Narben

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Nici8819
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Narben

Beitragvon Nici8819 » Sonntag 21. November 2010, 16:03

Hallo,
ich bin neu hier und hoffe das ich endlich Hilfe bekommen. Habe schon in vielen Foren geschrieben aber nie eine Antwort bekommen...

Ich hatte vor einem Jahr im Mai meinen ersten und 4 Wochen später meinen zweiten Pneumothorax. Der erste wurde ganz normal wie bei euch auch, mit einer Drainage behandelt. Die war ca. 5 Tage drin und dann nochmal 2 Tage KH aufenthalt ohne. Als ich entlassen wurde, konnte ich zwar immer noch schlecht atmen aber ich dachte mit damals das sei normal, weil sich die Lunge erst erholen müsste. Nach 4 Wochen, liege ich abends im Bett und auf einmal bekomme ich wieder dieses Stechen, ich wusste sofort das es wieder einer ist. Also ab ins Krankenhaus (die Ärztin aus der Notaufnahme kannte mich sogar noch) und wieder Drainage! Wobei ich sagen muss, dass die Ärtze wieder durch die gleiche Narbe (wo gerade erst die Fäden gezogen worden sind) gegangen ist, die ich vom ersten schon hatte. 2 Tage später hatte ich die OP und meine Lunge wurde verklebt. Als ich aufgewacht bin, musste ich mit schrecken feststellen, das ich jetzt 2 Drainagen hatte, eine an der Seite und eine durch die Brust! Das ganze hat 21 Tage gedauert, da die Ärzte den kleinen Blubberkasten nicht richtig angestellt hatten und ich somit mindestens 7 Tage umsonst im Krankenhaus lag. Nach 17 Tagen wurde die erste Drainage gezogen und dann am 20 Tag die zweite.

So, mein Problem ist jetzt, dass ich immer noch wahnsinnige schmerzen habe ab und zu! Gerade wenn sich das Wetter ändert oder es sehr heiß ist, hab ich das Gefühl jeden moment bekomme ich meinen dritten Pneu.
An schlimmen Tagen (so wie heute) merke ich richtig wenn ich einatme das es genau an der Narbe weh tut, das zieht dann den ganzen rückenbereich entlang und auch die Lunge selbst schmerzt.
Natürlich war ich deswegen schon bei mehreren Ärzten aber die können mir nicht helfen. Ich habe ein halbes Jahr später Atemtherapie bekommen die aber rein gar nichts gebracht hat außer das ich noch schlechter atmen konnte danach!
Ich verzweifel langsam! So habe ich mir mein Leben wirklich nicht vorgestellt, das ich jede Woche mindestens 1 mal ausgenockt bin, durch die schmerzen.
Mein Arzt meinte, die Narben sehen "gut" aus, sie sind nicht hart sondern schön weich und auch innerlich ist nicht verklebt... Nur mein Hautarzt hat einen riesen schrecken bekommen, weil jede Narbe ungefähr einen durchmesser von 4 cm hat....

Kennt das einer von euch? Gehts euch auch so? Was kann man machen?

Ich freue mich über jede antwort.

andreaas
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Re: Narben

Beitragvon andreaas » Montag 22. November 2010, 09:49

Hallo Nici,

ging mir ähnlich wie Dir.
die Narben bzw. Nervenschmerzen (Nerven werden bei der OP durchtrennt und das Zusammenwachsen "nervt")
dauern jetzt schon ein Jahr an, werden aber immer millimeterweise weniger.
Die Lunge selber kann nicht Schmerzen, da sich dort keine Nerven befinden.
Machen kann man wenig, zumindest hat bei mir nicht geholfen außer abwarten.

Ist die die Intensität deiner Missempfindungen seit eineinhalb Jahren gleich oder nimmt
es langsam ab?

