Eine arme Seele mehr!

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Morgain
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Eine arme Seele mehr!

Beitragvon Morgain » Dienstag 7. Februar 2012, 00:41

Hallo Ihr Lieben,
Ich lese hier schon so lange und traue mich erst jetzt hier zu sprechen: eigentlich gehöre ich hier wohl nur so halb hin,aber ich hoffe trotzdem auf liebevolle Aufnahme, da es mir echt nicht gut geht! Nun so kurz wie möglich zu meiner Kranken-/Leidensgeschichte: ich hatte vor einigen Jahren schon sehr viele und immer schlimmere Unterleibs-OPs; letzten April veränderte sich mein Leben für immer, meine Leber ist durchsetzt mit sog. Hämangiomen ( laut sehr bekannten Top-Fachärzten kein Problem,solange die nicht platzen und die platzen nie) - was zu beweisen war: mir platzte das Größte spontan und zerfetzte mir die Leber: 1 Woche kämpften die Ärzte um mein Leben, unzählige OPs und Bluttransfusionen,anschließd wochenlang Künstel. Koma und unzählige Wochen auf der Intensiv. Dabei auch Spannungspneu - Drainnage 2 l abgesogen,wieder entfernt,kurz darauf erneute drainnage und dies wurde zu einer unendlichen Geschichte. Dann Überweisung in die Thorxchirurgie nach Essen. Hier erst für 10 Tage Bülau- Drainage,dann OP mit Pleurodes re. Seitdem ist mein Leben einfach schlimm: ich habe immer stärkste Schmerzen: bei jeder Bewegung, beim Atmen, bei jeder noch so geringsten Belastung!!!!! Ich kann nicht mehr arbeiten Und ich habe meinen Beruf gerne gemacht,finanziell macht uns das inzwischen echt zu Schafen und meine kleine Tochter leidet auch sehr unter ihrer Kranken Mutter. Gerade geht es mir wieder besonders schlecht Schmerzen und Übelkeit - ich bin so gefrustet!!!! Brauche echt dringend liebe aufrichtende Worteu und Verständnis und Interesse für meinen Weg. Ich hoffe auf Euch!!!! lg an alle

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eve
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Re: Eine arme Seele mehr!

Beitragvon eve » Dienstag 7. Februar 2012, 03:51

Hallo Morgain

Keine Angst, wir haben zwar schon gebellt, aber gebissen eigentlich noch nicht :) willkommen im Club und ob das nun 1/4, 1/2 oder ganz ist, spielt ja keine Rolle :)
Ich glaube (hoffe es min.), Menschen mit Operationen, Krankenhäuseraufenthalten können sich ein bisschen in einander einfühlen.

Wie geht es deinem Körper heute so? Hat der sich ein bisschen von den vergangenen Strapazen erholt (mal abgesehen von den Schmerzen)? Bist du in einer Schmerztherapie? Hast du Hilfe im Haushalt, damit du nicht alles alleine machen musst? Viele Fragen, aber antworten hilft beim ablenken ;)
lg
eve

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Re: Eine arme Seele mehr!

Beitragvon Morgain » Dienstag 7. Februar 2012, 12:15

Liebe Eve,
Danke für Deine Antwort!!! Gerade von Dir zu hören ist sooo schön: ich habe beim Lesen hier immer empfunden, daß Du ein besonderer Mensch bist!! Ja ich bin in ständiger Schmerztherapie: Polamidon-Tropfen (Künstl. Morphin) in Kombination mit Novalgintropfen und dann noch Mittel gegen die dadurch ausgelöste Übelkeit. Wenn ich bei meinen Ärzten immer wieder wegen der Schmerzen Nachfrage, heißt es nur " Sie haben eine vernarbte Lunge und auch sonst innerlich alles vernarbt und verklebt, eine kaputte Leber - seien Sie froh, daß Sie leben und Ihre Tochter aufwachsen sehen". Das ist ja sicher auch richtig, die haben aber auch leicht reden, die müssen nicht mit meinen Schmerzen leben. Denn trotz der Schmerztherapie ( Uniklinik Essen ) habe ich trotzdem immer Schmerzen. Inzwischen machen die alle 6 Wochen ein MRT - ich frag mich wozu; zumal die kaum noch Venen für den Zugang finden :-( . Momentan ist es halt mal wieder besonders schlimm, das Atmen und jede Bewegung tut weh, und ich liege im Bett ( so frustrierend ). Meine 5 jährige Tochter kennt mich eigentlich nur krank. Und künstliches Koma und daraus Aufwachen ist echt Hölle und zurück!!! Übrigens mit Drainagen legen kann ich leider auch echte Horrorgeschichten erzählen, wie z.B. Eine Stunde "fummeln" bis das Ding liegt.....Im Haushalt habe ich Gott sei dank einmal die Woche eine Hilfe, den Rest macht fast alles mein Mann neben der Arbeit. Die Physiotherapie, die ich 3 x die Woche mache hilft zwar etwas, aber wir müssen die inzwischen. Selbst bezahlen, da meine Krankenkasse sie verweigert. Insgesamt fühle ich mich echt von dem gesamten System: Krankenhäuser,Ärzte und Versicherungen im Stich gelassen! ( und mein Mann und ich sind selbst Zahnärzte ). Wie geht es Dir? Soweit ich das mitgelesen habe, hast Du ja auch Dein Päckchen zu tragen?! Wie schaffst Du das?
Allerliebste Grüße

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Re: Eine arme Seele mehr!

