Angst vor Spannungspneu...!

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Sameroney
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Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Samstag 9. September 2017, 20:56

Hallihallo,
ich heiße Johannes und wohne in Ludwigshafen. Ich bin groß, schlank und 26 Jahre alt.
Mein Problem ist die Angst. Ich habe Angst vor einem Spannungspneumothorax!
Ich habe Angst zu sterben!
Ich hatte Ende April 2016 einen Spontanpneu.
Ich habe davon gar nicht viel gemerkt und war beim Arzt wegen einer völlig anderen Geschichte, er wurde sozusagen zufällig festgestellt.
Ich glaube sogar, dass der von alleine wieder verheilt wäre, weil ich echt nicht wirklich Probleme hatte.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass da vor 500 Jahren jeder dran getorben ist, oder wie seht ihr das?!
Ich habe eine Drainage bekommen und wurde nach ein paar Tagen entlassen.
Ende Juli 2016 hatte ich dann den zweiten, auch auf der rechten Seite...
Da ich keine Lust auf die ganze Prozedur hatte, habe ich mich entschieden nicht ins Krankenhaus zu gehen, weil ich beim ersten Mal auch davon überzeugt war dass es ohne geht.
Beim zweiten war es dann aber schon so, dass ich Atemnot hatte und habe mich nach einem Tag entschieden mich doch behandeln zu lassen. Es wurde dann die VATS OP gemacht.
Bis heute habe ich kein Pneu mehr gehabt.
Es ist aber so, dass ich am 8.7.2017, also vor 8 Wochen, plötzlich keine Luft mehr bekommen habe und den Rettungswagen gerufen habe.
Ich dachte ich habe wieder einen und bin ins Krankenhaus gekommen.
Sie haben mich untersucht und ein Röntgenbild gemacht, es war kein Pneu.
Da ich aber so fertig und vollkommen niedergeschlagen und verheult war, hat die Ärztin sich dazu entschieden, sie könne mich so nicht nach Hause schicken und ich wurde für eine Woche in die Psychiatrie gebracht, wo ich mal wieder runter gekommen bin.
Das hat mir auch geholfen.
Nun ist gestern Abend nochmal das gleiche passiert ist...
Ich hab hyperventiliert und keine Luft mehr bekommen...
Ich bin ins Krankenhaus, diesmal selbstständig gefahren und bin wieder völlig mit den Nerven fertig weinend aufgenommen und untersucht worden.
Auch wieder kein Pneu. Einfach überventiliert mit der Angst. Ich habe Angst vor einem Spannungspneu!
Davon habe ich im Internet gelesen. Ein normaler Pneu würde mich, da ich sonst auch nur Probleme in meinem Leben habe, natürlich auch vollkommen fertig machen und mir unendlich viel Energie rauben, aber es wäre etwas was ich halt überleben würde.
D.h. ich könnte sage ich mal seelenruhig den Krankenwagen rufen.
Was ich aber nicht aus meinem Kopf bekomme, und das ist natürlich psychisch bedingt, ich hatte auch von 2011-2013 große Probleme mit Angst und Depressionen, ist die Vorstellung von einem Spannungspneu, das heißt dass ich wirklich fast am ersticken bin oder wirklich ersticke!
Ich habe Angst vor dem Tod!
Ich habe im Internet gelesen, dass ein Spannungspneu sehr selten vorkommt und fast ausschließlich nur bei Unfällen, sprich durch äußere Einflüsse, also wenn zum Beispiel ein Messer oder ein Gegenstand in den Brustkorb eindringt.
Wie ist das?
Wie seht ihr das?
Fühlt euch umarmt,
Johannes

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eve
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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Montag 11. September 2017, 18:38

Hallo Johannes

zuerst mal, willkommen im Club, bei dem niemand sein möchte :)

Etwas, was du über Spannungspneus wissen solltest, ist, dass die nicht sofort töten. Bei einem schlimmen Spannungspneu hast du bis zu 1 Std Zeit, wobei du nach so ca. 40 Min in ein Koma fallen kannst. Wenn du es also schaffst, in der Zeit entweder ins Krankenhaus zu kommen oder einen Rettungswagen aufzubieten, hast du sehr gute Chancen zu überleben. Der Rettungswagen muss in der Zeit nur zu dir finden...Erleichterung kann innerhalb ein paar Sekunden gegeben werden. Ist zwar sehr unangenehm, aber lebensrettend.

