Und so schreibe ich hier...

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mathias
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Und so schreibe ich hier...

Beitragvon mathias » Samstag 11. Februar 2012, 23:53

Guten Abend mitnander, ich bin der Mathias, 21Jahre alt, 190cm groß und 63Kg schwer - wie ich vor 6Monaten erfahren musste sind diese Daten irgendwie nicht so genial zumindest beim Pneu ^^

Im Juli 2011 machte ich grade nen FÖJ auf nem Bauernhof und war gerade auf ner Lieferfahrt unterwegs als ich plötzlich zwischen den Schulterblättern einen heftigen Schmerz hatte. Dachte zunächst dass ich evt nen Nerv eingeklemmt hab und bin weiter gefahren. Der Schmerz strahlte dann auf das Brustbein und erfüllte den ganzen Brustkorb, auch das Atmen wurde immer schwerer, dennoch bin ich weiter gefahren.
Als ich gerade auf der Landstraße einen LKW überholen wollte wurde mir plötzlich schwummerig, ich fing an zu schlingern, konnte das AUto gerade noch auf der Straße halten und mich auf einen Parkplatz retten, wo ich aus dem Auto gefallen bin und mich erstmal in die stabile Seitenlage gelegt habe. Die Schmerzen waren brutal und so bin ich zur Kühlbox des Autos gerobbt und hab mir erstmal nen bischen Eis ins Kreuz gelegt, dadurch wurde es schonmal besser.
Auf dem Parkplatz war noch ein Geschäftsmann der mich sah und gleich herkam und fragte ob er den Notarzt holen sollte - ich habe abgelehnt mit dem Zusatz "is nur nen eingeklemmter Nerv".
Ungefähr 30 Minuten bin ich auf dem Parkplatz gelegen, mein Chef war nicht zu erreichen und ich bin dann als der Schmerz etwas nachlies wieder ins Auto gehüpft weil ich die Lieferung endlich fertig machen wollte.

