Alles halb so wild !

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Schmal
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Alles halb so wild !

Beitragvon Schmal » Mittwoch 9. Januar 2013, 03:20

Hallo zusammen,

nachdem mir Eure Beiträge während meiner " Leidensphase " sehr geholfen haben, möchte ich heute, knapp 4 Jahre später, die Möglichkeit nutzen Euch zu unterstützen und ein wenig die Angst zu nehmen.

Kurz zu meiner Person : ich bin 42 Jahre jung, 185cm mit 75 Kg. Ex Raucher. Kassenpatient TKK, Kein Zusatz.

im Jahr Februar 2009 ereilte mich unser gemeinsames Schicksal. Ich musste morgens, oder besser Nachts um 2 Uhr mit einem Mietwagen eine Strecke von knapp 400km zur Arbeitsstätte bewältigen. Normalerweise sollte ich schon tagsüber entspannt fahren und die Nacht im Hotel verbringen. Um 6 Uhr ist Arbeitsbeginn, aber ich wollte den Abend noch entspannter mit der Familie verbringen. Es war also eine sehr kurze Nacht, aber freudig, da draussen ein 350 PS Monster Mietwagen auf mich und eine leere Autobahn wartete. Nach knapp 4 Stunden schlaf wurde ich schweissgebadet wach. Ich stand auf und ZACK, ein stechender Schmerz in der linken Brust, nicht klar definierbar. Konnte auch die Schulter hinten sein. Arm gedreht und alles gedehnt. Aber immer wieder der seltsame heftige Schmerz. Normalerweise wäre hier schon eine krankmeldung beim Arbeitgeber fällig gewesen. Nur leider war ich für den schon lange im Hotel 400 km entfernt. Ausserdem hätte man so schnell keinen Ersatz für mich gefunden, was mit großen Verlusten für den Arbeitgeber verbunden gewesen wäre. Also Zähne zusammenbeißen. Ruck Zuck angezogen, meine Frau hat mich um 2 Uhr noch massiert, natürlich ohne Besserung.
Ab ins Auto und Vollgas. Die ersten 100km gingen noch recht unauffällig. Im sitzen keine Probleme, eine Kippe nach der anderen geraucht. Danach wurde die Fahrt mit dem Sportfahrwerk zur Hölle. Jede Unebenheit in der Strasse ließ mich laut aufschreien vor Schmerz. Die Hölle war das, und ich dachte ich hab die Schulter kaputt. Der Schmerz kam von da und riss durch meinen ganzen Oberkörper. Aber man will das nicht wahrhaben und denkt es mit der nächsten Kippe weg. Die 400 km geschafft checke ich kurz im Hotel ein. Mit einem kleinen Koffer bepackt muss ich anschließend ca 10 Treppen meistern. Nach der 3. ist meine Power völlig weg. Ich bekomme keine Luft mehr und muss mich hinsetzen. Kurze Pause und weiter. Ich schaffe keine 2 mehr und sitze erneut völlig schweißgebadet und fertig auf den Stufen. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich krankzumelden. Ich habe alles gegeben. Der Arbeitgeber hat natürlich vollstes Verständnis und treibt mit nur kurzer Verspätung einen Ersatz für mich auf. Erleichtert gehe ich erstmal ins Hotelzimmer und falle total kaputt ins Bett. Es war 6 Uhr, ein Arzt macht nicht vor halb 8 auf. Schlafen war nur auf einer Seite möglich. Sonst bekam ich Schmerzen in der Schulter und sehr schlecht Luft. Nach einer Erklärung suchend schlief ich ein. Nach 2 Stunden wurde ich geheilt wach ! YES dachte ich. Alles weg, hattest Dich doch nur verlegen in der kurzen Nacht. Perfekt, dachte ich. Einen Tag frei. Ich stand auf und dann Gab es einen richtigen Schlag in der Lunge. Als hätte mir einer auf den Solarplexus geschlagen. Extreme Luftnot in der Bewegung. Sobald ich ruhig war, nichts zu merken. Also doch zum Arzt. Einen aus dem Internet gesucht in der Nähe und ab ins Wartezimmer. Nach einer guten Stunde wurde ich abgehört. Der Arzt sagte nichts, nur das er einen Verdacht hätte. Ich soll doch zum Röntgen gehen, 1 Strasse weiter. Also zu Fuss Richtung Röntgen. Es waren ca 100m Fussweg vor mir. Ich habe fast 15 min gebraucht. Völlig