Guten Morgen aus Berlin

Neu hier? Dann stell dich doch vor.
Christine
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Guten Morgen aus Berlin

Beitragvon Christine » Sonntag 16. Juli 2017, 07:52

Einen schönen guten Morgen wünsche ich.
Mein Name ist Christine, bin fast 54 Jahre alt, bin neu hier und habe noch wenig Ahnung vom Thema.
Am 29.06.17 wurde ich mit einem Spannungspneumo ins St. Gertrauden Krankenhaus hier
in Berlin eingeliefert.
Zum Glück hatte ich noch den Kopf, nach den Symptomen zu "googeln" sodass meine Tochter
(bei der ich jetzt lebe) am Telefon der Feuerwehr "Lungenriss" sagen konnte und die Jungs
von der Rettungsstelle innerhalb 3 Minuten vor der Haustür standen.
Ich habe COPD - habe mir den Dreck durch meine Qualmerei selbst eingehandelt und schäme
mich dafür vor mir selbst.
Das einzige woran ich mich spontan erinnern kann war, dass ich hörte "Skalpell.....habe den Finger
drin und schnell den Schlauch"
Hatte schreckliche Todesangst und muss schon wieder weinen wenn ich hier schreibe.
Nach dem die Drainage gelegt war, sollte ich nach 3 Tagen von der intensiv auf die Normalstation verlegt werden.
Kaum auf dem Zimmer und die Schwester war raus, hörte ich mich plötzlich im Schlauch "atmen", schaute nach
unten und sah, dass der Schlauch der Drainage lose rumbaumelte.
Ich also Finger schnell reingesteckt und die Schwester gerufen. Also zurück auf die Intensivstation....
Leute - ich sah aus wie ein Leukoplast - Bomber. Alles was nicht so halten wollte wurde verklebt.
Atmen konnte ich nun wieder aber es wollte nicht aufhören zu fisteln. Die Ärzte versuchten mich zu beruhigen.
Aber nach dem traumatischen Erlebnissen der letzten Tage konnte ich nur noch unter Morphin usw. etwas schlafen.
Nach 6 Tagen Intensivmedizin wurde ich ins DRK Berlin - Mitte verlegt, da man im St. Gertrauden nichts weiter für mich tun konnte.
Die Ärzte dort bekamen erstmal einen Heiterkeitsausbruch als sie meinen mit Leukoplast verklebten Schlauch und "Kasten" sahen. Nun gut, am nächsten Tag war dann die OP. Alles ging gut und es musste nichts an mir weg geschnippelt werden.
Ich bekam eine neue Drainage mit halb so dicken Schläuchen und handlich kleinem Kasten den ich dann auch mit mir herumtragen konnte. (Endlich aufstehen nach 7 Tagen Blasenkatheter...juhuu!!)
Die der Lungenflügel wurde wieder vom Klumpen zum Flügel, hörte auf zu fisteln und mir ging es bis auf die
Schmerzen von Tag zu Tag besser.
Bronchoskopie und CT war auch gut und unauffällig, das war nämlich meine Hauptangst.
Jetzt rauche ich seit dem Tag nicht mehr, pfeife nicht mehr, huste nicht mehr, schmecke und rieche wieder.
Ich hoffe, dass ich den Rest (Eine Wunde nässt etwas) auch noch gewuppt bekomme und bald wieder Arbeiten darf. Der Nikotinentzug macht mir spontan heulen wie eine Baby^^ - aber da muss icke wohl durch, ganz bewusst.
Ich liebe das Leben, meine 5 Enkel brauchen ihre Oma.

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eve
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Re: Guten Morgen aus Berlin

Beitragvon eve » Sonntag 16. Juli 2017, 16:17

Hallo Christine

Willkommen beim Club, bei dem niemand sein möchte :)

So spontan war dein Pneu aber nicht, wenn du COPD hast. Mein Partner probiert gerade, mit dem Rauchen aufzuhören, damit er die OP haben kann. Wenn kein Pneu passiert, wird die Emphysemop hier nur bei Nicht(mehr)rauchern gemacht.

Viel Glück und jeden Tag mehr Besserung :)
lg
eve

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Re: Guten Morgen aus Berlin

Beitragvon Natsu » Sonntag 16. Juli 2017, 20:28

Hey Christine,

das klingt alles garnicht schön und sehr traumatisierend... ich glaub das ist auch eins der Dinge, das mir wirklich Angst macht.. unter Umständen mit einem Pneu wo zu landen, wo keine Profis zu der Problematik am Werk sind... Aber gut, dass du dann verlegt und gut betreut wurdest!

Mit dem Rauchen aufzuhören ist immer eine gute Idee und immerhin hast du nun jeden Grund dazu. ;) Und wie du sagst, du tust damit nicht nur dir selbst etwas Gutes, wobei das allein schon ausschlaggend genug sein sollte. Ich drück dir die Daumen und gute Besserung. Geh alles erstmal langsam an.

Alles Liebe
The saddest thing I've ever seen are smokers outside the hospital doors.


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