Mein Pneu und die Folgen

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Anonymous

Mein Pneu und die Folgen

Beitragvon Anonymous » Samstag 27. September 2003, 14:19

Die Daten
36 Jahre, männlich, 182 cm, 80-82 kg:

Die Vergangenheit
Ich war 20 Jahre lang starker Raucher (> 20/Tag), und habe bis 30 verhältnismäßig wenig Sport betrieben und überhaupt ein „relativ“ ungesundes Leben (Kneipen, Feste, Alk, etc.) geführt; Seit 5 Jahren mache ich mindestens 3-4 mal wöchentlich Sport (Joggen, Schitouren, Bergsteigen, Klettern). Die Folge: eine gute körperliche Konstitution, mit Gewichtsabnahme von ca 90kg auf ca 80 kg (ist allerdings immer noch viel im Vergleich zu den „typischen“ Pneu-Aspiranten).

Der Pneu (ausgedehnter Mantelpneu rechts)
Eintritt im Februar 2003 am Gipfel eines 2100 m hohen Berges nach einem anstrengenden Schiaufstieg (beim „Rasten“). Nach der anstrengenden Abfahrt ins Tal (hab mich wirklich den Berg runtergekämpft, und wusste nicht was los war) hab ich erst mal nix gemacht außer ausruhen, und bin erst zwei Tage später (da ja Wochenende war) zum Arzt gegangen. Nach Lungenfunktionstest (gar nicht so schlecht!) wurde auch noch ein Lungenröntgen (am nächsten Tag) vereinbart, und dann war’s klar. Drei Tage nach dem Pneu ab ins Krankenhaus, Drainage legen (oh, oh), Abklemmen nach einem Tag, Ziehen nach drei Tagen und sofortige (2 Stunden später) Entlassung. Nachfolgendes CT zeigte Emphysembullae, sonst war alles OK.

Wie ging’s weiter
Rauchen aufgehört: war gar nicht so schwer wie gedacht. Allerdings hatte ich körperliche Nebenerscheinungen wie Verdauungsprobleme, Blähungen, etc. Ich habe zum Teil einen Zusammenhang mit Heilungsprozess der Pleura vermutet, da insbesondere permanent Druckgefühle rechts direkt unterhalb der Rippen auftraten. Ab und zu war da auch ein leichter stechender Schmerz in der Brust; da ich ja beim leichtesten Anzeichen an den nächsten Pneu gedacht habe bin ich mehrmals wieder zum Nachröntgen gerannt, es war aber nie was. So was wie „Blubbern“ habe ich nie feststellen können, auch nicht beim wirklichen Pneu. Nach etwa drei Monaten begann jedoch eine Normalisierung und ich war fast wieder der Alte.

Juni 2003: Zum Lungenfacharzt wegen spontaner stechender Schmerzen in der Brust (hatte natürlich sofort wieder den Verdacht auf einen Pneu!) War aber nix (!?), und nach ein paar Tagen waren die Schmerzen auch weg (mit Hilfe eines Aerosol-Sprays, der die Bronchien entkrampfen soll!?).

Im Sommer habe ich wieder voll mit sportlichen Betätigungen angefangen, und habe unter anderem im August in den Dolomiten mehrere Dreitausender bestiegen. Keine Probleme (bis auf Zahnschmerzen)!

Seit einer Woche (d.h. ca 7 Monate nach dem Pneu) wieder akut stechender Schmerz in der Brust War natürlich gleich wieder beim Lungenfacharzt, der hat wieder nix (insbesondere keinen Pneu!?) feststellen können. Durch genaue Beobachtungen seit einer Woche weiß ich nun: dieser Schmerz hängt auch mit der Anstrengung zusammen: Bewegung, insbesondere Joggen erhöht ihn, Liegen (Schlafen) ist am besten (morgens bin ich immer voll fit)! Der Schmerz ist meist nicht besonders stark, und eigentlich leicht auszuhalten. Aber beunruhigend ist er schon. Und dieses Aerosol-Spray hilft auch nicht wirklich….

