Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub machte...

Neu hier? Dann stell dich doch vor.
Linda
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Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub machte...

Beitragvon Linda » Dienstag 31. Januar 2012, 16:21

Hallo Zusammen,

:) tja dann stell ich mich auch mal vor. Ich heisse Linda, bin 27 Jahre alt und zum 1. Mal passiert ist es am 28.11.2011 bzw. da ging der Alptraum dann richtig los... :(.

Hier mal meine Geschichte:

An einem Freitag hatte ich grade einen Karton aus dem Keller geholt ( kein schwerer wohl bemerkt ) als mir plötzlich die Luft wegblieb und ich das Gefühl hatte das ich mir links einen Nerv eingeklemmt hätte, gefolgt von dem Gefühl das mein linker Arm taub wird ( viell. war ers auch!?). Jedenfalls hab ich mich dann mal schlafen gelegt :) über Nacht wird doch meistens alles gut. Am nächsten Morgen fühlte es sich eher an wie Rückenschmerzen :) hab dann mit meiner Mama auch noch 5 Stunden gebacken...tja. Montags ( besagter 28.11.11) war ich dann noch in der Arbeit. Die Luft wurde aber nicht besser also bin ich zum Hausharzt...dachte ich hab Bronchitis oder so.

Der hat mich dann zum Röntgen ins Krankenhaus geschickt und siehe da... Spontanpneu links. Ich sags euch...örtliche Betäubung ( muss reichen ) und rein mit dem Schlauch. Tja ich dachte die ruinieren mir meine Rippen, so Schmerzen hatte ich..aber gut, muss wohl so sein.
Ich war dann bis Samstag im Krankenhaus und wurde nach abklemmen und röntgen und Schlauchziehen entlassen.

Damit konnte ich echt noch umgehen...war Mist aber ok.

Samstag Abend, 03.12.11:

Irgendwie war mir nicht wohl, hatte auf der linken Seite wieder die gleichen Beschwerden, wollte es aber wirklich nicht wahr haben...half alles nichts. Am Sonntag Abend befand ich mich wieder im KH, Lunge links wieder komplett zusammengefallen und hat die Speiseröhre schon etwas verschoben, Schlauch wieder rein ( das ich nicht um mich geschlagen habe war alles ).
Der CT zeigt das die Lungenbläschen in der Lungenspitze sitzen, und zwar links und rechts.
OP am Dienstag, der Teil mit den Lungenbläschen links in der Spitze wurde entfernt inklusive Rippfellverklebung bla bla bla.
Nach 10 Tagen wurde ich entlassen. Mit dem Vermerk: Das wird nun nicht mehr passieren..zumindest nicht links!

Damit konnte ich schon nicht mehr so gut umgehen. Man hört sehr viel in sich rein.
Nach endlosen, inwischen 6 Wochen, konnte ich am 09.01.12, den 1. Tag wieder arbeiten gehen. Freude!!!

Montag, 09.1.12, abends:

Schmerzen links, gleiche Symptome trotz OP. FASSUNGSLOS, dem *Nervenzusammenbruch* nahe.

Ab ins Krankenhaus, linker Lungenflügel wieder komplett zusammengefallen. Montag Schlauch rein, röntgen, Schlauch tiefer rein.
Dienstag: Schlauch sitzt nicht richtig, 2. Schlauch muss rein :o ( zu Schwach um um mich zu schlagen)
So lag ich dann knapp 2 Wochen, wieder mit diesen blöden Blubberkästen ( liebevoll auch Zimmerbrunnen genannt).
Nach 1 Woche wurde immerhin dann mal der Schlauch gezogen der nichts brachte ( nach 1 Woche doch recht früh ).
Am Freitag den 20.01. hatte ein Arzt dann wohl doch noch ein Herz und beschloss weil sie nicht mehr wussten was sie noch machen sollen ( ein ca. 1cm kleiner Spalt der Lunge wollte sich einfach nicht aufbauen ), mich in die Lungenklinik Schillerhöhe zu überweisen.

Da war ich dann die 8. Woche krank und mit den Nerven wirklich am Ende. Inzwischen durfte mich an der linken Seite nicht mal mehr die Krankenschwester zum Verbandswechsel anfassen...so empfindlich war/bin ich.

20.01.12 Schillerhöhe:

Da weiß man doch was Lungenärzte sind. Statt des Riesenblubberkastens bekam ich ein Gerät in Größe eine Handstaubsaugers mit Ladestation, da es wichtig ist sich auch zu bewegen wenn man was in der Lunge hat ( hm...wusste im KH wohl keiner).

