Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursache ?

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Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursache ?

Beitragvon chainreaction » Sonntag 10. Februar 2013, 13:56

guten tach,

nach jahrzehnten chronisch obstruktiver bronchitis, nach schließlich lungenentzündung überwiegend schmerzend rechts vor über fünf jahren mit befund copd (nach ct) und chronischer kettenraucherei über 25 jahre lang und der tatsache sich an eine nicht mehr vorhandene physische leistungsfähigkeit mehr oder weniger gewöhnt zu haben letzte woche sonntag morgens aufgewacht mal wieder mit schmerzen auf der brust und ziehen hinten am schulterblatt mit dem subjektiven gefühl heute mal wieder krank zu sein. nach vier stunden vor dem holzofen stehend und drei tassen kaffee ohne frühstück während üblicher vormittagsstreiterei mit der gattin plötzlich stechender pochender schmerz in der brust oben links, krampfartig, tauber linker arm, atmen kontrollierte schwerstarbeit und sprechen nicht mehr möglich. auf den boden gesunken, bereits kurz vor ohnmacht. nach halber stunde hocken mit festhalten am fachwerkbalken mit hilfe der gattin wieder langsam aufgestanden bis zum nächsten stuhl, kaum fähig hinzusetzen, dann nicht mehr fähig aufzustehen. kaum ein wort zu sprechen möglich vor röcheln und atemnot.

das ganze hat sich angefühlt wie man sich eigentlich einen herzinfarkt vorstellt, frau arbeitet im kh und vermutet auch erstmal ebensolchen. der gatte ist sich nicht so sicher und versucht noch das ganze nicht übermäßig ernst zu nehmen, überredungsversuche der gattin doch mal den notarzt zu ordern sind erstmal zwecklos. in dem zustand gute stunde gesessen, schließlich immer wieder zittern und schwarz vor augen, mühevoller kampf nicht bewußtlos zu werden, zwischendurch husten mit auswurf und erstickungsanfällen, dann beschlossen zur notapotheke oder notarzt zu fahren, aber leider erstmal nicht in der lage aufzustehen und bis zur treppe zu kommen. drei der vier kinder von der oma abholen lassen und dann ganz langsam mit hilfe aufgestanden, jacke überziehen lassen und schritt für schritt treppe runter bis zum auto, fast ne dreiviertel stunde das ganze procedere, mittlerweile schon halb fünf (anfall um viertel vor eins), zuerst zur apotheke, dort auskunft das man kein aerosol ohne rezept bekommt und tip zum arzt zu gehen, losgefahren richtung ärztlicher notdienst und dann spontan beschlossen doch besser in die notaufnahme kh zu fahren. vorm kh geparkt, mit gattin und kinderwagen über die straße und weiter gehen ging erstmal nicht mehr. inzwischen natürlich dunkel, kalt und schneefall, also schritt für schritt wankend bis zur notaufnahme bergauf gewandert, vor der tür dann fast kollabiert wg. luftnot. dort vorm tresen erstmal zehn minuten warten bis sich jmd erbarmt meine karte zu nehmen und zu fragen was los ist.

also rein durch die schleuse, langsam mit pfleger bis in den med bereich, dort stehen gelassen ("halten sie sich mal da fest"), dann von arzthelferin und pfleger aufs kreuz bzw bett gelegt, kurz der freundlichen ass ärztin vorgestellt, alles klar und offensichtlich, also zack zum röntgen. zum röntgen flach hinlegen, fast erstickt, wieder alles schwarz, krampfhaft am bett festgehalten, bloß wachbleiben, nicht wegtreten...
raus aus dem röntgen geschoben, bett wieder hochgestellt, sie werden abgeholt, tür zu. dann warten auf dem flur. und warten. und noch länger warten. festhalten, bloß nicht ohnmächtig werden, bloß nicht aus dem bett kippen. schließlich mit dem handy meine frau um hilfe angerufen, weil dort offenbar vergessen worden.

nach gefühlten zwanzig minuten röntgenschwester plötzlich wieder da, schiebt wortlos und sichtlich schlecht gelaunt das bett zurück in die notaufnahme. dort alles vorbereitet: raum ist frei, tablett ist da, besteck liegt drauf, assistentin wartet, ärztin auch da. jetzt also auch der patient wieder vorhanden. ärztin schaut aufs bild, alles klar, hat sie sich eh schon so gedacht, telefoniert für pneumo hintergrund und sagt mir daß das jetzt ein zwei tage stationär werden weil die lunge links platt ist.