Andererseits können Spannungspneus bei jedem Pneu, ob unfallbedingt oder ohne ersichtliche Ursachen auftreten. Was ja bei einem Pneu passiert, ist ein Loch in der Aussenwand der Lunge, so dass Luft austritt. Dann sackt die Lunge etwas zusammen und da die Aussenhaut der Lunge klebrig ist, verkleben die Teile ums Loch rum. Wenn das passiert schliesst sich das Loch und im Normalfall erholt sich alles wieder. Bei einem richtigen Lungenkollaps ist das Loch grösser, mehr Luft tritt aus, es gibt einen Druckausgleich im Brustkorb, die Lunge fällt komplett zusammen und kann sich im Normalfall nicht mehr erholen. Da muss eine Drainage gelegt werden.

Wenn eine Drainage Erfolg hat und die Lunge danach stabil ist, heisst das, die klebrige Lungenhaut hat das Loch gut verschlossen, so dass es nicht mehr leckt, aber doch ein bisschen geschwächt ist.

Da diese Haut klebrig ist, kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass so ein Loch unglücklich verklebt, so dass ein Ventileffekt entsteht, der zwar Luft in den Brustkorb lässt, aber nicht mehr zurück. Wenn der Brustkorb gefüllt ist, fängt dieser Ueberdruck an, auf die umliegenden Organe zu drücken und Herz und so haben das nicht so gerne. Wenn der Ueberdruck gross genug wird, klappt der Körper zusammen, fällt in ein Koma und am Schluss stirbt man daran. Sowas passiert aber nicht in 5 Min.

An und für sich ist ein Pneumothorax völlig ungefährlich. Nur die Spannungspneus machen Pneus schlimm und die passieren nicht sooooo oft.

Wenn du extrem Angst hast, sind so Orte wie Foren falsch für dich. Hier findest du alles, was schieflaufen kann, von Leuten mit Spannungspneus bis hin zu denen, die trotz Ops noch Pneus hatten. Also alles, was nervöse Nerven brauchen, um sich noch mehr aufzuregen.

Da ich dich nicht kenne, weiss ich auch nicht wirklich, was dir helfen würde. Mir hilft mich zu informieren (nicht wirklich in den Foren, sondern eher bei medizinischen Websites) und mich dann abzulenken. Andere machen Sport, reden mit Freunden...einfach Sachen, damit man nicht dauernd an die Lunge denken muss. Als Pneugeschädigte denken wir auch mit der Abwechslung noch oft genug...viel zuviel...an Lungen, Pneus, usw.

lg
eve

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon ias » Montag 11. September 2017, 22:09

eve hat geschrieben:...

Andererseits können Spannungspneus bei jedem Pneu, ob unfallbedingt oder ohne ersichtliche Ursachen auftreten....

Kann dann auch ein Spannungspneu auftreten, wenn sich ein Teil der Verklebung nach einer Pleurodese löst. So wie ich es verstehe schon, weil bei einem Ventileffekt Luft aus der Lunge austritt und nicht mehr zurück kann. Wird es dann nicht viel schneller lebensbedrohlich, weil die Lunge nicht mehr komplett kollabieren kann und dadurch der Platz für die entweichende Luft geringer ist?

eve hat geschrieben:...

Wenn eine Drainage Erfolg hat und die Lunge danach stabil ist, heisst das, die klebrige Lungenhaut hat das Loch gut verschlossen, so dass es nicht mehr leckt, aber doch ein bisschen geschwächt ist. ...

Bei meinem zweiten Pneu hatte ich einen 8 cm großen Spalt und im Krankenhausbericht steht, dass dieser nochmal größer geworden ist.
Trotzdem wurde ich für`s Wochenende vom Krankenhaus beurlaubt, war das nicht verantwortungslos. Ich meine, wenn er sich vergrößert hat, was mir zu der Zeit nicht gesagt wurde, bestand ja noch ein Leck, hätte sich dieser nicht zu jeder Zeit zu einem Ventileffekt entwickeln können.

