Seite 1 von 1

Hallo aus Müllheim!

Verfasst: Freitag 15. September 2017, 21:39
von marzenaa7
Hallo zusammen!

Mein Name ist Vanessa. Ich bin 26 Jahre alt, Soldatin und komme aus Müllheim, südlich von Freiburg. Ich war 7 Jahre Raucherin, habe zwei Monate nach dem Pneu nicht geraucht und dann leider leider wieder angefangen. Bin ziemlich froh dieses Forum gefunden zu haben und hoffe auf paar Antworten oder Tipps.

Nun zu meiner Geschichte:

Am 24. April 2017 hatte ich einen spontanen Spannungspneu.. ziemlich mies :(
Allerdings war das alles etwas komisch. Eine Woche vor der Diagnose hatte ich eine starke Erkältung mit Husten, Schnupfen und das ganze Programm. Am Mittwoch dem 19. April hatte ich ein extrem starkes Stechen im Rücken links auf Höhe des Schulterblattes. Dies war auch ein atembedingter Schmerz. Ich konnte nicht mehr tief einatmen aber hatte auch nicht unbedingt Atemnot. Habe mir zuerst nichts dabei gedacht.. Dachte es wäre vielleicht ein eingeklemmter Nerv und unternahm erstmal nichts. Ein Tag später, also am Donnerstag merkte ich wie es sich einfach nur komisch auf meiner linken Seite bei den Rippen angefühlt hat. Auch ich habe dieses bekannte Blubbern gehört und gespürt. Auch das nahm ich nicht sonderlich ernst, obwohl ich schon 2 mal in Therapie war wegen einer Angststörung. Bin schon immer ein kleiner Hypochonder, um so komischer das diese Symptome mich ziemlich kalt gelassen haben. Lag sicher daran, dass ich schon so oft dachte irgendwas gehabt zu haben, wo letztendlich nie was bei raus kam.
Bin dann zu meinem Pferd ne runde ausreiten gegangen. Bis auf Schritt war jede Gangart unerträglich. Es fühlte sich an als ob in meinem Brustkorb alles locker ist und hoch und runter schwappt. Als ich nach Hause kam habe ich mich direkt ins Bett gelegt.. Das Wochenende lag ich auch hauptsächlich im Bett in der Hoffnung das dieses komische Gefühl und der Schmerz von alleine weg gehen, was aber nicht so war. Am Sonntag wurde es dann ganz ganz schlimm. Ich wollte mit meiner Mutter und unserem Hund einen Spaziergang durch die Reben machen.. Es kam eine kleine Steigung und ich bekam so gut wie keine Luft mehr und musste mich lang ausruhen um weiter gehen zu können. Da war mir klar das dieses Mal wirklich etwas nicht stimmt. Zuhause angekommen habe ich mich wieder sofort ins Bett gelegt. Am nächsten morgen als ich in die Kaserne fuhr bin ich um 8 Uhr direkt zum unserem eigentlich sehr guten Oberfeldarzt gegangen. Die Ärzte da nahmen mich schon lange nicht mehr ernst dadurch das ich oft verängstigt dort war in dem Gedanken etwas schlimmes zu haben. Ich schilderte ihm die Symptome, er hörte mich ab und sagte es wäre alles normal. So einfach lasse mich mich allerdings nicht abspeisen.. Ich bestand darauf das er mich zum Röntgen ins Krankenhaus überweist. Im Krankenhaus angekommen musste ich dann mit meiner Luftnot erstmal knapp eine Stunde auf den Radiologen warten. Als er dann da war und sich meine Bilder anschaute, rief er auch schon direkt eine Ärztin aus der Inneren. Sie bat mich mit in ein anderes Zimmer zu kommen und erklärte mir dort was Sache ist.. Da ich selber im Sanitätsdienst bin wusste ich sofort was los war und hatte echt richtig Angst. Ich wurde dann direkt auf die Intensiv Station gebracht, in kurze Narkose gelegt und bekam die berühmte Drainage. 20 Minuten später wachte ich auf und es ging mir soweit gut. Ich blieb noch eine Nacht auf der Intensivstation und wurde dann am nächsten morgen auf die normale Station verlegt. Gegen Mittag kam dann der Chefarzt zu mir und sagte mir das es eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist für eine kleine Frau wie mich einfach so einen Pneumothorax zu bekommen. Das es sich zu einem Spannungspneu entwickelt hat, wäre wohl Pech gewesen, dies kann scheinbar bei jedem normalen Pneu passieren. Lange Rede kurzer Sinn.. Er meinte es wäre doch sinnvoller sich mal mit den Thoraxchirurgen aus der Uniklinik in Freiburg zu unterhalten. Dies tat er dann auch und kam am frühen Nachmittag nochmal auf mein Zimmer und teilte mir mit das sie mich morgen früh dort hin verlegen.

