Seite 1 von 1

Wundheilung

Verfasst: Freitag 3. Oktober 2014, 12:07
von nikaty
Hallo Zusammen,

ich wollte keinen neuen Thread eröffnen, ich denke meine Anliegen passen auch hier ganz gut.

Ich hatte am 22.09. einen Spontanpneu. Mein Freund erinnert sich noch sehr gut an den Moment - ich klagte über Rückenschmerzen, machte meine Dehnübungen und plötzlich hatte ich Probleme beim Atmen. Da ich knapp eine Woche später endlich meineb lang ersehnten Jahresurlaub hatte und glücklicherweise stets eine Bronchitis vorm Urlaub bekomme, habe ich mir erstmal bichts dabei gedacht, Diclophenac eingeworfen und das Wochenende im Bett verbracht. Als am Montag noch immer keine Besserung zu spüren war und die erwarteten Hustenanfälle ausblieben, bin ich dann zum nächst gelegenen Arzt gegangen, einen festen Hausarzt habe ich noch nicht. Die Ärztin schaute mich verängstigt an und schickte mich mit Verdacht auf einen Spontanpneu sofort ins Krankenhaus. In dem Moment wusste ich schon - das war es mit meinem Urlaub.
Also ab ins Krankenhaus und am selben Abend mit örtlicher Betäubung und leicht sediert eine Drainage gelegt bekommen.

Donnerstag hatte ich dann mein CT mit dem Ergebnis, das bei nir auf beiden Seiten große Bullae an den Lungenspitzen zu sehen waren und diese schnellstmöglich mit der Schlüsselloch Technik entfernt werden sollten. Beides gleichzeitig ist nicht möglich, also erstmal die bereits betroffene rechte Seite. Freitags kam dann erstmal die Drainage raus, Montags folgte die OP. Mein Urlaub (17 Tage Spanien, 2 Monate mehr als hart erspart) fiel ins Wasser - eine Reiserücktritt hatten wir nicht, bin ja grad mal 23 Jahre alt. Hospital statt Holiday. OK - eine andere Wahl hatte ich ja kaum. Dank des Dipidolor im Krankenhaus blieben mir auch die schlimmsten Schmerzen erspart, da ich allerdings über sas Abhängigkeitspotential Bescheid weiss habe ich dann schnellstmöglich wieder darauf verzichtet.

Mittwoch nach OP wurde dann die 2. Drainage entfernt und ich dachte ich sei auf dem Weg der Besserung. Wurde Samstags entlassen, 5 Tage nach OP.

Nun bin ich knapp 6 Tage zuhause und habe das Gefühl, das jeden Tag neue Schmerzen hinzukommen. Meine Rippen taten Anfangs weh (klar, die wurden ja auch leicht verbogen während der OP), inzwischen brennt der gesamte Bereich wie Feuer und meine Metamizol & Ibus wirken kein bisschen dagegen. Vor allem wenn ich liege ist es besonders schlimm.
Bei der OP wurde auch ein Hautnerv durchtrennt, sodass ich meine rechte Brust nicht mehr spüre, lediglich an der Mamille brennt und zieht es manchmal ein bisschen, als würde ich dort Gänsehaut bekommen.

Nun macht es mir wirklich Angst, das die Schmerzen scheinbar zunehmen statt nachzulassen. Habe alle Lungenfachärzte abtelefoniert, trotz der Geschichte und Schmerzen kann man mir frühestens im Januar einen Termin anbieten. Dazu kommt, das ich auf der linken Seite quasi auch eine tickende Zeitbombe habe laut den Ärzten, da hier auch große Bullae sind die jederzeit platzen können.

Seit 3 Wochen bin ich jetzt im Schonmodus, die Nerven liegen blank. Von wütend über traurig bis verzweifelt ist alles dabei. Bestimmt auch etwas bedingt vom Nikotinentzug, denn meine letzte Zigarette habe ich vorm Krankenhaus am 25.9. geraucht, was auch gut so ist. Da die rechte Seite nach der OP so stark weh tut, und ich bin echt kein Mimöschen sondern stehe das recht stark durch - habe ich natürlich wahnsinss Panik vor der 2. OP die auch möglichst schnell erfolgen soll.

Nun einige Fragen:

-Wie lange halten diese Schmerzen im Rippenbereich an, wie lange die an der Wirbelsäule wo die Drainage lag?
-Kennt jemanden einen guten Lungenfacharzt im Raum Düsseldorf der auch Schmerzpatienten dazwischen schiebt?
-Wie lange brauchen Hautnerven ca bis sie sich soweit regeneriert haben, das ich meine Brust wieder spüren kann?
-Und gibt es jemanden, bei dem auch beide Lungenflügel betroffen sind, wie ist es mit dem Zeitabstand zur 2.OP?

Ich habe noch tausend weitere Fragen die mir grade nicht einfallen, aber vielleicht findet sich hier ja jemand mit einem sehr ähnlichen Verlauf, der mir eventuell etwas mehr Klarheit geben kann.
Ich danke euch schonmal im vorraus,

Alles Liebe - Katy

Re: Wundheilung

Verfasst: Freitag 3. Oktober 2014, 23:46
von eve
Hallo Katy

Ich hab aus deiner msg einen eigenen Thread gemacht.

Ich hatte auch beide Lungenflügel operiert und es lagen 7 Jahre zwischen den OPs. Lass dich durch diese Angstmacherei nicht verrückt machen. Die Aerzte wissen auch nicht, was in deinem Körper abläuft und ob du, trotz der bullae, wirklich wieder einen Pneu bekommen wirst. Lass diese OP also nur machen, wenn du wirklich überzeugt bist, dass es dir danach besser gehen wird. Solange du noch solche Schmerzen hast, würde ich gar nicht an eine 2. OP denken. Jede OP belastet den Körper und ein belasteter Körper, der selber noch am heilen ist, tut mehr weh als einer, dem es eigentlich gut geht.

Bei meiner 1. OP ging ziemlich viel schief und mir wurden damals durch eine notfallmässige OPerweiterung (von thoraskopisch auf "normal") viele Nerven in die Brust abgeklemmt. Es ging Jahre, bis das Gefühl an den meisten Orten wieder da war und es kam nicht alles zurück, aber mit den Jahren gewöhnt man sich wirklich an alles, auch an überempfindliche/schmerzhafte/taube Stellen.

Wenn du noch so Schmerzen hast, bist du wahrscheinlich auch ziemlich verkrampft, was zu Schonhaltung und Flachatmung führt, was dann wiederum Schmerzen bereitet, so dass sie die Schmerzen am Schluss verselbständigen. Hast du etwas, mit dem du deine Atmung trainieren kannst (Spirometer oder was Aehnliches)?

Wegen der Schmerzen würde ich nicht zum Lungenarzt gehen. Die kennen sich mit sowas nicht aus. Dafür gibt es Schmerztherapeuten/Schmerzärzte. Was der Lungenarzt abklären kann und sollte, ist, ob von der körperlichen Seite her alles in Ordnung scheint, also alles richtig geheilt ist und von seiner Seite aus eigentlich keine Schmerzen mehr da sein sollten (was leider nicht auch heisst, dass keine mehr sind).
lg
eve