Seite 1 von 1

auch dabei

Verfasst: Montag 30. September 2013, 12:44
von nickvergessen
Hallo zusammen,
bin seit zwei Wochen auch Pneu-Mitglied. Ich bin 41 Jahre alt, 80 Kilo leicht und 1,80 Meter groß. Habe mich die letzten Tage gezwungenermaßen schlau gelesen und die Diagnose der Ärzte etwas komplettiert. Diese meinten dass die 2 übergroßen Lungenbläschen (je eins rechts und links) angeboren währen. Vorweg; ich rauche seit zwanzig Jahren ca. 6-8 ausschließlich filterlose Zigaretten am Tag. Meine Blutwerte weisen seit geraumer Zeit überhöhte weise Blutkörperchen auf, die bekanntermaßen auf einen Entzündungsherd "irgendwo" im Körber hinweisen. Meine Logik: Beim verbrennen werden Faserstoffe freigesetzt die sich in den Lungenbläschen festsetzten. Die weisen Blutkörperchen versuchen diese zu eliminieren und greifen stattdessen bzw. mitunter auch die Wände der Lungenbläschen an... bis sie platzen. Berichtigt mich falls ich falsch liege! Eine ärztliche Statistik ist hier kaum zu finden, wohl wegen der Seltenheit des Krankheitsbildes.

Ablauf: Nachts um halb zwei bekam ich im Rücken links ein Stechen, ähnlich wie bei einem Hexenschuss. Innerhalb einer Minute verbreitete sich der Schmerz auf den ganzen linken Brustkorb. Mir war sofort klar dass es kein Hexenschuss ist und dachte als nächstes an einen Herzinfarkt. Diesen konnte ich dann auch bald ausschließen, da ich (geradeso) noch reden konnte und der linke Arm keine Schmerzen aufwies. Die Atmung war flach und viel mir wegen der Schmerzen extrem schwer. Dennoch schrie ich um Hilfe und mein Nachbar wurde darauf aufmerksam. Dieser kam, sah mein leiden und rief einen Notarzt. Der Notarzt hat mich dann mit diversen "Drogen" ausgeschaltet. Diese verabreichten Stoffe bewirkten dass ich ab da nur noch etwa 5 Prozent der Geschehnisse mitbekam, zum Glück, denn wegen der extremen Schmerzen war ich kaum in der Lage mich noch ein Millimeter zu bewegen. Die Diagnose "spontaner Spannungspneumothorax" wurde letztendlich in einem 0815-Krankenhaus durch röntgen gestellt. Es wurde eine Drainage gelegt und die Lunge entfaltete sich wieder durch den Unterdruck der Drainage. Am folgenden Tag ging es mir sehr schlecht. Ich konnte kaum atmen, geschweige eine Satz zu Ende reden ohne Luft zwischendurch zu holen und zu meinem Erstaunen musste ich feststellen das da wo die Drainage rein ging, auch Luft raus und/oder rein ging, je nachdem wie ich den Thorax anstrengte (z.B. beim Stuhlgang). Der Begriff "0815-KH" deswegen weil niemanden dieses "zischen" am Drainageloch deuten konnte. Erst am darauf folgenden Tag hat man durch eine Routine-Röntgung feststellen müssen dass die Lunge wieder komplett kollabiert war. Die erste Drainage wurde entfernt und eine neue gelegt, diesmal von einem Herz-Chirurge. Aber auch hier wieder; die Drainage war am Eingangsloch undicht, so dass man mich insgesamt viermal zunähte. Erst am 4ten Tag wurde ich in eine Thoraxklinik verlegt. Von da an besserte sich der Zustand. Geblieben sind allerdings die Angst und die Erkenntnis dass ich wegen der anderen Seite das gleiche noch mal genau so durchmachen muß. Denn auf der anderen (rechten) Seite befindet sich eine ca. 30mm große Luftblase. Gut zu erkennen auf den CT-Bildern die man mir aus der Thoraxklinik auf CD brannte und mitgab. Die von den Ärzten empfohlene OP mit der Verklebung am Rippenfell lehne ich ab, da ich schon sehr viel in dem Zusammenhang über langwierige Schmerzen gelesen hab. Zudem will ich den "Originalzustand" meines Körbers so lange wie möglich beibehalten! Meine Idee ist ob man nicht absichtlich und gezielt operativ die Blase zum platzen bringen kann, mit genau derselben anschließenden Tortur wie gerade eben erlebt. Dann hätte ich das Problem "erstmal" vom Tisch. Solange diese Blase in mir ist werde ich nicht in Urlaub fahren oder fernab von jeder Zivilisation sein können oder weit weg von einer kompetenten Thoraxklinik. Das Handy ist ab jetzt immer dabei,... ebenso wie die Angst.