Ich möchte das Ganze so gern verstehen, weil mittlerweile bin ich so drauf, sollte nochmal etwas sein, solange wie möglich zu warten. Ich meine damit dem Pneu eine Chance zu geben, von selbst zu heilen, wie er es so viele Jahre davor auch geschafft hat.

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Mittwoch 13. September 2017, 09:48

Ich würde annehmen, dass sich ein Spannungspneu bilden kann, wenn sich die Verklebung löst, bzw. abreisst, da in dem Fall die Lunge zusammensacken kann. Allerdings würde ich auch annehmen (vielleicht kann jemand, dem/der das passiert ist, dazu etwas sagen), dass dieses Abreissen ziemlich schmerzhaft wäre, man es also gut merken würde. Ausserdem sind Spannungspneus nach einer Pleurodese noch seltener als vorher.

Wie schnell/langsam so ein Spannungspneu fortschreiten würde, kann ich nicht sagen; das hängt wahrscheinlich, wie bei einem "normalen" Spannungspneu, von der Stärke des Ventileffekts ab. Aber es passiert sicher nicht schneller oder langsamer als bei jedem anderen Spannungspneu.

Vor meiner 2. Pleurodese hatte ich einen 8cm Pneu und blieb zuerst mal 1 Woche zuhause. Die Aerzte sagten mir danach, es sei extrem unwahrscheinlich bis beinahe unmöglich, dass sich so ein grosser Pneu wieder von selbst erholt. Die Diagnose holte ich mir zuerst mit einem Röntgen im Krankenhaus. Danach entliess ich mich selbst und ging nach Hause. Wie mir die Aerzte schon vorher gesagt hatten, war der Pneu nach dieser Woche um einige cm gewachsen, so dass dann doch eine Pleurodese gemacht wurde.

Was ich inzwischen gelernt habe, ist, dass sich die Einstellung Pneus gegenüber etwas entspannt hat. Spannungspneus sind der einzige Grund, warum Pneus so ernst genommen werden und da die doch sehr selten sind, nehmen viele Aerzte Spontanpneus nicht mehr so ernst.

Mein Rat wäre, in jedem Fall rauszufinden, ob ein Pneu besteht und, wenn ja, mit den Aerzten besprechen, was zu machen ist. Pleurodesen oder zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben sind immer noch freiwillig. Ein Röntgen gibt Gewissheit, was wiederum die Angst und die Unsicherheit/Ungewissheit nimmt...entweder hat man einen Pneu oder dann war es ein falscher Alarm. Beide Resultate sind gut, da man weiss, woran man ist.

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon ias » Donnerstag 14. September 2017, 10:30

Hallo Eve,

vielen lieben Dank für Deine Antwort :)

eve hat geschrieben:. ... annehmen (vielleicht kann jemand, dem/der das passiert ist, dazu etwas sagen), dass dieses Abreissen ziemlich schmerzhaft wäre, man es also gut merken würde. ...


Ich habe bei meinem letzten Spontanpneu (wo sich auch die Seite gelöst hat) in Erinnerung, dass ich während der Arbeit ein kurzes seitliches Ziehen wahrgenommen habe. Es war nur ganz kurz, aber schmerzhaft genug um zu denken, dass das jetzt aber heftig war. Danach habe ich bewusst keine Schmerzen mehr wahrgenommen (nur ein nicht mehr auf der betreffenden Seite liegen können ohne unangenehmes Gefühl und teilweiße husten müssen, obwohl ich gar nicht weiß, ob es im Zusammenhang mit dem einmaligen Schmerz liegt), erst einen Tag vor meiner Krankenhauseinweisung hatte ich Momente wo ich ohne eine Art Seitenstechen in der Brust nicht atmen konnte.
In dieser Zusammenfassung (die aufgrund der geringen Patientenanzahl zwar nicht sehr repräsentativ ist) wird ein ipsilateraler SP-Rezidiv nach apikaler Pleurektomie erwähnt: https://books.google.de/books?id=sNfSBgAAQBAJ&pg=PA239&lpg=PA239&dq=erfahrung+nach+subtotaler+pleurektomie&source=bl&ots=-AtAt8-qCc&sig=yI6w3NAfMLRPYNj5EJNQttY8RUg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjsgrSp4KLWAhXKI1AKHTtKB7EQ6AEIOTAD#v=onepage&q=erfahrung%20nach%20subtotaler%20pleurektomie&f=false
Meine Antwort geht jetzt ein bisschen an Deiner Aussage vorbei, weil die erste OP bei mir eine apikale Pleurektomie war, wahrscheinlich sind die Schmerzen bei einer Ablösung einer Verklebung nach subtotaler Pleurektomie stärker :?:

