Traumatisiert durch den Eingriff

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Maria
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Traumatisiert durch den Eingriff

Beitragvon Maria » Montag 29. Oktober 2012, 12:46

hallo ihr lieben,

ich musste jetzt in psychologische behandlung gehen aufgrund der behandlungsmethode meines spontanpneumothorax. ich kann nachts kaum schlafen städig diese alptäume usw. sobald nur jemand lunge oder krankenhaus sagt fange ich schon an zu heulen und bekomme richtig panik. ich habe oft das gefühl nicht richtig atmen zu können und ständig dieses stechen in rücken und brust. ich war beim lungenarzt gewesen, er sagte zu mir die nächsten 2 jahre muss ich damit rechnen, dass ich einen zweiten spontanpneumothorax bekomme (schock,heulen, panik usw.)! wie soll ich denn bitte ohne angst damit leben!!!??????? es fühlt sich für mich an als müsste ich darauf warten tot umzufallen. die scheisse hat mir so den boden unter den füssen weg gezogen, die angst beherrscht mich so sehr! ich drehe noch durch!

Wie geht ihr damit um? Gut einige haben bei dem eingriff keine schmerzen erleiden müssen oder haben geschlafen aber wie geht ihr die die schmerzen hatten damit um? Hatte jeder von euch schon den zweiten spontanpneumothorax ohne erkrankung der lunge? danke!

lg maria

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eve
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Re: Traumatisiert durch den Eingriff

Beitragvon eve » Montag 29. Oktober 2012, 13:18

Hallo Maria

Das tönt wahrscheinlich etwas abgedroschen, aber die Zeit heilt auch diese Wunden. Ablenkung ist ganz wichtig, damit man nicht dauernd daran denkt. Ich kann mir auch vorstellen, dass eine Therapie da gut helfen kann, da dir da wahrscheinlich beigebracht wird, wie den Fokus auf etwas anderes lenken.

Was der Arzt da sagte, ist Blödsinn, da auch er nicht in die Zukunft blicken kann und die Rückfallrate ist nicht 100%; nach dem 1. Pneu ist sie so ca. 30%, also mehr als die Hälfte aller, die einen Pneu hatten, bekommen keinen 2. mehr. Es besteht also sehr wohl eine Chance, dass es zu keinem 2. Pneu kommt.
lg
eve

Mara
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Re: Traumatisiert durch den Eingriff

Beitragvon Mara » Donnerstag 1. November 2012, 15:41

Hallo Maria,

ich kann dich sehr gut verstehen, es wird aber besser werden. Ich habe mich auch zu einer Therapie
entschlossen und es hat mir gut getan. Das Ganze war so eine Extremsituation im Krankenhaus und auch danach, dass ich mir Hilfe gesucht habe.

Ebenso habe ich mit einer Atemtherapie angefangen, die mir von meiner Ärztin verschrieben wurde. Leider bekommt man die nur 6 x, aber ich mache es auf meine Kosten weiter. Ich habe mich nach dem ganzen Mist nur noch eingeschränkt bewegt und meine Physiotherapeutin, die sich mit Lungenkrankheiten auskennt, hat mir da echt geholfen.

Alles Gute für dich!

chu neco
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Re: Traumatisiert durch den Eingriff

Beitragvon chu neco » Samstag 3. November 2012, 01:31

heya Maria,
zunächst einmal kann ich gut verstehen, dass du besorgt bist. Ich muss jedoch sagen, dass du dir vielleicht doch etwas zu viel Sorgen bereitest. "Tot umfallen" wie du sagst wirst du von einem Pneu mit an 100% angrenzeder Warscheinlichkeit nicht. Schwere Fälle eines Pneumothorax sind nur Spannungspneus. Diese entstehen zu 95% meist nur durch äußere mechanische Einwirkung wie z.B. Unfällen bei denen Gegenstände den Brustkorb durchdringen oder durch massive Vorkerkrankungen.
Ein Pneu ist eine schmerzhafte und unangenehme Erfahrung. Die Behandlung dessen ebenfalls. Jedoch gibt es viele weitaus schlimmere Erkrankungen. Bei einem Pneu ist spätestens nach einer Pleurodese die Progonose doch meist (95%) sehr positiv. Solltest du einen Rezidiv bekommen, ist das schlimmste was dir passieren kann eben eine solche Operation (Pleurodese).
Der Mensch hat zwei Lungenflügel. Bei einem Spontanpneu ist meistens nur eine Lungenhälfte zur selben Zeit betroffen. Alles andere ist wie ein 6er im Lotto mit Zusatzzahl. Mit einer funktionierenden Lungenhälfte, kann der Körper durchaus seinen Blutsauerstoffgehalt ohne Probleme aufrecht erhalten.
Das besagte "stechen im Rücken" haben die meisten von uns nach einem Pneu gehabt. Gereizte oder gar beschädigte oder durchtrennte Nerven sowie Muskelstränge beim legen der Drainage sind meist der Grund dafür. Diese können über Monate oder Jahre anhalten. Taubheitsgefühle etc. können ebenfalls die folge sein. Wetterwechsel (Temperatur oder Luftfeuchtigkeit) können bei dieser Art Wunde/Verletzung zu Schmerzen führen. Auch über Jahre. Jedoch ist dies alles nich als lebensbedrohlich anzusehen.
Der Standardtipp wie hier schon oft gesagt: 1) Ablenkung 2) Ablenkung und 3) Ablenkung ^.^
Versuch den Kopf frei zu bekommen. Panik und alles andere sind überflüssig. Sollte es zu einem Rezidiv (zweiten Pneu) kommen, haste nochmal 1~2Wochen Urlaub im KH vor dir und gut ist. Lass nicht dein Leben davon beherrschen^^