nach wenigen minuten kommt ein lustig gelaunter mann in schmuddeligen hosen und freizeitwollpulli, stellt eine tupperbox mit tupfern drainagen und allem möglichen ab, zieht den pulli bis auf sein fleckiges polohemd (bratwurst mit senf, pizza, gyros, wein ?) aus und desinfiziert sich singend die hände, kann losgehen. so lacht er, das ding ist platt, macht ja nichts, machen wir einen schlauch rein und alles wird wieder gut. die junge ass ärztin freut sich, ist wohl ihr erster lungenkollaps, gleich erkannt, möchte wohl so kanülen reinmachen, nein sagt der oberarzt, eine bühler von links so machen wir das. und jetzt zur ausbildung, klopfen sie mal hier, hören sie, ganz anders als rechts, und nehmen sie doch mal den ultraschall, schauen sie, so ist das rechts, und jetzt mal links, daran merkt mans ja auch, so, wieder was dazu gelernt. meine frau darf zwischendurch rein, ich muß heulen und sag ihr sie soll schonmal nach hause fahren, dann geht das mit dem schlauch los.

lokales spray, ein kleines loch und rein den schlauch, der patient wackelt und windet sich, halten sie doch still, jetzt ist an die falsche stelle gerutscht, hören sie doch auf zu wackeln, bleiben sie mal liegen, nochmal spray, zweiter versuch jetzt aber und das muß jetzt passen. die freundliche ass ärztin streichelt die hand, los drücken sie fest meine hand sagt sie, stattdessen füße gegens bett stemmen, sorry, aber hände drücken ist nicht so das ding...letztlich sitzt der schlauch und tape drumrum. nochmal schleim rausgurgeln und keine luft bekommen, erstickungsangst und sieht für alle schön eklig aus und dann aufwiedersehen und auf station.

spannungspneumothorax mit komplettkollaps links, mediastinalstrukturen verlagert nach rechts. bettzeit.

in der brust ist ein schlauch, der schlauch geht in einen blauen sogkasten, der kasten mit schlauch hängt an der wandsteckdose überm bett. im laufe der tage geht das raten los. patient ist aufgestanden, wollte durchatmen. schlauch vom kasten aus der wand ab, mit rulator und sogkasten spazierengehen. danach wieder anschließen. aber wie ? erst den ventilhahn auf und dann den schlauch in die wanddose. oder doch erst den stopfen auf und dann das den hahn drehen. oder einfach reinstöpseln. oder erstmal den kollegen fragen. der kennt sich aus und macht es so wie noch keine schwester zuvor. stopfen auf, hahn gar nicht drehen. aha. so geht das ein paar tage stopfen auf und zu und kasten anschließen oder auch mal paar stunden nicht. egal, wird schon irgendwie werden mit dem sog.

patient befand sich drei tage auf sog kontinuierlich 20mmHg. alles klar.

ausdehnung der lunge bei jedoch überlagerung durch weichteilemphysem.danach entfernung der drainage.

hallo herr pat, heute traue ich mich nicht allein zu ihnen und habe eine kräftige kollegin mitgebracht, legen sie sich mal hin wir ziehen jetzt mal schnell den schlauch raus. old shatterhand liegt und hält das bett fest, wildes pferd drückt die brust runter und winnetou reißt mit zweimal anlauf den gartenschlauch aus den rippen. zack, war doch lustig, und schönen tag noch. die schmerzen vergehen langsam im abendschein des lagerfeuer, erstmal durchatmen und strecken, dann noch mal an die frische luft und die vorletzte von fünf kippen täglich vorm einschlafen....