eve hat geschrieben:Vor meiner 2. Pleurodese hatte ich einen 8cm Pneu und blieb zuerst mal 1 Woche zuhause. Die Aerzte sagten mir danach, es sei extrem unwahrscheinlich bis beinahe unmöglich, dass sich so ein grosser Pneu wieder von selbst erholt. ...Wie mir die Aerzte schon vorher gesagt hatten, war der Pneu nach dieser Woche um einige cm gewachsen, so dass dann doch eine Pleurodese gemacht wurde.

So wurde es mir auch gesagt. Ich habe Sauerstoff bekommen, aber mir wurde gleich gesagt, dass das nichts mehr bringen würde und eine OP nicht vom Tisch ist.

eve hat geschrieben:Was ich inzwischen gelernt habe, ist, dass sich die Einstellung Pneus gegenüber etwas entspannt hat. Spannungspneus sind der einzige Grund, warum Pneus so ernst genommen werden und da die doch sehr selten sind, nehmen viele Aerzte Spontanpneus nicht mehr so ernst.

Ich glaube schon, dass die Spontanpneus auch immer noch ernst genommen werden, auch wenn kaum noch eine Gefahr für ein Spannungspneu besteht.
Ein Arzt erwähnte am Rande, dass sich Flüssigkeit bildet und Nährboden für Bakterien oder Viren :?: :?: :?: ist. So genau kann ich es nicht wiedergeben, aber wie es schon so oft hier im Forum erwähnt wurde: gut ist es wohl nicht, dauerhaft mit eingefallener Lunge rumzulaufen.

eve hat geschrieben:Mein Rat wäre, in jedem Fall rauszufinden, ob ein Pneu besteht und, wenn ja, mit den Aerzten besprechen, was zu machen ist. ...

Ja, so sehe ich das auch, zumal die Beschwerden mitunter ja auch zunehmen, wenn sich ein Pneu nicht von allein regeneriert.

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Donnerstag 14. September 2017, 12:02

Was ich in den Jahren seit meinem 1. offiziellen Pneu (ist jetzt genau 20 Jahre her) gelernt habe, ist, dass wir genau wissen, wann ein Pneu passiert. Die Angst lässt uns zwar jedes Zwicklein als Pneu interpretieren, aber wenn wir realistisch sind, wissen wir normalerweise genau, ob es jetzt Angst oder ein echter Pneu ist.
...Ich habe bei meinem letzten Spontanpneu (wo sich auch die Seite gelöst hat) in Erinnerung, dass ich während der Arbeit ein kurzes seitliches Ziehen wahrgenommen habe...

Das hatte ich bei einem der letzten Male auch, aber da hatte sich nichts gelöst und deshalb konnte nicht festgestellt werden, ob es jetzt wirklich ein Pneu war oder doch was anderes. Als sie dann noch rausfanden, dass wir in der Familie negativ auf den Bluttest für Lungenembolie reagieren, wurde ich schlussendlich mit "Verdacht auf Lungenembolie" wieder entlassen...na ja, ich entliess mich selber...das war auch das letztemal, dass ich wegen Pneuverdacht im Krankenhaus war. Ich fand, was soll ich ins Krankenhaus gehen, wenn man nicht mehr rausfinden kann, ob jetzt wirklich ein Pneu besteht oder nicht.
...wahrscheinlich sind die Schmerzen bei einer Ablösung einer Verklebung nach subtotaler Pleurektomie stärker...