Besser Dich
LG
Andreas

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eve
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Re: Narben

Beitragvon eve » Montag 22. November 2010, 11:51

Hallo Nici

Willkommen in diesem erlauchten Club :)

Solche Schmerzen wie du sie hier beschreibst, sind nicht normal. Kannst du diese Schmerzen etwas genauer beschreiben? Dumpf, stechend, brennend? Sind die Narben auch berührungsempfindlich, bzw. tut es auch weh, wenn jemand z.B. mit dem Finger drüberfährt?
Hat man auch mal ausserhalb von Pneu, Narben und OPs geschaut? Z.B. auf Muskelprobleme und/oder Sudeck, auch RSD (Reflex Sympathetic Dystrophy Syndrome) oder CRPRS (Complex regional pain syndrome) genannt, geprüft?
lg
eve

edit: P.S. kurze Beschreibung von wikipedia:
Die Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass es nach äußerer Einwirkung (z. B. Traumen, Operationen und Entzündungen) über längere Sicht zu einer Dystrophie und Atrophie von Gliedmaßenabschnitten kommt. Als Symptome treten Durchblutungsstörungen, Ödeme, Hautveränderungen, Schmerzen und schließlich Funktionseinschränkungen auf.

Nici8819
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Re: Narben

Beitragvon Nici8819 » Montag 22. November 2010, 13:17

@Andreaas Die Schmerzen sind gleich geblieben, manchmal sogar etwas schlimmer als am Anfang. Habe das Gefühl meine Narben schwellen an und drücken dann auf die Lunge, so dass ich wieder Probleme beim atmen bekomme....

@Eve Schön das ich endlich ein Forum gefunden habe, wo mir jemand "helfen" kann :)
Ich denke auch nicht das es noch normal ist, aber wie schon gesagt, die Ärzte meinen es sei alles in Ordnung!
Ok ich probier sie mal zu beschreiben, meistens ist es ein ziehender Schmerz mit einer mischung aus stechen! Er fängt ganz langsam an und wird dann immer intensiver, irgendwann schlägt es sich aufs atmen nieder, dass heißt wenn ich einatme fühlt es sich so an als ob der Schmerz von der seitennarbe ausgeht und weitet sich dann über meinen Brustkorb und den Rücken aus und in den rechten Arm. Oft ist auch so, das ich den arm gar nicht mehr bewegen kann, weil es einfach zu weh tut. Aber ich merke immer das es von der Narbe ausgeht, denn da ist der Schmerz am schlimmsten!

Wenn man mit dem Finger über die Narben fährt, fühlt es sich sehr unangenehm an, eine Mischung aus taubheit und schmerz, man kann auch ziemlich tief reindrücken aber es ist alles ganz weich!
Also soweit ich weis, wurde da noch nicht geguckt. Ich hatte ein MRT, da wollten sie gucken ob sich die Narben verhärtet haben aber dem war nicht so und weil da alles in Ordnung war, haben mir die Ärzte gesagt, dass sie nichts machen können!

Meine Atemtherapeutin hatte gemeint, dass meine Energiebahnen gestört sind und das ich mal einen Osteopathen aufsuchen soll, was denkst du darüber?

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eve
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Re: Narben

Beitragvon eve » Montag 22. November 2010, 14:52

An und für sich bin ich ja der Meinung, dass man zuerst mal rausfinden sollte, was los ist, bevor man so aufs Geratewohl anfängt zu behandeln. Ausserdem werden u.U. "alternative" Behandlungen von der Krankenkasse gar nicht übernommen, was eine solche Behandlung ziemlich schnell teuer machen könnte....speziell, wenn man nicht weiss, ob sie hilft oder nicht.

Sudeck und so kenne ich von meinem Rheumatologen, der auf dem Gebiet ein Spezialist ist. Es könnte sein, dass sich auch in deiner Gegend ein Rheumatologe befindet, der sich damit auskennt. Sollte es nämlich ein Sudeck sein, wären all die unten beschriebenen Behandlungen völlig verkehrt und könnten es noch viel schlimmer machen.

Energiebahnen? Na ja...Akupunktur und -pressur sollen bei so Sachen helfen können. Ich glaub zwar nicht so an "Energiebahnen", aber ich hatte nach einigen Operationen Akupunktur zur "Narbenentstörung", wie meine Aerztin das nannte, und es half. Allerdings hatte ich bei weitem nicht die Schmerzen, die du hier beschreibst. Die Physiotherapeutin, zu der ich damals ging, behandelte die, damals ziemlich entzündete Narbe mit Ultraschall, was auch sehr gut funktionierte, obwohl meine Aerztin gar nicht glücklich darüber war... :mrgreen:

Ich gehe regelmässig zur Osteopathiebehandlung, da wir seit Jahren weitere Operationen (nix mit Pneu zu tun) rausschieben wollen. Das funktioniert ganz gut, hilft bei mir allerdings nur bei den Muskelschmerzen.

