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Uniklinik Münster

Verfasst: Dienstag 25. Februar 2014, 22:16
von JP
Guten Abend,
leider darf ich wieder mal einen Erfahrungsbericht abgeben.
Diesmal aus der Uniklinik Münster (UKM).

Nachdem ich mich entschlossen hatte ins Krankenhaus in die notaufnahme zu gehen, musste ich diese erstmal suchen. Diese war, wenn man mit Bus angereist ist nur schwierig zu finden - bin kein Fan von Krankenwagen.

Danach war das Personal in der Notaufnahme zügig und kompetent. Es war nur ein Mantelpneu aber nach Vorgeschichte war eine OP selbstverständlich.
Souveräne Oberärzte haben mit mir die OP durchgesprochen und meine Sorgen - vermeintlich - ernst genommen. Am Abend durften mich Studenten abhorchen und abklopfen, da wir scheinbar immer noch selten sind;-)
Am nächsten morgen gab es dann die OP. Diese verlief - nach Aussage der Ärzte sehr gut.
Es gab dauerhaft Gute Schmerzbehandlung, zuerst mit Dipidolore und danach Morphium in Tablettenform.
Zweierzimmer und mechanische Vakuumpumpe gab es dann.

Zunächst verlief alles super, bis die erste von 2 Drainagen gezogen wurde.
Ich wollte eine lokale Betäubung Haben und der Arzt meinte mal wieder soetwas bräuchte mach nicht. Leider bestand ich nicht drauf, die Betäubung war eigentlich mit dem Chefarzt abgesprochen.

Nachdem die Drainage gezogen wurde und die junge Schwester aufgetragen bekam, die alte drainage von der Vakuumpumpe abzuschneiden verschwand der Arzt.
Diese hat nur dummer Weise die drainage abgeschnitten, die noch in meinem Brustkorb war.
Dadurch war das Vakuum weg und meine Lunge kollabierte.
Jeder von Euch, der einen Spannungspneumothorax oder zumindest eine volle kollabierung der Lunge hatte, kennt das Gefühl und dieses "blubbern" parallel durfte ich noch das Zischen am gerät hören.

Wenigstens haben die Schwestern schnell reagiert und es zügig an eine neue Vakuumpumpe angeschlossen.
Dadurch, dass es nicht das erste mal war, wusste ich, dass ich husten muss.
Danach wurde ich geröntgt, aber war etwas sauer und habe laut "gelitten".
Besonders am nächsten morgen bei der Visite ging es mir selbstverständlich sehr schlecht.
Zu meinem überraschen, wusste keiner der Ärzte von dem Vorfall, meines Erachtens eine Unverschämtheit!
Bei einem Gespräch mit dem Chefarzt meinte dieser zu mir, dass ich mich nicht so anstellen solle, da ja nichts passiert ist. Besonders interessant wenn man bedenkt, dass mein lungenfell angeraut wurde und es zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz verwachsen war. Es wird zwar sicher nur ein Schütz gewesen sein, damit ich kein Schmerzensgeld fordere, aber es regt mich immer noch auf.

Danach war ich allerdings wieder sehr zufrieden mit den Ärzten und bedingt mit den Schwestern. Zu meiner Überraschung hat die Schwester sich sogar persönlich bei mir entschuldigt.

Somit kann ich zusammenfassen:

+sehr kompetente Ärzte (wenn auch nicht gerade Psychologen)
+WLAN

-miserable Leistung der Schwestern und auch etwas unterbesetzt.
- Alter des Gebäudes und Hygiene.

Für eine spontane OP zu empfehlen, für eine geplante gibt es bessere.

LG JP