Keine Ahnung. Aber da wir alle indiviuell auf Pneus reagieren und die Symptome von von gar keinen Schmerzen oder einem leichten Ziehen bis hin zu extremen Schmerzen, die ein normales Leben unmöglich machen, gehen, kann ich mir gut vorstellen, dass es hier gleich wäre.
...Ein Arzt erwähnte am Rande, dass sich Flüssigkeit bildet und Nährboden für Bakterien oder Viren :?: :?: :?: ist...

Da sehe ich jetzt nicht ganz. Ein Pneu ist ja keine entzündliche Krankheit und das bisschen Flüssigkeit, das bei einem Spontanpneu (ohne Emphysem oder andere Krankheiten, die zu Entzündungen führen können) entstehen kann, sollte nicht gross stören...aber ich bin Laie und kein Arzt. Ich hatte viel Flüssigkeit im Brustkorb nach der 1. Pleurodese, wo alles schiefging, aber so wie man mir sagte, sei das eher eine Ausnahme.
...aber wie es schon so oft hier im Forum erwähnt wurde: gut ist es wohl nicht, dauerhaft mit eingefallener Lunge rumzulaufen. ...

Einverstanden. Wir laufen ja auch nicht mit einem gebrochenen Bein noch monatelang rum :)

Was ich allerdings sicher weiss, ist, dass die Angst mit der Zeit weggeht...der abgedroschene Spruch "die Zeit heilt alle Wunden" stimmt wirklich, nur der Zeitraum ist bei jedem Menschen ein anderer :)

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Montag 18. September 2017, 22:08

Hallo,
Danke für eure antworten.
Bei meiner op ist schon was Schief gegangen, ich habe seitdem Schmerzen. Mal mehr, mal weniger...
Stechen beim Einatmen...
Glaube die haben bei mir irgendwelche nerven geschädigt...
Es ist nun so, dass ich öfters mal Stechen, ziehen und Atemnot habe. Die Atemnot aber eben auch durch Panik (also psychisch bedingt), denn ich war ja schon 2 mal fix und fertig im Krankenhaus und es war kein pneu.
Also ich glaube wenn ich einen total pneu habe Krieg ich das schon mit...
Und danke eve, das du mir sagst, ein spannungspneu ist selbst, wenn er ziemlich krass ist etwas, wo man noch gute Chancen hat rechtzeitig ins Krankenhaus zu kommen...
Ich mein bei einem Schlaganfall kann das in 2 Sekunden aus sein. Das ist ja wirklich was anderes...
Also es ist so, dass ich gestern wieder Schmerzen hatte, die auch etwas untypisch waren und ich habe jetzt einfach Angst vor einem kleineren pneu, also einem Mantelpneu...
Aber ich hab eben auch Angst permanent ins Krankenhaus zu laufen, so dass die mich nicht mehr ernst nehmen und es vllt noch Probleme mit der KK gibt...
Aber ich hab eben auch Angst, dass es ein kleiner pneu sein könnte, und ich will das abklären...!
Ich will nicht damit unwissend durch die Gegend laufen...
Ich will einfach Gewissheit.
Also was tun? Lieber einmal mehr ins Krankenhaus?
Aber ich kann da jetzt nicht 1000 mal aufkreuzen... Oder doch ? :cry:

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon ias » Dienstag 19. September 2017, 08:53

Hallo lieber Johannes,
ich glaube, viele hier kennen die Unsicherheit, ob ein Arztbesuch nötig ist, oder ob man sich in die Vorstellung es könnte ein Pneu sein, reinsteigert, zumal diese Symptome:
Sameroney hat geschrieben:...Mal mehr, mal weniger...
Stechen beim Einatmen...
Es ist nun so, dass ich öfters mal Stechen, ziehen und Atemnot habe. ...