am Ende und schweißgebadet warte ich erneut 1 Stunde aufs Röntgen. Danach wurde ich zur Besprechung gerufen. Hier erfuhr ich das erste Mal von Spontanpneumothorax & Co. Man legte mir dringend nahe mich sofort in KH zu begeben. Doch ich war in einer fremden Großstadt. Ich wollte nach Hause. In 3 Tagen sollte die Taufe meines Sohnes sein. Wir diskutierten über Lebensgefahr. Ein Lungenflügel war schließlich nur noch faustdick. Man beruhigte mich, das Ihnen noch kein Fall bekannt wäre, dass der 2. Lungenflügel ebenfalls zusammenfällt. Bedrohlicher ist hier die Verschiebung meines Herzes in Richtung Hohlraum der zusammengefallenen Lunge. Dabei wird das Herz sich den Blutkreislauf selbst abklemmen. Und Exitus auf der Autobahn mit dem schönen Mietwagen bei Tempo 600 auf dem Weg ins heimische Krankenhaus. Man hatte mich überzeugt. Ich muss sofort ins Krankenhaus. Taxi gerufen, Mietkarre im Hotel abgegeben und ab in die Notaufnahme.
Der Wartebereich war komplett voll. Aber jetzt ging es endlich mal schneller. Kurz angemeldet und ich durfte sofort mitkommen. Wie sich später herausstellte war ich in diesem KH goldrichtig. Es gibt einen Lungenspezialist, Herr Prof Dr. Lunge. ( Name geändert ) Man erklärte mir das weitere Vorgehen. Drainage Legen und abwarten. Eine sehr junge Arztin wollte gerade anfangen eine Betäubung lokal zu spritzen, da kam Prof Dr. Lunge mit zig jungen Leuten im weißen Kittel in den Notfallraum und stellte sich mir vor. Die Ärztin wurde sichtlich angespannter. Der Herr Prof wollte zuschauen und unterhielt sich derweil nett mit mir. Er erklärte mir die Risiken eines erneuten Pneus und riet mir zu einer direkten OP am kommenden Tag. Mit der Taufe in 3 Tagen würde das dann aber nichts mehr. 5 Tage im KH müsste ich schon rechnen. Also gut, ich stimmte zu, wenn danach das erneute Ausfallrisiko bei ca 10 % liegt. Besser als in ein paar Monaten wiederkommen. Derweil war alles für die temporäre Drainage vorbereitet und die Ärztin legte los. Ich gebe zu Druck auf Sie war hoch. Ca 15 Mann schauten Ihr gespannt zu. So musste es kommen, daß jeder Handgriff vom Prof. bemängelt wurde. Ich war so froh, daß der Mann bei mir war. Alles passierte unter strenger Bewachung und absolut schmerzfrei. Sie bohrte mit ihren Fingern in meiner Brust tief rum, steckte gefühlte 2m Röhrchen hinein. Ich habe nichts gemerkt. Plötlich traf sie wohl einen Nerv hintem am Rücken. Genau der Nerv, welcher auch sonst im Alltag meine Extreme Verpannung sehr schmerzhaft signalisiert. Das müssen die Schmerzen sein, von den hier im Forum immer wieder berichtet wird. Unerträglich auch nur für 1 Minute. Sie hat das Röhrechen dann ein paar Zentimeter zurückgezogen und der Schmerz war sofort weg. So ließ es sich aushalten. Nach kurzer Zeit war Sie fertig mit allem und ich war an eine mobile Unterdruckpumpe angeschlossen. Es ging dann aufs Zimmer. Eigentlich hätte ich nach Hause fahren können. Ich war geheilt. Nur diese Pumpe erinnerte mich an die bevorstehende OP am kommenden Tag. Die Nacht lief auch sehr gut. Mein 2 Bettzimmer war leer.
Am nächsten Tag ging es dann Richtung OP. Kurz die Risiken unterschrieben und ab unters Messer.
Das Aufwachen war dann nicht mehr so komfortabel. Plötzlich kamen da 2 dicke Schläuche aus meinen Rippen. Und das war leicht schmerzhaft in der Bewegung. Doch ich war weiterhin an die mobile Pumpe angeschlossen und wurde auch zur Bewegung animiert. Nachdem die letzten Symptome der Narkose verschwunden waren, fühlte ich mich wie Neu. Mein seltsames Ziehen der letzten Wochen in der Lunge war verschwunden. Auch hatte ich mir schon eine Art Tick angewöhnt beim Atmen. Nachdem ich ganz ausgatmet hatte, musste ich noch ein bisschen mehr ausatmen, um so ein ziehen ganz unten in der Lunge wegzubekommen. Auch das Volumen beim Ausatmen war sehr gering. Das war alles weg und fühlte sich gut an. Ich muss zugeben, eine gewisse Schmerzfreiheit wurde sicher durch die Unmengen an Schmerzmitteln erreicht, welche im nehmen konnte. Ich hatte alles da : Venentropf, Spritzen ohne Ende, Tabletten Tag und Nacht. Aber ich war gut drauf. Die Heimat immer im Auge, Tage zählend kam an Tag 3 die Wende.