Am nächsten Tag in Freiburg angekommen wurde mir ebenfalls zu der OP geraten. Habe mich umfangreich beraten lassen und dieser dann zugestimmt. Direkt am nächsten morgen ging es los, hatte echt ne scheiß Angst :shock:
Als ich nach der OP aufwachte ging es mir ziemlich gut. Der Arzt der die OP durchgeführt hat kam am selben Abend noch zu mir um nach mir zu sehen und mich über die OP zu informieren. Ich hatte auf der Lungenspitze eine Tischtennisball große Blase die mir entfernt wurde. Die Lungenspitze wurde auch entfernt und das Rippenfell wurde entfernt, die Lunge angeraut, damit sich dies miteinander verklebt. Ich muss sagen das ich während der ganzen Prozedur dank der super Ärzte in der Uniklinik nicht ein einziges mal Schmerzen hatte! Nach der OP bekam ich 4 Tage lang Oxycodon was ich sehr gut vertragen habe.

Ich lag dann noch eine Woche mit Drainage in der Uniklinik, hatte mehrere Kontrollröngten und konnte dann schliesslich entlassen werden weil die Bilder ziemlich gut aussahen.

Als ich dann zuhause ankam war erstmal ungefähr eine Woche alles gut und dann ging ich durch die HÖLLE! Ich hatte richtig perverse Schmerzen in der gesamten linken Brust, Schulter und Rippen. Aber das waren keine gewöhnlichen Schmerzen sondern eher ein brennen und diese Stellen waren absolut berührungsempfindlich. Mir wurde gesagt das es sich hierbei um Nervenschmerzen handelt und das auch bei mir sehr wahrscheinlich Nerven verletzt wurden. Da keinerlei Schmerzmittel geholfen hat und ich nur ungern ein Opiat nehmen wollte, verschrieb mir mein Arzt Lyrica. Das hat mir sehr gut geholfen, sodass ich das nach knapp 4 Wochen wieder absetzen konnte. Habe auch nach knapp 3 Wochen wieder Sport gemacht und hatte ne ganze Weile Ruhe vor sämtlichen Schmerzen. Das Einzige was blieb war meine taube Brust (die bis heute noch Taub ist). Damit kam ich aber zurecht weil ich mir immer einrede das dass Gefühl wiederkommt :)

Jetzt bald ein halbes Jahr später geht es mir so an sich ganz in Ordnung. Sowas geht ja psychisch nicht einfach an einem vorbei. Ich habe oft noch Angst das wieder erleben zu müssen.. Am meisten stört mich das ich nach 2 Monaten wieder mit dem Rauchen angefangen habe. Mir ging es ohne echt besser und damit meine ich nicht nur meine Lunge sondern allgemein!
Ich habe dennoch oft ein stechen oder ziehen in meiner Brust. Am meisten verunsichert es mich aber das es extrem wehtut wenn ich mit meinen Fingern leichten Druck auf die Brust ausübe.. :( Das ist auf der „gesunden“ Seite nicht so. War seitdem schon oft beim Arzt. Ein Rezidiv wurde immer ausgeschlossen laut der Ärzte. Am Donnerstag war ich das letzte mal beim Arzt und er meint das wären nach wie vor meine beleidigten Nerven und zusätzlich viele Verspannungen in meiner Brustwirbelsäule. Er hat mir zwei Medikamente verschrieben. Das eine sind Aminosäuren und das andere hochdosiertes Vitamin B1, B6 und B12. Dies soll beim regenerieren der Nerven helfen und die Schmerzen lindern. Zusätzlich soll ich noch zur manuellen Therapie..

Sorry für den langen Text :D

Hat vielleicht noch jemand ein paar Tipps was man gegen die Schmerzen und vor allem gegen die Angst vor einem Rezidiv machen kann?

Liebe Grüße, Vanessa

Re: Hallo aus Müllheim!

Verfasst: Samstag 16. September 2017, 19:53
von kiki
Liebe Vanessa,
das Gefühl der Angst und Sorge kennt hier sicher jeder! Aber: bei dir wurde relativ viel gemacht und du hattest eine große bullae, die entfernt wurde. Damit ist alles gut! Ein rezidiv ist möglich, aber recht unwahrscheinlich, das musst du dir immer sagen!
Ich kann dir zu Physio, Massage und Osteopathie raten, das hat mir gut geholfen!