Meine Fragen
Da gibt’s natürlich sehr viele, wie z.B.
- Gibt’s eigentlich so was wie einen „schleichenden Pneu“? (das ist meine Kreation, wo ich mir vorstelle, dass man halt so ein winzig kleines Loch in der Lunge hat das sich dauernd wieder schließt, und immer nur ganz wenig Luft in den Zwischenraum gelangt und den Schmerz bewirkt, ohne zu einem wirklichen Zusammensacken der Lunge zu führen).
- Viele von euch beschreiben auch den „stechenden Schmerz in der Brust“ im VORFELD eines Pneu; das macht mir natürlich Sorgen, dass ich nun auch bald wieder dran bin?
- Wie sind eure Erfahrungen mit den Nachwirkungen eines Pneu? Kennt jemand diesen oder einen ähnlichen Verlauf? Wie haltet ihr es mit dem Sport? Kann ich meinen Traum, einmal einen Marathon zu laufen, jemals verwirklichen?

Fire
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Beitragvon Fire » Samstag 27. September 2003, 15:59

Mhh das hört sich äußerst merkwürdig an, du solltest sicherheitshalber mal den Arzt wechseln btw. die ich in einer Pulmologischen Klinik durchchecken lassen ( Adressen kann ich dir gerne geben).

Sollte es wirklich kein Pneu und keine andere Lungenerkrankung sein, so kann es sich um eine Verkrampfungsreaktion handeln.

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Beitragvon Milbo » Freitag 28. November 2003, 15:21

Also ich kann das sehr gut nachvollziehn,.. mir geht es genauso,.. achte auch mal auf das Wetter und die Luftfeuchtigkeit.
Ich kann sehr gut nachvollziehn,. was du meinst,...der Grund,.. warum ich heute mal wieder in Forum schaute,.. hängt damit zusammen,... dass ich wieder mal Schmerzen in der Brust habe,.. nicht starke,.. aber doch beunruhigende,... also ich kann das absolut nachvollziehn,.. war auch beim Arzt,.. der sagt ist alles super,.. nur habe trotzdem Schmerzen. Aber eben nur manchmal und auch selten stark,.. aber richtig fit fühle ich mich nicht. Aber was wirklich gut tut ist Schwimmen an einem Warmbadetag,.. kann ich nur empfehlen

Fire
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Beitragvon Fire » Samstag 29. November 2003, 21:02

Schmerzen die mit Wetterumschwüngungen oder der Luftfeuchtigkeit zusammenhängen kommen eigentlich immer von der Narbe, sind also unangenehm aber kein Hinweis auf einen kommenden Pneu

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Beitragvon marco » Sonntag 30. November 2003, 12:04

Hallo Oskar,

ich habe im März diesen Jahres meinen offiziell zweiten spotanten Pneumothorax gehabt. Ich hatte das volle Programm: erst zwei Wochen Drenage, dann direkt danach OP, da meine Lunge keine Lust hatte dicht zu bleiben. Nun nach fast 8 Monaten bin ich sportlich wieder fitt. Ich konnte nach 6 Wochen wieder trainieren. Anfangs war ich zwar nach 10 Minuten kaputt, aber ich hatte mehr Luft wie vorher. Daher komme ich zu der Vermutung, dass ich den spontanen Pneumo regelmäßig hatte. Der stechende Schmerz (bei mir, also ob sich ein Nerv eingeklemmt hat) war öfters da und ich hatte keine Kraft mehr für Sport.
Ich habe persönlich die Einstellung, wenn ich mich nicht gerade großen Druckänderungen (z.B. Tauchen) unterziehe kann ich jeden Sport machen. Das haben mir auch meine Ärzte empfohlen. Sport ist sogar von Vorteil, wie allgemein bekannt ist. Gut durch die OP ist meine Lunge mit dem Rippenfell verpklebt wurden, was regelmäßig zu schmerzen führt. Meist wenn ich schnell und tief einatme. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Lunge wieder zusammenfallen möchte, sondern vielmehr, dass die Gleitschicht am Rippenfell nicht mehr existiert (den technischen Begriff kenne ich nicht). Das ist so, als ob ein Kugellager kein Schmierfett mehr hat.

Noch ein Hinweis für alle anderen, die dies lesen: Wer eine gute Klinik für die OP sucht, der sollte mal in die Klinik in Potsdam fahren. Ich war nach 5 Tagen raus aus dem Krankenhaus mit Null Komplikationen.

