Vorstellung Tobias

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Vorstellung Tobias

Beitragvon Spacy » Mittwoch 7. November 2012, 12:28

Hallo zusammen,

möchte mich auch kurz hier vorstellen. Mein Name ist Tobias, bin 25 Jahre jung und auch mich hatte es im Juni diesen Jahres erwischt.
Während eines Fußballspiels hatte ich Schmerzen im rechten Schulterblatt, bekam schlecht Luft und konnte kaum reden. Trainer wechselte mich aus und ich ging duschen. Nach ein paar Minuten "Ruhe" ging es mir besser, fühlte mich aber immer noch wahnsinnig schlapp und ich hatte das Gefühl, dass der Schmerz im ganzen Körper rumwanderte bis in meine Arme.
Zu diesem Moment glaubte ich immer noch an einen eingeklemmten Nerv oder an einen Muskelriss. Also Abends ab in die Badewanne zur Entspannung der Muskeln. Aber im Wasser fiel mir das Atmen noch schwerer. Also raus und entschieden doch einen Arzt aufzusuchen. Doof Samstag Abends. Also ab in die Notaufnahme. Dort wurde ich abgehört und der Verdacht auf einen "Pneu" war schnell gestellt. Also gleich ins Röntgen.
Tatsache...Mein rechter Lungenflügel war auf die Größe eines Teebeutels zusammen gefallen. Mit der Aussage "Sie werden ein paar Tage unser Gast sein" sollte ich die Zustimmung für einen operativen Eingriff geben. Sprich das Anlegen der Thoraxdrainage.
Gesagt getan, lag ich auch wenige Augenblicke später auf dem Tisch, vollgepumpt mit Drogen und komplett neben der Spur, suchte der Oberarzt die richtige Stelle um den Schlauch zu legen.
Nach erfolgreichem Eingriff wurde die Luft abgesaugt und ich wieder ins Röntgen geschoben. Lunge entfaltet sich. Gut soweit, jetzt heißt es warten ob sich das Leck wieder schließt.
Die Nacht war schwer....Ich hatte Schmerzen, konnte mich kaum rühren. Auch das Waschen am nächsten Morgen ging nicht wirklich. Der Oberarzt verlegte mich am Nachmittag zur Überwachung auf die Intensivstation. Dort lag ich einen weiteren Tag an dem keine Besserung eintraf. Die Fach-, Ober- und Chefärzte beschlossen nun eine Klinik aufzusuchen in der ein operativer Eingriff getan werden sollte.

Bereits 3 Stunden später lag ich im Krankenwagen auf dem Weg nach Offenburg in die Thoraxchirurgie. Hier legte mir man eine modernere Drainage an, die den Luftdurchfluss auch digital anzeigen konnte. ;)
Aufklärung über die Operation erfolgte und der Termin stand auf Nachmittag des nächsten Tages fest. (Es war mittlerweile Montag. Sprich der 3. Tag im KH)
Dienstag Vormittag dann vorbereiten auf die OP. Nichts Essen, nichts Trinken. Ab in den Narkoseraum. Ab hier kann ich leider erst wieder ab dem Aufwachen schildern.
Es ging mir gut. Ich hatte das Gefühl wieder richtig einatmen zu können. Im Display meines "Thoraxcomputers" stand beim Luftdurchfluss 0,00. Ich war erleichtert! Der Doc meinte, dass die OP gut verlaufen war. Eine knappe dreiviertel Stunde lag ich unterm Messer. Eingriff erfolgte Videoassistert. Die Drainage musste ich noch bis Freitag tragen. Zur Überwachung... Alles sieht gut aus. Der Schlauch kann gezogen werden. (Sehr unangenehmes Gefühl welches durch dir Erleichterung danach aber total flöten geht ;) )
Röntgentermin...Sieht alles gut aus. "Wir behalten Sie noch eine Nacht da und machen am Samstag morgen noch eine Röntgenaufnahme. Wenn diese gut aussieht können Sie nach nach Hause."
Samstag morgen, Röntgen... "Alles ist gut entfaltet. Die Luft strömt durch die Lunge. Machen Sie sich fertig und rufen Sie einen Angehörigen an der Sie nach Hause bringt."
Zuhause angekommen freute ich mich natürlich wie ein Rohrspatz, denn es was mein Ziel das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der EM auf der heimischen Couch zu schauen. :D

Montags zum Hausarzt welcher mich für weitere 2 Wochen krank schrieb und mir einen Termin zum Fäden ziehen gab.
Nach Rücksprache mit dem Chirurg war auch der Urlaub in 5 Wochen nicht gefährdet. "Fliegen ist kein Problem"
4 Wochen nach der OP durfte ich wieder mit individuellem Training anfangen. Sprich leichtes Jogging. Im August stand ich bereits mit meiner Mannschaft wieder auf dem Feld zum spielen.

