Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

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rapid
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Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon rapid » Freitag 3. September 2010, 18:20

Hallo,

ich bin 27 Jahre jung und sehr starker Raucher (gewesen), habe einen sportlichen doch sehr schlanken Körperbau mit 179cm Körpergröße und 63KG Körpergewicht, wohl eher untergewichtig ;) . Am 28.08.2010 habe ich einen Pneumothorax bekommen :x . Zur Mittagszeit saß ich wie gewöhnlich vor dem Computer hatte wohl schon die 12 Kippe hinter mir und zudem leider eine schwere Grippe mit sehr sehr starkem Husten. War 3 Tage vorher beim Doc, habe zwar keinen Hustenstiller aber ein schleimlösendes Mittel verschrieben bekommen und auch ordentlich eingenommen. Ich hatte so das Gefühl der Husten wurde dadurch intensiver, kann natürlich auch am weiterrauchen trotz Grippe gelegen haben. Der Husten wurde so stark das ich schon am Keuchen war, bis ich plötzlich einen starken Schmerz in der rechten Brusthälfte verspürte und immer kurzatmiger wurde... Ich dachte zunächst, da ich seit ein paar Jahren Rückenprobleme habe (Dauersitzer), ich hätte mir einen Nerv eingeklemmt. Knapp 2 Stunden lang versuchte ich mich wieder "einzurenken" natürlich erfolglos... Ich war schon kurz vorm hyperventilieren mein Herzschlag schoss so langsam in die höhe... Panik machte sich bemerkbar. Ich bat daraufhin einen Freund einmal vorbei zu schauen ob er das wieder hinbekommt :roll: . Als er bei mir eintraf und mir ins Gesicht sah meinte er: "Los sofort ins Krankenhaus". Ab da ging dann alles recht fix, die Ärzte haben das ganz gut in den Griff bekommen, mich beruhigt und mir sehr schnell alles erklärt. Nach dem Röntgen und der Diagnose wurde auch die Thoraxdrainage umgehend unter örtl. Betäubung gelegt. Gute Arbeit muss ich sagen!
Beim CT hat sich leider herausgestellt das ich noch 2 erweiterte Lungenbläßchen an der geschädigten Lunge habe, die wohl nur durch eine OP entfernt werden können. Ich möchte keine OP wenn das nicht wirklich notwendig ist. Ich habe mich dazu entschlossen mich etwas einzuschränken und das ganze als driftigen Rauchstopgrund zu handhaben... Nun habe ich zu diesem Thema viel gelesen und viel erfahren... Die Einschränkungen sollten euch ja bekannt sein: nicht mehr Rauchen, kein Bergsteigen, nicht Tauchen, keine Höhenflüge, nicht Trompete spielen etc. schlichtweg alles was mit dem Luftdruck zu tun hat... Habe nun aber auch gelesen das sowas sogar beim aufblasen eines Luftballons oder beim Nase putzen platzen kann :cry: und weiss nicht so recht ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Wie würdet ihr euch entscheiden, wenn da definitiv 2 Pneus aufs Platzen warten? Habe Angst :( möchte aber eigentlich vorerst keine OP.

LG rapid

Laser
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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon Laser » Freitag 3. September 2010, 19:59

Hallo Rapid,

erstmal wünsche ich dir gute Besserung. Es war eine gute Idee mit dem Rauchen aufzuhören.
Die Blasen können jederzeit platzen ohne große Anstrengungen zu machen. Die können auch platzen wenn man auf der Toilette sitzt mal ganz offen gesagt.

Ich möchte dir damit keine Angst machen das ist aber leider die Wahrheit.
Ob eine OP oder nicht das muss jeder selber entscheiden. Am besten ist es wenn man die Sache mit dem Arzt bespricht und man dann entscheidet.

