OP notwendig oder nicht??

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pappnase
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OP notwendig oder nicht??

Beitragvon pappnase » Montag 22. März 2010, 12:52

Moin alle miteinander,

ich habe zwar sehr interessiert das Forum studiert aber noch keine Frage/Antwort zu meinem "Problem" gefunden.
Ich hatte im November 09 einen Spontanpn. links- wurde operiert alles OK - na ja mehr oder weniger - immer noch Schmerzen und Taubheit in der Brusstwarze.
Nun hat mir mein Chirurg gesagt, dass umbedingt auch die rechte Seite operiert werden müssete weil: Wenn links Luftblasen sind dann auch rechts. Aus seiner Erfahrung!!
Ein CT einer anderen Lungenfachklinik hat nichts gezeigt.
Nun meine Frage:
Hat oder wurde irgendjemand vorsorglich auf der anderen Seite operiert oder hat davon gehört, dass eine solche OP notwendig ist?
Eine andere Frage ist ob sich "Luftblasen" an der Lungenspitze diagnostizieren bzw. durch Untersuchungen nachweisen lassen.

Für Infos wäre ich sehr dankbar

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Klaus
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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon Klaus » Montag 22. März 2010, 13:53

....bei mir war's so:
viewtopic.php?f=16&t=2117

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eve
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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon eve » Montag 22. März 2010, 14:16

Hallo pappnase

Bei mir wurde nur auf der einen Seite vorsorglich operiert, da ich da schon einige Pneus gehabt hatte. Die andere Seite liessen wir in Ruhe, da mir die Aerzte damals sagten, es sei nicht sicher, ob ich da auch Pneus bekommen würde. Es dauerte 7 Jahre, bis es auch auf der 2. Seite soweit war. Dann entschieden wir allerdings, sofort zu operieren, ohne noch auf einen 2. oder 3. Pneu zu warten.

Ich würde wieder so entscheiden, aber ich könnte gut verstehen, wenn jemand die 2. Seite vorsorglich gleich mitmachen würde.
lg
eve

pappnase
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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon pappnase » Montag 22. März 2010, 15:28

Hallo Klaus,

habe Deinen Bericht gelesen - bei Dir wurde zumindest bei der ersten OP etwas auf der anderen Seite gesehen.
Bei mir beruht alles auf "Erfahrung" - wie gesagt, auf meinem CT durch einen anderen Arzt ist nichts zu erkennen.
Trotzdem beharrt mein Chirug darauf, dass man solche Bläschen auf einem CT auch nicht erkennen kann - er hat sich das CT ja nicht mal angesehen.
Das ist ja mein Dilemma

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eve
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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon eve » Montag 22. März 2010, 16:01

Da ein Chirurg eher darauf tendiert, operieren zu wollen, würde ich seine Meinung eher mit Vorsicht geniessen und nichts machen lassen ohne zuerst mit einem Pneumologen/Lungenspezialisten geredet zu haben. Danach würde ich mit der Meinung des Arztes gehen, zu dem ich mehr Vertrauen hätte.

Geh mit deinem Bauchgefühl und dem Arzt, bei dem du dich wohl fühlst. Nur weil ein Chirurg evtl. bestimmter auftritt als ein anderer Arzt (Chirurgen haben das oft an sich), heisst noch lange nicht, dass er recht hat.
lg
eve

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon Klaus » Montag 22. März 2010, 16:04

...tja das ist dann tatsächlich eine Zwickmühle!
Ich denke da kann Dir niemand die Entscheidung abnehmen. Was ich so gelesen habe und bei mir feststellte, könnte das Ganze auf eine allgemeine Bindegewebeschwäche (bekomme leicht blaue Flecken nach Stößen, trug früher Einlagen wegen Senk-/Spreizfuß) zurückzuführen sein, sofern zum Auslösen des Pneumos keine äußeren Einflüße beigetragen hatten. Soll heißen, ein spontaner Pneumo des anderen Flügels könnte vorprogrammiert sein.
Bei Urlaubs-(Langstrecken)flügen oder Bergwanderungen wärs dann eventuell besonders unangenehm in Bezug auf rasche Hilfe. Aber das ist natürlich nur meine (laienhafte) Meinung...
Ein anderer Lungenspezialist riet mir sogar dazu auch den zweiten Lungenflügel operieren zu lassen, ohne von den festgestellten Bläschen zu wissen.

