ICH AUCH

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heliantus
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ICH AUCH

Beitragvon heliantus » Sonntag 10. Januar 2010, 21:34

Hallo!

Bin nach meinem ersten Pneu auf dieses Forum gestoßen und nach meinem 2. jetzt dachte ich, es wäre an der Zeit mich auch mal anzumelden!

Also ich bin 27, bin 170cm groß und 46kg schwer- bin weiblich und hatte am 17.11.09 meinen ersten Pneu. Allerdings denke ich, dass er schon eine Zeit da war, weil mich schon das Wochenende davor Schmerzen in der Brust plagten, ich mir aber nichts weiter dabei dachte. Ich ging dann zu einem Herzspezialisten, weil ich geglaubt habe, die Schmerzen kämen vom Herz. Der schickte mich dann zur Sicherheit noch zum Lungenröntgen, da er nichts finden konnte. Als dann ein paar Minuten nach dem Röntgen schon der Arzt etwas panisch anrief und mir mitteilte, ich habe einen Spontanpneu, wusste ich nicht im geringsten was das war. Ich wurde gleich ins KH gebraucht und dort sofort an Sauerstoff gehängt um danach die Drainage gelegt zu bekommen. Es war für mich alles irgendwie ziemlich schockierend, da mir niemand wirklich etwas erklärte und ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich krank oder im KH war. Dann blieb ich den Rest der Woche mit dem Schlauch in meiner Lunge dort und durfte nach 6 Tagen wieder nach Hause. Ich wurde nicht wirklich gut informiert und wusste somit auch nicht, dass das Rückfallrisiko so hoch wäre. Ich war einfach nur soooooooo froh aus dem KH raus zu kommen, da ich den Aufenthalt dort als ziemlich traumatisch empfunden habe und dort sicher nicht mehr hin wollte.
Nachdem ich nun ein Monat in Krankenstand war und es mir schon wieder sehr gut ging kam er dann wie aus dem Nichts- Mein 2. Pneu!!!!!
Ich ging am Abend des 29.12.09 schlafen ohne etwas zu spüren und plötzlich in der Nacht kam das Stechen im Rücken und ich wusste, dass es wieder einer war. Gewissheit erhielt ich nach dem Röntgen im Spittal. Leider oder in meinem Fall Gott sei dank, war aufgrund der Feiertage im KH meiner Heimatstadt kein Chirurg da und so wurde ich gleich mit der Rettung nach Wien in eine Speziallinik gebracht wo man sich wirklich sehr bemüht hat um mich, weil ich dort sozusagen das "Nesthäckchen" unter den Patienten war. Es wurde mir auch alles sehr genau erklärt bezüglich des Eingriffs und was da genau passieren würde beim Verkleben der Lunge. Und so wurde ich am 31.12.09 operiert- Juhu Silvester!!!!! Am Sonntag darauf wurde ich entlassen und bin jetzt seit einer Woche wieder daheim. Die ersten 1 1/2 Tage daheim habe ich dann ziemlich oft erbrochen- warum auch immer, doch jetzt geht es mir den Umständen entsprechend gut.
Morgen muss ich wieder nach Wien zur Kontrolle und zum Nähte ziehen, wovor ich doch etwas Panik habe, da ich hier schon sehr viel gelesen habe von weiteren Rückfällen trotz OP. Ich bin einfach nur etwas fertig, weil das alles mit den Pneus so unerwartet (logisch haha) kam und ich jetzt ständig Angst hab, dass es wieder so ist. Ich kann nicht wirklich damit umgehen, dass ich vielleicht mein Leben lang deshalb eingeschränkt sein werde. Und natürlich wollen mir alle aus meiner Familie und meinem Freundeskreis gut zu reden, allerdings weis keiner von ihnen, wie es mir geht mit diesem Gefühl und das macht mich fertig! Ich habe Angst vor der morgigen Kontrolle, da ich ja nicht weis was für Auswirkungen vielleicht das häufige Erbrechen auf meine Lunge gehabt haben könnte. Und dann denke ich wieder, dass es doch sau blöd ist immer an das Schlimmste zu denken aber naja!

