starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

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Binatyzex3
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starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Binatyzex3 » Donnerstag 9. Mai 2013, 16:32

Hallo ihr Lieben,
habe schon länger mit dem Gedanken gespielt mich hier anzumelden und mal das Problem zu schildern. Habe es dann aber doch immer gelassen, weil ICH selbst keinen Spontanpneu hatte, sondern mein Freund. Nun bin ich aber einfach nur noch verzweifelt. Ich such hier auch keinen medizinischen Rat, sondern einfach Menschen, die vielleicht die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und vielleicht Tipps die, die Beschwerden lindern. Woran es bei euch lag,.. einfach alles,.. bin für jeden Hinweis dankbar.

Also, ich werde dann mal ein wenig weiter ausholen, da ich nicht genau weiß, welche Informationen ihr alle braucht. Mein Freund 22 Jahre alt, groß, schlank - also einer aus der typischen Betroffenengruppe (allerdings Nichtraucher) hatte vor 3 Jahren seinen ersten Spontanpneu. Dieser wurde mit einer Bülaudrainage behandelt. Der zweite folgte nach 1,5Jahren. Dieses mal wurde eine Thorakoskopie mit Teilresiktion durchgeführt. Mein Freund sagte irgendwas von, er hatte dort Lungenbläschen, die nicht in Ordnung waren, die wurden weggenommen, allerdings sind noch welche da, die nicht in Ordnung sind. Er konnte mir das leider auch nicht so genau erklären.

Ich kenne ihn nun seit einem halben Jahr und er hat in unregelmäßigen Abständen 1-2 Wochen lang Schmerzen in der Lunge, auf der Seite wo er seinen Pneu hatte. Er ist dann zum Arzt gegangen, (mittlerweile 3 verschiedene) und hörte immer, dass es an der Narbe liegt - er bekam Novalgin & sollte sich schonen & wurde für eine Woche krank geschrieben.

Für meinen Freund ist das besonders schlimm, weil er einfach panische Angst hat, wieder einen Spontanpneu zu bekommen. Abgesehen davon ist er leidenschaftlicher Fußballspieler. Kann aber "nur" ab und zu Fußballspielen, weil er sich halt andauernd 2-3 Wochen schonen muss.

Sonntagabend hat mein Freund bei mir geschlafen. Wir lagen zusammen im Bett und haben gekuschelt, da bekam er wieder Schmerzen in der Lunge. Dieses mal allerdings sehr stark, er sagte so stark hatte er es von der Narbe her noch nie. Vor Schmerzen atmete er auch ganz flach. Montag ist er dann zum Arzt. Dieser horchte ihn ab, und schickte ihm zum Röntgen ins Krankenhaus (in dem er auch operiert wurde) wegen Verdacht auf Pneumothorax.

Mein Freund hatte richtig Panik. Im Krankenhaus bestätigte sich der Verdacht jedoch nicht. Röntgenthorax war unauffällig. Der Arzt dort sagte, es würde an der Narbe liegen, das kann schon mal sein. Er gab ihm Novalgin & sagte er solle sich schonen. Morgen solle er dann wieder arbeiten gehen, er hoffe er habe keine körperliche anstrengende Arbeit. Ich fragte den Arzt dann, wie das denn sein kann, dass die Narbe immer noch Probleme macht und wie lange das denn dauert, bis sie mal Ruhe gibt. Er sagte dann so bis zu 6Monaten nach der OP sei das normal. Meine Aussage, dass die letzte OP aber 1,5Jahre her ist schien er wohl überhört zu haben.

Unverrichteter Dinge, aber trotzdem erleichtert, dass es kein Pneu ist sind wir dann nach hause. Mein Freund hat weiterhin Schmerzen. Die Novalgin reichen nicht wirklich aus. Arbeit war auch nicht möglich. Habe ihn abends immer atemstimulierend Eingerieben, dass hat ihm gut getan, aber leider nicht lang angehalten. Heute Nacht wurde ich wach, mein Freund lag neben mir gekrümmt vor Schmerzen & jappste nach Luft. Da war es mir zu bunt, ich hab ihm zu dem Krankenhaus geschleppt, indem ich meine Ausbildung zur Gesundheits- & Krankenpflegerin mache, auch wenn er im ersten Moment nicht davon begeistert war.