Ich kam beim Lieferziel an und lies mir beim ausladen der Ware helfen, gerade als ich fertig war rief mich mein Chef zurück, ich erzählte wie es mir ging und er sagte er kommt mich abholen.
Ich entgegnete mit einem grinsen auf dem Gesicht er solle mich beim Aldi einsammeln, schliesslich wollte ich noch einkaufen.
Als mein Chef und meine Kollegin beim Aldi ankamen ging es mir nicht besser, wollte eigendlich nurnoch heim ins Bett und schlafen, zum Arzt ging ich noch nie wenns nicht unvermeindlich war.
An diesem Tag sollte es unvermeindlich sein, meine Kollegin bestand darauf dass sie mich zum Hausarzt bringt.
Dieser horchte mich ab, was ich nicht verstehen wollte, schliesslich hatte ich nur Schmerzen wegen einem eingeklemmten Nerv. Auf die Frage ob ich Probleme mit der Lunge hätte kam von mir nur ein "Nein" worauf er meinte ich muss ins Krankenhaus, wo ich vmtl ein paar Tage bleiben müsste und gab mir eine Überweissung mit.
Zurück auf dem Hof packte ich mir ein paar Klamotten ein und hatte immernoch wahnsinnige Schmerzen.
Mein Chef fuhr mich dann in ein kleine Krankenhaus, wo ich an der Pforte meine Überweissung zeigte wo drauf stand "v.d. Pneumothorax" (hatte keine Ahnung was das sein sollte).
Die Frau machte rasch einen Anruf und sagte dann im 1. Stock ist ein Zimmer reserviert.
Mein chef fragte ob ich die Treppe oder doch lieber den Aufzug nehmen wollte, ich entgegnete mit schmerzverzehrtem Gesicht "Nehmen wir die Treppe- rumgmemmt wird ned" (Schliesslich muss man ja seinen Mann stehen).
Im Untersuchungszimmer war ich dann überrascht dass sofort 2 Ärzte anwesend waren und gleich anfingen Blut abzunehmen etc. dann gings sofort zum Röntgen - direkt an der Warteschlange vorbei - was mich etwas irritierte.
Beim Röntgen von der Seite, wurde mir wieder Schwarz vor Augen als ich die Arme heben sollte.
Zurück im Behandlungszimmer bekam ich dann die Nachricht dass es ein Pneumothorax auf der rechten Seite sei und ich in die Notfallchirurgie kommen würde wo man mir nen Schlauch in den Brustkorb legen würde.
Bis dato nahm ichs noch gelassen, wollte draussen auf dem Gang spazieren um die Zeit zu vertrödeln, was der Arzt verbot.
Die Schwester kam um mich in die Chirurgie zu bringen und fragte ob sie nen Rollstuhl hohlen sollte - ich kam mir verarscht vor, schliesslich hatte ich ja zwei gesunde Beine.
Im Behandlungszimmer der Chirurgie war beriets der Chirurg und zwei Schwestern anwesend, ich lief rein und grüßte fröhlich - woraufhin mir entgegnet wurde "Für nen schwerkranken sehen sie ja noch richtig gut aus" - ich war verwirrt, mir war nicht bewusst dass ich schwer Krank sein sollte O.o
Die Drenage wurde in den Rücken gelegt, direckt unterm Schulterblatt, beim einstechen des Katheters und dem einführen des Schlauchs hab ich vor Schmerz nurnoch geschrien - echt wiederlich.
Es sollte wieder zum Röntgen gehen, kein Problem, ich wollte laufen, die Schmerzen waren vergessen.
Beim Röntgen kam raus, der Schlauch liegt noch nicht richtig - juhu das ganze nochmal.
Nur diesesmal war der Schmerz schier unaustehlich, insbesondere nach dem Eingriff konnte ich den Schlauch in meinem Brustkorb spüren, was einfach nur die Hölle war.
Es sollte wieder zum Röntgen gehen, nur das ich diesesmal nichtmehr laufen wollte - ich konnte nichtmehr, der Schmerz war alles was noch für mich zählte.
Nach dem Röntgen gings auf die Wachstation, dort gab es erstmal Intravenös ein Schmerzmittel woraufhin es mir wieder gut ging. Ich rief diverse Leute an um bescheid zu geben, dass ich im Krankenhaus bin und war die Nacht über eigendlich nur Wach und unterhielt mich mit der netten Schwester wenn sie Zeit hatte. Am nächstem Tag gings auf Station und nach 3 Tagen wurde die Drenage abgeklemmt, am 4. Tag wurde sie gezogen. Am 5. Tag durfte ich dann wieder heim.

Soweit gings mir gut und ich fing mit meiner Ausbildung zum Landwirt an, auf dem Hof wo ich zuvor mein FÖJ machte.