am nächsten tag möchte meine gattin mit dem doctor sprechen und macht ein date für den abend aus, gattin kommt, doctor kommt nach zwei rückrufen und stunde warten, schlecht gelaunt, date war wohl ein mißverständnis, jedenfalls ihren mann kann sie gleich mitnehmen. lunge wieder da, besser wirds nicht, patient will ja nicht zu rauchen aufhören, ahb hat auch keinen sinn, kann ja sowieso nicht besser werden die sache. ab nach hause und ende der debatte. ohnehin wohl eher so eine somatische sache. leidensdruck war wohl nicht groß genug, nichtmal ein aerosol hat der patient sich besorgt und war fast nie beim arzt, wer qualmt ist sowieso selber schuld. vorbefund copd lungenentzündung flügel rechts unten verfault keine ahnung nicht gesehen nicht gelesen spielt auch keine rolle. vertrockneten zugang im linken arm fünf tage lang vergessen, ahja, machen wir doch noch schnell raus, kein thema, soll ja nichts mit nach hause nehmen. patient springt im kreis und geht schnell erstmal eine rauchen um nicht böse zu werden...

kontrolle tags darauf zeigte entfaltete lunge und kein pneu so daß patient entlassen wird.

medikation hustensaft bei bedarf, nikotin verzicht und irgendwer soll in vier wochen doch mal ein ct machen zum ausschluß bullöser veränderungen.

am nächsten tag zum guten arzt auf dem land, aerosol wozu naja von mir aus haben wir noch eins im schrank, schmerzen braucht man nicht und cigarillos statt kippen sind ja schon ein anfang, raucht er selbst wohl auch. kommen sie in drei wochen wieder machen wir funktion. reha ? klar, antrag bitte sehr und schöne ferien ;-)

frage an die die daran schon gewöhnt sind:

läuft das immer so ?

und warum bekommt man das überhaupt ?

muß man das erst bestellen oder kriegt man das auch zweimal ?


danke !

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon eve » Sonntag 10. Februar 2013, 15:31

Zuerst mal willkommen :)

"Das" kommt ohne Bestellung und "Das" kann auch mehrere Male kommen...ohne Bestellung und auch ohne Vorwarnung; speziell, wenn du weiter rauchst. Mit jedem Pneu wird die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Pneus grösser.

Ob es immer so läuft? Bei einigen ja, bei anderen läuft es besser ab und bei wieder anderen noch viel schlechter. Wenn du hier ein bisschen rumliest, kannst du jede Variante sehen.

Wie hoch die Rückfallquote bei emphysem-/COPD-bedingten Pneus ist, kann ich nicht genau sagen, aber soweit ich mich erinnere, ist sie ziemlich hoch, nur schon, weil Emphysemblasen meisten viel grösser als "normale" Bläschen (bullae) sind und dadurch der Druck auf die Bläschenwand grösser ist. Hier eine ganz gute Erklärung. "Mein" Chirurg erzählte mir von Blasen grösser als 1/2 Lunge bei Emphysemen/COPD. Das "warum" bei emphysem-/COPD-bedingten Pneus ist einfach. Die Wände zwischen den kleinen Bläschen in der Lunge sind u.a. durch das Rauchen versteift und nicht mehr elastisch und wenn sie beim Atmen gebraucht werden, brechen sie durch und es gibt Löcher. Die werden mit der Zeit immer grösser und wenn eines davon an der Aussenseite der Lunge sitzt, bricht es halt dort und es gibt ein Loch, durch das Luft in den Brustkorb kommt. Die Lunge selber wird mit Unterdruck im Brustkorb gehalten und wenn da Luft reinkommt, fällt der Unterdruck weg und die Lunge sackt zusammen. Das wird Pneu(mothorax) genannt. Die Haut um die Lunge selber ist klebrig, so dass das Loch oft schon beim Zusammensacken wieder verklebt. Manchmal funktioniert das Verkleben aber nicht so gut und es gibt einen Ventileffekt, wo die Luft nur noch aus der Lunge rauskann, aber nicht mehr zurück. Das gibt dann einen Ueberdruck im Brustkorb, einen sogenannten Spannungspneu und ist lebensgefährlich. Darum beinahe immer die sofortige Drainage.
lg
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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Dienstag 12. Februar 2013, 18:02


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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon Laser » Dienstag 12. Februar 2013, 22:10

In der Bewertung wird aber garnicht auf die Klinik eingegangen. Du beschreibst nur dein Krankheitsbild.