Ich habe gefrühstückt und ganz plötzlich wurde mir sehr übel. Mir war noch nie sooo schlecht. Es kam oben und unten raus, gleichzeitig. Das wünsche ich keinem Feind. Irgendwo im KH hatte ich mir einen Virus gefischt. Das dauerte ca weitere 3 Tage. Tag und Nacht erbrechen mit Durchfall. 2 Stunden schlafen am Stück maximal, dann wieder aufs mobile Klo vor meinem Bett. Ein Rollstuhl aus den 70er Jahren mit ner Schüssel drunter. Das schlimmste an dem Erbrechen war leider, dass dadurch meine operierte Lunge wieder aufgerissen war. Meine Pumpe arbeitete wie wild, um den Unterdruck zu halten. Zwischendurch wollte man mir eine Art Talkum ? in die Lunge spritzen. Dadurch würde die Lunge von Innen verätzt und sich besser schließen. Man hatte Sorge, daß sich das wohl sehr große Loch nicht von alleine schließt. Diese Prozedur habe ich nach Aufklärung abgelehnt und mich für das Warten entschieden. Mein Sohn hatte die Taufe eh schon ohne mich erlebt. Es dauerte weitere 5 Tage an der Pumpe, bis der Versuch gewagt wurde diese abzuschließen. Und siehe da, alles war bestens. Große Angst hatte ich nun vor dem Schläuche ziehen. Von da kam gerade im Liegen der Hauptschmerz. Es sammelte sich immer Wundflüssigkeit gefühlt irgendwo in meinem Rücken. Erst beim Aufstehen lief diese zur Pumpe hin ab. Auch hatten sich leicht die Nähte entzündet, welche die Schläuche an meiner Rippenhaut befestigte.
Der Prof kam zum ziehen persönlich vorbei. Er drückte sehr fest mit einem großen Verband in meine Seite auf die Schläuche und zog diese in einem Rutsch heraus. Die waren bestimmt jeweils 1m lang. Diese Prozedur hat nicht wehgetan. Ohne Betäubung nichts gespürt. Der Prof lachte mich noch aus, warum ich denn so viel Schweiß auf der Stirn hätte. Ich hatte Angst durch die ganzen Erzählungen hier im Forum. Absolut unbegründet. Somit war ich frei. Fast 12 Tage im KH. Es wurde noch ein CT gemacht. Ich wusste, daß es gut sein würde. So war es auch. Meine Frau holte mich kurze Zeit später ab und ich fuhr wie ein neuer Mensch nach Hause. 12 Tage nicht geraucht. Den Entzug im KH gar nicht mitbekommen. Da hatte ich andere Sorgen und hab das Rauchen verflucht. Mit den Schläuchen in der Brust kommt das selbst für Extremraucher nicht in Frage.
Im KH habe ich 15 Kilo abgenommen. Kam keine Treppe mehr anständig hoch, weil meine Ausdauer und Fitness ganz unten war. Das hat bestimmt 2 Monate gedauert, bis ich wieder der Alte war.
Hier berichten auch alle über ständige Beschwerden noch nach Jahren. Das kann ich leider voll bestätigen. Es zieht und zerrt, sticht und brennt manchmal in der Lunge, an den Narben auf und unter der Haut. Bei Wetterveränderungen schmerzt abends der ganze linke Thorax. Manche Stellen sind noch heute, nach 4 Jahren, leicht taub. Der Bereich unter der Achsel ist zu 80% ohne Gefühl. Hier lief ein Schlauch lang.
Vergessen wird man den Vorfall nie. Es war extremer Stress in der KH Phase. Es hat Monate gedauert, bis ich ein wenig Vertauen in meinen Körper, speziell die Lunge wiedergefunden habe. Es hat genau 5 CT´s und 3 Röntgenbilder gekostet, welche immer meine absolute Gesundheit bestätigt haben. Aber noch heute meide ich Luftballons aufzublasen, oder kräftig zu Nießen. Immer locker mit den Lungen. Tauchen ist eh tabu.

