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Ein weiteres, eher unfreiwilliges, Mitglied :)

Verfasst: Sonntag 29. September 2013, 03:46
von Normän
Aloha,
wie hier ja schon viele erwähnt haben finde auch ich es schön, dass es ein Forum zum Spontanpneu gibt.
Hab' lange überlegt ob ich hier auch "mitmischen" will oder ob ich den Pneu einfach aus'm Kopf verbannen soll. Die Psyche hat diesbezüglich ja doch teilweise lustige Ideen ;)
Das Forum hat mich aber während dem Krankenhausaufenthalt super aufgeklärt, mir das Langweilen erleichtert und mir auch irgendwo die Unsicherheit genommen. Ich wusste zwar, Dank meiner Ausbildung, über den Pneumothorax bescheid, jedoch ist der Wissensdrang danach ganz anders wenn man selbst betoroffen ist, logisch. Ich belese mich bei solchen Dingen lieber in einem Forum, in dem Betroffene selbst berichten, als mir einen theoretischen Artikel zu einem Krankheitsbild anzuschauen. Das gab mir die gewünschte Sicherheit und deswegen möchte ich auch einfach ein wenig von mir erzählen. Vielleicht kann ich damit mindestens einem die Angst "nehmen" :)
Nun zu mir:
Ich bin Norman, 22 Jahre alt, 1,62 m "groß" und wiege (mittlerweile) 55 Kg. Vor dem Pneu war ich Raucher (15-20 Stk./Tag). Ich lag vom 06.09.13 - 13.09.13 im Krankenhaus, 4 Tage auf der Intensivstation und 3 auf der Normalstation.
Der Pneu hat sich bei mir bemerkbar gemacht, in dem ich urplötzlich einen starken Druck auf dem Brustkorb spürte und ein leichtes Stechen auf der linken Seite. Ironischerweise passierte dies gerade beim Rauchen :D
Ich setzte mich dann, in der Hoffnung dass es besser wird. Wurde es aber nicht. Ich habe auf die Symptome geachtet und rechnete mit der Möglichkeit einen Herzinfarkt zu haben. Da ich als Kind einen sehr schweren Herzfehler hatte, entschied ich mich ins Krankenhaus zu fahren. Eigentlich würde ich dies wegen so einem "bisschen Druck" nicht gleich tun.
In der Notaufnahme wurde ich dann, mehr oder weniger, untersucht, mir wurde Blut gezogen und dann lag ich erstmal 3 Stunden herum. Als der Arzt dann endlich zeit hatte sah er sich die Blutergebnisse an, sagt mir dass ich mir wahrscheinlich nur einen Nerv eingeklemmt hatte und schickte mich heim. Jedoch wurde ich noch rechtzeitig zurückgerufen, mit der Bitte, mich "sicherheitshalber" mal röntgen zu lassen. Gesagt, getan. Nach wiederum dieser Auswertung wurde mir berichtet, dass ich keine Panik bekommen soll, alles halb so schlimm, ich habe ein Loch in der Lunge. Natürlich wusste ich sofort was Phase ist und war eigentlich nur genervt, mehr nicht. 30 Min später lag ich auf der Intensivstation und bekam eine Thoraxdrainage. Das schlimmste daran, war die subkutane Injektion vom Schmerzmittel in den Oberschenkel, ich hatte noch 2 Wochen später Schmerzen. Das legen der Drainage hat mich absolut nicht gestört, außer dass der Arzt einen anscheinend zu dicken Schlauch wählte und mir diesen mit aller Kraft in den Brustkorb "prügelte". Die "Operation" insgesamt dauerte ca. 25 Min. So, da lag ich nun mit einem Schlauch im Brustkorb der in mir und in einer Pumpe endete. Mein Tagesablauf beschränkte sich auf Schlafen, 2 mal am Tag über die Station laufen dürfen (Laut Personal war das eine riiiiiesen Ausnahme) und feststellen, dass alles viel länger dauert, wenn man es mit nur einem Arm tun kann.
Nach 3 Tagen wurde der Sog abgestellt. Am 4 Tag durfte ich auf die Normalstation. Der Wunsch danach war ungefähr so groß wie der Wunsch im Lotto zu gewinnen. Außer, dass die Schwestern unfassbar nett und toll sind, kann ich der ITS nichts abgewinnen. Schon gar nicht, dass es keine "normale " Toilette weit und breit gab. Die lustigen Kleidchen, die das einzige Kleidungsstück für die 4 Tage waren, steuerten auch nicht gerade zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Auf der Normalstation konnte ich mich dann außerhalb des Bettes Bewegen und endlich wieder die Toilette benutzen. Erst in solchen Situationen lernt man die kleinen und selbstverständlichen Dinge im Leben zu schätzen.
Am 6. tag wurde die Drainage gezogen, wovor ich echt Panik hatte. Allerdings spürte ich das ziehen an sich überhaupt gar nicht. Mich störte nur etwas, dass ich die Luft anhalten sollte bis der Arzt mir erlaubt weiter zu atmen. Er vergaß mir Bescheid zu geben wann dies wieder passieren kann.
- Pneumothorax überlebt aber erstickt. sehr schön -
Am 7. Tag durfte ich dann, Gott sei Dank, endlich nach Hause.
Während meines Aufenthaltes wurde ich täglich geröntgt und, ich glaube, am 5. Tag musste ich ins CT.
6 Tage Später musste ich zum erneuten Röntgen ins KKH, da ich noch einen kleinen Rest an Luft im Pleuraspalt hatte, der Wohl aber vom Körper absorbiert wird. 7 Tage später wurden mir die Fäden gezogen und tadaa, hier bin ich nun und stelle fest wie unfassbar viel ich geschrieben habe.
Ach, eins noch. krankgeschrieben bin ich nun die zweite Woche und wenn ich die Worte meiner Hausärztin richtig interpretiere, dann (Zitat) : werden Sie, Dank ihrer traumhaften Berufswahl, nach schon 3-Wöchiger Schonung wieder arbeiten können.

Solltest auch DU gerade im KKH liegen und dich über den Pneu informieren und eventuell sogar Angst, vor was auch immer, haben - schlimmer als die Injektion vom Schmerzmittel vor der OP, die Du wahrscheinlich eh schon hinter Dir hast, wird es nicht :)

Norman :)