So war es bei mir

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Urs
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So war es bei mir

Beitragvon Urs » Mittwoch 8. Oktober 2003, 11:53

Liebe Leute

Wie ich sehe, gab es unterschiedliche Umstände, die zum Pneumothorax führten.

Bei mir war es auch so, dass ich gar nicht wusste, womit ich es zu tun hatte.

Es war im Februar 1994 als ich am Arbeitsplatz - im Büro - ein eigenartiges Gefühl hatte. Erschöpfung und leichter Schwindel am Schreibtisch.

Ich hatte Feierabend und hatte auf dem Heimweg bei einem Kunden noch was abzuliefern. Als ich mich ins Auto setzte, spürte ich etwas völlig neues im Brustkorb! Ich hatte ein Kloss im Hals und musste mich dauernd räuspern. Während der Fahrt verlief jedoch alles wieder recht gut und ich fuhr über eine Stunde ohne Auffälligkeiten auf der Autobahn nach Hause.

Dort angekommen bemerkte ich beim Aussteigen wiederum dieses komische Gefühl, Bewegung im Brustkorb. Was war das bloss?

Beim Abendessen hatte ich Mühe das Besteck in der rechten Hand zu halten. Es fühlte sich an, als ob der rechte Arm einschlafen würde. Ich begann langsam aber sicher nachzudenken, ob ich nun den Arzt aufsuchen musste.

Das Einschlafen kletterte hoch bis zur Schulter! Ich rief den Arzt an und schilderte kurz was mir aufgefallen war. Dieser riet mir eindringlich, sofort in die Praxis zu kommen, um das untersuchen zu können.

Ich fuhr los und konnte glücklicherweise trotz Fehlen des rechten Arms den Ganghebel bedienen. Dort wurde ich vom Arzt abgehört und dieser stellte fest, dass die Atemgeräusche auf der rechten Seite fehlten. Nun sollte eine Röntgenaufnahme Gewissheit bringen.

Er rief das Krankenhaus an, welches einige Kilometer entfernt war, um mich für das Röntgen anzumelden. Der Arzt wollte nichts genaues sagen, aber mahnte mich, dort gleich hinzufahren. Ich fuhr aber zuerst nach Hause, um meine Partnerin zu informieren und meinte, in einer Stunde wieder zu Hause zu sein.

Im Krankenhaus wurde ich noch nie so hektisch empfangen! Im Gegenteil, ich musste jeweils lange warten bis ich an der Reihe war.

Oberkörper frei machen, Halskette entfernen, hinstellen. Ich war verwirrt, wie sehr sich das Personal ereiferte.

Dann wurde ich auf den Flur geschickt um das Resulat der Aufnahmen abzuwarten. Es dauerte nicht lange, kam ein Assistenz-Arzt mich holen. Er stellte mich vor das beleuchtete Röntgenbild und erklärte mir was zu sehen war, bzw. nicht mehr zu sehen war. Ich war mir noch nicht bewusst was das bedeuten sollte und meinte, ich könne ja nun wieder nach Hause gehen. Doch der Arzt hielt mich zurück und meinte, es könne nicht warten, denn da müsse sofort was unternommen werden! Ich konnte nur noch meine Partnerin telefonisch informieren, dass ich bleiben müsse und schon wurde ich vorbereitet.

Mir wurde so anders und der Chefarzt stiess mir so einen kleinen Schlauch in die Brust! Ich verlor das Bewusstsein und wachte am anderen Morgen in der Intensivstation wieder auf. Sie bereiteten alles vor, um mich in ein anderes Zimmer verlegen zu können.

Meine Partnerin war eingetroffen und verstand nicht, was da abgelaufen war. Ich konnte nun endlich sehen, was da alles um mich herum war. Ein Schlauch in meiner Brust, der mit einer Vakuumpumpe verbunden war. Ein Arzt kam dazu und erklärte mir, dass sich Luft in meinem Brustkorb befindet, die dort nicht hingehört! Diese werde nun herausgezogen, damit die Lunge wieder ihren Platz zur Entfaltung bekommt.

Nun kam die Frage, wie das überhaupt passieren konnte. Auf Anhieb fiel mir nichts auf, was in den letzten Tagen aussergewöhnlich war.

(Fortsetzung folgt...)

Fire
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Beitragvon Fire » Montag 13. Oktober 2003, 20:17

:lol: und was ist jetzt mit der Fortsetzung?

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Beitragvon Urs » Freitag 16. Januar 2004, 04:00

Nicht, dass ich gesundheitlich ausgefallen wäre... :oops:

Ich werde gelegentlich weiterschreiben, aber dazu muss ich mir mehr Zeit nehmen können. :wink:

Urs
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Beitragvon Urs » Montag 19. Januar 2004, 14:05

...

Tja, ich liess in Gedanken die Wochen noch einmal durchgehen. Was hatte ich so alles getan?

Auffällig wurde mal der unterschätzte Lebensstil. Wenig Schlaf, viel Stress und Zoff am Arbeitsplatz. Auch ein ausserordentlicher Termin wurde ein paar Tage vor dem Zwischenfall bei genauerem Hinsehen ein Thema. Als Raucher nutzte ich dort eine Pause, um an der kalten Luft eine Zigarette zu "geniessen". Hastig zog ich an der Zigarette und inhalierte den Rauch mit einem mächtigen Gehalt an eisig kalter Luft. Genau das ist es! Ich hatte den Eindruck, mir würde es das Atmen verunmöglichen! die Kälte brachte mich zum Husten, was mir sonst nie passierte. Ich musste wieder rein, da die Pause vorüber war und ich konnte das Husten kaum noch kontrollieren. Ich hatte das Gefühl ersticken zu müssen. Ich verspürte kurz ein Stechen in der Brust und ich erholte mich dann allmählich.

Die Tage bis zum Zwischenfall verliefen dann wieder wie gewohnt.

Es war Februar, und ich war zu 95% in den Räumen - also sehr selten draussen. Ich bewegte mich nicht sonderlich hastig - also keine körperliche Anstrengungen.

Ich hatte lediglich psychischen Stress mit Terminvorgaben und Unstimmigkeiten mit dem Inhaber der Firma. Als Leiter der Abteilung war ich diesem direkt unterstellt und es war mehr als nur merkwürdig, welche Ansichten er betreffend Kundenpflege durchsetzen wollte. Diese Umstände drückten meine Leistungen und ich war mehr als nur unzufrieden mit der Situation! Ich sass oft am Schreibtisch und konnte kaum atmen, so erdrückend war die Stimmung.

So fiel mir auf, dass die letzten Monate eigentlich schon so verlaufen waren - auch privat gab es nur noch Unerfreuliches nach der Arbeit. Also nirgends ein Ort wo man sich wirklich erholen konnte.

Je nach Veranlagung - glaube ich, dass Stress bei Introvertierten oder bei Unterdrückten auch ohne körperliche Gewaltsleistungen sowas erleben können.

Einen Monat später hatte ich einen erneuten Zwischenfall an derselben Stelle - am rechten Lungenflügel - ein paar Zentimeter neben der vorherigen Leckstelle. Dies zeigte das Röntgenbild nach der Verheilung.

Seither ist nie mehr was passiert, aber ich ging wegen Schmerzen in der Brust gelegentlich zur Kontrolle zum Arzt. Doch es waren rheumatische Beschwerden, also Muskelschmerzen.


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