Beitragvon eve » Dienstag 7. Februar 2012, 13:34

Hallo Morgain

Danke für die Blumen, aber ich bin ganz normal (was immer das ist :) ) und wie bei allen geht es mal besser, mal schlechter (momentan eher "mal schlechter", darum bin ich auch nicht so oft hier wie sonst).

Ich weiss nicht, ob das für dich richtig oder möglich wäre, aber ich hatte vor einigen Jahren so genug von der ärztlichen Versorgung, dass ich alles abbrach ausser der Schmerztherapie. Keine Untersuchungen mehr, keine Therapien, einfach nichts mehr. 2mal habe ich diesen Vorsatz gebrochen; 1mal als ich dachte, ich hätte einen neuen Pneu; da ging ich mit Verdacht auf Pneu in den Notfall und wurde mit Verdacht auf Lungenembolie auf eigenen Wunsch wieder entlassen (nicht nachmachen, bitte...guten Rat zu geben ist was ganz anderes als ihn dann auch selber zu befolgen :) ) und vor 1 Jahr oder so, als ich in ein Kontroll MRI wegen der Schatten im Hirn einwilligte. Ich fand, wenn sich wieder was entwickelt, dann kommt es halt, aber eine Betreuung kann so engmaschig sein, wie sie will, gerade plötzliche Sachen wie Pneus fallen garantiert zwischen 2 Termine (wobei ich doch 1mal während eines Arzttermines eine Fusslähmung hatte.... :o )

Hattest Du beim Schmerzarzt Tests, die zeigen, auf welche Medikamente du ansprichst? Mein Arzt macht jeweils am Anfang einen Test, wo man während einer Stunde das jeweilige (bzw. ein ähnliches oder gleiches) Medikament per Infusion bekommt. So kann er die Leute dabei beobachten und man selber kann direkt feedback geben, ob und wie gut das Medikament wirkt. Ich empfand das als sehr gut und wir fanden dabei z.B. raus, dass die starken Opiate mir gar nicht geholfen hätten.

Was mir sehr hilft, sind meine Freunde, die mich in jeder Beziehung unterstützen, soweit es nur geht...andere Leute, na ja...gerade letzthin bekam ich den nützlichen Rat, ich solle mehr an die frische Luft, dann werde das alles schon wieder. Da haben es Leute mit einer sichtbaren Behinderung doch etwas leichter :)
lg
eve

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Re: Eine arme Seele mehr!

Beitragvon Morgain » Mittwoch 8. Februar 2012, 00:44

Liebe Eve,
Danke erneut für Deine Worte! Es tut gut zu wissen, daß man nicht alleine ist. Solche "Super"-Ratschläge kenne ich auch zu genüge: beweg Dich mal mehr und man muß schon wollen, dann geht alles :x . Die Therapie Deines Arztes mit dem Ausprobieren der Wirkung der Mittel klingt sehr sinnvoll. Wurde bei mir noch nie gemacht. Die Ärzte hören mir aber auch nie richtig zu Ende zu und dabei drücke ich mich schon medizinisch und kurz aus :cry: . Die neuste Idee - ist momentan als Allheilmittel sehr hipp - ist es mir vielleicht mal Versuchsweise Antidepressiva gegen die Schmerzen zu geben. Dagegen bin ich allerdings aus verschiedensten Gründen wirklich sehr! Und das mit dem Eigentlichen Eintreten des medizinischen Notfalls immer zwischen den Untersuchungen stimmt: meine Leber wurde 10 Jahre regelmäßig kontrolliert und vor der Ruptur, die mich fast umbrachte, wurde ich 2 Wochen vorher intensivst durchgecheckt. Ja und Du hast soooo recht, da man uns es nicht sofort ansieht, wie krank wir sind, verhält sich die Umwelt meistens richtig übel! Ich hoffe meine Antworten können Dir gerade,wenn es Dir jetzt auch nicht gut geht, ein wenig helfen!! Ich schreibe Dir echt gerne und möchte Dir irgendwie Energie und gute Gedanken schicken!! Ich kann Dir eins ganz bestimmt versichern: die vielen Beiträge, die Du hier verfasst hast, haben mit Sicherheit vielen Menschen geholfen - also Du bist wichtig und wirst gebraucht!!
Allerliebste Grüße <3


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