Leider konnte man uns da, wie ich schon befürchtet hatte, nicht viel weiter helfen, da dieses Krankenhaus keine Thoraxchirurgie hat & natürlich auch keine Unterlagen von der OP. Der Arzt hat sich meinen Freund allerdings angeschaut & ein Röntgenthorax gemacht. Das Röntgenthorax ist bis auf ein vergrößertes Herz & eine kleine Luftansammlung auf der Seite wo mein Freund die Pneus hatte unauffällig. Diese Luftansammlung könne auch so bleiben. Als der Arzt hörte, dass die letzte OP 1,5 Jahre her ist, sagte er das könne ja kein Zustand sein, dass er immer noch Schmerzen habe. Es wäre wichtig, dass wir Ursachenforschung betreiben & eine vernünftige Schmerztherapie erstellen. Leider durfte er natürlich nur "das übliche" an Schmerzmitteln raus geben, er hat zwar angeboten meinen Freund stationär aufzunehmen um ihm wenigstens die Nacht zu erleichtern, aber mein Freund hat einfach die Schnauze voll von Krankenhäusern & Ärzten.

Die zweite nachthälftige ging, dank den anderen Schmerzmitteln etwas besser, aber die Schmerzen sind halt weiter da & scheinen sich langsam zu Verschlimmern anstatt zu Bessern.

Kennt einer von euch ähnliche Probleme nach einer OP?

Mein Freund wird morgen zum Hausarzt und nochmals ins Krankenhaus gehen und Rambazamba machen. Es kann ja wirklich nicht sein, dass er jetzt sein Leben lang Schmerzmittel nehmen muss und sich schonen muss. Auch wenn der nächtliche Besuch im Krankenhaus an der Situation nicht viel geändert hat, hat er mir persönlich trotzdem viel gebracht. Ich war immer völlig unzufrieden mit der Aussage der 3 verschiedenen Ärzte nach dem Motto "ja, ist halt die Narbe,.. kommt vor,..". Endlich sieht es mal jemand so, dass etwas getan werden muss!

So, ich habe mich jetzt nicht wirklich kurz gefasst. Tut mir Leid, aber ich hoffe, es macht sich doch noch jemand die Mühe dieses hier zu lesen. Und super wäre, wenn jemand der ähnliches durchgemacht hat, mal erzählen könnte, wie er davon losgekommen ist & wie die Prognose aussieht.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus. ;)

Laser
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Laser » Donnerstag 9. Mai 2013, 17:49

Hallo Binatyzex3,

erstmal willkommen im Forum.

Ich werde versuchen dir soweit wie möglich zu helfen.
Die Lungenbläschen von dem dein Freund gesprochen hat sind im vielen Fällen der Auslöser von einem Spontanpneumothorax. Die sitzen oben an der Lungenspitze, wenn die Bläschen platzen dann entsteht ein Pneu.
Bei der OP werden die Bläschen mit ein Teil der Lungenspitze entfernt und teilweise wird das Rippenfell entfernt damit sich die Lunge oben wieder "ankleben" kann.

Es gibt Leute die z.B. beim Wetterumschwung oft Schmerzen haben, weiß nicht ob das bei deinem Freund teilweise zutrifft. Wichtig ist auch genau die Schmerzen zu definieren. Sind es dumpfe oder stechende Schmerzen? Wo genau sind die Schmerzen? Nur an der Narbe oder im ganzen Brustkorb? Solche Sachen sollte man genau ansprechen beim Arzt.

Du sagtest auch etwas von Luftansammlung? Wie ist das gemeint? Das zwischen Lunge und Brustkorb Luft ist, also ein kleiner Pneu?

Viele Grüße

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eve
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon eve » Donnerstag 9. Mai 2013, 18:40

Hallo Binatyzex3

Zuerst mal auch willkommen von mir :)

und als 2. gleich dieselbe Frage wie sie Laser schon gestellt hat: wo ist diese Luftansammlung und warum wird die nicht als Pneu angesehen?