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Mittwoch 13. Februar 2013, 11:20

logbuch... zweites edit...

nach hausarzt am freitag dann am montag chirurg.... seit entlassungstag verschleppte bursa entzündung ellenbogen links außen eröffnet und abgesogen...

am aufnahmetag gesetzter und bei entlassung vom kh arzt schließlich doch noch entfernter eingetrockneter zugang in der armbeuge links mittlerweile blaurot angeschwollen, brennender juckreiz...

linker arm noch fast komplett sozusagen taub, zwei von fünf fingern kalt und weiß, arm kribbelt und pocht unausgesetzt egal ob krampfen oder schonhaltung....

brust schmerzen beidseitig vor allem unten, andauernd verspannter husten kratzender hals, immer noch kein freies atmen möglich....

aus dem ehebett ausgezogen und ganztägig pflegelager im ausgeräumten ehemaligen esszimmer bezogen....

von schlaf außer intervallen nach wie vor keine rede....

atmen ist mühsame arbeit....

als wäre man plötzlich von einem tag auf den anderen um 50 jahre gealtert....

http://www.youtube.com/watch?v=juIMtNw_U_o

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Mittwoch 13. Februar 2013, 11:28

Laser hat geschrieben:In der Bewertung wird aber garnicht auf die Klinik eingegangen.


guten morgen...

das beschwerdemanagement bekommt um 9.30 kaffee und darf dann von 9.31 uhr bis 9.39 uhr zweimal ins internet zum lesen und sicherheitshalber gleich doppeltem kommentieren der bewertungen....

vielleicht haben die noch nicht entdeckt daß man den usern dort nachrichten schreiben kann...

oder es gehört zum konzept nach qs/qm die bewertungen öffentlich so oft wie möglich zu unterkritzeln....

das ist allerdings mehr aufmerksamkeit als in fünf tagen stationären aufenthaltes....

zuzüglich der anschließenden mühe den doppelten kommentar wieder löschen zu lassen...

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Sonntag 17. Februar 2013, 12:57

update.

komplikation...

da ist man von so bis do stationär, man bekommt erst wegen spannungspneu abends auf der notaufnahme eine bülau drainage mit zwei versuchen diese an erst an die falsche und dann doch an die wohl richtige stelle reingewürgt zu kriegen und hat dann zwischendurch ein paar röntgenaufnahmen. natürlich die ganze zeit schmerzen an der brust besonders um den schlauch herum, aber auch die ganze seite links runter, wie tausend kleine nägel in den rippen... und man kanns gluckern hören...der ausblick auf den schwappenden blutigen ausfluß im schlauch macht das ganze besonders angenehm...

in der ersten nacht ist das mitgefühl der nachtschwester noch groß, ob man wohl morphium haben möchte, nein danke verzichte nehmen wir doch lieber novalgin 24/7 über zugang, und einen sauerstoffschlauch vor die nase.

am montag ruft die gattin paarmal besorgt an ob wohl irgendwann mal ein arzt zum nachsehen kommt, tatsächlich weht später mal der eilige oa rein, läßt kurz und heftig das ganze mobiliar rotieren bett zur seite nachttisch rum mal nachsehen ahja fistelt noch ruft er schon wieder im rausrennen und weg ist er wieder, einen befund braucht der patient wohl nicht zu wissen, reicht ja das man irgendwas mit pneu weiß und den rest kann man sich ja wohl später erklären lassen von wem auch immer, später wird er meiner frau am tel berichten ihr mann sei zu sehr auf seine schmerzen fixiert gewesen und da hätte ein gespräch mit dem pat ja ohnehin keinen sinn gehabt.

weiter schmerzen, als meine frau spät abends auf station anruft um sich zu erkundigen und dabei erwähnt daß ihr gatte am tel weiter über schmerzen in der brust jammert geht plötzlich die totale randale los. ävd stürmt im laufschritt das zimmer und mault den pat an was hier eigentlich mit diesen schmerzen da in der brust los sein soll, so geht das nicht, jetzt reichts aber, ab zurück in den notaufnahmesektor und ekg aber plötzlich, dort mißgelaunte schwestern okay machen wir halt mal ein ekg im flur sieht auch nicht anders aus als am sonntag und machen wir vielleicht noch ein röntgen oder was und ab zurück auf station.