Auf jeden Fall bin ich "froh" hier zu sein und verstanden zu werden!!!!!!!!!


LG Sandra

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Re: ICH AUCH

Beitragvon Bert » Montag 11. Januar 2010, 09:30

Hi Sandra,

willkommen im Club - ja ich weis man tritt hier ungern bei ;)

heliantus hat geschrieben:da ich hier schon sehr viel gelesen habe von weiteren Rückfällen trotz OP.

dabei darfst du aber nicht vergessen das viele die keinen Rückfall haben seltener hier ins Forum kommen als solche die halt ein Rückfall hatten - also nicht verrückt machen lassen, es gibt auch genügend Leute die keinen Rückfall bekommen.

heliantus hat geschrieben:Ich kann nicht wirklich damit umgehen, dass ich vielleicht mein Leben lang deshalb eingeschränkt sein werde.

Ja so in etwa dachte ich vor einem halben Jahr auch noch, aber heute sieht das schon ganz anders aus.
Man darf sich nur nicht das Leben vom Pneu diktieren lassen sonder einfach versuchen damit zu leben - bei mir es schon so das ich jetzt nicht immer gleich an einen möglichen neuen Pneu denke wenn es mal wieder im Brustkorb zieht oder sticht.

heliantus hat geschrieben:Und dann denke ich wieder, dass es doch sau blöd ist immer an das Schlimmste zu denken aber naja!

Ich denke mal ein gewisses Mass an Angst ist schon normal und ok, aber man darf die Angst oder vieleicht sogar Panik nicht die Oberhand gewinnen lassen - also immer schön versuchen locker zu bleiben und nicht ständig drüber nachdenken, versuche dich irgendwie abzulenken.

Gute Besserung und
LG Bert :mrgreen:[
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Re: ICH AUCH

Beitragvon Laser » Montag 11. Januar 2010, 18:35

Hi Sandra,

die Rückfallquote nach einer OP liegt ungefähr bei ca. 3%. Ziemlich gering darüber musst du dir jetzt kein Kopf machen, freu dich das es dir jetzt wieder besser geht.
Du kannst den Ärzten über die Übelkeit berichten, vllt. lag es an der Narkose.

Sonst wünsche ich dir Gute Besserung und viel Glück

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Re: ICH AUCH

Beitragvon eve » Dienstag 12. Januar 2010, 18:27

Hallo Sandra

Willkommen in diesem "erlauchten" Club :D

Uebelkeit nach einer Narkose passiert ziemlich oft. Solltest du wiedermal eine Operation haben, sag das den dortigen Anästhesisten; die können dir dann Mittel dagegen geben.
Wie Laser sagt, liegt die Rückfallquote nach einer Operation, etwas abhängig von der verwendeten Technik, ziemlich tief. Da würde ich mir, so gut es geht, keine Sorgen machen. Ich weiss, einfacher gesagt als getan :)

Was evtl. Einschränkungen angeht, gibt es, ausser du seist Hobby- oder professionelle Taucherin, eigentlich kaum welche. Da in der Beziehung sowieso jeder Arzt was anderes sagt, würde ich alles machen, womit du dich wohlfühlst...evtl. ein bisschen kürzertreten, solltest du Kampfsport machen.
lg
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Re: ICH AUCH

Beitragvon heliantus » Freitag 15. Januar 2010, 20:17

Hallo!

