Meine Pneu's

Hauptforum - Tausche Dich hier mit anderen aus.
P@uli
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 17
Registriert: Donnerstag 1. Januar 1970, 02:00

Meine Pneu's

Beitragvon P@uli » Mittwoch 5. November 2003, 23:48

Also meinen ersten Pneu hatte ich mit 25, habe als Personaltrainer gerade eine Schulung abgehalten als ich ein am Anfang ein leichtes und später ein stärkeres Ziehen in meiner linken Schulter mit stärker werdender Atemnot spürte, da sich dazu noch ein Krippeln in meinem linken Arm bekam dachte ich zunächst an einen Herzinfarkt. :oops:
Die Atemnot wurde immer stärker und ich musste die Schulung unterbrechen. Ich nahm eine Schmerztablette - half aber leider nichts. Ich erzählte meinem Chef die Symptome welcher auch auf einen Herzinfarkt tippte und gleich die Rettung anrief. Die vermutete Diagnose von ihm war ein Lungeninfarkt. Im Spital angekommen (Pulm. Zentrum Wien, bin ein Össi :) ) und nach eingehender Untersuchung teilte mir der behandelnde Arzt mit, das es sich um einen Spontanpneu handelte. Nun da ich schon damals als ehrenamtlicher Rettungssanitäter arbeitete, wusste ich was dies bedeutet. Trotzdem hat es an meinem psychischen Tief nichts verändert. Nach 5 Tagen (es war zu Ostern) wurde ich operiert, eine Drainage wurde nicht gelegt, da die Lunge nicht zu 100% zusammengefallen ist und die Ärzte abgewartet haben ob sie sich wieder von alleine stabilisiert, Teile der Lungenspitze wurden abgetragen und die Lunge am Rippenfell angeklebt. Meine erste Frage an den Chirugen war natürlich ob es mit dem Rauchen zusammen hängt, dieser verneinte dies.
Die OP verlief erfolgreich (drei kleine Schitte) und ich wurde nach 10 Tagen entlassen. Nach ca einem Monat konnte ich wieder arbeiten gehen, Beschwerden hatte ich eigentlich keine mehr (ausgenommen die leichten Narbenschmerzen).

Was mir die Ärzte damals auch gleich sagten war, das ein neuerlicher Pneu nicht ausgeschlossen werden kann, was sie nicht wussten ist warum ich diesen Pneu hatte.

Juli 2002 war es wieder soweit, 10 Tage bevor ich mit dem Flieger nach Gran Canaria in den Urlaub fliegen sollte(wollte).
In der Nacht wollte ich mich einfach nur auf die andere Seite drehen und wachte durch einen sehr starken Schmerz in meiner rechten Brust auf. Diesen Schmerz werde ich wohl nie vergessen, es kam mir vor als ob ein Traktor auf meiner Brust steht, stechender kraftraubender Schmerz. In meiner Panik bin ich aufgestanden und habe mir eine Zigarette angeraucht (eigentlich eine Irrsinn), die ich aber gleich wieder ausdämpfte weil ich keine Luft mehr bekam und mein Kreislauf sagte; es ist besser Du legst dich wieder hin. Ich weckte meine Frau und sagte ihr dass sie denn Notarzt anrufen soll. Eigentlich wusste ich schon was mit mir los war, doch der Notarzt bestätigte es, wieder ein Pneu!

Nach einer Stunde Irrfahrt durch Wien (bei Nacht sollte jeder mal sehen), das erste KH wollte mich nicht aufnehmen weil sie keine Lungenanstalt haben, landete ich im KH Lainz (ein sehr gutes KH), die Ärzte dort sind sehr kompetent leider haben sie keinen OP für Operationen dieser Art, sondern konnten mir nur eine Saugdrainage legen. Da ich kein Mensch bin der in eine Flasche urinieren und ruhig im Bett liegen kann, habe ich mich ab und zu abgestöpselt um aufs Klo oder spazieren zu gehen (das hat den Ärzten nicht wirklich gefallen), Nach 5 Tagen wurde die Drainage entfernt, das enfernen hat nicht geschmerzt wohl aber der Daumen der Ärztin auf meiner offenen Wunde, zwecks abdrücken, damit keine Luft in den Brustraum eintreten kann, nach 2 Stunden Röntgen und siehe da, die Lunge hat sich wieder zu fast 50% zusammengelegt. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, da ich dachte doch noch meinen Urlaub in Gran Canaria antreten zu können. Ich wurde noch am selben Tag ins AKH (UNI Klinik Wien, auch sehr gut) überstellt und am nächsten Tag operiert (Lungenspitze weg, Lungenoberfläche aufgerauht und Lunge angeklebt, Wasserschloss).
Nach 4 Tagen wurde die Drainage entfernt wobei sich ein Spaltpneu bildetet, welcher aber nach 3 weiteren Tagen soweit verschwunden war, dass ich entlassen werden konnte.


zu meiner Person: bin 1,74 gross und 60 kg schwer, Raucher (leider)

Schmerzen habe ich bis heute noch ab und zu, links und rechts. Obwohl dieses Problem nicht wirklich lebensgefährlich ist muss ich trotzdem sagen dass ich beide male TODESANGST hatte und heute noch sehr hellhörig bin wenn mich in der Brustgegende etwas zwickt oder leicht schmerzt.
Trotzdem versuche ich nicht permanent an einen neuerlichen Pneu zu denken und das Leben positiv zu sehen.

Interessieren würde mich aber ob es nach einer OP (nicht nur Drainage) bei jemanden vorgekommen ist, das es zu einem neuerlichen Pneu auf der operierten Seite gekommen ist ?!


PS: Wenn ihr Rechtschreibfehler findet, dürft ihr sie gerne behalten.

P@uli
Jungspund
Jungspund
Beiträge: 17
Registriert: Donnerstag 1. Januar 1970, 02:00

Meine Pneu's

Beitragvon P@uli » Donnerstag 6. November 2003, 00:05

ach ja bevor ich es vergesse, die Probleme, das Pneus nicht oder erst später erkannt werden, kann ich nicht so recht nachvollziehen, da hier in Wien, jeder behandelnder Arzt sofort erkannt hat, das es sich um einen Pneu handelte. Ich denke nicht das unsere Ärzte besser sind als in Deutschland, auf der anderen Seite kann ich natürlich nur für Wien, 3 Spitäler, 2 Notärzte und einen praktischen (allgemein) Arzt sprechen (möglicherweise ein Zufall).

Fire
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 346
Registriert: Freitag 4. Juli 2003, 21:43
Kontaktdaten:

Meine Pneu's

Beitragvon Fire » Donnerstag 6. November 2003, 19:17

Die Chance nach einer Op nochmal einen Pneu zu bekommen liegt je nach Statistik zwischen 5-10%. Allerdings ist dieser in der Regel weniger heftig, da die Lunge nicht mehr vollkommen kollabieren.


Zurück zu „Das Pneumothorax-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast