Es war im Dezember 2003...

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FrankeO

Es war im Dezember 2003...

Beitragvon FrankeO » Montag 17. Januar 2011, 16:21

arbeitete ich als Mobilfunkfachverkäufer in einer Vodafone-Partneragentur, als ich an einem ganz normalen Arbeitstag als ich immer wieder so ein drückender aber erträglicher Schmerz in der Brust verspürte. Hin und wieder mußte ich mich im Aufenthaltsraum auf den Boden legen um wieder durcharmen zu können.

Abends als ich und meine damalige Freundin (mittlerweile Ehefrau) in Bett gegangen sind, mußte ich Ihr versprechen Morgen zum Arzt zu gehen. Gesagt getan, es war das erste Mal nach vier Jahren Bundeswehr das ich zu einem Allgemeinartz gehen mußte, so ging ich zu dem Artz, bei dem auch meine Freundin war.

Der Arzt war sehr nett und hat sich viel Zeit genommen, aber mehr als eine Belastung am Herzen konnte er nicht feststellen, so hat er mich weiter zum Kardiologen geschickt. Bei diesem mußte ich dann Stunden warten, aber feststellen konnte er auch nichts. Als ich bereits am gehen war, kam er ins Wartezimmer geschossen, wo ich gerade meine Jack anzog, "setzten Sie sich hin, ich ruf einen Krankenwagen".

An den eigendlichen ersten Aufenthalt im Krankenhaus kann ich mich garnicht mehr wirklich erinnern. Alles was mir noch im Gedächnis ist, ist dass die Drenage in der Brust gelegt wurde und ich mir unmittelbar nach der Entlassung beim Warten auf das Taxi mir im Kiosk eine Schachtel Zigaretten gekauft habe.

Nach ca. ein halbes Jahr hatte ich dann den ersten rezidiv Spontanpneumotorax, diesmal beim Autofahren und ich woste auch sofort was los war. Also gleich ab ins Krankenhaus in die Notaufnahme, die kennen mich ja schon. Krankenhaus war wie immer. Bei der Entlassung wurde mir dann nahegelegt beim nächsten Mal doch in die Universitätsklink zu gehen, die können mehr tun. Super! Das hätte man mir beim ersten mal doch auch schon sagen können.

2005 folgte der dritte Spontanpneumothorax, also ab in die Notaufnahme der Universitätsklinik. Notfallfersorgung wurde wie immer durchgeführt, jedoch legten die die Drenage nicht in der Brust, sondern seitlich zwischen den Rippen, was ich als angenehme empfinde. Bei der Entlassung wurde gleich ein Termin für eine Lungenspitzenresektion vereinbar.

Ich wurde von Tag zu Tag nervöser, als der Krankenhaustermin sich näherte. Dann war es soweit, mit rasendem Herzen im Krankenhaus eingecheckt, Zimmer bezogen und gleich zur Voruntersuchung. Hier hieß es "Hat Ihnen keiner Bescheid gegeben? Die Operation kann nicht stattfinden, der Operateur hat sich die Hand gebrochen!". Echt toll!

Vier Wochen später, erneuter Spontanpneumotorax! Mal wieder in die Universitätsklinik. Hier wurde dan auch gleich die Lungenspitzenresektion durchgeführt und ich wurde für die letzmaligen Unannehmlichkeiten mit einem Einzelzimmer entschädigt. Bei der Entlassung wurde mir dann die freudige Mitteilung gamacht, dass auf der rechten Seite nun kein Spontanpneumotorax mehr auftreten wird. Juhu!

07.September 2006, meine Frau hat Geburtstag, ich arbeite mittlerweile bei einem Softwarehersteller, der an der selben Buslinie liegt wie die Universitätsklinik. Nachmittags 14:00 Uhr ich mache Feierabend und fahr mit dem Bus Richtung Bahnhof und direkt durch ins Krankenhaus, es war mal wieder soweit. Aber wieso, der Artz hat doch gesagt, dass passiert nicht mehr. Bei dem Krankenhausaufenthalt wurde jetzt endgültig eine Pleurektomie durchgeführt. Bei der Entlassung wurde ich psychisch darauf vorbereitet, dass es bei mir sehr warscheinlich ist, dass irgendwann auch auf der linken Seite ein Spontanpneumothorax auftreten wird.

Seitdem ist kein Spontanpneumothorax mehr aufgetreten. (Klopf auf Holz)
Auch wenn die Nachuntersuchung beim Lungenfacharzt ergeben hat, dass Alles gut verheilt ist habe ich immer wieder mit den Nachwirkungen der OP's zu kämpfen. Ich bin seither viel anfälliger für Erankungen (Gripe, Bronchitis, usw.) und diese sind, ich denke aufgrund der Verarbungen, auch schmerzhafter und belastender als früher.


Für Kontakte die Näheres über meine Erfahrungen wissen möchten, bin ich immer offen, auch für diejenigen die für mich Tips haben.

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Re: Es war im Dezember 2003...

Beitragvon alexander_k » Mittwoch 19. Januar 2011, 14:27

Willkommen im Club ...

Wurde bei dir ein CT gemacht ? Und was war der Grund, also hast du Bullae's (Bläschen) gehabt oder ein Lag an der Lunge ?!

Mit den Nachwirkungen der OP haben sehr viele zu kämpen, mich eingeschlossen. Ich bin zwar nicht anfälliger gegen Krankheiten oder der gleichen geworden. Ich habe eher das Problem das bei Wetterumschwüngen die Narben weh tun. Oder Meine Brust ist an manchen Stellen noch Taub. Und komischerweise schwitze ich döller als vorher unter den Armen, so blöd es klingen mag. Aber das Thema hatten wir ja schon *g*
Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.

FrankeO

Re: Es war im Dezember 2003...

Beitragvon FrankeO » Donnerstag 20. Januar 2011, 17:14

Hallo alexander_k,
ja ich habe ganz viele Bullae's, leider auch auf beiden Seiten.
Das mit der Wetterfühligkeit habe ich ich und unter der Achsel hab ich ein taubes Gefühl.
Mir wurde auch gesagt, das die Bullae's weiter platzen, aber durch die "Fixierung" der Lunge die Luft nicht mehr entweichen kann.


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