Es ist sicher ein Routineingriff für die Ärzte, aber für den Patienten eine Geschichte fürs Leben. Bis zu diesem Tag fühlte ich mich unsterblich. Lächerlich zu denken, daß sowas nur den Anderen passiert. Aber das sind die Schicksahlsschläge, welche uns alle morgen treffen können.

Viele Grüße und gute Besserung vom Schmal

P.S. Es gibt Schlimmeres und Ihr werdet wieder alles machen können !!!

Laser
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Laser » Mittwoch 9. Januar 2013, 22:58

Hallo Schmal,

5 CTs sind ziemlich viel. Wurden die alle im Februar 2009 gemacht wo du die OP hattest?

Viele Grüße

Schmal
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Schmal » Samstag 12. Januar 2013, 13:36

Hi Laser,

es waren 5 Ct´s nachdem ich aus dem KH entlassen wurde. So manches stechen in der Brust hat mich zum Arzt getrieben. CT ist immer schnell gemacht. Die Strahlung hab ich in diesen Situationen gerne in Kauf genommen. Es war aber immer alles bestens. Mit der Zeit lernt man mit den " Schmerzen " umzugehen, bzw sie richtig einzuschätzen. Es hat lange gedauert mich zu überzeugen : die operierte Lunge ist gut verheilt.
Nach einer OP stehen die Chancen glaube ich sehr gut, auf Dauer geheilt zu werden.

Liebe Grüße,
Schmal

Nisch
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Nisch » Dienstag 15. Januar 2013, 11:07

Hi Laser,

wow! Mega Geschichte.....Da kann man von Glück sprechen, dass Du alles so gut überstanden hast.

Für mich ist es unheimlich gut zu wissen, dass es vielen anderen auch so geht mit den Schmerzen lange lange nach der OP. Ich glaube dass das sehr beruhigend für viele ist, die den Mist durchgemacht haben.
Wir wissen wie sich das alles angefühlt hat, welche psychischen und physischen Belastungen das mit sich gebracht hat und nehmen die Schmerzen "danach" gerne in Kauf, solange wir nur wissen, dass mit der Lunge als solche, alles okay ist.

Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft, natürlich mit viel Gesundheit!
(PS: Hast du mit dem Rauchen wg dem Pneu aufgehört? Ich habe ab Tag 1 im KH damit aufgehört und bin jetzt seit fast 5 Monaten rauchfrei. Ich liebe es. Kann das nur jedem empfehlen- vor allem nach einem Pneu-
Die Haut wird besser, man fühlt sich besser- perfekt einfach)

Viele liebe Grüße,

Nisch :)

Schmal
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Schmal » Donnerstag 17. Januar 2013, 17:07

Hi.