Als wir am 25. Januar 2012 dann gerade am Stall misten waren hatte ich plötzlich einen Schmerz zwischen den Schulterblättern, tat ziemlich weh, ich meinte zu meinem Chef dass es mir da reingefahren ist - er machte ein schockiertes gesicht und sagte "Oh oh, da fings letztes mal doch auch an?" ich meinte nur nein, das is es bestimmt nicht, aber ich würde heute nichtmehr Melken und jetzt Feierabend machen.
Zog mir gerade die Gummistiefel aus als die Schmerzen auf das Brustbein strahlte und stärker wurde. Zeitgleich wurde das mit dem Gleichgewicht schwierig.
Ich ging zu meinem Chef und fragte mit zusammengepressten Lippen ob er mich zum Arzt bringen könne.
Leider hatte kein Arzt mehr offen, ich wollte es dann eigendlich beruhen lassen und am nächstem Morgen zum arzt gehen - mein Chef war anderer Meinung und rief den RTW.
Ich kam nach Ravensburg ins EK. nach einmal Blutabnhemen und Röntgen gab es Gewissheit, es war wieder ein Pneum.
Diesesmal gab es glücklicherweisse vorab ein starkes Schmerzmittel, von welchem ich total High wurde.
Die Drenage wurde diesesmal von vorne gelegt und über eine Lampe über meinem Tisch konnte ich durch eine Spiegelung zusehen, was ich sehr interressant fand - zumal ich diesesmal 0 Schmerzen hatte. Und ich war nicht der einzigste der zusehen wollte. der Raum war gut gefüllt von neugierigen Praktikantinnen und Schwestern :D so das am Ende 7 Frauen um mich herum standen.
Nachdem ich dann endlich auf der Station war und meine vom Mist stinkende Arbeitshause ausziehen konnte, wurde mir gesagt das am nächsten Tag ein CT gemacht wird und ich, da es der zweite Pneum auf der rechten Seite ist, nach Wangen in die Fachklinik verlegt werden würde wo eine Keilresektion gemacht werden würde. Zugegebenermassen war mir das recht egal solang ich auf Schmerzmitteln war - erst als ich bereits in Wangen war, wo mir die Drenage 3Tage vor der Op gezogen wurde und ich keine Schmerzmittel mehr bekam wurde mir Mulmig zumute - eine OP an der Lunge gehöhrte nicht grade zu meinen Lebenszielen.
Dienstag morgens um 7:45 wurde ich Operiert. Hinterher war ich bis Abends auf der Intensivstation und dann noch bis Morgens auf der Wachstation. Mein ständiger Begleiter neben einem erneutem Wasserschloss war für die Zeit auch eine Spritzenpumpe für die Schmerzmittel - das Zeug war heftig, ich hab die ersten 8Stunden nichtmal gemerkt dass ich ne Nadel im Arm mit Schlauch dran hab.
Die Drenage hatte ich dann noch bis Freitag, da wurde sie gezogen. Leider gings mir wegen Postoperativem Fieber und dem Oxycodon nicht wirklich gut, sondern mir war häufig schwindelig und ich war Apetittlos.
Zu allem übel wurde Samstags beim Röntgen ein erneuter kleiner Pneum festgestellt.
Die Ärzte konnten zunächst nicht sagen ob die Lunge wieder undicht ist, oder ob beim Schlauch ziehen Luft rein kam.
Ich wurde dann erst Montags (Nach 12Tagen Krankenhaus, seit einlieferung in die Notaufnahme) entlassen nachdem der Pneu sich von selbst etwas zurück gebildet hatte.
Bei einer Nachkontrolle am darauf folgendem Freitag wurde festgestellt dass der Pneu von 32mm auf 22mm zurück ging - folglich kam die Luft wohl vom Schlauch ziehen.
Die Fäden wurden gezogen und ich bekam einen neuen Termin für die Ambulanz zwei wochen später - bis dahin wurde ich Krank geschrieben. Dann wird sich zeigen wie es weiter geht.

Und so sitze ich hier, Tippe meine Geschichte und warte auf besagten Termin
gruß
Mathias

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Re: Und so schreibe ich hier...

Beitragvon Indie » Donnerstag 16. Februar 2012, 14:35

Hallo Mathias,

das mit dem eingeklemmten Nerv dachte ich bei mir auch... Oder an extremen Muskelkater... War dann doch etwas anderes...

Ich weiß nicht, wie schnell Du Dich von Deinem ersten Pneu erholt hast aber mein Tip ist, mach langsam. Ich bin selbstständig und muß körperlich oft recht hart arbeiten. Du ja auch, oder?

Nach meinem ersten Pneu im April 2010, Drainage und 5 Tage KH, dachte ich, nach 3 Wochen geht es wieder. Ging auch irgendwie. Man kommt halt sehr schnell an seine Grenzen.
Beim 2. Pneu im Juli 2010 mit OP, 14 Tage KH, dachte ich, ok, diesmal hälst Du länger die Füße still. Nach 4 Wochen gings dann weiter. Mehr schlecht als recht und mit vielen Pausen dazwischen, weil ich einfach nicht mehr konnte.
Und als dann der 3. Pneu kam, ich wieder operiert werden mußte, weil bei der OP davor einiges nicht so gemacht wurde, wie es sollte, hab ich gedacht, super, ich kann den Job an den Nagel hängen. Das war Ende Oktober 2010. Ab da war ich dann 2 Monate komplett raus und habe erst im Januar ´11 wieder richtig angefangen zu arbeiten. Zum Glück haben mein Vater und mein Freund die Firma in dieser Zeit hochgehalten und mir strikt verboten auch nur einen Hammer anzufassen... Ich kam mir total blöd vor. Aber es war gut so.
Jetzt bin ich wieder fit und habe, außer ein paar tauben Stellen von den OP`s, bei Wetterumschwüngen oder viel Sport, keine Probleme mehr.