Viele Grüße und Gute Besserung

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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon eve » Freitag 3. September 2010, 20:04

Hallo rapid

Willkommen in diesem erlauchten Club, bei dem keiner Mitglied sein will :D

Also zuerst einmal bist du nur vom Flaschentauchen definitiv ausgeschlossen. Aber sonst, auch wenn du den atmosphärischen Druck anschaust, bist du eigentlich von gar nichts ausgeschlossen. Es geht dabei ja drum, ob und wie stark du die Wahrscheinlichkeit eines Pneus mit der Aktivität erhöhst und wie gut man dich retten könnte, solltest du einen Pneu bekommen. Und da steht Flaschentauchen an 1. Stelle. Wenn du unter Wasser einen Pneu bekommen solltest, ist es extrem gefährlich, dich da rauszuholen, da sich die vorhandene Luft beim Auftauchen ausweitet, so dass beim Auftauchen aus einem kleinen Pneu eine kollabierte Lunge (oder noch mehr) werden könnte.

Aber es gibt keinen Grund, warum du klettern meiden müsstest, ausser natürlich, dass man dabei nur schon wegen der Anstrengung gut atmen können sollte und ein Pneu sicher sehr unangenehm wäre...aber da wahrscheinlich alle mit Pneu ziemlich sofort absteigen würden, besteht da z.B. keine Gefahr, dass ein vorhandener Pneu grösser würde.

Einzig der Kontaktsport ist ziemlich unsicher, da man bei einem Schlag auf den Brustkorb evtl. wieder einen Pneu bekommen könnte...aber auch da...bei Kontaktsportarten sind sehr oft Aerzte in der Nähe, die sofort 1. Hilfe leisten könnten, sollte es ein Spannungspneu sein.

Ich hätte an deiner Stelle gleich entschieden, bzw. hatte mich ja nach meinem 2. Pneu gleich entschieden. Keine OP und abwarten...als ich dann nach ein paar Monaten sah, dass ich mich mit der Angst und allem anderen kaputtmachte, entschloss ich mich doch zur OP. Das war dann aber ohne Zwang und Druck von aussen.

Solange die Leute um dich wissen, was sie machen müssen, solltest du einen Spannungspneu bekommen, kannst du wirklich bis auf Flaschentauchen (schnorcheln und tauchen ohne Flaschen sind kein Problem) alles machen. Je mehr du aufpasst, desto mehr denkst du an deinen Pneu und je mehr du daran denkst, desto mehr wird dich die Angst beeinflussen...also am besten nicht daran denken, alles machen, was du willst und schauen, ob es geht...
lg
eve

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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon rapid » Samstag 4. September 2010, 09:16

Danke erst einmal für die Aufmerksamkeit. Man ließt nun mal viel im Internet und der Ober-Arzt selbst meinte in den Urlaub fliegen oder hohe Berge besteigen wäre tabu weil es sehr riskant wäre wegen dem Höhendruck, ich kann das nicht wirklich beurteilen.

Ich werde das nun einfach auf mich zukommen lassen, die Entscheidung gegen die OP habe ich ja bereits getroffen, werde mich auch vorerst nicht umentscheiden.

Ist alles noch recht frisch, liege grade noch im Krankenhaus :( heutte sollte Entlassung sein aber die Lunge war gestern noch nicht vollständig entfaltet. Nun muss ich die nächste Röntgendiagnose abwarten. Ich lese mich derweil weiter durchs Forum.

LG rapid

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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon eve » Samstag 4. September 2010, 11:00

Na da halte ich dir die Daumen, dass du heute nachhause darfst...

