr als einer Woche, ich bin gegen 14 Uhr aufgestanden, die Nacht war mal wieder lang und von mehreren Joints geprägt, keine beschwerden zu dem Zeitpunkt.

Ca 20min nach dem aufstehen, auf dem Weg zur Küche, plötzlich extreme Schmerzen in der rechten Brust über den Arm bis hin zum Schulterblatt, Atmung flach und schnell. Ich dachte was is denn jetzt los und hab den Panikbutton gehämmert, bei mir war keiner zu Hause und ich war total überfordert mit der Situation ich konnte mich kaum von der Stelle bewegen und habs grad noch so zum telefon geschafft -> 112, ich hab meine Situation beschrieben und man fragte am Telefon "Möchten sie einen Krankenwagen vorbeigeschickt haben?) ich wusste nicht was ich sagen soll, ich war halt noch total geschockt und nervös, ja ich hatte fast Todesangst und er sagt mir das ICH DAS DOCH WISSEN MÜSSE OB ICH EINEN BRAUCHE, wir haben uns dann zusammen geeinigt das es wohl doch besser wäre wenn jemand kommt.

Nachdem die dann hier vor Ort ein paar Tests gemacht haben ekg etc) gings zuerst ins Clementinenkh., es war arschkalt und mein ganzer Körper hat nicht mehr aufgehört zu zittern, jedoch hat mich der reine Sauerstoff ein wenig beruhigt. Mit der Trage in der Notaufnahme angekommen hiess es das sie voll sind und keinen mehr aufnehmen können, währnedessen habe ich schonen einen Zugang gelegt bekommen. Wieder raus in die kälte und mal schauen ob vllt was im Norstadtkh geht. Dort wurde dann eingecheckt. Ich lag ca 1 Stunde im NOTFALL Bereich und musste mir dämliche Fragen anhören nachdem ich dann endlich mal zum röntgen ging, Diagnose: SIE HABEN EIN LOCH IND ER LUNGE, schock, absoluter Schock für mich, ich kam da in dem Moment nicht drauf klar und Tränen strömten aus den Augen.

Dann gings in einen anderen Bereich und mir wurde erklärt was jetzt passieren wird, Drainage, durchgeführt von 2 wirklich sehr einfühlsamen Personen, eine Dame war auch zum Händchen halten gekommen, ich dachte erst das ist ein Scherz, es hat sich rausgestellt das so eine Hand wunder bewirken kann. Die örtliche betäubgung hat nur etwas für das äuere Eindringen gebracht, dann ging der wirklich krasseste Schmerz den ich bis dahin je gespührt habe los, die Drainage wurde ca 18cm eingeführt und es wurde direkt auf einen Sog von 40 aufgedreht (40cm, ml weiss ich jetzt garnicht in was das gerechnet wird) ich dachte mir schiebt jemand ein Messer durch jeder der einzelnen Rippenpartien, ich habe ihn angefleht etwas gegen diese Schmerzen zu machen sodass er dann irgendwann zur Einsicht kam den Sog auf 10 runterzudrehen.

Langsam beruhigte ich mich und es ging auf die Intensiv Station, dort angekommen machte man sich noch darüber lustig wie niedrig der Sog eingestellt ist, jedes "normale" Pneu(opfer) hält locker 40 aus, JA SCHÖN FÜR EUCH?! Am nächsten nächsten Tag (ich hatte natürlich nicht geschlafen, entschied man sich den Sog abzuschalten, da die Lunge wieder entfaltet war, aber nicht komplett, wieder einen Tag später ist die Lunge wieder dahin gewesen. Jetzt gings ins Klinikum Oststadtkh, Klinik für Pneumologie. Die haben eine richtige Lungenabteilung und sind dort darauf spezialisiert. Auf meinem Zimmer angekommen lag auch direkt jemand neben mir der genau das gleiche hatte (warum auch immer, ließ mich dies [aufatmen])

Man sagte mir das wir den Sog erneut aufdrehen mussten, diesmal auf 20, ich bekam ein einziges mal eine Valium Spritze, danach ausschliesslich Novalgin Tropfen, 30 an der Zahl, die Schmerzen waren mittlerweile auszuhalten. Der Sog war von Freitag -> Montag durchgängig an, es war auszuhalten. Man muss dazu sagen, die Schwestern dort waren wirklich ALLE Nett und freundlich, man kümmerte sich dort sehr gut um seine Patienten, man fragte sehr oft ob alles OK ist oder ob irgendetwas wehtut, ob sie etwas für einen tun könnten, dazu kam jeden Tag ein Ehrenamtlicher Helfer der gefragt hat ob er helfen kann, etwas besorgen kann oder ähnliches.