Ich wünsche Dir, daß bei Dir alles gut und schneller heilt als bei mir und daß Du bald wieder fit bist!

Gruß, Indie

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Re: Und so schreibe ich hier...

Beitragvon mathias » Donnerstag 16. Februar 2012, 15:01

Naja körperlich hart arbeiten ist in meinem Beruf irgendwie normal ;-)

Nach dem ersten Pneu war ich nach dem KH 2 Wochen Krank geschrieben und hab mich dann in 2 Wochen wieder eingearbeitet, sprich langsam gesteigert und letztlich wieder normal gearbeitet.

Damals war dann 6 Wochen nach dem Pneu nur das Problem dass ich dann plötzlich wieder Schmerzen beim Atmen hatte - Diagnose Rippenfellentzündung.
Sonst war alles i.o. und ich hab eben das normale Arbeiten erfüllen können ohne Probleme.

Jetzt nach der op ist es so, dass ich am 31.01. Operiert wurde und noch krank geschrieben bin bis zum 27.02. da ist nochmal Untersuchung im Krankenhaus und jenachdem wies dann aussieht darf ich dann wieder Arbeiten oder eben nicht.

Mein Glück ist, dass mein Chef da wirklich sehr darauf bedacht ist, dass ich mich kurier und lieber zu beginn nur Morgends 1 Stunde Melken tu und den restlichen Tag frei hab als dass es wieder passiert.
Allerdings muss ich zugeben, dass mir Persöhnlich das eher nicht recht ist - ich werd von dem rumsitzen im Moment schon ganz verrückt.
Ansonsten gehts mir von der Atmung her eigendlich ganz gut, kann bereits wieder Problemlos einkaufen etc.

Einzigste Einschränkungen die ich noch hab sind, gelegedlicher stechender Schmerz zwischen den Rippen, Taube stellen (wird das wieder?), Überempfindlicher Brustmuskel (DIe Haut da is so empfindlich derzeit, dass das tragen eines T-shirts dauerhaft kitzelt und enorm unangenehm ist) sowie noch Schmerzen an dem Muskel der Hinter der Achsel, welcher Arm und Brustkorb verbindet - der Schmerz ist zwar schon besser geworden, aber eben noch etwas hinderlich beim Arm heben etc.

Die Frage ist, wie lange sollte ich pausieren und in wie fern ist das nötig? Ich bin bisher davon ausgegangen, wenn ich nichtmehr Krank geschrieben bin, fang ich wieder langsam an - sprich nicht unbedingt zu Beginn gleich wieder 25kg Säcke heben, aber eben langsam steigern. (anfangs 3-4h arbeiten, und eher leichte Arbeiten wie Melken oder Traktor fahren).
Weil OP-Technisch gehe ich mal davon aus, dass in ner Fachklinik für Thoraxchirurgie und Atemwegserkrankungen dürfte ja eher nicht viel schief gehen. ^^

Indie
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Re: Und so schreibe ich hier...

Beitragvon Indie » Dienstag 21. Februar 2012, 13:33

Hallo Mathias,

Rippenfellentzündungen sind auch echt ätzend... Hatte das auch schon ein paar mal. Aber alle vor den Pneu´s. Mir wurde im KH gesagt, daß die ganzen Pneu´s evtl. von den Rippenfellentzündungen kommen könnten...

Ich denke, daß die Idee mit dem langsam anfangen zu arbeiten, gut ist. Und wenn Du einen netten, verständnissvollen Chef hast ist das doch super. Aber ich kenn das Gefühl gut, wenn man unbedingt was machen will und es geht nicht. Ich bin auch fast durchgedreht zuhause auf dem Sofa.

Taube Stellen habe ich immernoch unter dem Arm und an der Brust. Die werden wohl auch bleiben. Das mit dem Berührungsschmerz hatte ich am Anfang auch extrem, ist aber mit der Zeit besser geworden. Ganz weg ist es nicht und "tagesformabhängig" ob´s weh tut oder nicht. Auch stechen tut´s manchmal noch...
Gehört wohl jetzt dazu...

Alles Gute, Indie

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Re: Und so schreibe ich hier...

Beitragvon mathias » Freitag 24. Februar 2012, 00:34

=/ und ich hab gehofft es bleiben nur die narben ^^


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