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Erster Pneu - Glück im Unglück

Verfasst: Donnerstag 7. November 2013, 17:21
von Horace83
Hallo allerseits,

im Krankenhaus bin ich auf diese Seite gestossen und nachdem ich nun die erste Woche nach dem Pneu wieder arbeite, wollte ich auch mal meine Erfahrungen teilen.

"Glück im Unglück" hab ich den Thread genannt, weil es viele hier sehr viel schlimmer erwischt hat als mich. Aber nochmal muss ich die Erfahrung nicht machen.

Bin 30 Jahre alt, 1,80m groß und wiege gut 80kg - also schön in der Risikogruppe (lt. meinen Ärzten)

Bin kein Zigarettenraucher, kiffe wenig - das aber regelmäßig (meist Bong). Zum Zeitpunkt des Pneus für etwa 10 Jahre. Keine Vorerkrankungen, allerdings habe ich schon immer einen sehr lauten Husten, was laut eines Spezialisten auf meine "engen" Bronchien zurückzuführen ist.

Am Samstag vor drei Woche lag ich also etwas verdreht auf der Couch und habe mich leicht geräuspert. Da fuhr es mir übel in den Rücken, unter dem rechten Schulterblatt. Erster Gedanke - Nerv eingeklemmt oder Krampf, da ich erst aufgestanden war und mich noch etwas steif fühlte. Meine Frau hat dann etwas massiert und es wurde auch besser. Auf dem Weg zum Bäcker musste ich aber schon dreimal pausieren, da ich nur sehr flach atmen konnte und Schmerzen beim teifen Einatmen hatte. Also daheim wieder Massage mit dem Gedanken "ab 30 gehts echt bergab...". Im Laufe des Tages wurde es immer besser - Abends bekamen wir sogar noch Besuch und haben gefeiert. Sonntags nur noch ein leichtes Ziehen gespürt, Sex gehabt - alles ok soweit. Doch beim Husten hat es sich irgendwie komisch angefühlt und wenn ihc mich nach vorne beugte, hatte ich leichte Schmerzen in der rechten Brust. Am Montag wars dann unverändert und beim Husten hatte ich ebenfalls leichte Schmerzen. Dachte schon an Lungenentzündung oder so und ging zum Arzt. Tjoa, der hat mich dann richtig diagnostiziert und gleich in eine Lungenklinik zum Röntgen und zur weiteren Behandlung überwiesen.
Im KH stellte sich raus, dass mein rechter Lungenflügel fast bis zur Hälfte eingefallen war. Bekam die Drainage mit Wasserschloss und Vakuum noch am selben Tag. War alles andere als angenehm, aber man merkte, dass die sich dort mit sowas auskennen. Die Drainage war natürlich ziemlich unangenehm - Schlaf war nur im Sitzen möglich. Bekam standardmäßig 3x am Tag Novalgin und auf Anfrage auch was Härteres (hab ich einmal nachts verlangt - da gingen die Lichter dann für 6h aus).
Nach zwei Tagen war meine Lunge fast wieder komplett hergestellt und am vierten Tag im KH wurde dann die Drainage erst abgeklemmt, dann geröntgt, dann die Drainage gezogen und dann nochmal geröntgt. Bin dann am gleichen Abend noch nach Hause, weil ich mich schon wieder recht gut fühlte.

Der Auslöser für den Pneu liegt im dunkeln, mein Hausarzt ging von nem geplatzen Lungenbläschen aus. Aber im Krankenhaus haben sie keine Bläschen gefunden. Kann natürlich sein, dass EINS da war und genau das geplatzt ist. Somit blieb ich wenigstens von einer weiteren OP verschont.

Die ersten Tage war ich natürlich noch etwas wacklig auf den Beinen. Hatte bisschen Kreisslauf etc. Meinen rechten Arm konnte ich aúch nicht richtig heben, hatte ja noch drei Stiche von der Drainage drin.
Ich war dann noch eine Woche krankgeschrieben. Beim Fädenziehen sagte mein Hausarzt, dass der Pneu wohl doch eher klein war (trotz des halb eingefallenen Lunge) und dass meine Chancen auf einen weiteren Pneu genauso hoch wie bei Menschen ohne Vorerkrankung wären, er bezog sich dabei auch auf den Arztbrief aus dem KH. Des weiteren hatte ich keine Einschränkungen, dürfte sogar Sport machen (wenn ich denn welchen machen würde...öhöm). Der Arzt im KH sprach aber von einer Chance von 20%-50% rezidiv und hat mich auch über die OPs aufgeklärt. Das war aber bei der ersten Visite, bei der Entlassung war nur seine Assistentin da und die war auch recht positiv gestimmt. Den Arztbrief hat er leider direkt geschickt und ich konnte ihn nicht selber lesen.

Inzwischen (Pneu ist fast 3 Wochen her) fühle ich mich fast wie vorher, manchmal juckt die Narbe noch oder es ziept ganz leicht im Rippenbereich. Leistungstechnisch bin auch auf dem Level vor der Erkrankung. Aber ich bin schon sehr vorsichtig, richtig husten und niesen traue ich mich erst sein ein paar Tagen.

Jetzt hoffe und bete ich einfach, dass es das war - Bong rauchen habe ich eingestellt (auch wenns manchmal schwer fällt). Ab und an einen Vaporizer (Verdampfer) kann ich mir doch nicht verkneifen, aber Tabak lang ich nicht mehr an.

So long, danke fürs Lesen wenn Ihr hier angekommen seid ;)