Der Oberhammer: Hier bekommt man eine kurze Vollnarkose, man schläft etwa 20min, der Schlauch wird gelegt. Tja im KH verzichtet man darauf...

Kompetente Ärzte die sich für meine ängstlichen Fragen Zeit genommen haben, ich hatte inzwischen Angst ich müsste nochmals operiert werden :(.

Es wurde erstmal versucht die Lunge so wieder aufzubauen, wenn das nicht klappt muss ich operiert werden, dass war klar.
Aber es stellte sich heraus das der fehlende 1cm durch den Schlauch kam. Schlauch unter Röntgenkontrolle gezogen und siehe da. Lunge ausgebreitet.

Gut zu Wissen das das Krankenhaus mich 2 Wochen völlig umsonst behalten hat, aus purem Ärzteegoismus. Wer erklärt das meiner Familie die natürlich auch gar nicht mehr wusste was sie noch glauben kann.

Seit dem 24.01.12 bin ich jetzt wieder zuhause, das ist eine Woche. Seither hab ich keinen ruhigen Tag mehr :(.
Mein Tag wird vom atmen bestimmt. Bekomm ich zuviel Luft, oder zuwenig. Geht es zu leicht, oder zu schwer? Sobald im Rücken was drückt hab ich Panik das es wieder passiert ist..oh man..ich dreh noch durch. Zumal ich weiß das ich die Bläschen auch rechts habe.

Mit dem Rauchen hab ich aufgehört, gar nicht so einfach. Mein Stresspegel ist so hoch das ich rauchen möchte, habe aber Angst das wenn ich eine rauche alles sofort wieder losgeht...ein Teufelskreis.

Sooorrryy für diese lange Vorstellung aber ich habe das Forum gesehen und war schon froh das ich nicht alleine leide...und irgendwie kann es ja auch niemand richtig nachvollziehen dem das nicht selber auch so ging.

Bin also gespannt was ich hier noch so lese und wer noch Tipps für mich hat.

Ansonsten gebe ich gebe ich gerne auch Ratschläge :).

Liebe Grüße,
Linda

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Re: Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub macht

Beitragvon Laser » Dienstag 31. Januar 2012, 17:33

Hallo Linda,

willkommen im Forum.
Ein kleiner Tipp kann ich dir geben. Versuche dich so gut wie möglich abzulenken. Man kann die Sache sowieso nicht wirklich beeinflussen und es bringt nichts sich verrückt zu machen. Leichter gesagt als getan, ich weiß.

Schaue dir einen guten Film an eventuell mit einer Freundin oder Freund. Gehe soweit das möglich ist ein bisschen spazieren. Wobei bei der Kälte das nicht so angenehmen ist aber im allgemeinen ist ein Spaziergang ganz gut. Falls du gerne ließt, kannst du dir ein gutes Buch kaufen.
Finde etwas was dir gefällt und Spaß macht und versuche ein bisschen Abstand von den Gedanken zu nehmen.
Mit der Zeit wird es denke ich dann besser wenn nichts mehr passiert.

Wünsche dir weiterhin Gute Besserung und Viele Grüße.

Torsten
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Re: Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub macht

Beitragvon Torsten » Freitag 10. Februar 2012, 17:05

Hallo Linda,

wie läufts denn so, geht es aufwärt`s?

Gruß
Torsten

Linda
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Re: Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub macht

Beitragvon Linda » Freitag 10. Februar 2012, 17:58

Hallo Torsten,

:) das ist aber nett das Du nachfragst.

Bisher ist noch alles gut :) und ich kann sogar schon wieder lächeln. Man horcht schon noch ziemlich in sich rein aber es wird langsam besser.

Ab Donnerstag geh ich dann mal wieder arbeiten ;) der 2. Versuch, diesmal wirds ja wohl hoffentlich gutgehen.

Grüße,
Linda

Torsten
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Re: Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub macht

Beitragvon Torsten » Sonntag 12. Februar 2012, 20:12

Hallo Linda,

das "rein horchen" ist wirklich das größte Problem nach dem Pneu. Ich versuche dann immer meinen Oberkörper wie in einem Korsett festzusetzen. Blos nicht bewegen, den Oberkörper ja nicht verdrehen oder abknicken. Erst nach dem Pneu kann ich mich zwingen, halbwegs die normalen Bewegungsmuster zu übernehmen. Dann geht es aber auch zügig aufwärts. Je mehr du dich bewegst, desto mehr Selbstbewusstsein bekommst du!