Sag deinem Freund auch mal, dass er das mit den Schmerzen rausfinden muss, da sein Hirn es sonst irgendwann mal als normal annimmt, dass er immer wieder Schmerzen hat und die dann chronisch bleiben könnten, sogar wenn der Auslöser dafür gefunden und entfernt/geheilt wird.

Für Narben gibt es viele Sachen, angefangen bei Massagen über Cremes bis hin zu Akupunktur. Allerdings sind 1.5 Jahre eine lange Zeit und ich weiss nicht, wie gut man da überhaupt noch lindern kann.
lg
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Binatyzex3 » Freitag 10. Mai 2013, 08:51

Hey, vielen Dank für die schnellen Antworten.

Also die Luftansammlung ist wieder rechtsseitig (wo er die Pneus hatte) und da wo die Lungenspitze eigentlich wäre. Warum das nicht als Pneu angesehen wird, weiß ich leider nicht. Hach, ist auch immer blöd, wenn man völlig in Sorge beim Arzt sitzt dann fallen einem die ganzen Fragen immer erst später ein. :oops:

Die Schmerzen hat mein Freund nur an der Narbe (also nicht die Narbe an der Haut, sondern in der Lunge). Bei der Einatmung spürt er ein starkes Ziehen. Er hat das aber auch nicht immer. Manchmal sind 1-2Monate Ruhe. Ist auch von der Tageszeit abhängig, abends wird es immer besonders schlimm.

Was ich mich schon gefragt habe, ist vielleicht kommen dieses mal die Schmerzen von dem kleinen Pneu (falls es einer ist und nix anderes :?: ). Denn die Schmerzen sind dieses mal ungewöhnlich stark. Sonst waren sie auch wohl störend, aber da haben Schmerzmittel gegriffen. Abgesehen davon war im RöBild von Montag ja auch noch keine Luftansammlung zu sehen, wenn der Arzt sich nicht geirrt hat?

Naja, aber das ändert ja leider nichts daran, dass er trotzdem immer wieder Schmerzen an der Narbe hat, und so kann es nicht weiter gehen. :( Auch wenn dieser akute Zustand vielleicht bald überwunden ist, kann man ja doch damit rechnen, dass es immer und immer wieder kommt.

Nunja, mein Freund sitzt gerade beim Doc, zwecks Ursachenforschung & Schmerztherapie. Ich hoffe wir kommen weiter.

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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Binatyzex3 » Freitag 10. Mai 2013, 12:17

Leute, ich bin so genervt, enttäuscht, verzweifelt,.. :evil:

Mein Freund war heute wieder bei seinem Hausarzt. Dieser hat nun endlich auch verstanden, das was unternommen werden muss, (stand ja auch im Arztbrief :roll: ). Er hat ihn dann zum CT geschickt.

Im CT sieht man halt einen Minipneu (zuvor benannte Luftansammlung). Dieser müsse/könne aber nicht behandelt werden, da er zu klein ist. Ansonsten war das CT unauffällig. Sie sagten ihm die Schmerzen kommen von der Narbe, da kann man nichts machen, Schmerzmittel nehmen und abwarten. Also die alte Leier.

Mein Freund ist dann wieder zurück zum Hausarzt. Er weiß auch nicht mehr was er machen soll, und kann nix machen :( Er hat ihn für eine weitere Woche krank geschrieben & Novalgin gegeben. Wenn das nicht ausreicht soll er Montag nochmal wieder kommen & dann bekommt er was anderes.

Aber das kann doch so nicht weitergehen? Er ist 22 Jahre alt, er kann doch nicht sein Leben lang Schmerzmittel nehmen & andauernd flach liegen?! Gibts denn niemand, der die Ursache finden kann :(

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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon eve » Freitag 10. Mai 2013, 15:05

Hmm...ein bisschen billig, einfach zu sagen, das kommt von der Narbe. Ausserdem hat er die Narbe ja die ganze Zeit und nicht nur dann, wenn die Schmerzen stark sind. Können die Aerzte denn wenigstens sagen, was an der Narbe komisch ist?