so dann mal wieder ein röntgenbild patient kann ja inzwischen mit seinem schlauch und dem saugerkasten am rolator selber hinschleichen, weichteilemphysem und pneusaum, ja motzt der doc, das ist ihre schuld das ist weil sie so gewackelt haben beim drainage reinschieben, lag halt halt darum an der falschen stelle zuerst und deswegen haben sie das jetzt davon, selber schuld und sowieso,

die tage kommt der doc mit begleitung nochmal vorbei, naja fistelt wohl nix mehr also raus mit der drainage, wieder mal verspricht er heilig dann noch ein ct machen zu lassen um mal genauer reinzusehen, und am donnerstag nochmal röntgen, soll zumindest kein pneu mehr zu sehen sein.

eine schwester bekommt später einen anfall origineller laune und merkt mal so im vorbeigehen an daß der pat wohl so ein typ ist der eigentlich doch ganz gerne so mit schmerzen und so zu tun hat. da kann man sich kratzen und fragen was da im aquarium von ärzten und schwestern so zusammengemobbt wird....

und als abends die gattin zum verabredeten arztgespräch kommt wissen die schwestern schon daß die mappe daliegt weil der pat nach hause gehen soll. pat weiß davon nichts, aber als nach einer stunde doch noch der oa umgeben von einer offensichtlichen aura arroganter, überheblicher und insgesamt anscheinend beschißener laune erscheint wird zack entlassen. vorbefund und früheres ct sind auch uninteressant zumal so ein krankheitsbild ja eine somatische ursache haben wird, ein ct, nö, das machen wir nicht mehr wozu auch, versprochen hat er plötzlich nichts mehr, so war das nicht gemeint und überhaupt was will man denn. also kein ct....

nach knapp einer woche rumstöhnen vor schmerzen links und oben und unten und zwicken und kribbeln und blubbern, da bekommen wir dann eine veranlassung eines externen ambulanz chirurgen für ein ct. denn, und schon wirds ärgerlich, könnte man doch glauben daß eine drainage von einem chirurgen gelegt wird. ist aber nicht so, oa ist ja pneumologe und kann das wohl auch machen oder wie...und wieso gibts da kein ct, da macht man immer ein ct schon wegen bullae und so. wie kann man einen pat nach pneu ohne ct entlassen.

das nimmt auch die gattin mit. und weil sie so in rage kommt telefoniert sie gleich mal die kollegen und einen ihrer alten chefs zusammen, chirurgie halt. privatgespräche hier und da. am we glüht das rote telefon während der gatte lagert und weiter röchelt. da will das niemand nicht nicht glauben müssen wollen. ahja, ahso, und wie steht das im bericht, toll, ärzte machen ja heute auch seminare mit wie man was in den bericht schreibt schon wegen der rechtsschutzversicherung und so...aber ein ct macht dann schon, jedenfalls eigentlich. man will ja sehen was sache ist. es sei denn, man will gerade nicht das man sieht was sache ist. oder warum sonst...

also zum ct. .... der entlassbericht ist ja geschickt geschrieben fällt den leserinnen gleich auf, wortwahl und zeitliche anordnung der befunde lassen diesen oder jenen schluß offen... und aus der röhre raus naja siehe da... was sieht man da....

viel emphysem schon auf der übersichtsansicht ... und tatsächlich kann man die bilder auf der cd rauf und runter von oben nach unten von hinten nach vorn und wieder zurück fahren und überall auf der linken seite ist reichlich luft zwischen den rippen und der haut. und, das kommt vom legen der drainage.

soviel erstmal zum ct. erstmal.

und so weiter. und so weiter.

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Sonntag 17. Februar 2013, 13:28

eve hat geschrieben:Zuerst mal willkommen :)

"Das" kommt ohne Bestellung und "Das" kann auch mehrere Male kommen...ohne Bestellung und auch ohne Vorwarnung; speziell, wenn du weiter rauchst. Mit jedem Pneu wird die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Pneus grösser.