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Beitragvon josh » Montag 1. Dezember 2003, 13:21

Kennt ihr auch dieses Knacken?
Erstmal hast du einen stechenden Schmerz und kannst zu Beispiel nicht tief ein oder ausatmen, dann bewegst du dich oder überwindest atmungstechnisch einen Punkt an dem es in der Pleura oder der lunge zu knacken scheint, dann ist alles wieder perfekt. Also mehr oder weniger.

Das passiert oft bei wetterumschwüngen. Ich kann mit ziemlich hoher trefferwahrscheinlichkeit sagen, ob es am nächsten tag einen wetterwechsel gibt. Das sind doch Jobaussichten für Ex-Pneu-Kranke, privaten Pneu-TV-Sender aufmachen und 24-Stunden Wetterbericht live senden, mit miondestens 6 Pneukranken. Unsere trefferquote wäre sicher höher als die des DWDs.

Sorry

Fire
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Beitragvon Fire » Freitag 5. Dezember 2003, 15:05

:lol: kommt mir bekannt vor, hab aber ehrlich gesagt keine Ahnung woher das kommt oder was es zu bedeuten hat. Werde ich aber mal in Erfahrung bringen*g*

Eric
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Beitragvon Eric » Sonntag 7. Dezember 2003, 12:02

Josh, das Problem, welches du ansprichst, habe ich auch.
Ich frage mich ebenfalls, woher das kommt - und bei mir passiert das auf der (noch) gesunden Seite.

Kann das was schlimmes sein? Das habe ich aber schon ziemlich lang, bestimmt schon seit zwei Jahren ... aber erwischt hat es die andere Seite ...

Du bringst es mit deiner Beschreibung auf den Punkt. Es ist so wie ein krampfartiger Schmerz - manchmal fühle ich mich, als ob ich gleich Umfallen würde. Man atmet ganz normal und plötzlich tut es stechend weh ... dann atmen man so tief ein bis der Punkt erreicht ist, dass der Schmerz wieder nachlässt.

Komische Sache!

Grüße,
Eric!

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Beitragvon Fire » Sonntag 7. Dezember 2003, 21:22

So hab mich da dann dochmal erkundigt, aber wie so häufig keine klar Antwort bekommt, am wahrscheinlichsten ist ein Krampf im/am Rippenfell der den Druck auf die Lunge verändert, durch das tiefe atmen wird der Druckausgleich dann wieder hergestellt.

Eric
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Beitragvon Eric » Sonntag 7. Dezember 2003, 23:08

Und wie ist das bei der gesunden Lungenseite zu verstehen?

Fire
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Beitragvon Fire » Montag 8. Dezember 2003, 19:03

auch auf der gesunden Seite kann es zu einem Krampf kommen, habe das mal bei einigen Bekannten gecheckt, ungefähr jeder 3 hat das auch ab und an.

Eric
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Beitragvon Eric » Montag 8. Dezember 2003, 23:31

Ich war heute bei meiner Ärztin und sie sagte, dass sie dies sich nicht erklären kann.

Sie mutmaste aber nicht auf Anzeichen eines neuen Pneumothoraxes sondern eher auf einen Nerv.

Liebe Grüße,
Eric!

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Beitragvon golfeinz » Dienstag 23. Dezember 2003, 16:10

Ich habe auch (erst gestern wieder) das unangenehme GEfühl in der Brust gespührt. Mein Doc sagte es sei eine Verkrampfung der Speiseröhre. Vermutlich ausgelöst durch eine Psychose. Ich bin erst seit 2 Wochen aus dem KKH raus (nach meinem 3. Pneu) und bin jetzt natürlich ganz hellhörig auf meinen Körper (...und das ist extrem sch...). Ich habe von meinem Doc eine Injetion bekommen, die diesen Krampf lösen soll. Es hat sich auch ein bisschen was getan, aber so wirklich besser fühle ich mich nicht.
Jetzt meine Frage:
wie lange habt Ihr euch nach einer Thorax-OP so richtig ehlendig gefühlt (keinen Hunger, schlapp, usw.)?!?!

Gruss

Stefan


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