Rein sachlich überlegt hast du auch keinen Grund deinen Lebensablauf anzupassen. Alle meine Pneus sind bei unterschiedlichen Dingen passiert. Viele Pneus einfach nur so, ohne eine körperliche Belastung. Du kannst also eh keinen Pneu aktiv verhindern. Viele Erfahrungsberichte aus dem Forum bestätigen diese Tatsache. Wenn du erst mal ein halbes/dreiviertel Jahr hinter dir hast, sind deine Chancen keinen Pneu mehr zu bekommen sehr gut.

Laser hat es ja schon geschildert, Ablenkung ist sehr wichtig. Genauso wie einen normalen Tagesablauf.

Wegen dem Rauchen solltest du dir wirklich im Klaren sein, dass es in der Tat sehr gefährlich ist. Ich konnte jahrelang nicht aufhören zu Rauchen, erst als ich in der Lungenklinik lag und mehr Angst vorm Sterben hatte als alles andere, konnte ich endlich mit dem Rauchen aufhören. Es hat trotzdem noch ein halbes Jahr gedauert, bis die letzten Suchterscheinungen verschwunden waren. Ab und zu träume ich noch vom Rauchen. Im Traum bin ich total entsetzt, dass ich wieder damit angefangen habe. Umso besser fühle ich mich dann nach dem Aufwachen :)

Für mich kommen übrigens nur noch Lungenfachkliniken in Betracht. Deine Erfahrungen bestätigen auch meine Erfahrungen. Diese Pneus sind einfach zu kompliziert, um irgendwelche "Standardärzte" damit zu konfrontieren.

Ansonsten wünsche ich dir noch einen guten Start im Job.

Gruß
Torsten

Linda
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Re: Spontanpneu oder wie der linke Lungenflügel Urlaub macht

Beitragvon Linda » Montag 13. Februar 2012, 17:40

Hallo Torsten,

genauso ist es. Das in sich *rein horchen* ist wirklich das schlimmste. Jetzt bin ich 2 Tage länger daheim als das letzte Mal :) so denk ich. Obwohl, wie du schon richtig geschrieben hast, es ja nicht zu beeinflussen gibt. Es gibt eben keine Risikofaktoren, damit muss man sich abfinden.

:) Ich trau dem Frieden noch nicht so ganz, aber ich denke je mehr Zeit vergeht desto besser wird es werden.

Sag mal, wie viele Pneus hast du überhaupt gehabt ( oder will ich das lieber gar nicht wissen ;-) ) ?

Mit dem Nichtrauchen klappt es Gott sei Dank super. Die Zeiträume in denen ich nicht mehr ans Rauchen denke werden immer größer. Der körperliche "Entzug" ist ja sowieso schon lang vorbei. Jetzt ist es nur noch kopfsache. Ich hab es bis jetzt über 4 Wochen ausgehalten, jetzt wieder anzufangen wäre einfach nur bescheuert :-).
Aber ich träum auch manchmal davon und bin dann beim Aufwachen froh das es nicht in Echt gewesen ist.
Man sollte halt nie vergessen ( und das tut man schnell wenn die Schmerzen erstmal weg sind ) wie man drangelegen ist. Ausserdem: Wenn man was an der Lunge hat, sollte es das Normalste der Welt sein mit dem Rauchen aufzuhören. Aber du kannst dir nicht vorstellen wieviele aus der Lungenklinik draussen standen, mit sämtlichen Apperaturen, um zu rauchen...erschreckend!!

Ja also ich kann dir wirklich empfehlen lieber in eine Lungenklinik zu gehen. Ich hab halt mit meinem Krankenhaus schlechte Erfahrungen gemacht. Natürlich hat man versucht mir zu helfen aber eben mit mittelalterlichen Methoden.
Ich denke es würde mir rein *psychisch* besser gehen wenn ich nicht die ganzen schmerzhaften Erfahrungen gemacht hätte.
Es ist wie du sagst. Standartärzte geben bestimmt ihr bestes aber bei meinen 3 Krankenhausaufenthalten hatte ich es mit 8 ( ! ) unterschiedlichen Ärzten zu tun. Ich glaube nicht das dort jeder genau wusste was er tut.

:) Ich freu mich echt schon auf die Arbeit ( muss ja auch was heissen ). Bin froh wenn mein normales Leben einfach wieder weitergeht.

Viele Grüße
Linda


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