Ja, die Geschichte war wirklich mega und hat sich tief eingebrannt. Das schlimmste war am Ende die Kotzerei. Wäre das nicht passiert, wäre der Aufenthalt im KH wirklich halb so wild gewesen. Die Notfallbehandlung und die anschließende OP lassen sich wirklich ertragen. Der folgende Wundschmerz ist nicht so angenehm. Dafür schütten die einen mit Schmerzmitteln zu. Also Kopf hoch Leute. Alles wird wieder, wie es vorher war !

Hab sofort aufgehört mit dem Rauchen. Ein Päckchen habe ich bis dahin locker pro Tag geraucht. Ein Ende war nach guten 20 Jahren definitiv nicht in Sicht. Aber so ging es sehr leicht von der Hand. Der Gedanke an eine Kippe ist wie ausgelöscht. Wenigstens war der Vorfall damit für eine Sache gut.

Viele Grüße.

chu neco
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon chu neco » Donnerstag 31. Januar 2013, 03:24

heya Schmal^^

danke für den tollen Beitrag. Ich denke der kann einigen Betroffenen die doch Probleme nach so einem Pneu habe, helfen mit der ganzen Situation besser um zu gehen. Das du dir dann im KH noch einen Norovirus eingefangen hast ist natürlich echt übel xD... das wünscht man keinem...... Hoch lebe die deutsche Krankenhaushygiene bei der sicher jeder Arzt nach jedem Patienten das Stetoskop desinfiziert. Und dies natürlich auch mit seinen Händen tut lol *ironie*

Bei mir sind es jetzt etwas mehr wie 1 1/2 Jahre nach dem Pneu. Habe auch hin und wieder Schmerzen auf der betroffenen Seite, aber muss sagen ich kann psychisch echt ziemlich gut damit umgehen. Selbst wenn es zu einem Rezidiv kommt weiß ich nun was genau geschehen wird und das ich spätestens nach 2 Wochen wieder zu Haus bin. Zumal ich aus beruflichen Gründen Krankenhäuser von innen sehr gut kenne macht mir das nicht wirklich was aus.

Wünsch dir weiterhin alles Gute
MFG
neco

Sani2011
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Sani2011 » Sonntag 3. Februar 2013, 23:02

Naja, das mit den 10% rezidiv wenn man eine OP hinter sich hat, darf man wohl nicht so ernst nehmen!
Ich hatte in den letzten 5 Jahren 6 Pneus und wurde heuer im Jänner das 3te mal auf der rechten Seite operiert.
Ich wurde 2008 beim 3 Pneu das 1te mal operiert durch dir Schlüssellochtechnik.
Hatte jetzt 4 Jahre ruhe dann am 8. Dezember der 4 Pneu wieder rechts auf der operierten Seite.
Mir wurde eine Drainage gelegt und nach 5 Tagen war alles wieder in Ordnung und ich ging nach Hause.
Obwohl ich mich körperlich nicht wirklich wohl fühlte und ich ziemlich schnell außer Atem war aber gut, Ärzte sagen es ist alles in Ordnung.
Dann der 23. Dezember wieder dieser höllische Schmerz in der Schulter und das ein Tag vor Weihnachten.
Wollte unbedingt Heilig Abend mit meinen Kids zuhause verbringen also gab ich mir die 2 Tage alle Tabletten intus die ich zuhause hatte. Am 24. hatte ich auch ziemliche Atemnot aber ich druckte diesen Abend mit höllischen Schmerzen durch.
Am 25. in der früh dann mit der Rettung ab ins KH aber diesmal in die Klinik wo ich vor 4 Jahren schon operiert wurde da diese auch eine spezielle Lungenabteilung hat.
Wieder wurde die Drainage mit Sog gelegt aber leider war bis 30. immer noch keine Besserung und die Lunge entfaltete sich samt Sog nicht. Dann die Nachricht am 2.1. wieder OP aber diesmal mit Thorakotomie das heißt ein Schnitt mit 25 cm Länge da ich viele Emphysemblasen habe und diese entfernt werden müssen.
Lag diesmal 2 Tage auf Intensiv und hatte echt starke Schmerzen. Jeden Tag Röntgen aber leider NIE die erlösenden Nachricht, dass alles passt. Am 8.1. CT mit der Nachricht dass sie am 9.1. erneut operieren müssen, da schon wieder ein Loch vorhanden war.
Ich war körperlich und nervlich total am ende. War ja nun schon gut 2 Wochen im KH ohne meine Kids :(
Naja alles recht und schön, ich hoffte nur dass es diesmal funktioniert!
6 Tage später am 15.1. durfte ich endlich wieder nach Hause.
Muss am 14. wieder auf Kontrolle aber ich muss sagen, dass die beiden Operationen innerhalb 10 Tagen meinen Körper derart geschwächt haben, dass ich heute noch meine Hausarbeit kaum erledigen kann geschweige denn dass ich arbeiten gehen kann. Ich habe ziemlich Wundschmerzen und meine Brust schmerzt extrem, kann immer noch nicht auf der Seite schlafen und ich habe das Gefühl die beiden Rippen die bei der OP gespreizt wurden in meine Brust reinragen. Ich kann nur hoffen, dass dies bald besser wird. Meine Hausärztin hat jetzt um REHA angesucht, da sie selbst sagt, dass diese Tortur zu anstrengend für meinen Körper war.
Ich wünsch euch allen alles GUTE!!!