...nach einem OP-Eingriff auch nicht untypisch zu sein scheinen. Ich finde mich in Deiner Beschreibung auf jeden Fall wieder, nachts und auch tagsüber mache ich öfters den Liegetest, bei mir war es die beiden Male meiner Pneus ja so, dass ich auf der rechten Seite nicht mehr liegen konnte, ohne Atemprobleme zu bekommen, bis hin zum leichten Husten.
Ich schreibe jetzt von mir, weil es mir ähnlich, wie Dir geht. Ich würde mich zwar nicht trauen, gleich ins Krankenhaus zu fahren, aber ich stelle mir schon hundert Mal die Frage, ob ich meinen Hausarzt zum Abhorchen aufsuchen sollte, aktuell fällt mir neben Deinen oben zitierten Symptome die Atmung schwer, fühle mich extrem schwach, wenn es mir möglich ist zur Ruhe zu kommen, schlafe ich viel. Mir fällt es schwer mich auf eine Sache einzulassen, einen Großteil meiner Arbeit habe ich verloren und ich versuche mich zuhause mit Nähen, Klavierspielen oder Spazierengehen über den Tag zu halten. Trotzdem, ich bin dafür doch noch eigentlich zu jung, gerade jetzt im Zusammenhang mit den Wahlen, wo des Öfteren der Pflegenotstand thematisiert wird, denke ich, ich sitze zu Hause rum und draußen wird Hilfe gebraucht. Nur ich kann kräftemäßig einfach auch nicht und (ich war mal kurze Zeit in der ambulanten Pflege tätig) schreckt mich die Arbeit auch ab, zumal meine privaten Umstände mich nicht auffangen, damit meine ich meinen Singlestand, ungewollte Kinderlosigkeit und überhaupt, ich empfinde diese Umstände als anstrengend, weil ich mich innerlich immer wieder aufbauen muss.
Egal, was ich eigentlich nur schreiben wollte. Mir geht es gerade sehr ähnlich, wie Dir. Ich habe mir vorhin aber einen Termin bei meinem Hausarzt zum Abhorchen geholt, Donnerstagabend kann ich hin.
Ich werde jetzt versuchen etwas zu nähen, ich hoffe es klappt.
In Gedanken wünsche ich Dir auch, dass Du es Dir irgendwie schön machen kannst und Dich nicht so sehr stresst und wenn doch, denke ich grad spontan, dann gehe halt ins Krankenhaus. Ich weiß, mir ist ja auch nicht egal, was andere Leute sagen oder denken könnten und ich habe auch großen Respekt vor deren Arbeit und möchte sie auch nur in Anspruch nehmen, wenn es unbedingt sein muss.
Versuche doch auch einen Termin bei Deinem Hausarzt zu einem kurzen Abhorchen zu bekommen.

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Dienstag 19. September 2017, 09:27

Hallo
einen Pneu durch Abhorchen rausfinden klappt nur bei grossen Pneus, wo das Atmungsgeräusch auf der einen Seite kaum oder gar nicht mehr vorhanden ist. Auch wenn manch ein Hausarzt denkt, er/sie kann das, ist es viel zu unsicher.

Die Vorgaben sind relativ klar:
1. bei Pneuverdacht ins Krankenhaus (oder zu einem Arzt mit einem Röntgengerät) und ein Röntgen machen lassen. Nicht mal dort können alle Pneus gefunden werden, aber immerhin die meisten.
2. Lieber einmal zuviel als einmal zuwenig röntgen lassen. D.h. nicht, jede 2 Tage dort auftauchen, aber wenn man wirklich das Gefühl hat, es sei ein Pneu, ist es besser, das mal röntgen zu lassen.

und last, aber bei weitem nicht least: Ablenkung, damit man nicht die ganze Zeit an mögliche Pneus denkt. Damit wird nur die Angst geschürt und das bildet einen Supernährboden, damit man sich in etwas reinsteigern kann. Das wiederum führt dann zu mehr Angst...u.s.w.
Da man einem Pneu nicht wirklich vorbeugen kann (ausser aufhören zu rauchen und in Discos nicht gerade vor dem Basslautsprecher zu sitzen) bringt es nichts, sich in Watte zu packen und möglichst vor lauter Angst nichts zu tun. Lebt Euer Leben weiter!
lg
eve

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Dienstag 19. September 2017, 12:54