Alles, alles Gute
MFG
neco

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Zombie2
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Re: Traumatisiert durch den Eingriff

Beitragvon Zombie2 » Sonntag 11. November 2012, 01:55

hallo Maria,
ich weiß wie es dir geht.
Ich hatte bislang 4 Pneus mit 3 OPs. Auf Grund dessen das ich Lungenemphysemblasen habe, die platzen wenn sie groß genug sind, war es bestimmt auch nicht mein letzter. Mein Opa hatte 7 Pneus, mein jüngerer Bruder auch schon 2, so ist es wohl auch vererbt.
Schmerzen, Panikattacken, das ganze Programm würde ich nicht überleben wenn ich alle Hilfe nicht annehmen würde.
Ich gehe unter anderem 2x die Woche zum Sport, das Hilft besser als 2x in die Apotheke. In Absprache mit dem Arzt natürlich. Eine Psychologische Behandlung habe ich auch erst nach dem zweiten Pneu aktzeptiert.
Mein Arzt hat mir nach dem 4 Pneu gesagt: Nicht darüber nachdenken sonst wird man verrückt im Kopf.
OK .Hab ich probiert. Aber immer wenn man es wirklich mal vergessen hat, kommt so ein fieser Schmerzeinstich vom Rücken durch die Brust. Heute kann ich besser mit den Schmerzanfällen umgehen, loswerden werde ich sie nicht. Ich war schon oft am Scheideweg mich aufzugeben, neue Ziele, Wünsche und Träume haben mich auf einen anderen Weg gebracht.So habe ich nach der letzten OP im januar 2012 eine Alpentour im Juli nach Südtirol, Italien, schweiz und Östereich mit dem Motorrad gemacht. Ich hoffe das ich nächstes Jahr unter anderem 1 Woche die Dolomiten bereise.

ostern12
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Re: Traumatisiert durch den Eingriff

Beitragvon ostern12 » Dienstag 25. Dezember 2012, 14:02

Hallo Maria,

ich hatte im November 2012 meine zweite OP ( Pleura= Entfernung der Luftbläschen auf der oberen Lungenspitze rechts).
Bei diesem Eingriff wird das Lungenfell aufgeraut und der Lungenflügel wieder hingepappt. So ähnlich erklärte mir ein Chirurg die OP. Ich hatte danach zwei Drainagen, die obwohl ich über das Rückenmark an opiathaltiges Schmerzmittel angeschlossen war, unangenehm waren und 3x täglich saumäßig weh taten.
Das Ziehen der Drainge gehört zum Schlimmsten, was ich je erlebt habe. Jetzt ist alles vorbei, OP verlief gut, nach 9 Tagen entlassen. Es tut immer noch weh und wird meiner Erfahrung nach noch länger weh tun.
Der Schmerz ist vergleichbar mit einem akuten starken Sonnenbrand, bei dem jede Bewegung weh tut. Nur das so ein Sonnenbrand nach 2,3 Tagen abklingt


Nach Pneumothorax links und Pleura-OP im April 12 dauerte es 4 Monate bis ich mich wieder zum Schwimmen ins Wasser getraut habe. Und ein leichtes Schmerzgefühl bei Berührung und Taubheitsgefühl habe ich nach wie vor auf der linken Seite. Ein Doktor sagte, Schmerzen seien ganz normal, weil hier sehr viele Nervenbahnen verlaufen. Vielleicht hätte ich aber links auch einen Phantomschmerz, da ich nach der ersten OP mangelhafte Schmerzbehandlung hatte, ich dachte es sei normal 2 Nächte vor Schmerz nicht schlafen zu können. Dieser Phantomschmerz ist verursacht durch Erinnerungen im Gehirn, die dort in den Nerven gespeichert sind und sich nicht ohne weiteres löschen lassen.
Sollten die Schmerzen links, die objektiv nicht so wild sind und nur eine geringe Einschränkung der Lebensqualität bedeuten, in drei Monaten noch da sein, könnte ich an einem Schmerzbehandlungsprogramm mit Medikamenten teilnehmen, so der behandelnde Arzt.

Wenn du dich schlecht fühlst, dann ist das nicht ungewöhnlich.
Ich hatte vor Jahren einen Knöchelbruch, der sehr weh getan hat. Aber so eine Verletzung im Thoraxbereich, wo lebenswichtige Organe sind, ist noch mal eine ganz andere Qualität.
Also lass deinen Kopf nicht hängen. Es wird besser

Ostern12


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