Mir gehts mittlerweile jedenfalls recht gut und ich habe auch gar keine Angstgefühle, da ich bei meinem Notfall gemerkt habe dass ich mit nur einem Lungenflügel noch handlungsfähig war, die Therapiemaßnahmen kennengelernt habe und ich den Ärzten glaube dass in einem erneuten Falle die Lungenflügel durchs "Verkleben" nicht mehr völlig kollabieren können.

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon JP » Montag 22. März 2010, 17:49

Ich hatte meine Ärzte auch gefragt, ob man nicht vorsorglich operieren könne, da wohl eine 50/50 Chance für einen Pneu auf meiner rechten Seite besteht - sie rieten mir dringlichst ab und nannten gefahren während der OP, keine Anzeichen von Bläschen und fisteln als Grund.

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon Laser » Montag 22. März 2010, 18:00

Man sagt immer der Mensch ist symmetrisch, was auf der rechten Seite passiert, passiert dann auch auf der linken und umgekehrt. Das muss aber prinzipiell nicht immer so sein.

Wenn du auf der einen Seite ein Pneu wegen den Lungenblebs hattest, und jetzt auf der anderen Seite keine Lungenblebs zu sehen sind, verstehe ich prinzipiell nicht wieso er operieren will.
Ist für mich nicht nachvollziehbar.
Aber das musst du letztendlich selbst mit deinen Ärzten entscheiden, ob eine OP notwendig ist oder auch nicht.

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon Kuschel » Montag 22. März 2010, 18:51

also ich wollte damals mein emphysem auf der rechten seite gleich mit operieren lassen, aber mein doc meinte das der flügel auch halten kann mit blase und er nicht "prophylaktisch" operieren wird, da es ja reicht wenns soweit ist und der nächste pneu da ist. und heute drei einhalb jahre nach der op, denke ich gottsei dank hat der mir die seite nicht opereiert, weil sie hält (hoffe das bleibt die nächsten 50 jahre). also meine meinung ist lass es erst machen wenns soweit ist. vielleicht passiert ja gar nichts :D

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon pappnase » Dienstag 23. März 2010, 09:04

Vielen Dank an alle die mir Ihre Meinung und Vorschläge geschickt haben.

Ich habe mir einen Beratungstermin in einer Klinik für Pneumologie und Thoraxchirurgie geben lassen, um eine dritte Meinung einzuholen. Wollen wir mal sehen was mir dort geraten wird.

In zwei Wochen weiß ich mehr. Wede mich dann nochmals melden.

Ersteinmal vielen Dank.

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon panton » Freitag 2. April 2010, 13:34

Hi,

lass Dir nix von den Chirurgen aufschwatzen ... :!: ... hier geht´s nicht um Dein Auto, sondern um Deinen Körper ...

Eine Geschichte aus meinem Nähkästchen:

Ich lag mit meinem ersten Pneu in einer sehr renommierten Uniklinik auf der Chirurgischen. Der Chefarzt war eine echte Koryphäe auf dem Gebiet der Chirurgie. Da er wg. Pensionierung seine letzten Tage in der Klinik hatte, wurde ein riesen Symposium mit sämtlichen Oberärzten deutschen Spitzenkliniken im KH veranstaltet und er wurde anschließend im städtischen Rathaus unter großem TamTam verabschiedet. Das nur zur Info, weil der Typ wirklich ein enormes Ansehen auf dem Gebiet genießt/genoss.

Ich lag also im Krankenhaus und stand vor der Frage "Lasse ich mich operieren? Oder probiere ich es erstmal ohne OP?". Die meisten Chirurgen empfahlen mir ein OP, weil auf beiden Lungenflügeln Bullae gefunden wurden (wie ich später durch eine Schwester erfuhr, war ich sogar schon auf dem OP-Plan eingetragen)...

Als der oben genannte Chefarzt seine letzte Runde durch die Station machte, kam er auch bei mir auf ein Schwätzchen vorbei. Seine Worte klingen noch immer in meinen Ohren, er sagte (fast) wörtlich: "Die Chirurgen sind ein komisches Völkchen. Die wollen immer sofort operieren. Lassen Sie sich von denen nichts erzählen. Kämpfen Sie. Ich drücke Ihnen die Daumen."