Was du da bei der Narbe beschreibst, tönt wie eine sog. Anesthesia dolorosa. Ich habe das manchmal bei den Lähmungen, die ich ab und zu bekomme. Da helfen normale Schmerzmittel nichts bis nicht sehr viel und mehr Mittel heisst dann nicht weniger Schmerz, sondern einfach benommener Kopf. Bei diesen schmerzhaften Lähmungen bekomme ich dann sehr spezielle Mittel, wo vor langer Zeit mal mit einem Test rausgefunden wurde, dass die bei mir helfen. Da können gute Schmerztherapeuten/-ärzte helfen, da die bei so Schmerzen am meisten Erfahrung haben und ab und zu auch mit unkonventionellen Mitteln arbeiten.

Was auf jeden Fall wichtig ist und mir auch immer wieder eingebläut wird, ist, dass so Schmerzen behandelt werden müssen, da sonst das Hirn vergisst, dass es je keine Schmerzen hatte und danach bleiben die Schmerzen, auch wenn der Grund dafür schon lange weg ist :o
lg
eve

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Re: Narben

Beitragvon Nici8819 » Montag 22. November 2010, 18:39

War heute nochmal beim Arzt weil es wirklich so schlimm wurde, das es nicht mehr zum aushalten war. Er hat mir ein Muskelentspannungsmedikament und Schmerzmittel verschrieben.... Aber wie du schon geschrieben hast, Schmerzmittel helfen eigentlich nie! Das einzige was wirklich immer mal was bringt, ist einfach Ruhe, eine halbe Stunde im Bett liegen und nicht viel bewegen dann wird es meistens erträglicher! Aber sobald ich wieder aufstehe, geht alles von vorne los....
Was ich auch meistens in verbindung mit Narbenschmerzen habe ist, das meine Stimme verschwindet. Ich weis nicht ob das etwas damit zutun hat aber ich hab die ganze Zeit einen kloß im Hals der meine Stimme unterbricht...
Kann denn ein Sudeck durch Narben entstehen?
Vor dem Pneu hatte ich gar nichts!

Vielleicht sollte ich es dann mal mit Akupunktur versuchen!

Ich versteh einfach nicht, warum das nicht besser wird. Haben die Ärzte mein Gewebe so stark verletzt? Kann das überhaupt wieder besser werden ohne das ich von Tabletten abhängig bin?

Nach langem suchen hatte ich endlich einen Lungenarzt gefunden, der mich ernst genommen hat aber er meinte zu mir, das er erstmal nichts machen kann außer eben mir Atemtherapie zu verschreiben (was aber wirklich überhaupt nichts bringt) und er meinte ich soll Sport machen, damit sich das Gewebe wieder bewegen kann aber es sagt sich alles so leicht...

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Re: Narben

Beitragvon eve » Montag 22. November 2010, 19:04

Haben die Ärzte mein Gewebe so stark verletzt?

Sollte meine Vermutung richtig sein, haben Operationen nur am Rand damit zu tun. Da hat sich aufgrund von Verletzungen (das kann irgendetwas gewesen sein...ich kenne eine Frau mit Sudeck, die hat sich nur die Hand angeschlagen) etwas im Körper verselbständigt und müsste jetzt eigentlich schnell wieder unter eine Art Kontrolle gebracht werden. Ausserdem ist das Wissen um diese "Krankheiten" noch sehr gering..es weiss z.B. auch kein Mensch, warum taube Stellen so extrem schmerzen können...taub ist doch taub...und trotzdem können mich die Schmerzen in den tauben Stellen die Wände hochtreiben.

Aber wie schon gesagt, rede mal mit Aerzten über diese Möglichkeiten...erst wenn man weiss, was los ist, kann dir auch richtig geholfen werden. Wir hier können nur werweissen und vermuten und evtl. Ideen aufbringen. Und die Aerzte, die bei so Sachen das beste Wissen haben, sind u.a. Rheumatologen oder sonstige Spezialisten des Bewegungsapparates oder auch Schmerzärzte/-therapeuten.
lg
eve

P.S. Pneumologen und Hausärzte werden hier kaum mehr sagen können, als sie dir schon gesagt haben...klar helfen Atemübungen, aber wenn du z.B. RSD hast, könnten sie hier genau das Falsche sein.

SpontanPneu
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Re: Narben

Beitragvon SpontanPneu » Dienstag 18. Januar 2011, 16:14

Hallo,

dieser Beitrag ist zwar schon etwas älter, ich komme aber nicht umhin mich dazu zu äußern.