Wie hoch die Rückfallquote bei emphysem-/COPD-bedingten Pneus ist, kann ich nicht genau sagen, aber soweit ich mich erinnere, ist sie ziemlich hoch,

Das gibt dann einen Ueberdruck im Brustkorb, einen sogenannten Spannungspneu und ist lebensgefährlich. Darum beinahe immer die sofortige Drainage.
lg
eve


hi,

zunächst nochmal danke für den aufschlußreichen link.

was den rückfall betrifft hat der oa zur entlassung statuiert es könne sein daß es nicht wieder auftritt wenn der patient sich ordentlich aufführe...nun ja man gibt sich wirklich mühe aber gerade wenn es sich so schlecht anfühlt wie in den letzten tagen ist der angstfaktor wirklich enorm und tlw fast nicht zu bewältigen.

was die "sofortige drainage" und die lebensgefahr betrifft, man muß ja eigentlich annehmen daß so ein vorliegender fall spannungspneumothorax nicht so arg schlimm gewesen sein kann wenn der internistische oa sich vor dem reinwürgen der bülau noch die zeit nehmen kann zum entertainment der schwestern ein liedchen zu schmettern und (nach kommentierung der röntgen) unter der ansage jetzt erstmal was für die ausbildung der assistenzärztin zu tun in lässigster seelenruhe vorträge und praktische anleitung zum ausprobieren und erlernen weiterer diagnostik wie klopfen, ultraschall usw. durchzieht als wäre man gestellter proband in einem rotkreuz wochend seminar....


also eher eine "beinahe" sofortige drainage ;-)

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon eve » Sonntag 17. Februar 2013, 15:28

Nicht wirklich vergleichbar, aber es hat mich doch an meinen letzten Pneu erinnert, wo ich zuerst keine Drainage machen lassen wollte, da das legen zu stark schmerzt. Als die mich dann mit vereinten Kräften überzeugen konnten, dass trotz kommender Pleurodese eine Drainage nötig sei, da sonst beinahe sicher bei der Anästhesie ein Spannungspneu passiere, wurde dann, zu viert, diese Drainage gelegt. Der Schlauch endete an einem Ort, wo ich die nächsten paar Tage so Schmerzen hatte, dass ich mich kaum bis gar nicht bewegen konnte. Nach Drainagelegung und Luftschnellabsaugung kam dann der Arzt freudestrahlend zu mir und fand "sehen Sie; es tut doch gar nicht weh!".

So im Nachhinein, wenn ich mich an diesen und auch an andere Momente erinnere, finde ich immer, ist es gut für die Gesundheit dieser Aerzte, dass ich in so Situationen nie in der Lage bin, das zu sagen und zu machen, woran ich dann gerade denke.
lg
eve

edit: P.S. was den Angstfaktor angeht, hilft Ablenkung am Besten.

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Sonntag 17. Februar 2013, 17:13

eve hat geschrieben:
So im Nachhinein, wenn ich mich an diesen und auch an andere Momente erinnere, finde ich immer, ist es gut für die Gesundheit dieser Aerzte, dass ich in so Situationen nie in der Lage bin, das zu sagen und zu machen, woran ich dann gerade denke.
lg
eve

edit: P.S. was den Angstfaktor angeht, hilft Ablenkung am Besten.


lacht...

oh ich weiß noch gut als ich den knaben da rumhampeln sah dachte ich hat der das wohl vorher schon mal gemacht,

also mal die schwestern gefragt ob der wirklich weiß was er tut und das wohl vorher schon mal gemacht hat,

antwort ach ja der wird das bestimmt schon mal gemacht haben sonst wäre er ja nicht oa geworden...


eine schwester hat dann später gemeint früher hätte sie etwas angst vor dem gehabt aber sich inzwischen an ihn gewöhnt...


aber als pat ist man aufm kreuz liegend ja erstmal immer so vertrauensvorschußwillig - leider.

wie bei der cigarette danach kommt die reue meistens nach dem genuß.

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Montag 18. Februar 2013, 19:29

ct bewertung vorliegend...

sozusagen fibrose artiger zustand usw.

überweisung vom fa zur thoraxchirurgie wg. riesenbullae

gehen sie bitte da und dahin zu demunddem und nicht woandershin ja

verflucht

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon eve » Dienstag 19. Februar 2013, 00:56

Ja, das soll bei Emphysemen und COPD vorkommen :(

Wenn es so schlimm ist, dass eine Pleurodese nicht mehr möglich ist, müsstest du dir doch sehr genau überlegen, doch mit dem Rauchen aufzuhören, da gewisse Behandlungen bei COPD Patienten nur nach Aufhören passieren (können).
Lass uns wissen,es weitergeht.
lg
eve

P.S. wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf? :)