Hallo ias,
Wie alt bist du denn wenn ich fragen darf ?
Und wie kam das alles ?
Eve: danke...
"Lieber einmal mehr als einmal weniger", könnte halt schon bedeuten das ich da öfters bin... vllt nicht alle 2 Tage, aber naja... ich kanns halt nicht wirklich einschätzen...
Eine Frage noch:
Kann sich ein Spannungspneu nur aus einer komplett kollabierten Lunge entwickeln, oder kann auch ein Mantelpneu zu einem Spannungspneu werden ?
Oder wird der Mantelpneu dann erst zu einem Komplettpneu, und dann geht's ab da weiter Richtung Spannung?
Weißt du was ich meine ?
Oder kann es sein, das ein spannungspneu entsteht, oderwohl die Lunge noch zu 80 Prozent entfaltet ist und das auch währenddessen so bleibt ? (Spannung)
Das wäre auch noch mal gut zu wissen...
Fürs persönliche einschätzen und in sich hinein fühlen in den Situationen wo man denkt es könnte was sein ...
Nicht ganz einfach das zu beschreiben, verstehst du wie ich es meine ?

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Dienstag 19. September 2017, 14:39

Ich hab ein paar gute Beispiele gefunden (Achtung, nicht unbedingt für zarte Nerven gedacht):
https://www.youtube.com/watch?v=NhOK97PSVH4 (gezeigt an einer echten Lunge)
und
https://www.youtube.com/watch?v=pO-ZWqsjfy0 (gezeigt an einer echten Lunge)

und eine etwas weniger "echte" Erklärung:
https://www.youtube.com/watch?v=i-sZzZ4TMnY (keine echte Lunge :) )

Ich denke, es ist gut zu sehen, dass ein Spannungspneu aus jedem Pneu entstehen kann. Da spielt weder die Grösse, noch der Ort, an dem das Loch ist, eine Rolle. Was sie allerdings in den Videos nicht gut zeigen können, ist, dass sich das Loch bei einem normalen, kleineren Pneu beim Zusammensacken wieder schliessen kann und die Luft danach vom Körper absorbiert wird.

Was ich damals, als die Frage/das Problem für mich aktuell war, gemacht hatte, war, dass ich Kollegen und Freunden sagte, was sie machen müssen, sollte ich einen Spannungspneu bekommen und nicht sofort in ein Krankenhaus gehen können. Ob sie es machen hätten können und ob ich wirklich einfach so hingehalten hätte? Keine Ahnung und zum Glück wurde das nie auf die Probe gestellt.
lg
eve

edit: den 3. Link oben ausgetauscht...allerdings hab ich die deutsche Version nicht mehr gefunden :)

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon ias » Dienstag 19. September 2017, 16:02

:shock: Eve, danke für die Videos.
Das Video mit der etwas weniger "echten" Erklärung auf Deutsch, hast Du mit dem zweiten Video doppelt belegt, habe selbst auch nomal rechcheriert und auch ein deutsches Video gefunden, in dem wird aber nicht gesprochen :) Trotzdem hier wird veranschaulicht, wie sehr schnell anscheinend ein Spannungspneumothorax auch lebensbedrohlich werden kann :?
https://www.youtube.com/watch?v=F6596JztuU8

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Dienstag 19. September 2017, 17:45

Soooo schnell geht das auch wieder nicht. Vergiss nicht, dass diese Lungen sehr schnell von aussen beatmet werden. Es hätte niemand die Geduld, einer Lunge 1 Std beim atmen zuzusehen, nur um einen richtigen Spannungspneu in Echtzeit zu beobachten :)

Danke für die Korrektur; ich hab den Link ausgetauscht.

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon Sameroney » Mittwoch 20. September 2017, 11:20

was ist denn der trick in der situation?

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Re: Angst vor Spannungspneu...!

Beitragvon eve » Mittwoch 20. September 2017, 12:28

Wie im 1. Video gezeigt, wenn ein Spannungspneu vorliegt, muss ein Loch gemacht werden, damit die Luft nach aussen kann. Dazu muss ausserdem geschaut werden, dass so ein Loch nicht sofort wieder schliesst. Das Loch selber muss nicht sehr gross sein.

Ich hab bei Narkive Newsgruppenarchiv einen Thread darüber gefunden.

Aber wie schon gesagt, wenn das jemand macht, der/die ungeübt ist, wird es weder steril noch angenehm noch sonst etwas sein, das man sich gerne vorstellen würde, aber immer noch besser als sterben.


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