Laser
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Laser » Sonntag 3. Februar 2013, 23:29

Hallo Sani,

zwei Operationen in 10 Tagen ist natürlich schon sehr viel für den Körper. Ist verständlich das viele Sachen noch nicht so laufen wie es sollte.
Wünsche dir aufjedenfall Gute Besserung, erhol dich gut. Und natürlich das wichtigste das nie wieder etwas derart passiert.

Viele Grüße

chu neco
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon chu neco » Freitag 8. Februar 2013, 00:29

heya Sani,^^

hoffe dir gehst mittlerweile wieder etwas besser^^
was mich nur wundert ist, dass nicht spätestens nach dem 3 Pneu auf einer sicherlich auch durchgeführten CT Untersuchung die wohl zahlreichen Emphyseme erkannt wurden. Direkt nach dem Pneu sind auf dem CT Emphyseme grundsätzlich schwer zu erkennen. Wenn die Lunge jedoch wieder entfaltet ist und ein erneutes Kontroll-CT vom behandelnden Pneumologen durchgeführt wird, sollte spätestens dieser oder der Radiologe die Blasen erkennen und zu einer Entfernung dieser raten sollten sie sich in einem bereits ausgeprägterem Stadium befinden. Denke so hättest du dir sicherlich die weiteren 3 Pneus sparen können. Irgendwie strange, dass da keiner reagiert hat :shock:

Alle gute dir
MFG neco

Sani2011
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Sani2011 » Freitag 8. Februar 2013, 06:50

hallo neco!

naja, bin zwar körperlich immer noch ziemlich geschwächt aber am weg der besserung.....DANKE!

die haben es nach dem 2 pneu auf dem ct schon gesehen, dass ich emphysemblasen habe.
diese wurden mir auch bei jeder op entfernt, bekomm aber anscheinend ziemlich schnell wieder neue.
werd jetzt mal abwarten, was sie nächste woche sagen :(

glg waltraud

chu neco
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon chu neco » Freitag 8. Februar 2013, 23:40

oh mann >.<;
so ne kacke.....
ich drücke dir die Daumen <3

Sani2011
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Re: Alles halb so wild !

Beitragvon Sani2011 » Donnerstag 14. Februar 2013, 18:55

neco..... danke fürs daumen drücken :)

war heute nachuntersuchung.....lunge passt (habe nur mehr einen luftraum von 1,5 cm vor einem monat waren es noch 3,5 cm) aber meine rippenschmerzen werden nicht besser :(
anscheinend wurde durch die spreizklammer der übergang zwischen brustbein und rippen verletzt.
lt. aussage des doc..... ist meist eine langwierige sache, die schmerzen werden noch länger da sein.....SUPER....echt toll!

naja, schaun wir mal, vielleicht wird's in der reha besser, hoffe ich zumindest!?!?!?

lg waltraud


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