Pneuschmerzen sind unabhängig von der Pneugrösse. Von daher könnte es schon sein, dass er andauernd wieder kleine Pneus/Minipneus hat, die ihm die Schmerzen verursachen. Vor Angst dann verkrampft sein und die folgende Flachatmung helfen da auch nicht wirklich.

Macht dein Freund etwas in Hinsicht Atemtraining?

Helfen ihm die Novalgintropfen? Das ist ja nicht unbedingt ein Schmerzmittel, das langfristig genommen werden sollte. Hzt er sich denn schon mal von einem Spezialarzt untersuchen lassen (Pulmologen, evtl. sogar Neurologen, falls ein Anteil Nervenschmerzen ist)? Sonst wäre mal ein Besuch bei einem (guten) Schmerzarzt/-therapeuten angesagt. Richtig eingestellt, können Schmerzmittel gut helfen und warum soll er nicht zur Schmerztherapie gehen, wenn sonst nichts helfen sollte? Andere haben Migränen, er halt was anderes. Aber zuerst würde ich wirklich alles mal ansehen lassen und er soll doch mal ein Schmerztagebuch anfangen, worin er seine Aktivitäten beschreibt und wie es ihm bez. Schmerzen geht. Vielleicht fällt ihm dabei sogar was auf, wie z.B. immer, wenn ich x mache, habe ich danach Schmerzen.

lg
eve

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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Binatyzex3 » Samstag 11. Mai 2013, 19:19

Ja, das ist es auch was mich stört. Die Ärzte sagen halt, an der Narbe ist nix ungewöhnlich. Narben würden halt Schmerzen machen, weil das Gewebe nicht so elastisch ist wie das normale Lungengewebe. Er solle sich daran gewöhnen. :evil:

Immerhin geht es jetzt langsam Berg auf. Die Schmerzen werden gaaaanz langsam wieder weniger. Trotzdem wollen wir dran bleiben, damit sich auch dauerhaft was verändert. Und gerade nach "anstrengenden" Tätigkeiten, bekommt er wieder stärkere Schmerzen. Also die "anstrengende" Tätigkeit war heute z.b. nach dem Wäsche aufhängen. Ein Schmerztagebuch habe ich meinem Freund jetzt empfohlen.

Atemtraining macht mein Freund nicht mehr. Hatte nach der OP auch nur ein Triflow und sonst nichts.

Novalgin helfen im mäßig, aber da es jetzt wieder Berg auf geht, reichen sie aus.

Zum Pulmologen war mein Freund noch nicht, es kam auch nie ein Arzt auf die Idee ihn dahin zu überweisen. Naja, Montag wird er sich mit einem Pulmologen in Verbindung setzen & bekommt hoffentlich zeitig einen Termin.

Habe der Mum (Pflegeheimleiterin) meiner Freundin mal die ganze Situation geschildert. Sie hat natürlich keine RöBilder gesehen, noch meinen Freund, aber so von dem was ich erzählt habe, könnte sie sich vorstellen, dass irgendwas verklebt ist. Viel konnte sie dazu aber nicht sagen & hat genau so wie ihr einen Besuch beim Pulmologen empfohlen. Sie sagte noch er solle viel Trinken & mit Kamillee inhalieren. Schaden kann es ja nicht,..

Ich werde euch berichten wie es weiter geht, allerdings bin ich von Mo-Fr auf Nordenery & weiß nicht wie es das aussieht zwecks mobiler Internetanbindung. Spätestens am Wochenende werde ich euch weiter informieren. Ich bedanke mich für die Tipps und die Bestätigung, die ihr uns gegeben habt, dass es so nicht RICHTIG ist & nicht WEITER gehen kann.

Liebe Grüße & ein schönes Restwochenende.

Hilke
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Hilke » Montag 17. Juni 2013, 20:00

Hallo, mein Sohn war nach seinem 3. Pneu beim Osteopathen in Behandlung. Das hat ihm körperlich gut getan und ihm zusätzlich auch Sicherheit gegeben. Ich wünsch Euch alles Gute!

summer
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon summer » Samstag 6. Juli 2013, 10:27

Hallo,
hoffe, deinem Fraund geht es besser. Wenn er wieder zum Arzt geht, kann er sich vorher eine Liste mit Fragen machen. Oft vergisst man vieles, wenn man vor dem Arzt sitzt.
Würde auch zum Pulmologen gehn und zur Schmerztherapie. Evtl. würde ich mir auch einen Klinik suchen die eine gute Thoraxchirurgische Abteilung hat.
In diesem Zustand kann er doch kein normales Leben führen.