Was du sicher sehen wirst, ist, dass all die Aerzte sich weder einig sind, wieviel Schonung du jetzt brauchst, noch, was du jetzt alles machen darfst oder eben nicht. Die einen würden dich am liebsten 6 Monate in Watte packen, die anderen denken, du darfst übermorgen schon beinahe alles. Es gibt einige threads über dieses Thema hier im Forum,
lg
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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon Bert » Samstag 4. September 2010, 17:45

Hi rapid,

von mir auch(leider) ein herzliches Willkommen in unserm Club :D

also ich weis ja nicht was das für einen Arzt war, aber fliegen nach einem Pneu ist normalerweise kein Problem, solange in der Maschiene ein Druckausgleich stattfindet, was eigentlich heutzutage bei jeder Airline sein sollte

und bei den Sachen die du hier oder anderswo im Internet liest musst du allerdings auch beachten das es meist Leute sind bei den ebend irgend etwas passiert ist, es wird wohl kaum jemand schreiben ich bin nach meinem Pneu auf einen Berg gestiegen und habe keinen erneuten Pneu bekommen ;)

z.B. weil du schreibst, das du gelesen hast das es beim Lufballon aufblasen passieren kann - ja und? ich habe vor ca. 2 Monaten einen Kinderpool aufgeblasen und was soll ich dir sagen was passiert ist? nix ist passiert - von daher nicht alles was du darüber liest muss auch auf dich zutreffen 8-)

was man wirklich lassen sollte, ist wie eve schon geschrieben hat, Flaschentauchen

Also Kopf hoch und gute Besserung
LG Bert :mrgreen:
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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon rapid » Samstag 4. September 2010, 22:00

Danke für die aufbauenden Worte. Irgendwo habt Ihr natürlich Recht.. Ich werde das nun auf mich zukommen lassen... Wie Eve schon meinte einfach machen, man kanns ja eh nicht wirklich vorbeugen!!! In totaler Angst bis ich die OP mal iwann machen lasse, wollte ich auch nicht Leben.

@Bert: Zu der Sache mit dem Arzt ich will ihm da auch nicht in den Rücken fallen, vielleicht hab ich das in dem Moment auch nur so interpretiert, er sprach unter anderem Wortwörtlich von "nicht in den Urlaub fliegen" hat das aber nicht weiter verdeutlicht und ich auch nicht weiter nachgefragt. :roll:

Hab die Drainage nun seit genau 7 Tagen :( nervt das Ding... Sowas befreit einen von allen Entzugserscheinungen ^^

LG rapid

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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon alexander_k » Mittwoch 8. September 2010, 14:48

Von mir auch alles alles Gute !!!

Wie schon gesagt wurde, lass dich nicht unterkriegen. Wenns passiert, passiert es halt. Ändern lässt es sich eh nicht.

Du passt voll in mein Muster, bin auch 26 ( 2 Wochen dann 27) und mein Körpergewicht/Größe passt auch zu deinen Angaben. Jaja ... wir rutschen leider voll in das Chema eines Pneuopfers. :(
Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.

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Re: Mein erster und wahrscheinlich nicht letzter Pneumothorax

Beitragvon Bjoern082 » Dienstag 21. September 2010, 21:02

Hi hatte seid ende Mai anfang Juni bis mitte Juli 3 Pneus hintereinannder und wurde 2 mal operiert einmal endoskopie und beim 2 mal wurde offen gemacht. Befinde mich jetzt zur Zeit in der Anschlussheilbehandlung in der Lungen und Asthma Klinik Bad Lippspringe. Hier wurde ich zu einer Atemschule eingeladen dachte warum soll ich das atmen lernen tue ich ja schon seid 27 Jahren. Falsch
Meine erfahrung ist nicht im Brustkorb atmen da dadurch die blässchen schneller Platzen können als wenn man im Bauch atmet. Warum ganz klar beim einatmen wird die lunge größer und drückt gegen den Brustkorb. Beim Bauchatmen wie schon der name im Bauchatmen. Und immer in die Nase einatmen und aus den Mund raus. Ganz wichtig ist auch keine Pressatmung wenn man auf der Toilette sitzt den dadurch können auch die Lungenblässchen platzen sowie übungen vermeiden die was mit den Brustkorb zutun haben. Wie beim Fussball den Ball mit der Brust annehmen.


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