Ich habe bis Montag wirklich gefühlt garnicht geschlafen, weil ich aus gewohnheit einfach meinen Joint zum schlafen brauchte, Schlaftabletten halfen auch nicht, egal, ich habe die Nacht zum Tag gemacht, ich habe in der Situation eh nur Schalfen wollen wenn ich weiss es sind grad alle anderen Wach und passen indirekt auf..

Nachdem ich dann noch am besagten Montag geröngt wurde und die Lunge komplett entfaltet, wurde der Sog ausgestellt und das beten hat angefangen...und konnte auch zum erstmal "versuchen" auf meiner lieblings Schlafposition einzuschlafen, mit erfolg. Nachwievor gab es Novalgin 4x am Tag je 30 Tropfen von. Ich konnte nie den nächsten Tag abwarten, da ich immer von 2 wirklich super netten und hübschen Mädels geweckt wurde, die eine macht wohl ein Praktika dort...Sätze wie "Achtung ich komm jetzt von Rechts" während ich noch im halbschlaf war brachten mich schon zum lächeln...

Dienstag war wieder Röntgen angesagt, immernoch entfaltet, yes, Am späten Nachmittag wurde die Drainage gezogen, das Pflaster abzumachen welches drumherum war, war wirklich das schmerzhafteste an der Sache, einatmen, ausatmen, draussen waren sie, diese 18cm. Kein Schmerz, kein nichts, kein garnichts, ich war von einem tiefen Glücksgefühl durchflutet. Beten war wieder angesagt, beten damit alles hält und ich am nächsten Tag nach Haus kann.

Es war Mittwoch und ich habe von Dienstag auf Mittwoch ganze 8 Stunden geschlafen, endlich mal wieder. Ich hab mich schon total gefreut auf diesen Tag, bzw erstmal auf den Start des Tages, da waren sie wieder, diese beiden hübschen Engel, beide wollten das freundlichere Gesicht machen, es war grade zu ein Battle der freundlichkeit, im positiven Sinne.

Lunge sah gut aus, schmerzen waren weg endlich konnte ich nach Hause. Das war vor 13 Stunden, kein Schmerz, kein garnichts.

Einzig was bleibt, ist die Angst vor einem erneutem Pneu, die Angst vor den ersten 1-3 Tagen dieser wirklich bösen Erkrankung und die Angst das iwann doch Operiert werden muss, eine Schwester erzählte mir das dabei wirklich nochmal einiges an Schmerzen dazu kommt.

Ich habe seit diesem einem Dienstag, dem Tag des bösen Pneus keine Zigarette mehr geraucht, kein Gras mehr zu mir genommen. Ich habe keine Aschenbecher mehr, keine Feuerzeuge. Denn es ist nicht nur der Schmerz den ich nicht nochmal erfahren möchte, sondern dieses unendliche Leid und Elend was ich in dieser Lungenklinik gesehen habe, so weit soll es niemals kommen!

nur die Frage, kommt das Loch wirklich vom rauchen, ist noch offen.

lg Daniel

Edit: Ich habe hier im Forum gelesen, das jemand behauptete, das auch Pneus auftreten können nachdem man, bzw. aufgrund des aufhörens Cannabis zu Konsumieren, gibt es dazu irgendwelche Meinungen, bestätigungen oder Fakten? Je mehr man hier liest, desto größter wird die Angst :P

Ich geh schlafen!

koerz
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Re: Vorstellung: Daniel 28j.

Beitragvon koerz » Donnerstag 13. Dezember 2012, 12:32

Hi,

nachdem ich wieder in meiner "alten" Umgebung bin hab ich eben erstmals wieder an eine Zigarette gedacht :/...da kam mir die Elektrozigarette in den Sinn.

Nun meine Frage, man inhaliert ja quasi auch Dampf, dieser beinhaltet zwar keine Schadstoffe aber halt irgendetwas anderes..

Hat jemand Erfahrugen damit gemacht?

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Re: Vorstellung: Daniel 28j.

Beitragvon Pneumo » Donnerstag 13. Dezember 2012, 21:19

Moin Daniel,

also dich hat das Leben aber ganz schön gebeutelt.
Dazu jetzt noch utner die Pneupatienten zu treten, macht die Lage ja nicht gerade besser.