LG

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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon mina103 » Freitag 9. August 2013, 13:23

Hallo,

ich habe nach drei Spontanpneus ebenfalls eine Pleurektomie hinter mir und kann die Situation deines Freundes sehr gut nachempfinden. Meine OP war im Januar 2012 und ich hab auch bis heute noch Schmerzen, mäßige ständige Schmerzen als wenn mein Brustkorb im Schraubstock stecken würde, die allerdings da sie immer da sind doch nur schwer zu ertragen sind, da wird man irgendwann echt wahnsinnig. Und immer mal wieder solche "Anfälle" wie dein Freund sie hat, fühlt sich an als wenn einem jemand ein Messer in die Lunge gerammt hätte, atmen is da kaum noch möglich. Der ganze Käse hat mich mein Studium gekostet, drei Jahre fürn popo... :cry:

Ich war im vergangenen Jahr bei mehreren Ärzten, das ganze drohte ja schließlich mein Studium zu ruinieren. O-Ton der Ärzte: "das is normal, das is halt so" :shock: einige haben Schmerzmittel angeboten, die helfen seit meinem ersten Pneu aber generell kaum noch, da man mich so sehr zugedröhnt hat.

Ich hab aber vor kurzem in einem Forum (ich weiß leider nicht mehr wo :( ) von ner Art Massage gelesen die die Verklebungen die für die Schmerzen verantwortlich sein sollen löst und damit die Schmerzen verschwinden oder zumindest weniger werden lässt. Genaueres stand da aber auch leider nicht, hat da wohl ein Krankengymnast gemacht. Ob damit die Verklebungen die man mit der Pleurektomie ja absichtlich auslöst um erneute Pneus zu verhindern gemeint sind weiß ich nicht. Bei denen hats aber gut geholfen, is also nen Versuch wert...
Da du ja in nem Krankenhaus gearbeitet hast oder noch arbeitest frag mal die Krankengymnasten da, evtl können die was damit anfangen oder dir jemand bei euch in der nähe nennen der weiterhelfen könnte.

LG Mina103

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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon rosi » Freitag 20. September 2013, 21:56

Hallo
also meine Tochter hat das gleiche Problem mit den Narbenschmerzen (Nerven) im KH (eine Spezialklinik da wurde sie auch chirurgisch behandelt ) wollten die Ärzte eine PDA legen und die Nerven lahm legen, die erklärten das so das die Stellen wo die mit den Endoskopen in den Brustkorb rein gehen da können die Nerven verletzt werden das verursacht die Schmerzen , das mit der PDA hat sie abgelehnt, das Novalgin hat ihr irgendwann auf den Magen geschlagen ,wir sind zum Osteophathen gegangen der mit Spezial Massage die Verklebungen versucht hat zu lösen ( zahlt die Kasse nicht ) dann noch mit Akkupunktur und Keltikan einem Nerven stärkendes Mittel , die schmerzen wurden besser aber nicht ganz weg ,kostet allerdings eine Menge den die Kassen übernehmen nichts davon .

Gruß

chu neco
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon chu neco » Samstag 21. September 2013, 00:45

heya zusammen^^
habe mich lange nicht melden können dank viel Arbeit, privat leben etc. pepe^^