Danke euch für die lieben, aufbauenden Worte!
Das Röntgen am letzten Montag war vollkommen in Ordnung.
Allerdings ist die OP jetzt schon 2 Wochen her und anstatt das es mir besser gehen würde, kommen immer wieder Schmerzen.
Angst macht mir, dass ich oft das Gefühl hab, nun auch ab und zu etwas auf der rechten Seite (meine Pneus waren alle beide auf der linken) zu spüren. Ich bin mittlerweile schon so sensibel im Bezug auf etwaige Anzeichen eines erneuten Pneus, das mich das einfach nur mehr fertig macht.
Zur Zeit hab ich einfach nur mehr das Gefühl, das sich grad alles gegen mich wendet. Ich bin jetzt seit Mitte November zu Hause aufgrund der beiden Pneus und wünsche mir nichts mehr, als das alles einfach wieder normal wird. Aber anscheinend ist mir das nicht vergönnt. Es ist so, dass ich bis jetzt nie körperliche Probleme hatte und mitten im Leben gestanden bin. Ich bin gerade am fertig werden mit dem Studium und habe seit Mai letzten Jahres einen wirklich tollen Job (wer weis wie lang noch) und jetzt bin ich daheim gefangen und kann nichts dagegen machen und immer wenn ich denke, so jetzt ist es geschafft und vorbei und ich bin wieder am Weg der Besserung kommt sowas, wie diese Schmerzen die ich nicht verstehe.
Ich bin einfach am Ende meiner Kräfte- hört sich wahrscheinlich etwas übertrieben an aber so gehts mir im Moment und ich hab keine Ahnung, wie ich da wieder raus kommen soll!!!!

LG Sandra

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Re: ICH AUCH

Beitragvon eve » Freitag 15. Januar 2010, 21:07

Zuerst mal, gut, dass alles in Ordnung scheint :)

Was genau deine jetzigen Schmerzen angeht, da müsstest du uns etwas mehr darüber erzählen, wo, wie, wann, usw. dass man irgendetwas dazu sagen könnte.

Ausserdem werden Schmerzen sehr von Einstellung, Haltung, usw. beeinflusst. Zu ersterem ist zu sagen, dass (ich denke, da liege ich nicht sehr daneben) wahrscheinlich die meisten Leute nach ihren ersten Pneus sehr verunsuchert sind....speziell, wenn sie normalerweise gesund sind...da geht wohl ein gewisses Urvertrauen in unseren Körper und unsere Gesundheit verloren; was bleibt, ist meistens Schock, Unsicherheit, Angst. Diese Angst bringt uns dazu, uns zu schonen, dauernd über das, was passiert ist, nachzudenken und schlussendlich bringt sie auch grössere Schmerzen, da wir ja viel mehr, beinahe extrem in unseren Körper reinhorchen und uns jetzt jedes noch so kleine Zipperlein, das wir früher gar nicht beachtet hätten, auffällt.
Diese Angst gilt es unbedingt zu überwinden, um wieder ein normales Leben führen zu können.

Das zweite ist die Schonhaltung, die wir nach Operationen einnehmen. Dort, wo es weh tut, schonen wir uns, ohne dabei zu sehen, dass wir uns damit selber im Weg stehen. Bei Pleurodesen sollte man nach der Operation darauf achten, wieder tief und gut durchzuatmen, evtl. mit Hilfe eines Spirometers. Machen wir das nicht, wird es über kurz oder lang mehr weh tun. Dort, wo ich operiert wurde, kommt am nächsten Tag eine Physiotherapeutin, um den Patienten das richtige Atmen wieder beizubringen. Hat man bei dir was ähnliches auch gemacht? Wenn nicht, wäre es an der Zeit, dass du wieder lernst, wie richtig atmen. Das hilft sowohl bei der Angst wie auch bei evtl. Schmerzen.
lg
eve

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Re: ICH AUCH

Beitragvon heliantus » Freitag 15. Januar 2010, 22:11

Hallo Eve!

Ich wurde in Wien operiert allerdings wurde mir nichts dergleichen gezeigt oder erklärt was das Atmen betrifft. Ansonsten waren aber alle Ärzte sehr bemüht um mich, also könnt ich nicht sagen, dass ich schlecht behandelt wurde!
Zu meinen Schmerzen kann ich sagen, dass auf der linken operierten Seite manchmal ein leichtes Stechen auftritt. Und auf der rechten Seite bilde ich mir ein manchmal auch etwas zu spüren, wenn ich dann versuche tief einzuatmen habe ich das Gefühl, das es nicht so ganz geht. Ich weis nicht, ob die Anzeichen auf der rechten Seite die eines Pneus sind und das macht mir Angst. Es fühlt sich einfach komisch an auf beiden Seiten und ich möchte nicht auf beiden Seiten gleichzeitig einen Pneu haben!I
Ich möchte nur, dass ich wieder normal werde aber im Moment fühlt es sich nicht im geringsten so an!