Heute, ein halbes Jahr später, zeichnen mich nur noch drei Narben und ab und zu einen leichtes Stechen bei Wetterumschwung. Häufig habe ich auch den Drang einfach mal tief Luft zu holen. Und jedes Mal denke ich daran, "Genial, es geht mir gut!"

Andreas81
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Re: Vorstellung Tobias

Beitragvon Andreas81 » Donnerstag 8. November 2012, 09:41

Moin Moin

auch wenn es natürlich nicht schön ist, sowas zu erleiden ist es immerhin schön dass bei dir alles so reibungslos geklappt hat. Man hat ja hier im Forum auch schon andere Geschichten gelesen...

Was mich interessiert, was für eine OP haben die bei dir gemacht? Eine Pleurodese? Also wo das Ripenfell mit der Lunge verklebt wurde?

Eine solche habe ich nämlich auch gerade, knapp 5 Wochen hinter mir, auch alles gut gelaufen, und ich sitze schon auf glühenden Kohlen, wann ich wieder mit Sport anfangen kann. Mein Arzt hat mir empfohlen noch 3 Wochen damit zu warten, bis dann sicher die Lunge mit dem Ripenfell fest verwachsen ist. Gut zuwissen aber dass du - obwohl du bereits kurze Zeit nach deiner OP wieder Sport gemacht hast, sogar Fussball also "Kontaktsport" - beschwerdefrei bist und ausser der Narben keine Nachwirkungen hast!

Haben dir die Ärzte irgendwas zur Ursache für deinen Pneu gesagt?

Interessant auch die Drainage mit der digitalen Anzeige :-) High-Tech, von sowas hab ich noch nichts gehört!

Viele Grüße

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Re: Vorstellung Tobias

Beitragvon Spacy » Donnerstag 8. November 2012, 21:59

Genau. Eine Teilresektion und eine Pleurodese wurden bei mir durchgeführt. Anfangs verspürte ich wie ein Brennen im Brustmuskel. Das hat sich nach einiger Zeit aber gelegt.
Die Ursache war bei mir ein zu großes Lungenbläschen. Erstaunlicherweise wurde bei mir aber auf ein CT verzichtet. Dafür wurde ich hundertmal geröntgt. :)
Der Doc meinte zu mir nach der OP, dass man sich das ganze wie ein löchriger Fahrradschlauch im Wassereimer vorstellen konnte.

Ich geb dir auf jeden Fall den Tip dem Rat deines Arztes zu folgen und mit dem Sport noch zu warten. Ich habe auch erst nach der Freigabe angefangen. Und auch nur mit ganz leichtem Jogging. Maximal 2 Kilometer. Wenn ich mich nicht wohl gefühlt habe, habe ich mich geschont. Hatte anfangs sowieso die Kondition eines 80jährigen. Und ich muss zugeben, dass ich auch jetzt noch nicht wieder bei 100% bin.

Wie lange warst du denn nach dem Krankenhausaufenthalt krank geschrieben?

Andreas81
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Re: Vorstellung Tobias

Beitragvon Andreas81 » Freitag 9. November 2012, 13:19

Ja, ich denke es ist normal dass es etwas dauert bis man nach so einer Sache wieder bei 100 % ist. Aber auch langsam mal wieder was machen und reinkommen ist ja immerhin besser als gar nichts zu machen. Schritt für Schritt: Zuerst nur spazieren gehen, dann vielleicht im Fitness-Studie auf dem Fahrrad oder Crosstrainer und dann mal wieder leichtes joggen. Ich denke so geht es am Besten um wieder langsam aufzubauen.

Ich war übrigens nach meinem Krankenhausaufenthalt nur eine Woche krank geschrieben, weil ich ich wieder schnellstens arbeiten gehen wollte. Zuhause war mir schnell langweilig und es ging mir schon zu gut um noch länger nichts zu tun außer Füße hochlegen. Habe aber auch nur einen Bürojob, also körperlich nicht anstrengend. Wenn ich drauf bestanden hätte, hätte mich mein Arzt sicher auch noch länger krank geschrieben.

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Re: Vorstellung Tobias

Beitragvon Spacy » Freitag 9. November 2012, 15:58

Auch ähnlich wie bei mir. Der Doc hat mich allerdings zwei Woche nach dem Aufenthalt zuhause gelassen. Insgesamt habe ich 3 Wochen gefehlt. Hat viele verblüfft. Kam ab und zu die Aussage: "Andere fehlen die Zeit wegen ner Erkältung."
Ich bin auch im Büro beschäftigt. Bei körperlicher Arbeit sieht das in der Tat bestimmt anders aus.


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