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Dienstag 19. Februar 2013, 21:30

eve hat geschrieben:Lass uns wissen,es weitergeht.
lg
eve

P.S. wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf? :)



anfang vierzich und nach kompetentem statement heutiger roadshow könnten es post op noch zehn jahre mehr werden

oh und es geht weiter im mom täglich schlag auf schlag aber ich muß vieles zweimal lesen hören und sacken lassen bevor ich die schmutzigen details öffentlich liegenlasse : )

4 edith: linker arm seit zugangsentfernung am entlaßtag nach wie vor halb taub halb kribbelnd,
brustschmerzen unverändert links an den rippen um den ex drainageneingang und tlw ums sternum, nach hundert metern laufen drei stunden atmungspanik folgend....

warten auf das platzen der nächsten blase

hachja und nach dem fa besuch der damit (der nahtstelle) nichts zu tun haben wollte durfte ich extra nochmal in einer chir. ambulanz die fäden rausmachen lassen

aktuelle wetterlage: eiskalte wut

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon eve » Dienstag 19. Februar 2013, 22:58

Ok, wegen kribbeln und tauben Stellen geh zum Neurologen...unbedingt. Lass den messen, ob da was an den Nerven geschädigt wurde. Das kann leider passieren, da wir Individuen sind und die Nerven bei jeder Person etwas anders verlaufen, aber das Wissen darum kann dir die Info geben, wie damit umgehen. Ich habe heute noch taube Stellen von der 1. Pleurodese, da dort was ganz gewaltig schieflief und die Aerzte mehr besorgt waren, mich zu retten als zu sehen, wo die Nerven waren. Von dort her kenne ich auch den Schmerz von gespreizten Rippen; es gab einen Produktionsfehler bei der Tackermachine, die bei mir eine gekräuselte Naht anstelle einer geraden machte, sodass irgendwann das Gewebe riss und die Lunge ca 2cm unter der Naht auf der ganzen Breite einriss. Da musste dann ganz schnell eines der vorhandenen Löcher in einen knapp 15-20 cm langen Schnitt umfunktioniert werden, was dann die ganze Operationsplanung an dem Tag durcheinanderbrachte. Lol, dass ich dann im Aufwachraum beinahe an zu tiefem Blutdruck starb, war wohl einfach noch das Tüpfchen auf dem sprichwörtlichen "i" eines besch...enen Tages.

Ja, Chirurgen und Fachärzte sind sich oft zu schade, Fäden zu ziehen. Da ich meine Hausärztin respektiere, ihr beinahe blind vertraue und sie oft einiges mehr weiss als manche dieser sogenannten Spezialisten, bin ich sogar froh drum. Hast du einen Hausarzt oder sonst einen Arzt, dem du vertraust? Wenn nicht, würde ich dir raten, so jemanden zu suchen. Du wirst jemanden brauchen, der/die dir helfen kann, dem Sog der Maschinerie, in die man dich jetzt reinziehen will, zu widerstehen.

Was die Atembeschwerden angeht, frag mal einen der Aerzte, er/sie soll dir ein Spirometer für Atemtraining verschreiben oder, wenn das Geld da ist, kauf dir einfach so ein Ding. Mir hat man nach den Pleurodesen so eins gegeben, aber meiner Meinung nach führen Drainagen mit Schmerzen auch zu Flach-/Schonatmung. Ich konnte auf jeden Fall mit diesem Training wieder viel Atemvolumen gewinnen.

Warten auf zerplatzte Blasen ist wie warten auf Godot oder darauf, dass das Wasser endlich mal kocht. Ablenkung ist da, auch bei COPD, besser. Und denk dran, es kann wirklich niemand in die Zukunft blicken und auch wenn es z.B. eine Rückfallquote von 80% wäre, gäbe es immer noch 20%, die keinen neuen Pneu mehr bekommen.Vergiss das nie, wenn die Herren Gelehrten dir weismachen wollen, dass du morgen evtl. auf der Transplantationsliste landen wirst.
lg
eve

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Re: Guten Tag & Spannungspneumothorax, COPD, Nikotin - Ursac

Beitragvon chainreaction » Mittwoch 20. Februar 2013, 17:28

eve hat geschrieben:.Vergiss das nie, wenn die Herren Gelehrten dir weismachen wollen, dass du morgen evtl. auf der Transplantationsliste landen wirst.
lg
eve


guten tach...

nicht zu fassen aber genau das haben wir vor einer stunde zu hören bekommen


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