LG

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Re: ICH AUCH

Beitragvon Laser » Samstag 16. Januar 2010, 10:55

Hallo,

Eve hat das alles sehr gut beschrieben. Nach einem Pneu wird vieles zu reiner Kopfsache.
Man muss die Angst und alles Psychisch überwinden können.

Viele Grüße

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Re: ICH AUCH

Beitragvon eve » Samstag 16. Januar 2010, 17:25

Ich mag mich noch gut erinnern, wie ich nach dem 1. Pneu alles genaustens beobachtete und überzeugt war, es sei beidseits nicht alles i.O.. Während Monaten machte ich mir selber das Leben schwer...bis ich den nächsten Pneu hatte und realisierte, dass es doch ganz anders war als ich dachte, ich hätte im Gedächtnis.

Nach einer Lungenoperation ist eine bekannte Schonhaltung, dass man nicht mehr richtig durchatmet; das Volumen (LungenVolumen) kann bis um 2/3 sinken. Als Bsp. war mein normales LV so ca. 4 liter; nach der 1. Pleurodese hätte ich noch so ca. 3-3.2l oder so LV haben müssen, aber ich war auf 2 l unten, weil ich eben nicht mehr richtig durchatmete. Mit vielen Atemübungen und Inhalieren brachte ich es wieder auf 3l rauf.

Atmet man nicht richtig durch, kann passieren, dass sich Flüssigkeit ansammelt, da sich ja die Lunge auch auf der gesunden Seite nicht mehr richtig bewegt (min. hat man mir das so erklärt); diese Flüssigkeit spürt man als ein Gefühl von nicht richtig durchatmen können. Ich habe in der Zeit viel inhaliert, was auch zuhause mit z.B. warmem Salzwasserdampf gut geht. Das hilft gut.

Und "last" aber bei weitem nicht "least"...mit Abwechslung, Beschäftigung, Wiederaufnahme von normalen Tätigkeiten die Aufmerksamkeit von der Lunge auf andere Sachen richten. Dann geht auch die Zeit schneller vorbei und die heilt ja bekanntlich sehr viele, vor allem auch psychische Wunden und schafft Abstand, den man nach so einer Erfahrung unbedingt wieder braucht.
lg
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Re: ICH AUCH

Beitragvon Bert » Samstag 16. Januar 2010, 19:25

Hi Sandra,

ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen hör auf eve, hat mir auch schon viel geholfen. :D

heliantus hat geschrieben:Angst macht mir, dass ich oft das Gefühl hab, nun auch ab und zu etwas auf der rechten Seite (meine Pneus waren alle beide auf der linken) zu spüren. Ich bin mittlerweile schon so sensibel im Bezug auf etwaige Anzeichen eines erneuten Pneus, das mich das einfach nur mehr fertig macht.

Das Problemen mit der gesunden Seite kenne ich auch, das ist einfach das man nach einem Pneu durch das intensivere hineinhorchen in seinen eigenen Körper Dinge spürt und merkt die man vorher auch hatte aber völlig ignoriert hat, allerdings jetzt denkt man sofort an einen Pneu oder so etwas- so war es zumindest bei mir.

Und mach nicht den Fehler, dich vom Pneu oder der Angst davor zu beeinflussen, so wie bei mir und wie warscheinlich bei so manch anderem auch, ich habe mich 3-4 Monate sehr eingeschränkt, was ich heute 6 Monate später schon wieder anders sehe und bereue , heute lebe ich fast genauso wie vor meinem Pneu(ausser das ich nicht mehr rauche). Denn im Endeffekt kannst du sowieso nix gegen einen neun Pneu machen - du bekommst warscheinlich zu 97% auf der operierten und zu über 70% auf der anderen Seite keinen neuen Pneu, also lebe dein Leben so wie du willst ohne an einen neuen Pneu oder sowas zu denken.

LG und weiterhin gute Besserung
Bert :mrgreen:
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