wie rosa schon sagte, sind es leider meist durchtrennte Nervenstränge sowie Muskeln und die Narbe selbst die über Jahre Schmerzen verursachen können. Beim legen einer Bülaudrainage werden beim Schnitt seitlich am Thorax oft diese genannten Teile durchtrennt. Bei jedem Menschen verlaufen diese anders im Körper. Deshalb ist es für Ärzte schwer hier nach "Schema F" zu verfahren.
Ein weiteres Problem stellt die Schmerzempfindlichkeit eines jeden dar. Wo der eine mit einem angebrochene Mittelfuß noch arbeiten geht, krümmen sich andere bei so etwas vor Schmerzen. Fokussiert sich das Gehirn dann noch unterbewusst auf die Wahrnehmung dieser Schmerzen, werden diese verstärkt empfunden. Ihre Ärzte erwähnen laut ihnen auch immer wieder die durch die OP entstandene Narbe als Auslöser. Hier haben die Männer in Weiß auch durchaus Recht. Die Narbe befindet sich auf der Oberfläche der Lunge und reibt bei jeder Atembewegung am umgebenen Gewebe. Dadurch wird dies immer wieder gereizt. Hierdurch entstehen mal schwache, mal stark zu empfindende Schmerzen für den Patienten. Für Ärzte ist es im allgemeinen schwer, solch ein Krankheitsbild adäquat zu behandeln. Dies hat nichts mit "billig" oder ähnlichem zu tun wie hier im Forum kommentiert wurde, sondern eben in der eigentlichen diffusen Symptomatik die bei jeder Person anders ausfällt. Im extrem Fall besteht die Möglichkeit Fentanyl-Pflaster zur dauerhaften Schmerztherapie zu verschreiben. In einem jungen Alter (18~45) würde ich davon allerdings stark abraten.
Wie es hier schon tausend mal im Forum geschrieben wurde, ist eben Ablenkung die beste Methode. Was auch Erleichterung bringen kann, ist das gezielte aufbauen von Muskulatur in dem betroffenen Bereich. Am besten lassen sie sich dabei von einem erfahrenen Physiotherapeuten beraten, welche Übungen für sie geeignet sind. Schonung der betroffenen Seite ist nicht immer die beste Lösung.^^

Ich drücke ihnen und ihrem Freund die Daumen und hoffe auf eine baldige Besserung.

MFG Neco

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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon ruebe133 » Freitag 25. Oktober 2013, 23:59

Hallo erstmal an alle. habe mich heute frisch angemeldet wegen diesem Thema weil ich am 20.7.2012 notoperiert wurde wegen einem Spontanpneu links der dann in ein spannungspneu wechselte und fast zum herzstillstand führte 4 std op. nach gefühlten 100 röntgenbilder unsäglichen schmerzen (manchmal so heftig das ich beim Auto fahren rechts ran fahren musste) und 100 ml novalminsulfon tropfen pro woche. hat ein lungenfacharzt festgestellt das beide lungenflügel extrem belastet sind und der nächste pneu nur noch eine frage der zeit ist heißt die bombe tickt ;-). so und kommt was ich sagen will. obwohl mein arzt mir von sport schwerem heben und co abgesagt hat. (beruf: heizungsbauer) hab ich mit meinem sport: kraftsport, rad fahren, laufen (das aber im rahmen, weil das die schmerzen zeitweise verschlimmert hat) fussball und co wieder angefangen(man will ja auch wieder leben) und siehe da jeden tag 2 std sport und die Schmerzen waren so gut wie weg. dazu muss ich leider sagen wenn ich mal eine woche garnix mache sind sie wieder da ab
er immernoch besser als 500 tropfen "schmerzmittel" am tag. Außerdem bekommt man die strandfigur zurück ;-) .sorry wegen groß und Kleinschreibung bin über handy online

Laser
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon Laser » Samstag 26. Oktober 2013, 11:50

Hallo ruebe133,

willkommen im Forum.

Du hattest geschrieben "ein lungenfacharzt festgestellt das beide lungenflügel extrem belastet sind und der nächste pneu nur noch eine frage der zeit ist", in welcher Hinsicht meinte er "extrem belastet"?

Viele Grüße

ruebe133
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Re: starke Narbenschmerzen noch 1,5 Jahre nach Thorakoskopie

Beitragvon ruebe133 » Samstag 26. Oktober 2013, 18:25

danke laser.
ich habe einen gendefekt in beiden lungenflügeln. das heißt laut aussage vom Arzt sind beide lungenflügeln übersät mit zu großen lungenbläschen die jetzt stück für Stück platzen. und auch sehr schnell wieder nachwächsen. also so hat es mir der Arzt erklärt


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