Vor diesem Zusammentreffen war ich der Verzweiflung wirklich sehr nah. Nach dem Gespräch hatte ich plötzlich wieder Kraft. Und ich habe mich gegen ein OP entschieden - und dies bisher nicht bereut. Denn wie hier schon angedeutet wurde: Es gibt keinen Grund für eine OP. Die Pneu-Symptome sind Dir ja weitgehend bekannt. D.h. wenn überhaupt gehts beim nächsten Pneu schnell ab ins Krankenhaus und dann kann immer noch operiert werden. Sterben wirst Du vorher mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht - zumindest nicht an einem Pneu.

Also, mein Tipp: Lass Dir nix von den Chirurgen erzählen. Die wetzen oftmals Ihre Messer ohne jeden Sinn und Verstand. Verlass Dich auf Deinen Körper, der ist wahrscheinlich viel stärker als Du momentan denkst - und als die Chirurgen Dir glauben machen wollen...

Eine Einschränkung möchte ich DIr noch mit auf den Weg geben: Meine Empfehlung ist nicht auf Deine persönliche Situation bezogen. D.h. ich weiß nicht wie Du DIch fühlst und wie Dein Körper beschaffen ist. Auch weiß ich nichts um Deine übrigen Lebensumstände. Für mich gäbe es lediglich einen überzeugenden Grund für eine vorsorgliche OP: FERNREISEN.

D.h. wenn Du gerne in ferne Länder reist oder beruflich reisen musst, würde ich Dir zu einer vorsorglichen OP raten. Denn es wäre kein Spaß mit einem Pneu in der dritten Welt oder einem anderen (medizinisch) unterentwickelten Land 'aufzuwachen'...

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon Laser » Freitag 2. April 2010, 14:16

Hallo Panton,

ein interessanter Beitrag von dir.
Darf ich fragen um welche Uniklinik sich handelt?

Die Sache mit den Fernreisen sehe ich genauso.

Viele Grüße

panton
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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon panton » Freitag 2. April 2010, 14:21

Laser hat geschrieben:Darf ich fragen um welche Uniklinik sich handelt?

Hallo Laser,

natürlich - aber das möchte ich trotzdem (wg. Datenschutz) für mich behalten :|

Ein Hinweis: Der genannte Chefarzt war von einiger Zeit noch Präsident der Deutsche Gesellschaft für Chirurgie.

Lieben Gruß.

Und hoffentlich ein sonniges Osterwochenende!

panton
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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon panton » Freitag 2. April 2010, 15:19

Und noch ein Tipp: Vor dem Hintergrund des oben gesagten würde ich Dir empfehlen nicht zu einem CHIRURGEN zu gehen, sondern zu einem Fachmann für Innere Medizin.

Jeder hat seine angelernte Perspektive auf die Sache. Und die hier besprochene Sache (Pneumothorax) ist fast gänzlich unerforscht. Es ist sehr naheliegend, dass ein Chirurg in diesem Zusammenhang schneller zum Messer greifen will als ein Nicht-Chirurg... nur so nebenbei ...

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Re: OP notwendig oder nicht??

Beitragvon eve » Freitag 2. April 2010, 16:12

Einer der Chirurgen, die mich operiert haben, sagte mir mal "die Chirurgie flickt nicht; sie macht nur Patchwork"...solche Aussagen hört man allerdings immer nur unter 4 Augen, aber man kann sie immerhin noch hören :) genau so wie, was ich damals auch nicht wusste, in manchen Privatspitälern eine Operationsquota herrscht, so dass ein/e Patient/in eher mal zur Operation gedrängt wird.

Die innere Medizin ist allerdings auch nicht ganz ohne, wenn ich mich so erinnere, wie man mir sagte, ich solle lieber mit den Schmerzen leben, da Schmerzmittel abhängig machen. Jede schmerzhafte Drainage wurde mir von Aerzten aus der inneren Medizin gelegt.

Schlussendlich sind alle Aerzte auch nur Menschen, was wir Patienten leider zuviel vergessen. Wir erwarten völlige Objektivität und alles mögliche andere, was wir nicht mal von uns selber erwarten würden. Darum den Aerzten zuhören, dann aber selber entscheiden, was für uns das Beste ist. Eine Operation rückgängig machen, geht nicht mehr, sie aufschieben kann man noch lange, wenn man bereit ist, mit den Konsequenzen (hier höhere Gefahr von erneuten Pneus, Drainagen, usw.) zu leben.
lg
eve


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