Habe zwei Pneus hinter mir (1. Pneu 2005, der 2. im August 2010 mit anschl. Pleuroabrasio und Pleurodese).
Narbenschmerzen sind völlig normal, das Nervengewebe regeneriert sich ca. 1 mm pro Tag (es wächst) was zu unangenehmen Empfindungen führen kann. Das Taubheitsgefühl und die Übersensibilisierung, bzw. Taubheit rühren daher, dass dort die Drainagen eingeführt wurden bzw. lagen, und das Gewebe schlicht und einfach zerstört ist. Lassen wir die Drainagen je 15 cm lang gewesen sein... das auf 1 mm pro Tag durchgerechnet...

Weshalb ich mich hier äußere? Ich finde es sehr gefährlich, hier einfach so Tipps oder Vermutungen anzustellen wie: "bei mir war es so", "ich kenne jemanden der.." oder "vielleicht ist es dies und das".
Erstens hat jeder eine andere Vorgeschichte, reagiert auf und empfindet den Schmerz anders, die Heilungskräfte sind bei jedem unterschiedlich, und und und...

@Nici: wenn Du so schlimme Schmerzen hast dann geh doch zum Arzt und tümmele Dich nicht in laienhaften Foren! Wenn Dir der eine Arzt nicht hilft, dann gehst Du eben zum nächsten.
Bitte verstehe mich nicht falsch, auf keinen Fall will ich Dich beleidigen - aber: die Psyche spielt eine sehr große Rolle, Angst und Unsicherheit können die Schmerzen internsiver oder überhaupt erscheinen lassen. Dir hilft anscheinend Ruhe und Entspannung ganz gut... Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass Streß und Anspannung zu Schmerzen führen. Wie wäre es mit autogenem Training oder anderen Entspannungstechniken anstatt Schmerzmittel und Muskelrelaxanzen?

Gute Besserung,
SpontanPneu

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eve
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Re: Narben

Beitragvon eve » Mittwoch 19. Januar 2011, 16:01

Hallo SpontanPneu

Zuerst wollte ich hier per PM antworten, fand dann aber, dass es genauso gut hier rein kommen kann :)

SpontanPneu hat geschrieben:Narbenschmerzen sind völlig normal, das Nervengewebe regeneriert sich ca. 1 mm pro Tag (es wächst) was zu unangenehmen Empfindungen führen kann. Das Taubheitsgefühl und die Übersensibilisierung, bzw. Taubheit rühren daher, dass dort die Drainagen eingeführt wurden bzw. lagen, und das Gewebe schlicht und einfach zerstört ist. Lassen wir die Drainagen je 15 cm lang gewesen sein... das auf 1 mm pro Tag durchgerechnet...

Hast du Quellenangaben für dieses Wissen?

Die Pneumothoraxdrainage liegt zwischen Lunge und Brustkorb, also nicht im Gewebe....wo wird dort Gewebe zerstört (abgesehen vom Eintrittsort)? Taubheitsgefühl entsteht u.a., wenn durch Druck oder anderes die Nervenleitbahn zum Muskel temporär oder permanent unterbrochen ist. Extremschmerzen in tauben Stellen (anaesthesia dolorosa) sind bekannt, der Grund dafür ist es allerdings (noch) nicht.

Verschiedene "Gewebe" heilen unterschiedlich schnell und auf unterschiedliche Art. 15 cm Drainageschlauch entsprechen nicht 15 cm Nerven kaputt.

SpontanPneu hat geschrieben:Weshalb ich mich hier äußere? Ich finde es sehr gefährlich, hier einfach so Tipps oder Vermutungen anzustellen wie: "bei mir war es so", "ich kenne jemanden der.." oder "vielleicht ist es dies und das".

Wenn du etwas genauer liest, kannst du sehen, dass wir hier die Leute beinahe immer zum Arzt schicken. Ja, ab und zu mit Vermutungen, was etwas sein könnte, was gerade bei Leuten, die wie z.B. hier einen ungewöhnlichen Verlauf hatten, helfen und ihre Odyssee von Arzt zu Arzt verkürzen kann.
Schlussendlich kann nur ein Arzt bestimmen, was genau los ist.

SpontanPneu hat geschrieben:Erstens hat jeder eine andere Vorgeschichte, reagiert auf und empfindet den Schmerz anders, die Heilungskräfte sind bei jedem unterschiedlich, und und und...

