OP-Erfahrung?

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Mirasol

OP-Erfahrung?

Beitragvon Mirasol » Montag 15. November 2010, 21:30

Hallo zusammen,

nach meinem zweiten Pneu hatte ich heute nun den Termin bei der Thorax-Ambulanz in unserem Krankenhaus. Der dortige Facharzt schaute sich meine CT-Bilder an und rat mir, meine rechte Seite operieren zu lassen. Nun meine Frage, hat jemand von euch Erfahrung mit der OP (Lungenbläschen entfernen und "verkleben") - aber bitte ich möchte keine Horrorgeschichten hören. Hat jemand von euch "normale" Erfahrungen damit? Wie ist die OP verlaufen und wie ging's euch danach? Wurde bei euch durch mehrere kleine "Löcher" operiert?

Danke & Gruß ihr Leidensgenossen ;)

andreaas
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Re: OP-Erfahrung?

Beitragvon andreaas » Dienstag 16. November 2010, 11:16

Hallo Mirasol,

nach dem 2. Pneu steigt halt das Risiko das es zu erneuten Pneus kommt enorm an.
Ich habe mich nach meinem 2. dann auch für eine OP entschieden.
Die OP und der anschließende Krankenhausaufenthalt waren erträglich.
Es war eine sogenannte VATS (Kamera, Schlauch, OP-Werkzeug--die berühmten 3 kleinen Löcher)
Der Heilungsprozeß danach war bei mir allerdings sehr langwierig und dauert bis heute (ca. ein Jahr ) an. Taube Stellen in der Brust, reissen, ziehen,immer wieder leichte Schmerzen.
Ich bin sportlich, durchtrainiert und wirklich kein Jammerlappen, aber diese Folgen hatte ich unterschätzt.
Es wird aber immer noch täglich besser und ich denke das es irgendwann komplett schmerzfrei werden kann.
Im Nachhinein kann ich nur jedem empfehlen unbedingt nach der OP eine Reha durchzuführen, da ich
der Meinung bin das das den Heilungsprozeß beschleunigt.
Angeboten wird dir das aber nicht-mußte drängeln.

Also ich wünsche Dir alles Gute, Gesundheit und eine reibungslose OP

Gruß
Andreas

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eve
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Re: OP-Erfahrung?

Beitragvon eve » Dienstag 16. November 2010, 12:01

Hallo Mirasol

Mirasol hat geschrieben:nach meinem zweiten Pneu hatte ich heute nun den Termin bei der Thorax-Ambulanz in unserem Krankenhaus. Der dortige Facharzt schaute sich meine CT-Bilder an und rat mir, meine rechte Seite operieren zu lassen. Nun meine Frage, hat jemand von euch Erfahrung mit der OP (Lungenbläschen entfernen und "verkleben") - aber bitte ich möchte keine Horrorgeschichten hören.

:D
Mirasol hat geschrieben:Hat jemand von euch "normale" Erfahrungen damit? Wie ist die OP verlaufen und wie ging's euch danach? Wurde bei euch durch mehrere kleine "Löcher" operiert?

VATS (minimalinvasiv mit 3 Löchern) ist heute ziemlich standard. Die OP geht im Normalfall so ca. 1 Std. Nach ca. 1 Woche kann man nach Hause und man hat, wieder im Normalfall, meistens weniger Schmerzen als bei einer Drainage. Meine 2. OP ging ziemlich standardmässig über die Bühne. Ich kam an einem Mittwoch mit einem Pneu rein und wurde am Freitag operiert. Am Samstag lief ich in Begleitung im Spital rum, am darauffolgenden Don. wurden die Schläuche abgeklemmt und am Tag darauf konnte ich nach Hause. Ich hatte noch monatelang taube Stellen, aber die haben sich in det Zwischenzeit beinahe alle wieder ganz erholt.
Bei der 1. OP ging es so, wie du es jetzt geplant hast. Ich kam ohne Pneu im Krankenhaus an, wurde operiert und konnte 1 Woche später nach Hause. Schon damals, vor jetzt 13 Jahren, wurde mit VATS operiert. Im Gegensatz zum 2. mal allerdings war ich damals die ganze Zeit ans Bett gefesselt und hatte kein tragbares Unterdruckgerät. Da damals einiges schiefgelaufen war, blieben viele der tauben Stellen bis heute.

Nach der 1. OP liess ich eine Narbenbehandlung machen, da die anfangs dauernd zog und schmerzte. Das half enorm :) und nach beiden OPs kam gleich die Physiotherapeutin mit dem Spirometer, was bei der Rückgewinnung des Lungenvolumens auch sehr half. Das Lungenvolumen scheint nach so einer OP ziemlich abzufallen (bei mir fiel es nach jeder OP auf so ca. 2l oder weniger runter), aber mit Atemtraining normalisiert sich das schnell wieder.

Hat dir der Arzt gesagt, wie er verkleben will? Wie hat er dir die OP beschrieben?
lg
eve

Mirasol

Re: OP-Erfahrung?

Beitragvon Mirasol » Donnerstag 18. November 2010, 22:44

Vielen Dank für eure Erfahrungen.

Ich hätte jetzt auch nicht vermutet, dass ich nach einer Woche wieder quietschfidel durch die Gegend hüpfe. Wobei die Vorstellung von tauben Stellen an/um die Lunge schon etwas merkwürdig ist.