Also es ist durchaus bekannt, dass Raucher ein höheres Risiko haben, einen Pneu zu erleiden. Dies lässt sich einmal durch starke Hustenreize erklären. Zum anderen ist es aber auch so, dass die Lungenbläßchen durch das Rauchen an Elastizität verlieren. Deshalb können die Bläschen schneller durch die Atembewegungen platzen beziehungsweise sich auch leichter zu ungewollt großen Bläßchen verbinden.
Es wurde auch schon lange festgestellt, dass Kiffer oft von Pneus betroffen sind, da der zuvor beschriebene Hustenreiz hier oft stark ausgeprägt ist. Dass dein relativ geringes Gewicht im Vergleich zur Körpergröße dich auch zu einem typischen Pneupatienen macht, ist sicherlich schon bekannt.

Aber das sind alles nur pneufördernde Gegebenheiten. Ich bin mein ganzes Leben Nichtraucher, habe keine Lungenerkrankungen und lag trotzdem schon wegen Zehn Pneus im KKH.

Gerade weil ich noch nie geraucht habe, habe ich auch nicht das Recht mich darüber zu äußern, wie leicht oder schwer es ist, damit aufzuhören ( Kiffen dürfte ja wohl auch nicht gerade Leicht aufzugeben sein). Du musst jedoch bedenken, dass jeder Hustenreiz ein potentiell neuen Pneu hervorrufen könnte.
Aber wie gesagt. Das nur am Rande.


Ich hoffe, dass du das KKH nicht mehr allzu oft von innen sehen musst.

In diesem Sinne.

Lg

Pneumo

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Re: Vorstellung: Daniel 28j.

Beitragvon eve » Freitag 14. Dezember 2012, 14:19

Hallo Daniel

Willkommen im Club, bei dem keiner sein will :)

Ablenkung ist jetzt angesagt. Sonst machst du dich mit den Sorgen und Aengsten kaputt.

Ich rauche seit bald 2 Jahren hauptsächlich elektronisch.Es ist nicht dasselbe, wie Zigaretten rauchen, aber es geht, solange ich ab und zu auch mal normale Zigaretten rauche.

Der Dampf in den elektronischen "Zigis" besteht aus einer Glukoselösung, die bei ca. 60 C verdampft, der Aromastoffe und Nikotin zugesetzt wird. Solche Glukoslösungen werden in vielen Produkten verwendet und sind, soweit ich rausfinden konnte, mehr oder weniger unbedenklich, wobei ich lachen muss, wenn ich mir das so überlege. Raucher nehmen ja zig Tausend Schadstoffe pro Zigarette zu sich, aber bei eZigis überlegen sie sich, ob das nicht evtl. doch schädlich sei.

Bei der einzigen Statistik, die ich finden konnte, wird gesagt, dass im eZigi Dampf so ca. 25-30 Schadstoffe drin sind. Verglichen mit den mehreren Tausend Schadstoffen in einer Zigarette ist das ein Pappenstiel :)

Ich nehme aber mal an (ohne irgendwelche Beweise zu haben), dass das Inhalieren von Zuckerlösungen auch nicht wirklich gut tut, aber seitdem ich eZigi rauche, habe ich viel weniger rauchbedingte Probleme wie z.B. schneller Atemnot bei rennen u. Ä.

Langzeitforschungen gibt es noch nicht. eZigi Dampfer sind alle noch freiwillige Versuchskaninchen :)
lg
eve

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Re: Vorstellung: Daniel 28j.

Beitragvon koerz » Freitag 14. Dezember 2012, 19:38

Hey Eve,

danke für deine Antwort!

Kann mir gut vorstellen das es nicht das gleiche ist wie ne normale Zigi, aber mir fehlt einfach nur dieses "etwas in der hand haben" bzw etwas zum auspusten :P

Was für mich interessant ist, man sagt ja, wenn man einen pneu hatte und danach wieder raucht, erhöht sich die chance das wieder einer kommt um so und so viel %...wie genau das bei Ezigis aussieht wüsste ich gern, wenn die chance dann überhaupt nicht erhöht ist würd ich mir direkt son Teil kaufen..

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Re: Vorstellung: Daniel 28j.

Beitragvon eve » Freitag 14. Dezember 2012, 22:26

Da ja niemand so recht weiss, woher denn nun die spontanen Pneus so kommen, wird dir auch niemand für die eZigi irgendwelche Garantien geben können. Und da es für die eZigi noch keine Langzeiterfahrungen gibt, kann dir auch niemand sagen, ob und wie es sich auswirkt.

Was sicher ist, ist, dass der Zigarettenrauch Verbrennungsrückstände enthält, die bei der eZigi nicht vorkommen. Es ist mir allerdings auch nicht bekannt, wie viel höher die Rückfallrate bei einem Raucher im Vergleich zu einem Nichtraucher ist und ob das wirklich eine bekannte Zahl ist.
lg
eve


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