...und wo wird das in Frage gestellt?

SpontanPneu hat geschrieben:@Nici: wenn Du so schlimme Schmerzen hast dann geh doch zum Arzt und tümmele Dich nicht in laienhaften Foren! Wenn Dir der eine Arzt nicht hilft, dann gehst Du eben zum nächsten.

Manche Leute können aufgrund ihrer Versicherungen und anderem nicht einfach von einem Arzt zum nächsten wechseln, wie sie es vielleicht gerne würden oder sogar sollten.

SpontanPneu hat geschrieben:Bitte verstehe mich nicht falsch, auf keinen Fall will ich Dich beleidigen - aber: die Psyche spielt eine sehr große Rolle, Angst und Unsicherheit können die Schmerzen internsiver oder überhaupt erscheinen lassen. Dir hilft anscheinend Ruhe und Entspannung ganz gut... Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass Streß und Anspannung zu Schmerzen führen. Wie wäre es mit autogenem Training oder anderen Entspannungstechniken anstatt Schmerzmittel und Muskelrelaxanzen?

Ok, Entspannung und autogenes Training schaden sicher nicht, aber ab und zu, gerade bei Nervenschmerzen, müssen zuerst die Schmerzen so unterdrückt werden, dass jemand überhaupt an Entspannung denken kann.

Da du ja von "ich weiss von..." und "habe erlebt..." nichts hältst, schau selber mal bei Schmerzorganisationen nach. Z.B. ein Auszug von pain.ch, der Schweizerischen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes :
http://www.pain.ch/patienteninfo/haufig ... en-konnen/
Schweizerische Gesellschaft zum Studium des Schmerzes hat geschrieben:Die Folgen eines nicht ausreichend behandelten Schmerzes dürfen nicht unterschätzt werden. So kann z. B. anhaltender Schmerz nach Operationen zu einer Verzögerung der Erholung führen und birgt darüber hinaus die Gefahr einer Chronifizierung. Es ist durchaus angebracht und vernünftig, schmerzstillende Massnahmen zu verlangen, statt einen Schmerz aus falsch verstandener Tapferkeit durchstehen zu wollen.

und http://www.pain.ch/patienteninfo/haufig ... erzen-tun/
Schweizerische Gesellschaft zum Studium des Schmerzes hat geschrieben:Akuter Schmerz kann gut mit Schmerzmitteln unter Kontrolle gebracht werden. Der Schmerz sollte jedoch nach spätestens zwei Wochen abgeklungen sein.

Bei chronischen Schmerzen sollte man gemeinsam mit dem Hausarzt oder einem Spezialisten zuerst die Krankengeschichte und mögliche Ursachen besprechen und, je nach Schmerztyp, eine wirksame Strategie gegen den Schmerz entwickeln. Da eine völlige Schmerzfreiheit in der Regel nicht von heute auf morgen erreichbar ist, setzen Sie sich zunächst Etappenziele: Schmerzlinderung, schmerzfreie Phasen, den Alltag trotz Schmerzen bewältigen, trotz Schmerzen etwas Schönes unternehmen, ...

In vielen Fällen bieten Medikamente eine Möglichkeit, um Schmerzfreiheit oder zumindest eine Linderung der Schmerzen zu erreichen. Diese können auf verschiedenen Wegen verabreicht werden: Als Tablette, Infusion, Pflaster, Katheter. Manchmal kann auch ein chirurgischer Eingriff zur Schmerzreduktion beitragen.

Es gibt vielerlei nicht-medikamentöse Möglichkeiten, die einen Beitrag zur Schmerzlinderung leisten können: ob Physiotherapie, Verhaltenstherapie, Entspannungsübungen, Akupunktur, Radiofrequenztherapie oder einfache Hausmittel (Kälte, Wärme) helfen, hängt ganz von den individuellen Krankengeschichte und den persönlichen Bedürfnissen ab. Besonders wichtig ist auch die soziale Zuwendung, die ein Schmerzpatient erfährt, vor allem aber, dass er in seinem Schmerz ernst genommen wird.

Beim chronischen Schmerz sollte eine interdisziplinäre Beurteilung erfolgen, um die Ursachen der Chronifizierung zu erkennen und ein Therapiekonzept zu erarbeiten.

Auf alle Fälle gilt: Schmerz muss behandelt werden!


lg
eve


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