Nach euren Berichten sollte ich also darauf drängen nach der OP eine Atemtherapie bzw. Reha zu fordern? Meint ihr das das die Heilung wesentlich beschleunigt? Wie lange hat es nach der OP gedauert, bis ihr wieder Sport machen konntet?

Soweit mir der Arzt das bis jetzt erklärt hat, macht er zuerst meine restlichen Lungenbläschen auf, die zum Glück nur an der oberen Seite zu sein scheinen. Anschließend wird dann "verklebt" und dann ist hoffentlich alles wieder vorbei.

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eve
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Re: OP-Erfahrung?

Beitragvon eve » Freitag 19. November 2010, 02:23

Also, ich weiss nicht, wie es den anderen so ging, aber ich war beide Male nach 1 Woche mehr als reif, nach Hause zu gehen. Ich hasse Krankenhäuser :D

Die tauben Stellen sind auf der Haut, wo sensorische Nerven durchgetrennt werden und das geht eine Zeit, bis die wieder zusammengewachsen sind. Nerven wachsen langsam. In den meisten Fällen ist aber nach so 6 Monaten bis 1 Jahr alles Gefühl wieder da.

Ich hatte keine REHA/Kur oder so und die Uebungen machte ich zuhause weiter und ein Spirometer passt in jede Tasche :) Wenn du daran denkst, frag deinen Arzt doch mal.

Was Sport usw. angeht, wird es ganz auf dich und deinen Arzt ankommen. Da gibt es himmelweite Unterschiede. Meiner z.B. ist dafür, so schnell wie möglich, nach so ca. 3-4 Wochen, die Leute wieder ins normale Leben zu schicken, nur bei Kontaktsport, Fussball und solchen Sportarten findet er, man solle länger warten. Du kannst hier im Forum aber auch von Aerzten lesen, die finden 6 Monate schonen sei kurz. Das Wichtige dabei ist, dass du dich weder hetzen lässt noch zu stark schonst und auf deinen Körper hörst.

Wie geht es dir? Hast du dich entschieden, ob du die OP machen lässt und wenn ja, wann? Ich werde vor so geplanten Operationen immer extrem nervös und habe Angst. Je näher sie rückt, desto schlimmer wird es und die letzten paar Tage bin ich völlig unbrauchbar. Am besten wäre es, man würde mich in ein Koma versetzen, bis alles vorbei ist :D
lg
eve

Mirasol

Re: OP-Erfahrung?

Beitragvon Mirasol » Freitag 19. November 2010, 23:24

eve hat geschrieben:Ich hasse Krankenhäuser :D

Da kann ich nur zustimmen. Ich kann dir Uhr danach stellen, dass ich am 2. Tag zusammenbreche, weil mich alles nervt, alles ankotzt und sowieso alles blöd ist... Mal schauen, was passiert, wenn ich demnächst freiweilig gehe.

eve hat geschrieben:Wie geht es dir? Hast du dich entschieden, ob du die OP machen lässt und wenn ja, wann?

Ich hab mich freiwillig dazu entschieden. Ich möchte nicht mal irgendwann im Urlaub sein, einen Pneu kriegen und in irgendein hundsmiserables Krankenhaus verfrachtet werden fernab von der Heimat. Und um jede Drainage, die ich nicht haben muss bin ich auch nicht unglücklich. Werde erst Mitte Januar gehen - hab also noch genügend Zeit nervös zu werden. Aber wie gesagt, mal schauen, ob mich der Krankenhaus-Koller auch ereilt, wenn ich freiweilig gegangen bin.

eve hat geschrieben:Was Sport usw. angeht, wird es ganz auf dich und deinen Arzt ankommen. Da gibt es himmelweite Unterschiede.

Jetzt nach dem letzten - der nur mit Sauerstoff behandelt wurde - meinten die Ärzte zwei Wochen. Aber da ich eh gerade noch von Husten geplagt bin, wird es wohl ein bisschen länger dauern, als zwei Wochen.

vg

Regina
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Re: OP-Erfahrung?

Beitragvon Regina » Dienstag 4. Januar 2011, 11:40

Hallo,
vor 11 Jahren hatte ich im Alter von 40 Jahren einen Spontanpneumothorax. In einer Not-OP wurde mir eine Drainage gelegt. Da sich jedoch mein Lungenflügel auch nach einer Woche noch nicht wieder entfaltet hat, wurde ich in die Lungenklinik Stuttgart verlegt. Dort diskutierten 2 Ärzte darüber, ob eine OP gemacht werden sollte, einer war dafür, einer dagegen. Da ich jedoch nervlich total fertig war entschied ich mich zur OP, was sich im nach hinein als total richtige Entscheidung herausgestellt hat. Das musste auch der Arzt, der gegen die OP war, zugeben, da sich noch einige Bläschen auf meiner Lunge befanden und die Gefahr weitere Spontanpneu zu erleiden sehr hoch war. Die OP war gar kein Problem, wurde bei Vollnarkose durchgeführt, und durch die OP-Technik Thorakoskopie hat man danach nur eine kleine Narbe.
Ich kann die OP nur empfehlen, da man danach einfach wesentlich angstfreier leben kann. Sportlich mache ich wieder alles, auch Bergsteigen in Höhen über 2500 m. Mir geht es gut und würde mich wieder so entscheiden.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein bisschen helfen.
Alles Gute - Regina


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